Rückkehr zur Golden Gate Bridge

Driver San Francisco Preview

Schon einmal hat Ubisoft versucht, GTA in Sachen Open World Paroli zu bieten -- und scheiterte kläglich. Der neue Versuch, den wir viele Stunden lang spielen konnten, gefällt uns wesentlich besser. Das Shift-Feature ist eine spaßbringende Innovation, San Francisco detailliert nachgebildet, die Story motivierend. Aber lest selbst.
Vin 1. August 2011 - 23:09 — vor 8 Jahren aktualisiert
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von Nico Hertel


Fast zwölf Jahre hat die Driver-Serie schon hinter sich. Das erste Driver macht immer noch durch seine unverhältnismäßig schwere Einstiegssequenz in der Tiefgarage auf sich aufmerksam, während Teil drei sich durch seinen kläglichen Versuch, GTA zu kopieren, negativ ins Gedächtnis der Spielergemeinschaft eingebrannt hat. Nun versucht der neue Rechteinhaber Ubisoft, an die alten Erfolge auf der aktuellen Konsolengeneration anzuknüpfen.
 
Als Geisterfahrer auf Verbrecherjagd
In Driver San Francisco spielt ihr erneut den Polizisten John Tanner. Die Spielwelt beschränkt sich diesmal jedoch auf das Namen gebende San Francisco und sein Umland, in dem Tanner und sein Kollege Tobias Jones den geflohenen Schwerverbrecher Jericho verfolgen müssen. Nach einer Massenkarambolage wird Tanner als Komapatient ins Krankenhaus eingeliefert. Bereits auf der Fahrt zum Hospital werdet ihr an die große Besonderheit von Driver San Francisco herangeführt: Wir sitzen plötzlich in der Fahrerkabine des Krankenwagens. Nach einigen peinlichen Sekunden merken wir, dass wir die Kontrolle über dessen Fahrer bekommen haben und müssen daraufhin uns selbst möglichst schnell in die Notaufnahme fahren. Nach und nach lernt Tanner, das vom Entwickler Shift genannte Phänomen zu kontrollieren. Bald darauf können wir die Kontrolle über jeden Fahrer in unserer Nähe übernehmen.

Das Koma kann uns natürlich nicht stoppen und wir versuchen weiterhin, den entflohenen Gangster zu finden. In Zwischensequenzen springt die Geschichte immer wieder in die Realität zurück, wir bekommen durch TV- und Radionachrichten mit, wie die Verfolgung des echten Gangsters vorangeht. Nach dem fulminant inszenierten Einstieg (siehe auch unser First15-Video) flacht die Geschichte etwas ab und kommt erst nach einigen Stunden wieder richtig in Fahrt. Im Verlauf der Geschichte müssen wir übrigens nicht nur Autofahren: Mindestens einmal shiften wir in einen Polizeihubschrauber, um ein gestohlenes Fahrzeug in der Stadt zu finden. Zu-Fuß-Abschnitte oder Shooter-Passagen wie in Parallel Lines wird es aber nicht geben. 
Immer wieder springen wir in die Realität zurück und lauschen am Krankenbett den Nachrichten

Fahrlehrer, schnelle Autos und Yakuza
Mit unserem neuen, übernatürlichen Talent kommen auch neue Pflichten auf uns zu. So müssen wir immer wieder erst den Einwohnern San Franciscos helfen, um die Hauptgeschichte voranzubringen. Diese obligatorischen Nebenmissionen erzählen ihre eigenen Geschichten, tangierten in unserer Version den Hauptplot aber höchstens kurzzeitig. So treffen wir immer wieder auf zwei japanische Teenager, die versuchen, durch Autorennen ihre College-Gebühren zu finanzieren und nicht zurück nach Japan und zu den Yakuza zu müssen. Die meisten dieser Missionen basieren auf klassischen Driver-Aufgaben: hier ein Rennen gewinnen, dort einen Verbrecher verfolgen oder ein Auto möglichst unbeschadet von A nach B fahren.

Doch durch das Shift-Feature spielt sich Driver San Francisco bisweilen komplett anders als normale Genrevertreter. Bei einem Rennen über den Highway zum Beispiel verzichten wir komplett darauf, unser eigentliches Auto zu fahren. Wir springen immer wieder auf die Gegenfahrbahn und versuchen, unsere Kontrahenten so von der Fahrbahn abzubringen. Das selbe Spiel bei Polizeiverfolgungen: Nichts stoppt einen Flüchtenden schneller und zuverlässiger als ein Sattelschlepper, der sich ganz überraschend dazu entscheidet, die Fahrbahn zu wechseln und sich quer zu stellen. Eine Herausforderung de
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r etwas anderen Art: Einmal müssen wir ein Teamrennen gewinnen, bei dem wir in beide Fahrer abwechselnd hineinshiften. Hier fällt uns zum ersten Mal die KI negativ ins Auge: Während wir uns mit einem Auto auf Platz 1 vorarbeiten, fällt das andere Auto fast sofort auf den letzten Platz zurück. Hier sollte Ubisoft noch dringend nachbessern.
 
Besonders gut gefallen haben uns die Missionen um einen erfolglosen Kameramann, der es nicht schafft, spannende Autocrashs für eine TV-Show zu filmen. Wir springen also erst in den Übertragungswagen, fahren zu einer Kreuzung und wechseln vor dort in verschiedene vorbeifahrende Autos. So sorgen wir schnell für die spektakuläre Aufnahmen und lassen unseren Kameramann die Karriereleiter erklimmen. Aber auch sonst hat Driver San Francisco einige ziemlich außergewöhnliche Missionen in petto: Einmal sollen wir als Teenager unserem arroganten Fahrlehrer Angst einjagen, indem wir durch ziemlich verrückte Fahrmanöver sein Herz zum Rasen bringen. Kurz darauf springen wir in einen reichen Geschäftsmann und können so bereits sehr früh im Spiel mit einem Ford GT durch die Hügel von San Francisco rasen. 
Dialogsequenzen, hier zwischen Protagonist Tanner und Sidekick Jones, finden hauptsächlich in den Fahrerkabinen statt.
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