Der Tod hat viele Leben

Darksiders 2 Preview

Nach dem überraschend guten Darksiders muss Vigil Games beim Nachfolger deutlich höhere Erwartungen erfüllen. Darksiders 2 setzt auf eine hochwertige Inszenierung, einen agilen Helden, anspruchsvolle Bosskämpfe und ein freies Charaktersystem. Hat der Tod das Zeug zum Helden? Wir sagen ja!
Benjamin Braun 19. Juli 2011 - 18:05 — vor 7 Jahren aktualisiert
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von Benjamin Braun

Anfang 2010 gelang dem bis dato unbekannten Hersteller Vigil Games mit Darksiders - Wrath of War (GamersGlobal-Test 8.5) ein Überraschungshit. Als apokalyptischer Reiter Krieg kämpfte man sich durch Gegner aus Himmel und Hölle, erlebte aber auch rätsellastige Abschnitte. Die Story war stylisch präsentiert, der Sound brachial, Spielzeit und Anspruch ordentlich.

Trotz offensichtlicher Anleihen bei God of War und ähnlichen Schnetzelspielen sowie Action-Adventures à la Zelda verströmte der Titel genug Eigenständigkeit. Die Erwartungen an Darksiders 2 sind deshalb ziemlich hoch. Wir konnten vor kurzem in London einen ausführlichen Blick auf die PC-Version des Spiels werfen und schildern euch im Folgenden unseren Eindruck.

Aus Krieg wird Tod
Wir erinnern uns: In Darksiders schlüpfte der Spieler in die Rolle des bulligen Kämpfers Krieg. Er ist einer der vier apokalyptischen Reiter, die am Tag des jüngsten Gerichts aufbrechen, um das Gleichgewicht der Kräfte zwischen Dämonenbrut und Engeln auf der Erde wiederherzustellen. Doch etwas ist faul: Krieg erreicht als einziger Reiter die Welt der Menschen, die Apokalypse hätte noch gar nicht stattfinden dürfen. Der Rat des Feuers beschuldigt Krieg des Verrats, gewährt ihm jedoch die Chance, sich von den Vorwürfen reinzuwaschen. Und so kehrt Krieg 100 Jahre nach der verfrühten Apokalypse auf die Erde zurück, um den wahren Verräter zur Verantwortung zu ziehen.

In Darksiders 2 übernehmen wir erneut die Rolle eines Reiters der Apokalypse, diesmal steuern wir allerdings den Tod höchstpersönlich. Die Handlung läuft weitgehend parallel zu der aus dem ersten Teil; Tod versucht, den durch Krieg unabsichtlich angerichteten Schaden wieder gutzumachen und die Apokalypse zu verhindern. Denn alles muss seine Ordnung haben: Auch ein apokalyptischer Reiter hat kein Interesse am Weltuntergang, wenn dieser ungeplant und "gegen die Regeln" daherkommt. Tods Hauptziel ist somit die Wiederauferstehung der Menschheit, zudem will er seinen verschollenen Waffenbruder Krieg finden und retten. Wird er Krieg jemals wiedersehen? Welche Hürden muss der neue Held auf seiner Reise überwinden? Wird er das Gleichgewicht der Mächte wiederherstellen? Und will er das überhaupt? Wir würden diese Fragen nicht stellen, wenn wir die Antworten bereits wüssten -- THQ hält sich mit näheren Infos zur Story derzeit noch arg bedeckt.

Der neue Held ist Kriegs Apokalypsenreiter-Kollege Tod. Oben seht ihr ihn auf seinem Pferd Despair, unten zu Fuß.
Agiler HaudegenIm Gegensatz zu Krieg ist Tod kein wandelnder Muskelberg, sondern ein drahtiger und wendiger Kämpfer. Er klettert schneller, springt weiter und verfügt früher über spezielle Gadgets, die Krieg sich erst mühsam erarbeiten musste. Dazu zählt auch Tods Pferd Despair (zu Deutsch: Verzweiflung), das wie sein Herr weder lebendig noch tot ist und uns deutlich schneller durch die Spielwelt trägt. Vor einem Höhleneingang klettert Tod zunächst auf eine kleine Plattform. Für einen Sprung ist die Entfernung zu groß, also kommt der Geisterhaken zum Einsatz. Damit schwingt sich Tod fast mühelos von einem Balken zum nächsten. Mit dem Haken betätigt er außerdem weit entfernte Schalter, um Brücken herab zu lassen oder versteckte Türen zu öffnen.

Einen tiefen Graben können wir mit der Fähigkeit "Wandlauf" überwinden, und wird die Kluft zu breit, dürfen wir unsere Spiderman-Fähigkeit durch einen gut getimten Sprung auch noch verlängern. Türen öffnet Tod übrigens nicht auf herkömmliche Weise. Stattdessen formt Tod aus Nebelschwaden ein Paar "Geisterklauen", die ihm die Arbeit abnehmen. Das hat Stil.

Im Kampf präsentiert sich Tod ebenfalls agiler als sein Cousin: Er wirbelt mit seinem Schwerter-Duo blitzschnell durch die Reihen und lässt langsamen Feinden keine Chance. Normale Gegner befördert er mit einem Aufwärtsschlag in die Luft, bearbeitet sie dort mit dem Schwert oder schmettert sie mit einem mächtigen Wurf auf den Boden. So schießt der Kombo-Zähler schnell in ungeahnte Höhen. Obwohl Tod nicht blocken kann, sind selbst mehrere Feinde auf einmal kein Problem für ihn. Angriff ist eben die beste Verteidigung! Und kommt ihm doch mal ein Dämon zu nah, hechtet er zur Seite, um gleich einen neuen Angriff zu starten. Hilft selbst das nicht, kann er sich bei gefüllter Chaos-Anzeige in die Reaper-Form verwandeln, bei der ihm sensenartige Tentakeln wachsen.

Das Höllen-Fußvolk erledigt Tod ohne große Mühe, oder anders gesagt: für unseren Geschmack viel zu leicht.
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