Das Mysterien-MMO

Angetestet: The Secret World Preview

Spielerische Freiheit – nichts geringeres hat sich Entwickler Funcom mit The Secret World auf die Fahne geschrieben. Unter anderem soll dieses Ziel mit Klassensystem-Verzicht, dynamischen Kämpfen und einer vielschichtigen Story erreicht werden. Wir haben das MMO angespielt.
Jonas Schramm 21. November 2011 - 16:59 — vor 7 Jahren aktualisiert
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Ende dieses Jahres erscheint Star Wars – The Old Republic, nächstes Jahr steht MMO-Fans unter anderem Guild Wars 2 ins Haus. Und der Zuspruch, den Blizzards World of Warcraft seit dem Start im Jahr 2004 erfährt, ist weiterhin nahezu ungebrochen. An hochkarätigen Online-Rollenspielen mangelt es also auch in nächster Zeit nicht. Nun will auch der norwegische Entwickler Funcom (Dreamfall, Age of Conan) in der Topliga mitspielen: The Secret World wurde bereits 2007 angekündigt, es versucht eine wirklich erfrischende Interpretation des bekannten MMO-Themas. Und: Es könnte schon Anfang 2012 erscheinen.

Drei Fraktionen, eine Bedrohung
In The Secret World verschlägt es euch weder in eine typische Fantasy- noch eine Science-Fiction-Umgebung. The Secret World spielt in der aktuellen, modernen Zeit, in der sich die Menschheit einer dunklen Bedrohung gegenüber sieht. Natürlich ist es eure Aufgabe, als Spieler die Welt vor dem Untergang zu retten. Wobei eure übermenschlichen Kräfte durchaus nützlich sein können! Die Entwickler ziehen ihre Inspirationen für die Handlung aber nicht nur aus aktuellen Geschehnissen, sondern vermischen diese mit antiken Mythen, typischen Verschwörungstheorien und Themen aus der Popkultur. Die daraus entstehende Spielwelt kombiniert munter Vampire, Mumien und Zombies mit Zaubersprüchen und modernen Waffen.
In The Secret World verpassen die Entwickler antiken Mythen einen aktuellen Touch. Vampire sind beispielsweise verhüllt, um sich vor dem Sonnenlicht zu schützen.
Das heißt nicht, dass Funcom keine eigenen Ideen einbrächte: Vampire beispielsweise verhüllen ihren ganzen Körper, damit sie auch am Tage ihr Unwesen treiben können. Zudem besitzen sie so etwas wie Strohhalme, mit denen sie ihren Opfern effizienter das Blut entnehmen als mit der herkömmlichen Beißerchen-Methode.

Drei Fraktionen stehen zur Wahl: Dragon, Illuminati und Templars. Die Dragon sind in Seoul beheimatet und wollen durch Manipulationen und Verschwörungen ihre Interessen durchsetzen. Die Illuminati haben ihren Sitz in New York, pflegen einen Rockstar-Lifestyle und wollen eine neue Weltordnung herstellen. Das Ziel der in London stationierten Templars ist es, jegliche Form des Bösen auszurotten – koste es, was es wolle. Aufgrund der unterschiedlichen Ideologien der drei Fraktionen kommt es im Laufe der Geschichte immer wieder zu Konflikten zwischen den Parteien. Im Kampf gegen das Böse müssen sie aber zusammenarbeiten, was zu einer interessanten Dynamik in der Story führen könnte. Hinzu kommt, dass ihr die Missionen je nach gewählter Fraktion auch aus einem etwas anderen Blickwinkel erleben sollt. Das aber konnten wir in unserer mehrstündigen Anspielsession bei Electronic Arts in Köln noch nicht ausprobieren. Bei unserem Termin standen nur die Templars als Fraktion zur Verfügung. Auch die Charaktererstellung fiel in dieser Version weg, uns standen nur ein paar vorgefertigte Charaktere zur Wahl. Wir entschieden uns für einen auf cool gebürsteten Japaner mit langem grünen Mantel.
London ist einer der sozialen Treffpunkte des Spiels. Hier könnt ihr euch mit anderen Spielern vergnügen.

Von London nach Tokio
Das Intro beginnt in der Wohnung unseres Charakters. Es ist Nacht, eine Art Biene fliegt ins Zimmer, wir verschlucken sie – wodurch übernatürliche Kräfte in uns geweckt werden. Mit der Zeit lernen wir diese dann immer besser zu kontrollieren, bis ein paar Wochen später ein Anhänger unserer Fraktion vor der Tür steht und uns für den Kampf gegen die dunklen Mächte rekrutiert.

