Christoph Licht 21. August 2012 - 22:51 — vor 7 Jahren aktualisiert
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Als Larian Studios auf der gamescom 2011 erstmals Divinity Dragon Commander zeigte, war das Spiel erst seit kurzer Zeit in Entwicklung. Das wenige, das gezeigt wurde, basierte noch auf der Grafikengine von Divinity 2 - Ego Draconis. Alles Weitere war zu diesem frühen Zeitpunkt in der Entwicklung nur als Idee oder Konzept vorhanden. Selbst die Hintergrundgeschichte war noch nicht vollständig festgelegt. Dennoch gefiel uns das Gezeigte bereits sehr.

Das Spiel ist eine ungewöhnliche Kombination aus rundenbasierter Globalstrategie mit Echtzeitschlachten, in die ihr auch selbst als Spezialeinheit eingreifen könnt mit einem Sammelkartensystem obendrauf und einer starken diplomatischen Komponente. Auf der diesjährigen gamescom konnten wir uns nun erstmals selbst davon überzeugen, ob dieses Spielprinzip auch tatsächlich in der Praxis funktionieren kann.
 
Ein Prinz auf Rachefeldzug
Wie der Name bereits andeutet, spielt auch Divinity Dragon Commander in der Fantasy-Welt von Rivellon, die Larian Studios vor zehn Jahren für Divine Divinity erschaffen hat. Das Spiel setzt jedoch nicht an das Ende von Divinity 2: Flames of Vengeance an, sondern ist wie das ebenfalls in Entwicklung befindliche Koop-Rollenspiel Divinity - Original Sin ein Prequel. Zu dieser Zeit spielt in der Welt von Rivellon neben der Magie auch noch die Technik eine große Rolle. Deshalb tragen die Drachen im Spiel auch Jetpacks, zudem ist ein starker Steampunk-Einfluss in der Grafik sichtbar. Ihr schlüpft in die Rolle eines Drachenritters und werdet Zeuge, wie euer Vater von Aurora ermordet wird, der Herrscherin über Rivellon. Natürlich sinnt ihr daraufhin auf Rache und macht euch daran, Auroras Kontrolle über das Land zu brechen.
 
Doch anders als in einem typischen Rollenspiel, in dem ihr die Rettung der Welt im Alleingang vollbringt, braucht ihr in Divinity Dragon Commander Verbündete. Und zwar in Form der sechs Rassen von Rivellion: Menschen, Untote, Elfen, Zwerge, Echsenmenschen und Imps. Mit ihrer Hilfe baut ihr eine Armee auf und beginnt, Zug um Zug die einzelnen Provinzen aus den Fängen der Gegner befreien. Richtig gelesen: Während die Schlachten in Echtzeit stattfinden, läuft der Rest des Spiels im Rundenmodus ab.
before
after
Rechts: Nach dem Enginewechsel erstrahlen sie in einem ganz neuen Glanz.
An Bord der Raven
Edmund ist wie alle Charaktere sehr überzeichnet dargestellt.
Unsere Demo beginnt an Bord der Raven. Sie ist euer Flaggschiff und der Ort, an den ihr in der Einzelspielerkampagne nach jeder Schlacht zurückkehrt. Ähnlich wie die Hyperion in Starcraft 2 - Wings of Liberty ist auch die Raven in mehrere Sektionen aufgeteilt, etwa die Bar oder der Thronsaal. Überall warten NPCs auf euch, mit denen ihr euch unterhalten könnt. Auf der Hauptbrücke erwartet uns beispielsweise unser untertänigster Berater, ein Imp, und erzählt uns, dass Aurora einen Vorstoß im Norden versucht. Sein Vorschlag: Wir sollen doch die beiden Generäle Henry und Edmund losschicken, um ihr entgegen zu treten.
 
Bevor wir jedoch eine Entscheidung treffen, gehen wir hinunter in die Bar, wo sich die beiden gerade aufhalten. Schnell stellen wir fest: Die Idee des Imps mag auf dem Papier sinnvoll klingen, doch Edmund ist ein arroganter und rassistischer Echsenmensch, der uns nur toleriert, weil wir als Drachenritter halb Drache, halb Mensch sind. Henry hingegen hat seinem vorherigem Kommandanten das Leben gerettet und dabei seinen rechten Arm verloren, aber keinerlei Anerkennung für seine Leistung erfahren. Nun ist er verbittert und hasst es, mit anderen zusammenzuarbeiten. Ob es unter diesen Umständen tatsächlich sinnvoll ist, beide loszuschicken? Wir entscheiden uns dagegen, der Imp entschuldigt sich umgehend dafür, uns diesen Vorschlag überhaupt unterbreitet zu haben – und die beiden Generäle bleiben weiterhin an Bord. Hätten wir sie hingegen losgeschickt, so erfahren wir im Nachhinein vom Entwickler, wäre dies durchaus praktisch gewesen: Nach ihrer Rückkehr wären beide etwas aufgeschlossener gewesen, was wiederrum in zukünftigen Schlachten Vorteile gebracht hätte.
 
Politisch motivierte Beziehungen
Entscheidungen müsst ihr an Bord der Raven sehr viele treffen. Die nächste erwartet uns im Schlafzimmer. Dort
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wartet unsere Gemahlin auf uns, eine Angehörige der Echsenmenschen. Im Verlauf des Spiels werdet ihr die Möglichkeit haben die Prinzessinnen der einzelnen Völker zu heiraten. Das verbessert nicht nur eure Beziehung zum jeweiligen Volk. Ihr erhaltet zudem Zugang zu speziellen Einheiten sowie exklusiven Spielkarten, wenn ihr es eurer Gemahlin recht macht. Und habt ihr doch einmal genug von eurer Angebeteten, könnt ihr euch scheiden lassen und die nächste heiraten.
 
Aber zurück zu unserer Echsendame: Sie ist nicht nur Prinzessin, sondern in ihrer Heimat eine Richterin. Morgen soll sie ein Urteil über einen Zwergenmörder fällen. Die Zwerge fordern eine Hinrichtung. Radikale haben jedoch die Kinder des Gouverneurs der Echsenmenschen entführt und drohen sie zu töten, wenn der Mörder nicht freigesprochen wird. Uns bleibt die Wahl: Erfüllen wir den Wunsch der Zwerge oder retten wir lieber die Kinder? Wir entscheiden uns für die Hinrichtung. Glücklicherweise ist die Prinzessin der gleichen Meinung, so verbessern wir unsere Beziehung zu ihr und erhalten zudem als Belohnung eine Spielkarte, welche die Attribute von Zwergentruppen temporär erhöht.
Wir haben der Prinzessin der Elfen ihren Wunsch erfüllt und so unsere Beziehung zu ihr und ihrem Volk verbessert.
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