Attentäter im Vorruhestand?

Assassin’s Creed Revelations Preview

Zum mittlerweile vierten Mal schickt uns Ubisoft als Assassine auf die Dächer einer historischen Metropole. Zum letzten Mal treffen wir dabei Altaïr und einen ergrauten Ezio. Übertragen sich die Alterserscheinungen auch aufs Spielprinzip, oder klettern wir frisch wie eh und je durchs Konstantinopel des frühen 16. Jahrhunderts?
Alex Hassel 11. Oktober 2011 - 16:21 — vor 7 Jahren aktualisiert
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Männer im gesetzten Alter neigen häufig dazu, ihren beginnenden Lebensabend entspannt und um ihrer Gesundheit willen mit eher gemächlicheren Aktivitäten zu verbringen. Der eine fängt das Golfen an, der Aber natürlich gibt es auch Ausnahmen, sowie im neuesten Spiel von Ubisoft Assassin’s Creed Revelations. Denn obwohl der altbekannte Hauptdarsteller Ezio Auditore mittlerweile mehr als 50 Jahre auf dem Buckel hat, ist er noch weit davon entfernt die Doppelklingen gegen ein paar Golfschläger auszutauschen.

Eher das Gegenteil ist der Fall, denn Ezio erscheint mindestens genauso agil wie in den vorangegangenen Spielen. Optimale Voraussetzungen also für uns, bei unserem Besuch in Düsseldorf eine virtuelle Reise ins Konstantinopel des 16. Jahrhunderts zu beginnen.

Noch auf der Fahrt nach Konstantinopel macht Ezio zum ersten Mal die Bekanntschaft mit Prinz Süleyman (Oben). Der Assassine Yusuf Tazim führt euch in die Geheimnisse der exotischen Metropole ein (Unten).
Das Rom des OstensDas heutige Istanbul hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Zunächst von den Griechen gegründet, wurde die Stadt als Byzanz (und danach Konstantinopel) zur Hauptstadt Ostroms und später des Byzantinischen Reichs. Dann kamen die Osmanen und eroberten nach langen Kriegen und Belagerungen die Stadt. Etwa ein halbes Jahrhundert später spielt Assassin’s Creed Revelations, genauer in den Jahren 1511 und 1512. Es geht wieder um die in dieser Form völlig fiktive Auseinandersetzung zwischen Templern und Assassinen, die sich seit einer Rivalität zur Zeit der Kreuzzüge bis in die Gegenwart (wo die Rahmenhandlung spielt) gehalten hat.

Ezio, seinerseits Jahrgang 1459, hat sich natürlich nicht aus reiner Neugier in die Stadt am Bosporus verirrt. Vielmehr fahndet er nach Spuren seines Vorfahren Altaïr, Protagonist in Assassin’s Creed. Dieser hatte den Edenapfel, eine mächtige Geheimwaffe, an sich gerissen und an einem geheimen Ort versteckt. Zu Beginn von Revelations erkundet Ezio zunächst Masyaf, den einstigen Sitz der Assassinen. Dort findet er Altaïrs Bibliothek, welche mittlerweile von Templern bewacht wird. In einem Buch entdeckt Ezio schließlich den entscheidenden Hinweis: Um den Edenapfel zu erlangen, benötigt er fünf Schlüssel, die allesamt in Konstantinopel versteckt sind. Damit ist klar, wo ihn seine Reise hinführen wird -- und welche große, historisch bedeutende und im Spiel erstaunlich lebensnah simulierte Großstadt, nach Jerusalem, Venedig und Rom, dieses Mal Hauptschauplatz sein wird.

Nur der Geruch fehlt noch
Unsere rund dreistündige Antest-Session beginnt mit Ezios Ankunft in der exotischen Metropole, der Wegscheide zwischen Orient und Okzident. Von der ersten Minute an haben wir dabei wieder das Gefühl, in einer echten, lebenden und atmenden Stad
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t zu agieren. Anders als das antike Rom aus Brotherhood ist das Stadtbild in Revelations nicht von Kirchen und Tempel geprägt, sondern von zahlreichen Moscheen und Minaretten. Das erinnert im ersten Moment an das erste Spiel der Reihe, das ebenfalls Städten des Nahen Ostens spielte.

Der Unterschied zu Assassin's Creed 1 macht sich vor allem in den kleinen Details bemerkbar: An jeder Ecke und in jeder Gasse entdecken wir Händler, die die für diese Region typischen Gewürze verkaufen. Überall stehen kleine Gefäße, in denen Kräuter verbrennen, deren Rauch die Luft mit exotischen Gerüchen bereichert. Die Lebendigkeit in den Straßen ist enorm: Männer ziehen sich in schattige Ecken zurück und rauchen genüsslich an ihrer Wasserpfeife, Akrobaten vollführen ihre Kunststücke während daneben Feuerschlucker ihre gefährliche Kunst ausüben. In den engen Gassen gibt es Gedrängel aus Menschen, Fliegen schwirren durch die Luft, orientalische Klänge runden das Gesamtbild akustisch ab. Wie schon die bisherigen Teile stellt Relevations also wieder eine Art Zeitreise in eine ferne Epoche dar. Was aber ist mit spielerischen Neuerungen?
Ezio bei der Verfolgung eines byzantinischen Bootes. Klettern unter Zeitdruck gehört neben den Kämpfen mit dazu.

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