Da die Templar ihren Sitz in London haben, ist das auch das erste Gebiet, das wir erkunden können. Die Hauptstadt Englands dient also als sozialer Treffpunkt aller Fraktionen, in dem wir mit andern Spielern tanzen, trinken oder einfach reden können. Pflichtbewusst, wie wir nun mal sind, statteten wir jedoch sofort dem Trainingsraum einen Besuch ab, um die verschiedensten Waffen auszuprobieren, darunter Samurai-Schwerter, Gewehre und Zaubersprüche. Habt ihr euch für einen Stil entschieden, werdet ihr drei Wochen in die Vergangenheit auf eure erste Mission geschickt, die in der U-Bahn von Tokyo stattfindet. Dort geht ihr auch zum ersten Mal mit den Mächten der Dunkelheit auf Tuchfühlung. Die Mission dient einerseits als Story-Einleitung und anderseits als Tutorial. Erfreulicherweise wirft das Spiel uns und unseren Teamkameraden gleich einige schwere Brocken entgegen.

Kingsmouth: Küstenstadt mit Zombieplage
Im Trainigsraum dürft ihr euch schon gleich zu Beginn mit den verschiedenen Waffen des Spiels vertraut machen.
Den Großteil unserer Antestzeit mit The Secret World verbringen wir aber in Kingsmouth Town. Diese Küstenkleinstadt hat nicht nur mit einer Zombieplage zu kämpfen, sondern auch mit Seeungeheuern. Unsere Aufgabe ist es natürlich herauszufinden, was es mit diesen Gestalten auf sich hat, und warum sie es gerade auf Kingsmouth abgesehen haben. Dazu reden wir mit den wenigen Überlebenden der Angriffe und lösen die ein oder andere Quest für sie. Die Entwickler von The Secret World legen nicht nur einen hohen Wert auf die Story, sondern auch auf eine cineastische Inszenierung. So werden alle Missionen von einer hübschen, vertonten Zwischensequenz eingeleitet, in denen unser Charakter aber nie spricht. Im fertigen Spiel soll es noch ein simples Dialogsystem ohne echte Entscheidungen geben.
 
Die Missionen reichen von typischer MMO-Standardware bis zu komplexeren Aufgaben samt Rätseleinlagen. Die Quests bestehen allesamt aus mehreren Phasen, so verschlägt es uns am Anfang einer 08/15-Mission ans Nordende des provisorisch errichteten Stützpunktes der Überlebenden, wo wir alle Zombies töten. Danach begeben wir uns in den Osten, wo wir wieder alle Zombies töten, und so weiter. Zu guter Letzt beschützen wir den Unterschlupf noch vor einen anrückenden Draug Boss, dessen Design, wie auch das anderer Gegnertypen, gut gelungen ist. Es handelt sich dabei nämlich um eine übergroße Krabbe, die auf zwei Beinen läuft und zwei riesige Scheren als Arme besitzt. Komplexer fällt da schon ein Auftrag einer gewissen Helen Bannerman aus, für die wir ein paar Überwachungskameras besorgen sollen. Schnell stell
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t sich heraus, dass im Keller des Museums noch ein paar zu finden sein sollten. Doch der Raum wird durch mehrere Sicherheitssysteme geschützt; unter anderem müssen wir nun Laserfallen ausweichen und uns von Kameras fern halten.

Damit The Secret World seine volle Story-Wirkung entfalten kann und nicht in die MMO-typische "Zig Quests abgreifen und Zielmarker ablaufen"-Falle gerät, dürfen wir immer nur einer Hauptquest und einer Nebenaufgabe gleichzeitig nachgehen. Da es unsere Hauptaufgabe ist, die Geschehnisse in Kingsmouth Town zu untersuchen, können wir also immer nur einer Mission folgen. Sollten wir in einer Quest mal nicht weiter kommen, können wir diese auch pausieren und eine andere Aufgabe annehmen, was jedoch mit viel Herumgelaufe verbunden ist. Die Handlung wird aber nicht nur durch Haupt- und Nebenaufgaben weitergeführt: Auch gefundene Bücher sowie Kämpfe liefern viele Hintergrundinfos. Durch die Kämpfe erforschen wir automatisch die unterschiedlichen Fähigkeiten unseres Gegenübers. Sind unsere Nachforschungen abgeschlossen, schicken wir einen Bericht an unser Hauptquartier, das uns im Gegenzug auch ein paar neue Story-Infos zukommen lässt.
In der kleinen Küstenstadt Kingsmouth Town verbrachten wir den Großteil unserer Anspiel-Session. Unter anderem mussten wir uns dort mit Zombies und Seeungeheuern herumschlagen.

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