Neue Runde für das Strategieepos

Civilization 5 Preview

Fünf Jahre ist es her, dass uns Sid Meier mit Civilization 4 den letzten Teil der langlebigsten Strategiespielserie servierte. Schon im Herbst 2010 will euch Civilization 5 mit noch schickerer Grafik und vielen spielerischen Neuheiten begeistern. Wir haben uns den Titel auf der Game Developers Conference in San Francisco angesehen.
Roland Austinat 19. März 2010 - 4:19 — vor 9 Jahren aktualisiert
PC
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Update: Aktuelle Eindrücke zu Civ 5 von der E3 2010 erfahrt ihr hier.

Einen Straßenblock von dem Moscone-Messezentrum entfernt hatte Publisher Take Two auf der diesjährigen GDC gleich ein ganzes Haus gemietet, um Medienvertreter zu einem Blick auf ihre Produkte zu locken. Firaxis-Mann Pete Murray nahm uns mit auf einen Schnelldurchgang der schönen neuen Welt von Civilization 5.

Vorab gleich Entwarnung: Trotz neuer Grafik- und Spiel-Engine und vielen Veränderungen im Kleineren wie Größeren (Hexfeld-System!) hat sich am schon fast 20 Jahre lang bewährten Spielprinzip nichts Grundlegendes geändert. Noch immer ist das Ziel, eine Zivilisation auf unterschiedlichen Wegen zur Weltherrschaft zu führen, wobei ihr an Diplomatie kaum, an Forschung, Stadtausbau und Militär gar nicht vorbeikommt.

Hier ist die Hexfeldstruktur klar zu erkennen, und dass in jedem Hex nur genau eine Einheit (durch mehrere Soldaten oder Geräte symbolisiert) steht. Das Hexagon-Gitternetz lässt sich ausblenden, dann wirken die Karten noch "runder".

 
Mein Feld, das hat sechs Ecken
 
Die Grafik in einem Globalstrategiespiel muss vor allem eines sein: funktional. Doch schon beim ersten Blick auf Civilization 5 fällt uns dessen prächtige Optik auf. Vergessen ist das "naive Malerei"-Aussehen des Vorgängers -- besonders nach fortgeschrittener Spieldauer erinnert die Landkarte an einen Blick aus dem Flugzeugfenster beim Landeanflug auf typische Schachbrett-Muster, die moderne Städte und Landwirtschaftsflächen eben so ergeben. "Unsere neue Grafikengine unterstützt sogar DirectX 11", freut sich Pete Murray. Naja, sooo aufwändig sieht sie dann auch wieder nicht aus...

Dass die Landschaft weniger blockig daher kommt, liegt nicht zuletzt daran, dass Civ 5 statt auf Recht- jetzt auf Sechsecke setzt, aus denen es die Karten zusammensetzt. "Damit wird das Spiel organischer", sagt Murray und fügt erklärend hinzu: "Schiffe und Landeinheiten können sich jetzt diagonal bewegen und erwecken nicht wie bisher den Eindruck, dass sie kurz an Land kommen oder ins Wasser fallen." Strategieveteranen nicken wissend: Sechsecke waren schon zu Zeiten von Nectaris, Battle Isle und Panzer General ihre bewährten Gefährten. Und eine andere Sache hat sich Civ 5 von solchen Titeln abgeschaut: Pro Feld kann wirklich nur noch eine Einheit stehen. Die teils riesigen Stacks (übereinander gestapelte Einheiten) aus früheren PC-Civs, die auch irgendwie gegeneinander kämpfen mussten, was immer in Unübersichtlichkeit ausartete, gehören damit der Vergangenheit an. Aber auch, auf den ersten Blick zumindest, die damit verbundenen Strategien, also etwa starken Offensiveinheiten immer auch Defensiveinheiten mitzugeben, die sie dann in der Runde des Gegners verteidigten.

Um dennoch spannende Schlachten (die sich nun über den halben Kontinent erstrecken können) zu gewährleisten, haben viele Einheiten Fernkampffähigkeiten bekommen und können über ein oder mehrere Felder hinweg schießen. Wir vermuten außerdem stark, dass bewährte Hexfeld-Prinzipien wie das indirekte Verteidigen eingebaut werden: Eine Artillerie, die benachbart oder auch nur in Feuerreichweite zu einer angegriffenen eigenen Einheit steht, unterstüzt diese oder führt einen Erstangriff auf den Angreifer aus.
 
Lass dir raten: Baue Spaten!
 
Nachdem wir etwa fünf Minuten auf der Karte herumgescrollt haben -- die grundsätzlichen Terraintypen der Kontinente ähneln Europa, Afrika, Amerika und Asien --, meldet sich der erste Ratgeber: Wäre es nicht an der Zeit, eine Stadt zu gründen? Durchaus. "Das haben wir von der Konsolenversion, also Civilization Revolution, gelernt", erklärt Pete Murray. "Eure Ratgeber tauchen nicht aus dem blauen Dunst auf und nerven euch, sondern reagieren auf eure Handlungen." Oder eben auch mal unsere Untätigkeit. Nach der Stadtgründung meldet sich der Außenminister: Es wäre doch prächtig, jetzt einmal die Umgebung auszukundschaften! Klar, Civilization-Veteranen rümpfen hier beleidigt die Nase, "wissen wir doch alles schon!" Aber wir hätten nichts gegen ein Civilization 5, das sowohl alte Hasen wie auch Einsteiger anspricht -- letztere könnten nämlich für die Verkaufszahlen sorgen, damit dereinst auch ein Civilization 6 (und auch für PC!) herauskommt. Also: Berater willkommen...

Zurück zum Spiel: Wir rekrutieren unsere ersten Einheiten, was wie üblich einige Runden dauert und von der Produktionskapazität der Stadt abhängt, die wiederum durch die umliegenden Felder definiert wird. Dann schicken wir unsere Truppen auf Erkundungstour und beenden den Spielzug. Während wir noch im Forschungsbaum herumstöbern und uns für "Tierhaltung" entscheiden, die uns eventuell Zugang zu Reitern gibt, meldet sich einer der Kundschafter: Er hat eine Mine entdeckt!  Ein Klick auf den Kollegen, schon sind wir am Ort des Geschehens -- ohne lang und breit auf der Karte suchen zu müssen. Wenn es mehrere solcher Nachrichten gibt, warten sie brav, bis ihr sie an- oder weggeklickt habt.

Schmucke EinheitenHier seht ihr die bislang als Bild veröffentlichten Einheitentypen:  1 Griechische Hopliten  2 (Neutrale) Barbarenkrieger  3 Einfache Keulenschwinger  4  Weitreichende Katapulte  5 Bogenschützen  6 Ritter zu Fuß. Die Einheiten sind nicht mehr stapelbar, sondern belegen genau ein Feld -- wie schon in frühen Hexfeld-Taktikspielen.
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