Sébastien Loeb Rally EVO Test+

Unterhaltsamer Rallye-Racer

Benjamin Braun / 29. Januar 2016 - 17:42 — vor 26 Wochen aktualisiert
Premium-Streams: 1080p (mp4, 800 MB)
Steckbrief
PCPS4Xbox One
Sport
Rennspiel
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3
Milestone
Bandai Namco
29.01.2016
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Amazon (€): 6,37 (PC), 15,40 (Playstation 4), 17,00 (Xbox One)
Er ist der vielleicht beste Rallye-Fahrer aller Zeiten. Nun hat Sébastien Loeb sein eigenes Spiel, mit dem Ex-WRC-Entwickler Milestone zeigt, wie man die Faszination des Motorsports erfolgreich in ein interaktives Erlebnis umwandelt. Warum das so ist, schildern wir euch anhand unserer Erfahrungen auf der PlayStation 4.
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Alle Screenshots stammen von GamersGlobal

Wer sich die Übertragung einer Rallye-Etappe im TV anschaut, kommt schnell ins Staunen. Wie die Piloten über einen schneebedeckten, sandigen oder nicht gerade bodenhaftungsfördernden matschigen Untergrund rasen und in einem Affenzahn durch Haarnadelkurven driften, wirkt noch anspruchsvoller als das, was in der Motorsport-Königsklasse Formel 1 geleistet wird. Einer der besten Rallye-Fahrer aller Zeiten ist ein Franzose, der nun mit Sébastien Loeb Rally EVO sein eigenes Spiel bekommt.

Entwickelt wird es vom italienischen Rennspiel-Experten Milestone, der über viele Jahre hinweg die WRC-Reihe betreute. Ein gutes Rallye-Spiel kann man eigentlich immer gebrauchen, doch die Konkurrenz ist groß: Ende letztes Jahr erschienen WRC 5 und Codemasters' Dirt Rally, das in wenigen Wochen auch für Xbox One und PlayStation 4 in den Handel kommen soll. Eins steht nach unserem Test von Sébastien Loeb Rally EVO auf PS4 fest: Mit tollem Geschwindigkeitsgefühl und authentischen Strecken muss sich der Milestone-Titel vor den Mitbewerbern keinesfalls verstecken.


Komplexes Fahrmodell

Die Außenansicht ist der Standard, die Cockpitansicht jedoch viel besser.
Das Kernstück von Sébastien Loeb Rally EVO bilden selbstredend die klassischen Rallyes und Einzeletappen. Die führen uns auf staubige Pisten in Mexiko und Australien, in die verschneiten Landschaften von Schweden und Finnland oder auch auf die mal mehr, mal weniger befestigten Straßen in Wales, Italien und Frankreich. Viel ist abseits der Strecken abgesehen von Bäumen und Bergen im Hintergrund nicht los, aber im Zentrum des Geschehens stehen ohnehin die diversen Rallye-Fahrzeuge aus den 70er Jahren bis hin zur Gegenwart. Die in Klassen unterteilten Fahrzeuge steuern sich allesamt unterschiedlich, Leistung, Gewicht, Schwerpunktverlagerung, das alles fordert uns immer wieder neu und anders, selbst wenn wir eine Etappe zum zehnten Mal in der umfangreichen Karriere bewältigen müssen. Der Untergrund wirkt sich massiv auf die Länge des Bremswegs aus, bricht das Heck des Fahrzeugs aus, ist es nicht mehr ohne die (abschaltbare) Rückspulfunktion zu retten.

