Sieben sind besser als einer

Assassin's Creed: Brotherhood Preview

Schon ein Jahr nach dem hochklassigen zweiten Teil erscheint die nächste Folge der Assassinen-Saga -- kann das denn gut gehen? Das kann und wird, ist unsere Prognose: Auf Grundlage der bestehenden Engine erweitert Brotherhood das AC2-Prinzip um Gefolgsleute und versetzt die Handlung in die bedeutendste Stadt des Abendlandes, Rom.
Jörg Langer 23. Juni 2010 - 11:32 — vor 8 Jahren aktualisiert
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Ezios erbitterter Kampf gegen den mächtigen Templer-Orden und die mit diesem verbündete, machtversessene Unsympathen-Familie Borgia geht bald weiter. Nur ein Jahr nach Assassin's Creed 2 (GG-Test: 9.5) erscheint bereits der Nachfolger? Nun ja, kein vollwertiger Nachfolger, eher eine Fortsetzung, die aber allein im Solomodus mindestens 15 Stunden Spielzeit bieten sowie mehrere Konzeptänderungen einführen möchte und oben drauf einen ausgefeilten Multiplayer-Modus setzt. Auch das ist schon erstaunlich viel Neues innerhalb von nur etwa einem Jahr Entwicklungszeit, aber es wirken auch diverse Ubisoft-Studios bei Assassin's Creed Brotherhood zusammen: Ubisoft Montreal macht, wie bei den beiden Vorgängern, die Hauptarbeit, Ubisoft Annecy (Nie gehört? Die Stadt konkurriert mit u.a. München um die Olympischen Winterspiele 2018) steuert den Multiplayer-Modus bei, Ubisoft Singapur ist für die Secret Missions verantwortlich, also die schwierigen Klettermissionen. Ubisoft Quebec schließlich hilft bei der Solokampagne mit und Ubisoft Bucharest trägt zum Multiplayer-Part und der PC-Implementierung bei.

Wir hatten Gelegenheit, uns Solo- und Multiplayermodus genau anzusehen und mit einem der verantwortlichen Designer zu reden, Jean-Francois "JF" Boivin, Associate Producer des Titels. Wer es noch nicht mitbekommen hat: Patrice Desilets, als Creative Director bislang maßgeblicher Kopf hinter der Assassin's Creed-Serie, hat vor kurzem die Firma mit unbestimmten Ziel verlassen. Vor so kurzem, dass in Ubisofts E3-Presseinformationen noch von ihm die Rede ist als demjenigen, der die Zügel in der Hand hält...

Der Papst lebt, Monteriggioni stirbt

Der Papst tut, was Cesare ihm sagt.
Der Prolog des Spiels beginnt 1499, also rund 20 Jahre nach den Geschehnissen in Assassin's Creed 2. Ezio Auditore da Firenze (den qua Rahmenhandlung immer noch ein gewisser Desmond in der Jetztzeit steuert) ist mittlerweile 40 Jahre alt und der Anführer der Assassinen Italiens -- in einer Zeit, als "Assassine" nicht einfach für "Meuchelmörder" stand, sondern für eine Geheimsekte, die besonders gekonnt... meuchelte. Als lebende Legende ist Ezio aber auch einer der Hauptfeinde der Templer, die sich nach ihren von ihm orchestrierten Niederlagen in Florenz und Venedig auf ihr wichtigstes Machtzentrum, Rom, konzentrieren.

Wie jeder weiß, der den Vorgänger kennt, hängen im Spiel die Templer eng mit der Familie der Borgia zusammen, selbst der Papst kommt aus diesem (auch historisch als intrigant und grausam bekannten) Geschlecht. Der Kommandant der päpstlichen Streitkrafte ist Cesare Borgia. Er ist auch der leitende Bösewicht von Brotherhood, denn er kontrolliert nicht nur die Armee, sondern auch seinen Vater -- und ist zu schlechter Letzt auch noch ein gefährlicher Einzelkämpfer. Während sich Ezio mit seinem Onkel Mario auf ihrem Familiensitz Monteriggioni, einem befestigten Städtchen nahe Florenz, befinden, bricht die Hölle los: Cesare steht mit einem ausgewachsenen Heer vor den Toren. Er will mit dem Angriff auf das Herz der italienischen Assassinen einen gescheiterten Attentatsversuch auf Papst Alexander VI, bürgerlich Roderic Llancol i de Borgia, rächen, der wenige Tage vorher stattfand. Damit haben die Mannen um Ezio erstaunlicherweise nicht gerechnet, und in den ersten Szenen des Spiels (sowie im bekannten E3-Trailer) geht es nun erst mal darum, den Fall des Städtchens hinauszuzögern, um möglichst viele Einwohner zu retten.

Die ersten Geschosse schlagen ins Dach unserer Villa ein. Wir springen als Ezio auf unser Pferd, das wir aber noch nicht frei steuern können -- nur Hindernissen ausweichen dürfen wir auf unserem vorgegebenen Teufelsritt zur Stadtmauer. Später soll sich das Pferd auch innerhalb Roms frei steuern lassen. Auf den Zinnen angekommen, setzen wir unsere moderne Artillerie (Kanonen) gegen die weniger modernen, aber dennoch enorm gefährlichen Katapulte und Belagerungstürme ein, die Cesare mitgebracht hat. Wir eilen von Stellung zu Stellung, und versuchen, mit gezielten Schüssen die Kampfmaschinen zumindest eine Weile aufzuhalten. Gewinnen lässt sich die Belagerungsschlacht freilich nicht: Irgendwann sind die Mauern erklommen, es kommt zum Nahkampf gegen die Angreifer. Schließlich muss Ezio fliehen -- dabei aber noch mitansehen, wie sein Onkel von Cesare feige niedergeschossen wird. Ein fulminanter Auftakt in jeder Beziehung, bevor dann das eigentliche Spiel 1503 in Rom beginnt.

Wenn wir nicht mehrere Belagerungstürme durch Kanonenschüsse ausschalten, verlieren wir die Startmission.

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