Das Echtzeitstrategie-MMO

End of Nations Preview

Ramon Domke 29. Februar 2012 - 12:00 — vor 9 Jahren aktualisiert
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Etwa ein Dutzend Einheiten steuert jeder Spieler, hier seht ihr einen typischen Mix aus Infanterie, Panzern und Lufteinheiten.
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Auf zum letzten Gefecht
Die zweite Kampfzone unterscheidet sich grundlegend von der 12-gegen-12-Massenschlacht der ersten. Hier treten wir im Alleingang gegen einen Mitspieler der Gegenfraktion an. Aber nicht direkt: Im „Last-Stand“-Modus geht es um Durchhaltevermögen im Kampf gegen computergesteuerte Gegnerwellen. Das Schlachtfeld wird von einem unüberwindbaren Graben geteilt, wodurch keine normalen Angriffe auf den Mitspieler möglich sind. Natürlich dürfen wir ihn von Zeit zu Zeit mit einer Spezialattacke zermürben...
 
Auf der Karte befinden sich für jede Seite exklusive Kontrollpunkte. Diese müssen eingenommen und gegen Computergegner verteidigt werden. Mithilfe der Rohstoffe, die uns diese Punkte liefern, ersetzen wir verlorene Einheiten und kaufen hilfreiche Upgrades. Als Züngelchen an der Waage stellt sich allerdings der neutrale Kontrollpunkt mitten im Graben heraus. Dieser kann von beiden Seiten übernommen werden, ohne sich gegenseitig zu verjagen. Wer also mehr Einheiten dort abstellen kann, wird ihn bekommen. Diese fehlen dann allerdings an anderer Stelle. Je weiter die Zeit voranschreitet, desto mehr Computerschergen werden uns entgegengeschleudert. Jedes falsch erteilte Kommando kann uns jetzt den Sieg kosten. Minutiös geben wir Anweisungen an unsere virtuellen Untergebenen, ziehen Einheiten ab und positionieren sie an Krisenherden neu. Hin und wieder beharken wir unseren Mitspieler mit einem Bombenteppich. Natürlich schlagen wir dort zu, wo es ihm am meisten weh tut, wo er sich gerade noch hätte retten können, hätten wir nicht... Im Krieg ist eben alles erlaubt! Mit einem Lächeln auf den Lippen und dem Sieg in der Tasche verlassen wir das Schlachtfeld.
 
Rollenspiel-Aspekte und Standard-Interface
In End of Nations gibt es keine Aufbauphase. Geschütztürme und Einheiten werden per Luftunterstützung eingeflogen.
Ganz ohne Rollenspiel-Anleihen kommt End of Nations nicht aus. Im Arsenal könnt ihr das Aussehen eurer Einheiten verändern und mit Upgrades an euren persönlichen Spielstil anpassen. Die generelle Art der Einheiten hängt von eurer gewählten Klasse und Fraktion ab. Ebenfalls sammelt ihr RPG-typisch Erfahrungspunkte, mit denen ihr im Level aufsteigt. Je höherstufiger ihr in die Schlacht zieht, umso vielfältiger ist eure Truppenauswahl. Auch findet ihr dort ein System, das entfernt an Talentbäume klassischer MMOs erinnert, mit denen ihr bestimmte Fähigkeiten und Attribute eurer Einheiten verbessern könnt.
 
Das Interface erinnert vom Aufbau sofort an typische Strategietitel der letzten Jahre. Zum Beispiel fasst ihr mit "Strg plus Zahl" ausgewählte Einheiten zu Gruppen zusammen oder wählt per Doppelklick alle Einheiten desselben Typs aus. Strategieveteranen werden sich bereits nach wenigen Spielminuten gut zurechtfinden. Grafisch bleibt End of Nations auf sicherem Terrain und wagt keine großen Sprünge nach vorn. Stattdessen feilen die Entwickler lieber unter der Oberfläche, um die Massenschlachten zum Release möglichst ohne Ruckeln und ohne Eingabeverzögerung (Lag) ablaufen zu lassen.
 