Völlig auf Simulation getrimmt ist das Fahrmodell allerdings nicht, auch wenn sich die zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten für Bremsen, Getriebe, Vorder- oder Hinterachse spürbar aufs Fahrverhalten auswirken. Etwas zu häufig reicht es in Kurven kurz vom Gas zu gehen, um ohne einen Baum zu küssen hindurchzufahren. Das gilt selbst für die Profi-Einstellungen beim Handling, ausschließlich Simulationsfreaks ansprechen, möchte Milestone mit seinem Rallye-Spiel offenkundig nicht, verkommt aber auch nicht zum reinen Arcade-Racer. Wie hoch der Realismus-Grad ist, merkt man vor allem beim Durchfahren von Senken und Sprüngen über Kuppen, egal ob mit Ford Cosworth oder einem Citroën DS3 WRC. Einsteiger oder Spieler, die sich ein wenig unter die Arme greifen lassen möchten, können auf Wunsch auch übliche Hilfsfunktionen wie Ideallinie, Brems- oder Lenkhilfe aktivieren.

Großartiges Geschwindigkeitsgefühl

Das Geschwindigkeitsgefühl ist sehr gut, wenn ihr auf das Cockpit umschaltet.
Die Faszination Rallye fängt Sébastien Loeb Rally EVO neben den Strecken besonders beim Geschwindigkeitsgefühl ein. Jede Kurve, völlig gleich, ob sie besonders eng ist oder uns mit ihrer schlechten Einsehbarkeit zum Blindflug zwingt, gibt uns einen kleinen Adrenalin-Kick. Klar stellt sich (rein auf die Eingabe bezogen) durch die Informationen des Beifahrers eine gewisse Routine beim Absolvieren der Strecke ein, aber dennoch brettern wir wie im Rausch über den holprigen Bodenbelag.

Diese Klasse beim Geschwindigkeitsgefühl sowie die Vermittlung der Enge der Strecken gelingt Sébastien Loeb Rally EVO aber nur aus der Cockpit-Ansicht erstklassig. In der Standard-Verfolgeransicht wirkt das Geschehen nicht ansatzweise so schnell. Das mitunter seltsam herumwabernde Heck drückt zusätzlich auf die Authentizität. Spielbar ist der Titel aber dennoch aus allen verfügbaren Ansichten. Wer ihn wie eine Rennsimulation erleben möchte, kommt jedoch nicht umhin, aus der detailliert nachgestalteten Cockpit-Perspektive zu fahren.

Abwechslungsreiche Spielmodi

Neben Rallyes und Einzeletappen erwarten euch auch Rallyecross-Rennen.
Neben einem Mehrspieler-Modus samt auch komplett privat nutzbarem Lobbysystem bietet Sébastien Loeb Rally EVO noch den Schnellmodus, die Karriere sowie die sogenannte Loeb Experience. Die Karriere bietet unzählige vorgefertigte Events, bei denen ihr selbst aus den jeweiligen Leistungsklassen (oder auch beschränkt aus Fahrzeugen aus den 70er, 80er oder 90er Jahren) auswählt. Die müsst ihr allerdings mit Ingame-Credits erwerben, könnt sie alternativ aber gegen einen deutlich kleineren Obolus für einzelne Veranstaltungen anmieten.

Mit jedem erfolgreich absolvierten Rennen, wobei ihr nur selten den ersten Platz erreichen müsst, sammelt ihr Rufpunkte, um auf der Weltrangliste aufzusteigen. Je höher ihr kommt, umso mehr "Loeb-Events" stehen euch zur Verfügung. Der einzige Unterschied zu den anderen Events besteht hier darin, dass ihr sie zwingend gewinnen müsst und auf ein bestimmtes, stets gestelltes Fahrzeug, begrenzt seid. Auf Platz 1 der Weltrangliste zu gelangen, ist recht zeitintensiv. Ihr müsst aber kein stumpfes Erfahrungspunkte-Grinding befürchten wie bei Forza.

