Mehr Drall beim Ball

FIFA 14 Preview

In den letzten zwei Jahren hatte Electronic Arts mit seiner Fußballsimulation die Nase klar vor der Konami-Konkurrenz. Im Herbst soll die Position an der Sonne erneut erreicht werden, was EA mit noch mehr Realismus, neuer Ballphysik und einer besser mitdenkenden KI erreichen will. Wir haben uns FIFA 14 ausführlich vorstellen lassen.
Benjamin Braun 17. April 2013 - 14:00 — vor 6 Jahren aktualisiert
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Mit FIFA 12 (GG-Test: 9.0) strafte Electronic Arts 2011 all jene Lügen, die vorab gemunkelt hatten, dass diese Ausgabe der alljährlich erscheinenden Fußball-Simulation nicht viel mehr sein würde als ein Kader-Update mit ein paar kosmetischen Verbesserungen der Spielmechanik. Stattdessen gab es mit dem "taktischen Verteidigungssystem" eine Neuerung , die die Reihe revolutionierte und authentischen Fußball der Extraklasse ermöglichte.

Auch im letzten Jahr traten die Entwickler von EA Canada nicht auf der Stelle, sondern verfeinerten das Gameplay in FIFA 13 (GG-Test: 9.5) ein weiteres Mal. Sie verpassten dem manchen schon zu defensiven Rasenschach wieder mehr Offensivdrang und schufen damit die vielleicht beste Fußball-Simulation aller Zeiten. Doch so ein Stempel ist dem Publisher gar nicht mal so recht, zumindest dann, wenn der Nachfolger naht: Schließlich will man auch 2013 wieder Käufer finden für die neueste Version. Wir haben uns die für Herbst in FIFA 14 geplanten Neuerungen in Köln ausführlich vorstellen lassen (selber spielen durften wir nicht) und verraten euch, weshalb wir glauben, dass  EA sich gegen jede Wahrscheinlichkeit noch einmal steigern könnte.

Mehr Kontrolle, mehr Realismus
Einer der großen Klassiker des europäischen Vereinsfußballs: "El Clásico", also Real versus Barca.
Über eine der Änderungen im vergangenen Jahr hat sich so mancher Spieler beklagt – die neue Ballannahme. Die einen empfanden es als unrealistisch, dass selbst einem Lionel Messi mal der Ball verspringen kann, die anderen ärgerten sich vor allem darüber, dass sie nun nicht mehr jeden Ball in vollem Tempo mitnehmen durften. Beiden Lagern scheint es EA mit FIFA 14 recht machen zu wollen. Grundsätzlich bleibt es zwar dabei, dass die Ballannahme schwieriger ist als in früheren Serienablegern. Zusätzlich aber sollen die individuellen Spielerstärken, aber auch ein noch realistischeres Physiksystem sowie eine gesteigerte Authentizität bei der Kollisionsabfrage die Probleme der Vergangenheit zur Zufriedenheit der Spieler beeinflussen. Na, ob das bei der höchst unterschiedlichen Wahrnehmung überhaupt möglich ist?

Ungünstige Winkel werden bestraftKonkret bedeutet die Neuerung, dass die Position des Spielers zum Ball, aber auch die Präzision, mit der ein Pass gespielt wird, von größerer Bedeutung sind. Wo also in FIFA 13 bei einem vermeintlich einfachen Zuspiel auch Könner gerne mal den Ball vertändelten, soll es in FIFA 14 viel mehr auf andere Dinge ankommen. Wer nun in die Lücke hetzt und dem Ball aus ungünstigem Winkel entgegengeht, wird ihn nur schwer kontrollieren k
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önnen und muss gegebenenfalls damit leben, dass er bei der Annahme zunächst ein paar Meter vom Fuß abspringt. Das eröffnet den Verteidigern natürlich eine gute Gelegenheit, solche Bälle noch abzufangen.

Im Zuge dieser Änderungen sollen auch Tempoverschiebungen und eine Neupositionierung zum Ball eine Rolle spielen. In FIFA 14 wird es nämlich möglich sein, sich selbst den Ball vorzulegen und dann sozusagen in einer Kurve zu ihm zu laufen, um in einen besseren Schusswinkel zu gelangen. Wer das System beherrscht, kann auch dann den Ball enger am Fuß führen, er wird aber auch mit einem Messi nicht bei vollem Tempo die Pille direkt am Fuß kleben haben. Durch Steilpässe eingesetzte Stürmer sollen dadurch nicht mehr ganz so leicht in Eins-zu-eins-Situationen mit dem Torhüter kommen können – die in Fifa-Spielen fast schon garantiert zum Torerfolg führen. Das hatte EA zwar schon im letzten Jahr teilweise korrigiert, indem ein leicht hinter dem Stürmer platzierter Abwehrspieler nicht mehr automatisch benachteiligt war, sondern eine reelle Chance hatten, den Ball noch zurückzuerobern. Doch in FIFA 14 sollen solche Situationen noch realistischer werden.
Ob der Torabschluss gelingt, soll in FIFA 14 deutlich stärker von einer guten Position zum Ball abhängen. Direktabnahmen oder Abschlüsse in großer Bedrängnis sollen häufiger scheitern als in den beiden Vorgängern.
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