Eine göttliche Erweiterung

Civilization 5: Gods & Kings Preview

Nachschub für Civilization 5: Mit dem Addon Gods & Kings kommen – ähnlich wie bei Civ 4 – Religionen ins Spiel. Außerdem überarbeitet Firaxis die Stadtstaaten, überholt die Spionage, feilt an den Kämpfen und führt den Ersten Weltkrieg ein. Hatten wir neue Zivilisationen, Weltwunder, Szenarien, Einheiten, Gebäude und Co. schon erwähnt?
Roland Austinat 14. März 2012 - 0:29 — vor 7 Jahren aktualisiert
Civilization 5: Gods & Kings ab 33,00 € bei Amazon.de kaufen.
Wir können den bei Entwicklern Firaxis eines ganz bestimmt nicht vorwerfen: dass sie uns in jedem Quartal ein neues Spiel oder eine neue Erweiterung vorstellen. Zwischen Civilization 4 und 5 lagen fünf Jahre, seit dem Release des letzten Teils haben die Designer auch schon wieder rund zwei Jahre benötigt, um die Erweiterung Gods & Kings startklar zu machen. Und die bringt Religionen als neues Spielelement nebst einer eigenen Ressource namens Glauben, dazu verbesserte Stadtstaaten, schlauere Spionage-Funktionen, verbesserte Kämpfe und den Ersten Weltkrieg. Oh, und eure Schiffe können jetzt auch direkt Städte plündern und werden nicht mehr an der Küste von den Verteidigern aufgerieben. Ihr wollt noch ein paar Zahlen? Nur zu: neun weitere Zivilisationen mit neuen Anführern, neun neue Wunder, 27 neue Einheiten, 13 neue Gebäude, drei neue Szenarien und zudem zusätzliche Technologien und Rohstoffe. Aber eins nach dem anderen – lassen wir uns von Designer und Brettspielerfinder Ed Beach auf eine Tour durch Gods & Kings nehmen.
 
Von den Qualitäten der Kelten und ihrer Anführerin Boudicca (oben) konnten wir uns im Rahmen der Präsentation schon überzeugen. Dido, der Gründerin von Karthago (unten), begegneten wir später im Spiel.
Glaubenspunkte und Heiligtümer
Ed Beach startet das Spiel mit einer der neuen Fraktionen: den Kelten und ihrer Anführerin Boudicca. Beach wählt die Kelten deswegen, weil sie pro Stadt einen Glaubenspunkt pro Runde bekommen – eine neue Ressource, die unter anderem für den Erwerb von Heiligtümern und dem Stiften von Religionen benötigt wird. Doch unser erstes Heiligtum kostet zehn Glaubenspunkte und so greifen wir einen Barbarenstamm an: Dank ihrer feschen Kriegsbemalung und einem Kampf im Wald addiert der Sieg vier weitere Glaubenspunkte auf unser Konto, und wenig später können wir ein erstes Heiligtum von etwa 20 kultischen Stätten auswählen – alle mit eigenen Boni. Wir entscheiden uns für den Ahnenkult, dessen Bonus besonders konfliktfreudigen Spielern entgegenkommt: Unsere Einheiten erhalten je 30 Gesundheitspunkte zurück, wenn sie sich in der Nähe einer befreundeten Stadt befinden. "Allerdings können diese Heiligtümer pro Spiel nur einmal gewählt werden", erklärt Ed Beach. Wer also den Kelten das Heiligtum der Jagdgöttin wegschnappt, freut sich an derer statt über einen Lebensmittelbonus in jedem neuen Jagdlager. Mit der Gründung neuer Städte werden auch dort die ausgewählten Heiligtümer errichtet. Wenig später in der Demonstrationspartie begegnen uns zwei neue Zivilisationen beziehungsweise deren Anführer: Dido von Karthago und der etwas deprimierte Maya Pacal, der "wohl etwas beunruhigt darüber ist, dass uns nur noch neun Monate vom Dezember 2012 trennen", grinst Ed Beach.

