Moorhühner mit Emotionen?

Battlefield 4 Preview

Vom Nachtclub ins Kino: Nach der etwas beengten Premiere von BF3 in San Francisco vor zwei Jahren, mietete der Publisher jetzt ein riesiges Kino direkt neben der Game Developers Conference 2013 an, um uns den Nachfolger Battlefield 4 zu präsentieren.
Roland Austinat 27. März 2013 - 11:14 — vor 6 Jahren aktualisiert
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Diese Preview beruht auf einer Vorführung, nicht auf Selberspielen

Sehen ist besser als reden - meint jedenfalls Patrick Söderlund, Executive Producer bei EA DICE in Stockholm. Deshalb muss am zweiten Abend der Game Developers Conference 2013 sein Kollege Thomas Dahl ran, um uns und mehreren hundert Journalisten in einem eigens gemieteten Kino im Herzen von San Francisco rund 20 Minuten von Battlefield 4 vorzuspielen. Mit mächtigem Soundteppich und in 4K-Auflösung wahrhaftig eine filmreife Veranstaltung. Dazu trug auch die neue Frostbite-3-Engine bei, die laut Söderlund die "nächste Battlefield-Generation" und sicher auch noch etliche andere EA-Spiele verschönern wird.

Drama unter WasserUnsere Vorführung beginnt im aserbaidschanischen Baku. Wir hören jedoch keine Schussgeräusche, sondern Bonnie Tylers 80er-Jahre-Heuler "Total Eclipse of the Heart", der aus einem Autoradio plärrt. Im Fahrzeug befinden sich außer uns noch drei Teamkameraden und wichtige Informationen, die wir um jeden Preis zurück in die Einsatzzentrale befördern müssen. Der, beziehungsweise die Haken: Das Auto sinkt mit jeder Sekunde tiefer ins Kaspische Meer, die Fenster rühren sich kein Stück - und unser Anführer ist in seinem Sitz festgeklemmt. Doch weil ihm sein Leben weniger wichtig als die erfolgreich absolvierte Mission ist, drückt er uns seine Pistole in die Hand und befiehlt uns, die Scheibe zu zerschießen und aus dem schwimmenden Sarg zu entkommen.

Wie es weiter geht? Nicht so eilig, denn jetzt ist erst einmal ein Rückblick an der Reihe: "14 Minuten zuvor" steht auf der Leinwand. Wir huschen durch einen geheimen Schlupfwinkel in Baku, der allerdings schon bessere Zeiten gesehen hat. Kaum ein Fenster besitzt noch Glasscheiben, durch Löcher im Mauerwerk dringt Sonnenlicht ein, in dem Staubflocken gemächlich herumschweben. Das Erdgeschoss ist teilweise überschwemmt, Ratten piepsen keck aus ihren Schlupfwinkeln. In der ersten Etage erschreckt uns einen Moment lang ein Taubenschwarm, der uns aus einer geöffneten Tür entgegenschwirrt. Etwas später treffen wir zwei unserer Mitstreiter, die durch mit Brettern vernagelte Fenster nach unten auf die Straße schielen. Dort befindet sich nämlich das vierte Teammitglied – in der Schusslinie feindlicher Schützen. Wir fackeln nicht lange, rupfen die Bretter von den Rahmen und nehmen die Gegner ins Visier. Einige erledigen wir punktgenau, andere werden von Mauerteilen des durch unseren Beschuss teilweise zerbröselnden Gebäudes erschlagen, während sich unser Kamerad in Sicherheit bringt. Szenenwechsel.
 
(K)ein Waldspaziergang
Nobel geht der Tag zu Ende: Ein Großkino war auf Battlefield gebürstet, um knapp 20 Minuten Gameplay zu zeigen.
Unser schlagkräftiges Quartett eilt nun durch ein Waldstück außerhalb der Stadt. Das Ziel: Eine sich im Bau befindliche Fabrik oder ein Kraftwerk, auf dessen Dach der Hubschrauber landen wird, der uns in Sicherheit bringen soll. Die Frostbite-3-Engine zeigt, was sie kann: Sanft bricht sich das Sonnenlicht in den Blättern, Zweige wehen im Wind, die Baumrinden sind so detailreich, dass sie beinahe dreidimensional wirken. In Pfützen spiegelt sich das Licht, hinter einer Überführung weitet sich das Gelände auf und gibt einen Blick auf die Industrieanlage frei, vor dem ein Schwarm Möwen kreist. Zu schön, um wahr zu sein, denn in der Großbaustelle warten schon zahlreiche Gegner auf uns. Einer steht auf der Ladefläche eines Jeeps und bedient dort ein Maschinengewehr. Unsere Kollegen locken sein Feuer auf sich, wir erledigen ihn von der Seite und setzen uns hinters Steuer des Wagens. Wir fahren näher an die Hauptgebäude heran, an denen riesige Plastikplanen vom Wind aufgeplustert werden. Aus einem relativ niedrigen Haus blitzt Mündungsfeuer auf: Unsere drei Freunde nageln die dort verschanzten Feinde fest, während wir das Haus auf leisen Sohlen umrunden, uns aufs Dach vorkämpfen, dort einen Scharfschützen mit dem Messer ausschalten und die Gegner nun von zwei Seiten beschießen.
 
Boden-Luft-GefechteNach einer gewaltigen Explosion geben unsere Kontrahenten Ruhe: Die Pilotin des Hubschraubers, der uns in die Freiheit bringen soll, hat ein paar Raketen in die feindliche Stellung gejagt. Unser Sichtfeld ist eine Zeit lang durch Staub
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und Rauch getrübt, am Rand befinden sich dunkle Schmutzpartikel, doch nach einer kurzen Weile sehen wir wieder klar: Aus drei Lastwagen klettern jede Menge weitere Gegner. Einmal mehr wird es Zeit für Unterstützung aus der Luft. Nachdem wir die Ziele markiert haben, zerlegt der Hubschrauber eins nach dem anderen.
 
Wir sprinten danach durch die Baustelle, vorbei an mächtigen Betonabwasserrohren, zwischen denen sich große Pfützen gebildet haben. Ein außen an der Hauswand angebrachter Bauaufzug soll uns aufs Dach bringen - doch wir haben die Rechnung ohne den feindlichen Helikopter gemacht, der seine Bordkanone auf uns richtet. Wir hechten uns in eins der Obergeschosse, ducken uns aus der Schusslinie und begeben uns zu Fuß aufs Dach. Dort müssen wir mitansehen, wie unser Weg in die Freiheit getroffen wird, mit einem Rotorblatt einen Schornstein streift und dann auf dem Boden zerschellt. Der lädierte Schornstein neigt sich, schlägt auf das Dach auf und setzt so eine Kettenreaktion in Gang, in deren Folge wir ohne Aufzug und Treppenhaus zurück ins Erdgeschoss kommen - in einem Mahlstrom aus Betonplatten, Moniereisen und sonstigen Bauzutaten.
Ab durch die Mitte: Unser Team muss einen Hubschrauber auf dem Dach einer dieser Rohbauten erreichen.
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