Komplett offen stehen euch von Beginn an die Events des Modus "Loeb Experience". Hierbei bewältigt ihr entsprechend Veranstaltungen aus der langjährigen Karriere des Rallye-Fahrers, beginnend Ende der 80er bis in die Gegenwart. Das macht gerade aufgrund der vielfältigen, wenn auch Citroën-lastigen PS-Boliden auch auf Dauer Laune. Zu guter Letzt gibt es noch den Schnellmodus, in dem ihr ein- bis mehrtägige Rallys, Einzeletappen sowie alle übrigen Event-Kategorien frei anwählt, die Sébastien Loeb zu bieten hat. Dort könnt ihr, wie oft auch in der Karriere, die Tageszeit selbst wählen und die Etappen bei Nacht angehen, um Reiz und Anspruch zu erhöhen.
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Die "Loeb Events" in der Karriere mit Etappen wie dieser nahe Sanremo müsst ihr mittels gesammelter Rufpunkte zunächst freischalten. Die Veranstaltungen im Modus "Loeb Experience", mit Events aus der Karriere des Rennfahrers, stehen euch sofort offen.
Benjamin Braun Redakteur - 282151 - 29. Januar 2016 - 14:39 #

Viel Spaß beim Lesen und Anschauen!

Hendrik -ZG- 25 Platin-Gamer - P - 61423 - 29. Januar 2016 - 17:59 #

Also ich hab grad mal die Steam Demo gespielt und fand das Game nicht gerade prickelnd.
Da ist Dirt Rally in allen Belangen ganz weit weg.

Wunderheiler 19 Megatalent - 19009 - 29. Januar 2016 - 19:17 #

Fand ich ähnlich, die Demo war imho doch sehr mäßig...

Maulwurfn Community-Moderator - P - 13880 - 29. Januar 2016 - 18:02 #

Gut, da steht vielleicht, Walter Röhrl ist der Beste!

Green Yoshi 20 Gold-Gamer - 23274 - 29. Januar 2016 - 19:23 #

Fand die Grafik der PS4-Demo erschreckend schwach. Da sieht Dirt 2 auf meiner 360 besser aus. Aber solange die inneren Werte stimmen.

mrkhfloppy 21 Motivator - P - 30797 - 29. Januar 2016 - 19:24 #

Ein schöner Test, denke ich bin gut versorgt mit Infos bzw weiß, dass ich auf Dirt warten werde. Das Setup-Menü des Fahrzeugs ist etwas sehr puristisch geraten finde ich. Ich mag es, wenn es Feedback-Grafiken gibt. Witzig war die Stelle im Video, als der "üppige" Fuhrpark erwähnt und vier kaufbare Autos zu sehen waren :) Über etwas mehr Außenkameraanteil würde ich mich freuen, aber ich bin mir der Minderheitenrolle bewußt.

Green Yoshi 20 Gold-Gamer - 23274 - 29. Januar 2016 - 19:28 #

Kann mit der Perspektive auch nix anfangen. Arcade-Racer wie Ridge Racer und Burnout spiel ich aus der Stoßstangen-Ansicht, simulationslastigere Titel wie Forza, Dirt und Grid aus der Außenperspektive.

Hyperbolic 15 Kenner - P - 3930 - 29. Januar 2016 - 20:56 #

Spiele auch lieber in der Aussenansicht. Innenansicht ist doch meistens zu unübersichtlich. In Realität sieht man halt doch mehr wenn man in einem Auto sitzt.

BruderSamedi 16 Übertalent - P - 4666 - 29. Januar 2016 - 19:30 #

Zum Testvideo: Irgendwie fehlte mir da der Spielsound bzw. war im Verhältnis zum Sprecher viel zu leise. Während gesprochen wird, ist da ja ok, aber in den Sprechpausen hätte ich mir deutlich lauteren Spielsound gewünscht - schließlich ist das auch einer der Vorteile von Videos gegenüber rein geschriebenen Tests, dass man sich vom Sound einen Eindruck verschaffen kann.

