Frisch vom Betatest:

Battlefield Heroes Preview

EA und Dice entwickeln für die Battlefield-Serie einen kostenlosen Online-Shooter, der über Item Sale Geld einbringen soll. Schöne neue Taktikshooter-Welt oder ein Nervangriff auf gestandene Veteranen? Zumindest sind Gags wie das Mitfliegen auf einer Jäger-Tragfläche schon mal cool...
Armin Luley 7. Mai 2009 - 23:27 — vor 10 Jahren aktualisiert
PC
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Man muss mit der Zeit gehen, besonders wenn man Electronic Arts heißt und sich als zweitgrößten Hersteller von Computer- und Videospielen bezeichnen darf.  Als solcher darf man den Trend Casual Gaming natürlich nicht verpassen, lebt Nintendos Riesenerfolg Wii doch zu einem guten Teil von dieser neuen Zielgruppe. Der Casual Gamer ist ein dankbares Zielobjekt, hat er doch viel weniger Ansprüche als die normalen Spieler. Auf der Suche nach neuen Umsätzen macht EA auch vor Traditionsserien wie Battlefield nicht halt. Während Veteranen nach wie vor auf einen richtigen Battlefield 2 Nachfolger warten müssen, hat der amerikanische Unterhaltungssoftware-Riese bei seiner Tochter DICE in Schweden einen Free-to-Play-Shooter in Auftrag gegeben. Wir waren für euch beim Betatest mit dabei, als ganz normale Spieler.

Unangenehm: Die feindliche Royal Army führt mit 12 zu 4 Tickets

Türsteher oder Messerkünstler?

Der Download von Battlefield Heroes ist gratis, erst wenn wir uns optisch von den anderen Spielern durch besondere Kleidung abgrenzen oder unseren Levelaufstieg durch EXP-Boosts beschleunigen möchten, müssen wir zahlen. Zunächst aber heißt es, auf der offiziellen Website einen Charakter zu erstellen. Zur Wahl stehen die beiden Fraktionen des Spiels: Royal Army, die an die alliierten Streitmächte des 2. Weltkriegs erinnern soll und der National Army, dem Surrogat für die Wehrmacht. Keine Sorge, das Spiel hat mit Photorealismus und Authentizität nichts am Hut, Verwendung findet ein verniedlichender Cartoon-Stil Marke Team Fortress 2 – auf diesen Valve-Taktikshooter hat es DICE offensichtlich im Besonderen abgesehen.

Nach der Fraktionswahl entscheiden wir uns für eine Klasse, nämlich Soldier (Soldat), Gunner (Kanonier) oder Commando. Während ersterer ein ausgewogener Nahkämpfer ist, der später zudem Teammitglieder heilen kann, gebietet der Gunner neben seiner Türsteher-Statur auch über panzerknackende Waffen. Der dritte im Bunde kann sich fast unsichtbar machen, um so aus dem Hinterhalt mit Messern zu attackieren, versteckt sich aber auch gerne mit seinem Snipergewehr an entlegenen Stellen der Karte. Gegnerische Spieler dieser Klasse haben wir im Verlauf des Betatests besonders hassen gelernt, da wir ihren feigen Messer-Überfallen aus den dunklen Winkeln der Gebäude heraus ein ums andere Mal erlegen sind. Nachdem wir unseren Charakter noch mit maximal drei Waffen ausgestattet und ihm vielleicht einige zusätzliche Missionsziele („töte X Gegner“) aufgetragen haben, kann das Spiel beginnen.

Ohne Mitstreiter ist man im Jeep wehrlos, weil man nicht fahren und feuern darf.


Komm mit ins Abenteuer-Comicland...

Diesmal waren wir leider nicht so erfolgreich: Unsere Seite hat verloren
Auch wenn Battlefield Heroes sich zu Beginn durch seinen stimmigen, technisch aber nicht herausragenden Comic-Look von seinen großen Brüdern unterscheidet: Andere Unterschiede sind deutlich wichtiger! Zum einen ist da der sehr geringe Umfang des Spiels, verdeutlicht durch die magische Zahl 3: Drei Klassen (für beide Fraktionen gleich) und gerade einmal drei Maps, die immerhin gut gelungen sind. Weiterhin gibt es drei Fahrzeugtypen, nämlich Panzer, normale Jeeps und Jagdflieger. Diese wurden von unseren Mitstreitern leider viel zu häufig für Kamikazeaktionen missbraucht. 

Zwar können alle Vehikel auch zu zweit oder dritt benutzt werden, Teamplay ist aber fast unmöglich. So fehlt eine eigene Sanitäterklasse, denn der Soldat hat als klare Hauptaufgabe das Kämpfen, Zeit fürs Heilen von Verwundeten bleibt da kaum. Es gibt auch keinen Kommandanten, der die Aktionen der Teams planen könnte. Das Resultat daraus ist ein zumeist arg chaotisches Geschehen auf den Battlefield-Heroes-Servern. Das passt zwar gut in die bunte Welt, und viele Einsteiger oder verirrte Casual Gamer werden das wohl auch mögen. Für Clans und Profis jedoch dürfte der neue Battlefield-Ableger komplett uninteressant werden.

In den eigentlichen Partien geht es darum, ganz wie bei Battlefield 2 und Co., die begrenzte Anzahl der gegnerischen Tickets auf null zu bringen, indem wir Feinde niederstrecken. Auf den Karten sind zudem mehrere Fahnenpunkte verteilt, die als Einstiegspunkt für wiederbelebte Gefallene dienen. Diese Orte sind wohl am härtesten umkämpft. 

Das ganze Waffen- und Fahrzeugarsenal von Battlefield Heroes: 1 der Gunner hat die dicken Wummen, 2 der Commando bevorzugt es lieber leise und aus der Ferne, 3 der Soldat erledigt den Nahkampf und heilt. Ähnlich begrenzt die Zahl der Fahrzeuge. 4 Jeep 5 Panzer und 6 Flugzeug stehen zur Auswahl -- wenn auch jeweils in zwei optischen Varianten.

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