Angetestet: Blut im Weltall

Dead Space 2 Preview

Wäre Isaac Clarke doch lieber auf dem Raumschiff Ishimura geblieben! Der einsame Held aus Dead Space stürzt sich im Nachfolger mitten in das Chaos einer Forschungseinrichtung, die außer Kontrolle geraten ist. Mit dabei: Eine rasante U-Bahn-Fahrt, ein neuer Kampfanzug und natürlich unzählige Außerirdische. Und Hektoliter Blut.
Sven 7. Januar 2011 - 3:08 — vor 8 Jahren aktualisiert
PC 360 PS3
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Alle Screenshots im Artikel wurden von uns selbst erstellt, wie bei fast allen Tests und vielen Previews.

von Sven Ohnstedt

Blutrünstig, verstörend, erschreckend, bisweilen melancholisch – Dead Space ist vielen Spielern in schaurig-schöner Erinnerung geblieben. Wir haben uns die ersten Kapitel des Spiels (auf Xbox 360) angesehen und können verkünden: Dead Space 2 knüpft an diese alten Tugenden an. Die Gegnerzahl und der Brutalitätsgrad aber haben sich noch deutlich erhöht.

Action ab der ersten Minute

Die Javelin Gun durchbohrt zunächst euren Alien-Feind mit einem Pfeil, danach könnt ihr ihn unter Strom setzen.
Die Entwickler von Visceral Games taten gut daran, die Steuerung des Vorgängers ohne wesentliche Änderungen zu übernehmen. Wie gewohnt setzt sich Isaac Clarke mit dem linken Stick in Bewegung, während der rechte Stick die Kamera über dessen Schulter kreisen lässt. Die vier Schultertasten dienen dazu, euch erfolgreich zur Wehr zu setzen: Monster in der Ferne bekommen die Durchschlagskraft der aktuellen Waffe zu spüren, im Nahkampf hinterlassen beherzte Schläge und die Stampfattacke bleibende Wirkung. Allzu flinke Gegner bremsen wir zudem durch den Zeitlupeneffekt der Stasis-Module aus. Da wir auch keine Neuerungen in der Menüführung feststellen konnten, kann sich Dead Space 2 einen seltenen Luxus erlauben: Statt eines langatmigen Tutorials beginnt der Kampf ums Überleben hier tatsächlich ab der ersten Minute. Nutzt daher die verbleibenden Tage bis zur Veröffentlichung und verinnerlicht die Steuerung anhand des Vorgängers – im zweiten Teil fehlt euch dazu, trotz der hilfreichen Einblendungen, nämlich schlicht die Zeit.

Isaac zurück an die Front

Die inhaltliche Ausrichtung von Dead Space 2 hat sich etwas gewandelt. Im Vorgänger überkam uns ein ums andere Mal das Gefühl, fernab jedweden zivilisierten Lebens zu sein. Typisches Alien-Feeling, also. Von gähnender Leere kann allerdings keine Rede mehr sein: Das Raumschiff Ishimura ist als Schauplatz einer riesigen Forschungstation gewichen, die gerade im Chaos zusammenbricht. Überall erblicken wir um Hilfe schreiende Wissenschaftler, die Wände zieren Propagandaplakate, die die ehemaligen Mitarbeiter zur bedingungslosen Arbeit antrieben. Diese sollten die außerirdische Rasse erforschen, die bereits in Dead Space für soviel Verdruss gesorgt hat, und deren Energiequelle reproduzieren – was offensichtlich nach hinten losging!

Nun hat es auch "The Sprawl" (so heißt die Raumstation) mit einem ausgewachsenen Necromorph-Problem zu tun: Die außerirdischen Parasiten übernehmen Menschen und machen sie zu willenlosen, deformierten Fleischbergen. Wie gut, dass Isaac durch seine unfreiwillige Heldenrolle im ersten Teil der Experte schlechthin für die "taktische Zerstückelung" der Gegner ist. Die sterben nämlich nicht einfach durch einen Schuss in den Kopf oder durch mehrere Schüsse in den Torso, wie wir das von zig Actionspielen gewohnt sind. Sondern, indem wir entweder ihre Schwachstellen finden -- oder sie (was für viele Standardgegner gilt) Arm für Arm, Bein für Bein auseinanderschneiden. Ein Spiel nur für Erwachsene? Aber hallo, falls es daran bei euch noch irgendwelche Zweifel gegeben haben sollte!

Alles beim Alten?

Also alles beim Alten? Beileibe nicht! Wir freuen uns über diverse kleine, aber feine Neuerungen: Isaacs Waffenarsenal wurde um die Javelin Gun erweitert, die bereits früh im Spiel zur Verfügung steht. Als Munition dienen spitze Pfeile, die in den Feinden stecken bleiben. Am anderen Ende des Pfeils befinden sich allerdings keine Federn, sondern eine energiegeladene Kugel. Nehmt diese also möglichst genau ins Visier und aktiviert den alternativen Feuermodus, um eurem Ziel einen tödlichen Elektroschock zu verpassen. Anschließend schreitet ihr notgedrungen zur Leichenfledderei, denn erst durch einen saftigen Stampfer auf die sterblichen Überreste der Necromorphs erhaltet ihr zusätzliche Munition, Geld, Medi-Kits oder Stasis-Module. Des Weiteren ist es dank Isaacs generalüberholten Kampfanzug nun möglich, kontrolliert durch die Schwerelosigkeit zu schweben – die nervigen Sprünge von Wand zu Wand gehören somit der Vergangenheit an. Ach ja, Isaac kann neuerdings sprechen. Im Gegensatz zur Ishimura gibt es etwas mehr normal-menschliches Leben auf der Raumstation. Außerdem bewegt er sich schneller als früher.

Kopfüber nehmen wir das Monster ins Visier. Leichter gesagt als getan: Wir pendeln hier an einem langen Seil.
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