Mehr als nur High-Level-Content

Age of Conan: Rise of the Godslayer Preview

Von links nach rechts seht ihr die Gebiete Chosain, Karakorum und die Northern Grasslands.

Abwechslungsreiche Dungeons

Rise of the Godslayer wird mehrere neue Dungeons beziehungsweise Instanzen mit sich bringen, zwei davon konnten wir bereits begutachten: The Celestial Necropolis und Pillars of Heaven. In ersterem werdet ihr vor allem auf Rätsel stoßen, bevor ihr auf den Endgegner trefft. So gilt es Schalterrätsel, bei denen sich eure Gruppe, ähnlich wie in Dragon Age Origins, absprechen muss, wo wer zu stehen hat. Erst mit der richtigen Kombination wird es möglich sein, etwa einen Abgrund zu überwinden.

In Pillars of Heaven (ein "Dungeon", der sich größtenteils unter freiem Himmel befindet) müsst ihr stark auf die Umgebung achten und beispielsweise fleißig Deckung suchen, um einem Pfeilhageln auszuweichen. Besonders gelungen fanden wir den Bosskampf, der das Emote-System von Age of Conan voll ausnutzt: Der Boss sitzt auf einer schwebenden Plattform und macht Gesten. Diese könnt ihr aber nicht sehen und müsst sie durch Ausprobieren erraten. Ratet ihr richtig, baut sich ein Teil einer Säule auf. Dies geht dann so weiter, bis die Säule zur Plattform steht, ihr hochklettern und den Boss angreifen könnt. Nach einer gewissen Zeit wirft dieser alle wieder auf den Boden zurück ("Knockback") -- und das Spiel wiederholt sich.

Die Khitaner sind das neues spielbare Volk in Rise of the Godslayer -- für jene, die komplett von vorn beginnen wollen.

Die Kithaner: neues spielbares Volk

Passend zum neuen Land Khitai werden euch die Khitaner als neues Volk bei der Charaktererstellung zur Auswahl stehen. Dieses asiatisch angehauchte Volk setzt auf ebensolche Kampfkünste; für deren Animationen hat sich der Entwickler Funcom extra Hilfe aus dem asiatischen Raum geholt. Sämtliche Bewegungen wurden mittels Motion Capturing aufgezeichnet, um möglichst realistische Kampfanimationen darzustellen -- kurzum: die Kithaner sollen den bekannten Völkern in nichts nachstehen, und neuen Flair ins Spiel bringen.

Falls ihr für das Addon einen neuen Charakter erstellt und euch dann für die Khitaner entscheidet, gelangt ihr im Land Khitai in Gebiete, die für euren Einstiegslevel geeignet sind. Auf diese Art bekommt ihr relativ schnell im Spiel neuen Content sehen, auch wenn ihr mit einem neuen Charakter anfangt. So liebevoll designt und mit Sprachausgabe versehen wie die Anfangsinsel im Hauptprogramm werden wir aber wohl nicht bedient werden -- was vermutlich auch gar nicht nötig ist: Die meisten Spieler des Addons dürften Age of Conan bereits kennen.

Aber was, wenn ihr euren alten AoC-Recken weiterspielen wollt, um alsbald in den Genuss des alternativen Talentbaums zu kommen? Dann könnt ihr diesen nach Installation von Rise of the Godslayer anpassen. Gefällt euch eine Frisur oder Tätowierung nicht mehr? Dann muss halt eine neue her! Etwas schade ist allerdings, dass gravierendere Änderungen -- etwa am Körperbau oder an der Größe -- nicht möglich sein werden. Das ist zwar realistisch, allerdings bleibt euer Charakter somit dann eben doch ein Altbekannter, was in Sachen Motivation seine Vor- und Nachteile hat.

Unser kampfstarker Begleiter (hier ein Wolf) wurde von uns auf Dauer zum Reittier "degradiert".

Fazit: Positive Überraschung

Insgesamt waren wir positiv überrascht von Age of Conan: Rise of the Godslayer. Anscheinend haben sich die Entwickler die Kritik der Fans zu Herzen genommen und zusätzlich zu den Content Patches der vergangenen Monate viele Details nachgebessert: Die Welt wirkt aufgrund der Zufallskämpfe der Reisen und durch die optische Andeutung der Nachbarregionen wesentlich authentischer. Die neuen Regionen und Fraktionen laden zum Erkunden ein. Dank des alternativen Aufstiegssystems gibt es auch für Veteranen wieder neue Herausforderungen -- und die Khitanern bringen mehr Vielfalt in die Charaktererstellung und auch für gestandene Recken das "Ich bin hier fremd"- beziehungsweise "Wo kommt die denn her"-Gefühl.

Das Addon soll bereits im Mai erscheinen. Wir betrachten den Termin allerdings mit Skepsis: Wir haben die hier beschriebene Version, wie oben erwähnt, auf der RPC angeschaut, und noch keine Version in der Redaktion. Auch der neue Skilltree war in Köln noch nicht ganz fertig. Wir hoffen, dass Funcom eher den Termin noch verschiebt, als ein nicht weitestgehend fehlerfreies Addon herauszubringen. Denn letzteres wäre angesichts der Vorgeschichte die falsche Botschaft an diejenigen AoC-Spieler, die immer noch oder durch das Addon vielleicht wieder durch Hyboria reisen wollen.

Autor: Sebastian Schäfer / Redaktion: Carsten Justenhoven (GamersGlobal)

Vorläufiges Pro & Contra Zahlreiche neue Regionen und Fraktionen
Weitere Dungeons und Instanzen
Interessante Quests und Bosskämpfe
Alternatives Aufstiegssystem ab Level 80
Ein weiteres spielbares Volk, zwölf neue Fraktionen
Kaum grafische Änderungen
Keine vollständige Charakter-Umgestaltung möglich
Aktueller Zustand: Weit fortgeschrittene Betaversion
Wir wünschen uns: Inhaltlich scheint Rise of the Godslayer typische Addon-Kost zu werden: Mehr Levels, neue Fraktionen, frische Quests. Vor allem Letztere überzeugten uns dank ihrer abwechslungsreichen Gestaltung. Wir hoffen allerdings, dass dem Addon ein Bugdesaster wie beim Erscheinen des Hauptprogramms erspart bleibt. Dann allerdings könnte Age of Conan mit dieser inhaltlich gelungenen Erweiterung viele Fans zurückgewinnen.

GG-Redaktion 20. April 2010 - 22:31 — vor 6 Jahren aktualisiert
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