Bau' dir deine Religion
Um uns die nächste Religionsstufe zu zeigen, springt Beach 50 Züge in die Zukunft – und stellt fest, dass Pacal nun unsere Stadt Dublin angegriffen hat. Zeit, ihn in seine Schranken zu weisen! Und zwar mit einer Gruppe von Komposit-Bogenschützen. Die sind neu, denn: "Wir haben uns die Einheiten angesehen und festgestellt, dass es nicht so viele Fernkampftypen gab", sagt Ed Beach. Erneut erhalten wir Glaubenspunkte für den Sieg, und mit über 300 Punkten können wir eine Religion gründen. Prompt wird in der Nachbarstadt Edinburgh ein Prophet geboren, der Gründer unserer Religion. "Eine Religion besteht aus bis zu fünf Glaubensrichtungen – sechs, wenn ihr die Byzantiner gewählt habt", beschreibt Beach das System. "Zu Beginn könnt ihr neben dem Religionsnamen ein Symbol sowie zwei von rund 50 Glaubensrichtungen wählen. Zusammen mit eurem Heiligtum sind das drei, ein großer Prophet bringt später im Spiel eine vierte und fünfte Richtung mit neuen Boni dazu."
Beim Barte des großen Propheten! Ein solcher weiser Mann erlaubt es euch, zwei weitere Glaubensrichtungen und damit Boni eurer Religion zu wählen.
Wir wählen Zeremonielle Bestattung, was für mehr Zufriedenheit bei unserer Bevölkerung führt.

Eine andere Glaubensrichtung wäre "Dialog zwischen den Religionen", sie würde uns regelmäßig neue Wissenschaftsergebnisse anderer Völker verschaffen. Denkbar wäre auch die Wahl einer Richtung, durch die wir Maler anheuern können, die dann die Decken unserer Kathedralen mit Fresken schmücken. "Ein hervorragende Wahl auf dem Weg zum kulturellen Sieg", erläutert Ed Beach. Nachbarzivilisationen, die keine eigene Religion besitzen, können wir mit Nachfolgeglaubensrichtungen begeistern und ihnen so ebenfalls Vorteile verschaffen. Eine Religion verbreitet sich im Spiel auf zwei Weisen: von Mund zu Mund oder mit Hilfe von Missionaren, die wir auf Missionsreisen schicken können. Genügend Glaubenspunkte vorausgesetzt, können wir auch Missionare und Kathedralen direkt dafür kaufen, ohne auf sie wie auf reguläre Einheiten und Gebäude warten zu müssen.

Freundschaft!Wir wechseln jetzt zu den Holländern und ihrem Anführer König Wilhelm von Oranien. Ihre Spezialfähigkeit setzt auf die Ostindien-Kompanie – eine Handelsgesellschaft, mit deren Hilfe die Holländer eigene Luxusgüter im Handelsgeschäfte einbringen können, ohne an Zufriedenheit zu verlieren. Außerdem besitzen sie den "Sea Dagger", eine Einheit, die küstennahe Städte plündern kann, und errichten Polder, mit dem sie Neuland gewinnen und das Land vor Hochwasser schützen.
Anzeige
Als Holländer bekommen wir es an diesem Punkt der Demonstration mit den Stadtstaaten zu tun, deren Rolle sich im Vergleich zum Hauptspiel stark geändert hat.

"Wir haben gemerkt, dass die meisten Spieler Stadtstaaten erst sehr spät in einer Partie in ihr Spiel einbeziehen", sagt Ed Beach. "Besonders für den diplomatischen Sieg haben sich viele einfach mit einem riesigen Batzen Gold deren Sympathien gekauft. Das fühlte sich aber nicht wie eine langfristige diplomatische Beziehung an." Gold besitzt deswegen eine weit geringere Überzeugungskraft. Außerdem bauten die Designer die rudimentären Missionen des Hauptspiels in ein vollständiges Quest-System aus: Bis zu drei Aufträge gibt es jetzt für jeden Stadtstaat zu erledigen, etwa "baut eine Einheit, besiegt diese Feinde und gründet eine Religion". Dazu kommen globale Quests, an denen mehrere Zivilisationen mitwirken beziehungsweise um deren Belohnung kämpfen. Außerdem bieten spezielle Handelsstadtstaaten Waren an, die es sonst nirgendwo auf der Welt gibt: Der einzige Weg, an diese begehrten Güter zu kommen, ist, sich mit diesem einen Stadtstaat zu verbünden. Konkurrenz garantiert!
Auch die Schiffe haben mit der Erweiterung Gods & Kings Veränderungen erfahren. So ist es nun auch möglich, andere Schiffe zu rammen und zu entern oder mit Nahkampfschiffen Städte anzugreifen und zu plündern.
Um über diesen Inhalt mitzudiskutieren (aktuell 83 Kommentare), benötigst du ein Fairness- oder Premium-Abo.