Ladehemmung oder Feuer frei?End of Nation soll noch in diesem Frühjahr in die geschlossene und im Sommer in die offene Beta-Phase gehen, ab Herbst 2012 soll der Free-to-play-Titel dann für alle erhältlich sein. Publisher Trion Worlds verspricht allen Skeptikern des Free-to-play-Prinzips, dass sie auch ohne Online-Shop in den Genuss aller Klassen und Spielinhalte kommen werden. Der Shop soll lediglich Zeitvorteile verschaffen, man wolle sich nicht auf den „Pay to Win“-Pfad begeben.
 
Man merkt dem Spiel bereits jetzt an, dass sich 2003 bei Petroglyph diverse Strategie-Spezialisten zusammen getan haben. Vor allem hat uns die Ausgewogenheit der Fraktionen gefallen, obwohl End of Nations noch klar in der Alpha-Phase ist. Trotz der langen Partie auf der 12-gegen-12-Karte konnte keine Fraktion die Oberhand gewinnen. Das ist für frühe Tests ein gutes Zeichen. Doch jetzt müssen die Entwickler noch für vernünftige Tie-Breaker sorgen, damit die Schlachten später in vernünftigen Fristen gewonnen werden können. Auch vom Last-Stand-System waren wir angetan: Wer hat die bessere Strategie, wer bewegt seine Truppen kosteneffizienter? Oder in diesem Fall: Wer schummelt sich erfolgreicher an der KI vorbei? Noch war es nämlich möglich,  Kontrollpunkte auch mit getarnten Einheiten zu übernehmen, ohne die sichere Deckung aufgeben zu müssen. So konnten wir ungestört unsere Posten halten und uns ganz auf die Verteidigung konzentrieren. Das darf natürlich später so nicht mehr möglich sein.

Trotz der Längen und der KI-Probleme, machte End of Nations auf uns einen guten ersten Eindruck. Strategie-Fans sollten spätestens im Sommer die offene Beta im Auge behalten um eigene Spiel-Erfahrung zu sammeln. Alles in allem verspricht End of Nations, ein runder RTS-Spaß zu werden. Feuer Frei!

Autor: Ramon Domke // Redaktion: Jörg Langer (GamersGlobal)


 End of Nations
Vorläufiges Pro & Contra
  • Klassische RTS-Steuerung
  • Ausgeglichenes Kräfteverhältnis der Fraktionen
  • Kompanien ergänzen sich sinnvoll
  • Spezialeinheiten mit besonderen Kräften in jeder Kompanie
  • Nicht zu mächtige Superwaffen
  • Vielfältiges Arsenal mit Charakterentwicklung
  • Keine Inhalts-Beschneidung im F2P geplant (noch nicht verifizierbar)
  • Noch keine Tie-Breaker, die langes hin und her verhindern würden
  • Getarnte Einheiten können Kontrollpunkte übernehmen
  • Alibi-Endzeit-Geschichte
Aktueller Zustand:
Spielbare Alpha-Version
Wir wünschen uns:
… dass Petroglyph auf eine sinnvolle Länge der Schlachten achtet oder Belohnungen für zum Teil gespielte Begegnungen vergibt. Endlose, epische Schlachten hören sich zwar im ersten Moment prickelnd an, müssen aber auch in der Freizeit der Spieler sinnvoll platziert werden können. Wir hoffen zudem, dass auf die Stealth-Störenfriede in den kommenden Feinabstimmungen besonders geachtet wird. Dann kann für Echtzeit-Strategie-Fans hier ein gelungener Online-Spielplatz entstehen: Spielerisch macht End of Nations bereits jetzt einen guten Eindruck. Die Performance des Spiels hat uns überzeugt und die Server-Technik verspricht auch in Massenschlachten faire Kämpfe.
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MMO-Strategie
12
Petroglyph Games
Trion Worlds
Auf Eis gelegt
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Ramon Domke 29. Februar 2012 - 12:00 — vor 9 Jahren aktualisiert
volcatius (unregistriert) 29. Februar 2012 - 12:24 #

Erinnert mich stark an Shattered Galaxy, ein RTS mit enormer taktischer Tiefe, das damals leider untergegangen ist.

