Splatter-Horror und Koop-Action

Dead Space 3 Preview

Benjamin Braun 8. November 2012 - 15:00 — vor 7 Jahren aktualisiert
Wenn ihr zu zweit unterwegs seid, müsst ihr mit derselben Zahl von Munition und anderem Nachschub auskommen – echter Mangel entsteht aber anscheinend nicht, da die Entwickler gleichzeitig den Faktor "Gegnerwellen" einkalkulieren.
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Action-Horror statt Survival-ActionWenn wir unsere Eindrücke von E3, gamescom und dem Anspielevent in London zusammen nehmen, sind wir guter Dinge: Visceral Games scheint ein wenig zurück zu Dead Space 1 zu finden, das zumindest teilweise noch subtilen Horror bot, statt sich wie Dead Space 2 darauf zu konzentrieren, euch Splatter pur vorzusetzen und euch fast die ganze Zeit blutig durch Necromorphs pflügen zu lassen. Gleichzeitig betont der Entwickler einen gegensätzlichen, neben den Action-Aspekt stärker. Und zwar mit den neu eingeführten Gegnerwellen und einem sehr nach Standard-Shooter wirkenden Deckungssystem (das wir aber beim Probespielen nicht brauchten, um weiterzukommen). Zumindest in dieser Beziehung wird Dead Space 3 also ein noch stärker betontest Action-Element aufweisen. Wovon wir noch sehr wenig gesehen haben, das sind die großen Bosskämpfe. In Dead Space 2 hob Visceral bei diesen das beachtliche Niveau des ersten Teils noch ein gutes Stück an. Es wäre im Sinne des "immer mehr" natürlich schön, wenn dem Entwicklerstudio dieses Mal eine weitere Steigerung gelänge.

In Dead Space 3 wird es wieder geskriptete Sequenzen ähnlich der Vakuum-Luftschleusen-Szenen in Teil 2 geben.
Überraschend und etwas seltsam zugleich finden wir, dass Dead Space 3 ausgerechnet in der Koop-Variante mehr Horror-Elemente zu bieten scheint – wobei die erwähnten Carver-Szenen beim reinen Solistendurchgang offenbar komplett fehlen. Uns stört dabei weniger, dass man kooperativ noch einige zusätzliche Räume oder Situationen erlebt, im Gegentei. Aber ergibt diese Entscheidung – so sie nicht ein Zerrbild durch die Auswahl des Probelevels ist – denn wirklich in Sachen Spieldesign größeren Sinn? Eine gepflegte Angst-Stimmung kommt doch normalerweise eher dann auf, wenn man allein mit sich und einem Spiel ist. Und nicht im Koop-Modus, in dem man sich vielleicht ständig unterhält. Sollen wir uns das etwa so vorstellen: "Ey, Mann, wieso rennst du weg?" – "Ey, du, ich habe gerade mal wieder Visionen, ich sehe Holzsoldaten und so!" – "Wie, ey, ich sehe da nur irgendwelche Tonnen. Spinnst du jetzt oder was?" – der Atmosphäre ist das vielleicht nicht so zuträglich. Unsere Befürchtung ist, dass der addierte Koop-Horror eher ein stimmungstötender Fehlgriff werden wird: Solo fehlen diese Szenen, kooperativ nimmt man sie längst nicht so intensiv wahr. Aber wir haben einfach noch nicht genug Überblick über das gesamte Spiel, um das wirklich bewerten zu können – und vielleicht erlebt man ja im Solopart als Isaac noch ganz andere Gruselmomente.

Wenig zu sehen bekamen wir von solchen Zwischen- oder gar Giganto-Gegnern. Aber wir sind sicher: Es wird sie geben.

Sicherer Frühjahrs-Hit?In Sachen erstklassige Technik und dramatischen Zwischensequenzen machen wir uns wenig Sorgen bei Dead Space 3. Was die Standardkämpfe anbelangt, sind wir uns allerdings noch längst nicht so sicher. Zwar mussten wir vom Deckungssystem beim Probespielen keinen Gebrauch machen, aber beim Stichwort "Gegnerwellen" klingeln einfach die Alarmglocken bei uns. Und so schön es ist, nicht mehr ganz überwiegend in Innenräumen unterwegs zu sein: Zumindest die Struktur der Außenlevels kam uns doch teilweise wie in einem gängigen Miltärshooter vor; erwartet lieber keine ausgedehnten Erkundungstouren in einer freien, offenen Welt.

Alles in allem lautet unser Ausbick zum jetztigen Zeitpunkt so: In mancherlei Beziehung dürfte sich Dead Space 3 ganz anders anfühlen als Dead Space 2 und auch als Dead Space 1 – wir trauen Visceral aber aktuell zu, dass das Ergebnis nicht schlechter sein wird. Wenn Survival-Elemente und "Kopf-Horror" (wir reden nicht von abgetrennten Köpfen...) nicht zu kurz kommen, könnte es erneut ein Hit werden.

Autor: Benjamin Braun / Redaktion: Jörg Langer (GamersGlobal)

 Dead Space 3
Vorläufiges Pro & Contra
  • Exzellente Grafik
  • Solo und im Koop-Modus spielbar
  • Vielversprechende Horror-Momente
  • Taktisch angehauchte Kämpfe
  • Anscheinend mehr Abwechslung bei den Gegnertypen
  • Gruselmomente vor allem im Koop-Modus?
  • Noch stärkerer Fokus auf Geschwindigkeit und Action
Aktueller Zustand:
Aktuelle Beta-Version
Wir wünschen uns:
… dass Visceral Games ähnlich starke Momente wie Carvers Visionen auch für Solisten ins Spiel einbaut. Nun war schon Dead Space 1 stärker an Splatter als an Gruselhorror interessiert, doch es gab genügend Herzstopp-Momente – die in Dead Space 2 kaum noch vorkamen. Für Dead Space 3 wünschen wir uns wieder mehr Horror, der im Hirn ensteht statt auf der uns dargereichten Schlachtplatte. Das neue Deckungssystem sowie die eine oder andere Gegnerwelle nehmen wir gerne inkauf, wollen aber im Gegenzug nicht etwa auf Survival-Horror-Elemente wie Munitionsknappheit verzichten. Dead Space 3 könnte eine starke Mischung aus den ersten beiden Isaac-Abenteuern werden – aber auch in Shooter-Einheitsbrei abrutschen. Nur aus diesem Grund vergeben wir ein vorsichtiges "Gut" – so ziemlich alles andere bei Dead Space 3 schreit laut und vernehmlich "Ich werde ein Hit!"

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7.6
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Visceral Games
Electronic Arts
07.02.2013
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