Das beste FIFA aller Zeiten

FIFA 12 Preview

Jedes Jahr aufs Neue verspricht Electronic Arts das beste FIFA aller Zeiten, so auch dieses Jahr. Die Fans hoffen auf flüssigere Animationen, realistischere Zweikämpfe und endlich wieder eine PC-Fassung auf Augenhöhe mit den Konsolenversionen. Realistische Hoffnungen? Wir haben in München die PC-Fassung ausführlich probegespielt.
Benjamin Braun 11. Juli 2011 - 22:30 — vor 7 Jahren aktualisiert
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von Benjamin Braun

Seit Jahren streiten sich die Fußballfreunde unter den Gamern darüber, welche Spielreihe die bessere ist: Electronic Arts’ FIFA-Serie oder doch Konamis Pro Evolution Soccer. Die allgemeine Präsentation mit Publikum und Fangesängen und die große Menge an Ligalizenzen wurden in der Vergangenheit meist pro FIFA gewertet, während sich die PES-Fans vor allem auf eine bessere Simulation stützen konnten. Doch in den letzten paar Jahren näherten sich beide Serien immer weiter einander an: Konami machte vor allem mit Blick auf Grafik- und Soundkulisse Boden gut, die Entwickler von EA Canada verbesserten sich hingegen spielerisch deutlich.

Das haben die Spieler auch dem Briten David Rutter zu verdanken. Der Mann aus dem Mutterland des Fußballs ist seit 2007 Produzent von FIFA und hat die Reihe in den letzten Jahren weg vom ‚Arcade-Soccer’ in Richtung Fußball-Simulation getrieben. Für dieses Jahr verspricht er gar eine kleine Revolution -- und dass die PC-Version den Konsolen in nichts nachstehen wird (zuletzt tischte EA den PC-Spielern die Vorjahres-Engine der Konsolen auf). Wir konnten FIFA 12 während eines Events in der Allianzarena in München für PC, Xbox 360 und Playstation 3 antesten. Ob die PC-Version tatsächlich auf dem Niveau der Konsolen liegt und auch in Sachen Gameplay zum Pro-Evolution-Soccer-Killer werden könnte, wollen wir Euch im Folgenden verraten.

Verbesserte PräsentationIm Bereich der Präsentation hat die FIFA-Reihe (zumindest auf den Konsolen) keinen Bedarf an weitreichenden Nachbesserungen. EA Canada hat in diesem Jahr aber dennoch diverse zusätzliche Bewegungsabläufe ins Spiel integriert, die wie üblich per Motion Capturing eingefangen wurden. Schon die normale Fortbewegung mit dem Ball am Fuß sieht noch weicher und eine Spur realistischer aus und richtet sich deutlich nach der Statur des Spielers. Ein quirliger Lionel Messi läuft anders als ein Lulatsch wie Per Mertesacker. Ändern wir mit dem ballführenden Spieler die Laufrichtung, fällt der Richtungswechsel nicht mehr so hart aus wie in den Vorgängern. Bei Körpertäuschungen, Fallrückziehern und anderen Spezialbewegungen hat EA noch deutlich mehr zugelegt und zeichnet durchweg flüssige Bewegungen der Akteure nach. Auch deshalb spielt sich FIFA 12 noch ein bisschen flotter und noch weniger statisch.

Besonders viel Wert legt David Rutter auf das neue Tacklingsystem, das vor allem den Realismus steigern soll. Und in der Tat: Die meisten Zweikämpfe, die wir während unserer Matches geführt haben, sahen bereits gut aus. Bringt ein Spieler den anderen mit einer Grätsche zu Fall, kann das Foul nicht erst in der Wiederholung als solches erkannt werden, sondern sofort beim Spielen. Auch das Abdrängen von Spielern im Stand oder während eines Laufduells gewinnt durch die zusätzlichen Animationen. Ob mit dem gesamten Körper als Verteidiger oder mit dem ausgestreckten Arm als ballführender Spieler: So viele gute aufeinander abgestimmte Spezialanimationen bot die FIFA-Reihe nie zuvor. In ein paar Situationen wirkten die Animationen jedoch noch unrealistisch, wenn sich Spieler etwa nach einer Attacke mehrfach überschlugen oder bei geringem Tempo abhoben. Der Qualitätssprung bei Bewegungen und bei der Kollisionsabfrage ist aber schon jetzt sehr groß.

Phönix aus der Asche: Die PC-Fassung
PC-Spieler mussten in den vergangenen Jahren immer wieder Abstriche machen. Während die Versionen für Playstation 3 und Xbox 360 von Jahr zu Jahr ein bisschen hübscher und mit zusätzlichen Animationen und neuen Features aufgewertet wurden, mussten PC-Nutzer wohl oder übel mit einer Version auf Playstation-2-Niveau (bei höherer Auflösung) Vorlieb nehmen. Im letzten Jahr hinkte die PC-Version immer noch
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ein Jahr hinterher und verwendete die Technik aus FIFA 10. 2011 ändert sich das endlich: Die PC-Fassung präsentierte sich in der von uns angespielten Version auf Augenhöhe mit den Konsolenumsetzungen.

Zumindest auf den 24 Zoll großen Monitoren, die EA an die PCs montiert hatte (die Konsolenversion liefen alle auf einem großen TV-Monitor), hinterließ FIFA 12 für PC sogar den grafisch besten Eindruck aller Versionen. Im Gegensatz zu den Umsetzungen für Xbox 360 und Playstation 3 ist die PC-Version allerdings noch nicht so weit in der Optimierung fortgeschritten, weshalb ab und zu noch Ruckler auftraten, die EA hoffentlich noch in den Griff bekommt. Die Ladezeiten sind dafür bereits jetzt wesentlich schneller als auf den Konsolen. Den optisch schwächsten Eindruck hinterließ die Playstation-3-Fassung, die rund einem Monat vor der Fertigstellung sichtlich gröbere Schatten von Spielern oder dem Stadiondach auf dem Spielfeld erzeugt. Alles in allem nehmen sich die Versionen aber nicht sehr viel, ihr solltet in diesem Jahr die Entscheidung vor allem davon abhängig machen, auf welcher Plattform ihr mehr Freunde zum Mitspielen animieren könnt.
Auch in FIFA 12 fallen (Kopfball-) Tore nach Flanken häufiger als in der Realität oder bei Pro Evo Soccer. Aus einer größeren Entfernung lassen sich die starken Torhüter mit einem Kopfball aber nicht in Verlegenheit bringen. (PC-Version)

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