Werde ich defintiv mal antesten, auch wenn ich gegenüber dem vorgeblichen Free-to-play-Prinzip skeptisch bin.

Freeks 16 Übertalent - 5525 - 29. Februar 2012 - 12:33 #

Hab jetzt richtig lust eine Runde zu spielen... in ein paar Monaten vielleicht :) Mit F2P kann man ja auf jeden Fall mal reinschauen. Danke für den Artikel!

GeneralGonzo 14 Komm-Experte - 2184 - 29. Februar 2012 - 13:15 #

Wow, das könnte endlich mal ein wirklich globales RTS werden! Mir gefallen die Ideen der entwickler sehr gut, z.B. die interessante Matchart im 1vs1 oder aber das es bestimmte "Decks" gibt, die man noch spezialisieren kann.

Das könnte mein Titel des Jahres werden - bis Generals2 kommt in 2013 :-)

mihawk 19 Megatalent - P - 15815 - 29. Februar 2012 - 13:27 #

Gut geschriebener Angetestet-Artikel.

Sollte Petroglyph das wirklich hinkriegen mit der Balance und der Länge der Schlachten wird das Spiel der Hammer !

Wille des Omnissiah (unregistriert) 29. Februar 2012 - 13:48 #

MMO Generals ...
*hach* ich warte schon so lange auf dieses Spiel.

floppi 24 Trolljäger - - 50917 - 29. Februar 2012 - 14:02 #

Das Spiel habe ich schon seit Monaten im Auge. Anschauen werde ich es auf alle Fälle.

Doch eine gesunde Skepsis bleibt, trotz der Aussage: "Publisher Trion Worlds verspricht allen Skeptikern des Free-to-play-Prinzips, dass sie auch ohne Online-Shop in den Genuss aller Klassen und Spielinhalte kommen werden."

Andreas 16 Übertalent - 4672 - 29. Februar 2012 - 14:37 #

Das liest sich alles fein. Ich freue mich riesig auf das Game!

Unomagan (unregistriert) 29. Februar 2012 - 15:26 #

Hab ne einladung bekommen zur Alpha: JJJJJJJJJJJEEEEEEEAAAAAAAAH ab zur seite: F2P, schade ;(

Ole122 12 Trollwächter - 1034 - 29. Februar 2012 - 18:26 #

Gibt ja irgendwie schon länger keine netten RTS mehr (oder ich finde sie nur nicht). Da ist das sicher mal einen Blick wert.

Darth Spengler 18 Doppel-Voter - 9372 - 1. März 2012 - 14:28 #

Letztens habe ich mir C&C die ersten 10 Jahre geholt. Da ist generals mit Add on bei, wird sogar noch Online unterstützt ! ;)

Darth Spengler 18 Doppel-Voter - 9372 - 29. Februar 2012 - 22:28 #

Ich warte schon fast ein Jahr drauf. Wann kommt es denn endlich ^^

Gnorkel (unregistriert) 1. März 2012 - 11:22 #

Ich glaube es hiess was von "open beta" ab ende 2012. Bin mir aber nicht sicher....

Ramon Domke 16 Übertalent - 4434 - 2. März 2012 - 10:09 #

Also im Text hieß es, Open Beta im Sommer und Release im Herbst. Änderungen natürlich vorbehalten - ihr kennt das ja.

jamesrodriguez 10 Kommunikator - P - 471 - 1. März 2012 - 8:40 #

Das erinnert doch stark an world in conflict. Heist Koordination gewinnt und man braucht eingespielte Teams. Mir gefällts, aber für kurzfristige Random Partien wohl eher ungeeignet.

fazzl 13 Koop-Gamer - 1450 - 23. März 2012 - 9:40 #

Wenn das F2P wirklich so umgesetzt wird, dass Bezahlen nur Zeitvorteile bringt... dann bekunde ich mal offizielles Interesse. :)

Aber für einen leckeren Happen zwischendurch bzw. nach dem Feierabend, klingt das ja nicht.
Deshalb hoffe ich auf die erwünschten Tie-Breaker.