Makariel 19 Megatalent - P - 13452 - 29. Januar 2016 - 19:56 #

Schaut schon schräg aus wie die Hand da durch den Schaltknüppel greift, welcher sich nicht bewegen will... ein Schelm wer denkt das sie das noch schnell rausklopfen wollten bevor Dirt Rally auf Konsolen kommt ;-)

zynic 10 Kommunikator - 395 - 29. Januar 2016 - 20:45 #

Also nach Richard Burns Rally gab es sowieso kein gutes Rally-spiel mehr.

mrkhfloppy 21 Motivator - P - 30797 - 29. Januar 2016 - 21:15 #

Gott, ich erinnere mich. Ich habe keine 50 Meter geradeaus geschafft, ohne das Auto an einen Baum oder Busch anzulehnen. Ich habe das Spiel dann aufgegeben. Ähnlich erging es mir in GP Legends. Das war mir einfach zu viel des Guten.

Makariel 19 Megatalent - P - 13452 - 29. Januar 2016 - 21:28 #

Doch, Dirt Rally :)

niro705426 (unregistriert) 30. Januar 2016 - 16:17 #

Ich hab's gekauft, und nach drei Stunden weiterverkauft! Eine absolute Enttäuschung! Null Gefühl fürs Auto, was ja beim fahren mit 160 durch den Wald helfen würde....
Milestone wird's nicht mehr schaffen glaub ich!!!
Absolute Kaufwarnung!!!!!!!

SiriusAntares 09 Triple-Talent - P - 259 - 29. Januar 2016 - 21:29 #

In der Vorschau von 4players ist davon die Rede, dass sich die Framerate auf der Xbox One (auch mit Day One Patch) spürbar negativ auf die Spielbarkeit auswirkt - auf einer Etappe soll sie sogar an der Grenze zur Unspielbarkeit sein.

iUser -ZG- 25 Platin-Gamer - P - 62922 - 30. Januar 2016 - 10:18 #

Mir ist aufgefallen, dass die Darstellung im Rückspiegel furchtbar ruckelig und detailarm ist.

Desotho 15 Kenner - P - 3198 - 30. Januar 2016 - 13:09 #

Im Games Aktuell Podcast wurde das Spiel ziemlich gedisst, vor allem wegen des arcadigen Fahrmodells (was ja hier auch erwähnt wurde) und fehlendem Feedback beim Fahren.

Spiritogre 18 Doppel-Voter - 11042 - 31. Januar 2016 - 18:49 #

Und auch wegen der miesen Grafik. Dort war klar der Tenor, man soll auf das kommende Dirt warten, das viel besser wird.

Von daher bin ich ob der Wertung hier durchaus ziemlich überrascht.

niro705426 (unregistriert) 30. Januar 2016 - 16:12 #

Wie viel hat Milestone für diesen Test bezahlt?
Das Fahrgefühl, das Herzstück eines jeden Rallye Spiels, ist absolut miserabel!!!
Es vermittelt keinerlei Gefühl fürs Auto! Sehr ärgerlich!!!!!
Die Grafik erinnert, teilweise, an PS 2 Zeiten!!!! Vor allem die Umgebung!

Ich spiele seit über 10 Jahren Rallye Games, aber ich hatte noch nie sowenig Spaß mit einem wie mit Sebastien Loeb Rally Evo! Es vermittelt einem keinerlei "Gefühl" fürs Auto!

Ich hatte sogar mehr Spaß mit "WRC 4", was umso ärgerlicher ist, da Milestone es da schaffte ein Gefühl für die Fahrphysik zu vermitteln.

Und Simulation ist es schon gar keine! Es als solches zu bezeichnen wäre eine Beleidigung für Richard Burns! Gott hab Ihn selig!
Ich kann diese Ausreden, dass Milestone kein Geld hat, schon nicht mehr hören! Ich musste trotzdem 59,90 für diesen Mist bezahlen!

Milestone! Make Handy Games or Farming Simulators! Das Richtige Fahrverhalten für den Traktor vom Bauern habt ihr ja schon!!!!

Als seriöse Spieleseite würde ich eine Kaufwarnung aussprechen wie es mehrerer Seiten zu Recht für WRC5 getan haben!

Jörg Langer Chefredakteur - P - 324149 - 5. Februar 2016 - 19:10 #

Milestone hat nichts für diesen Test bezahlt. Aber wieviel hat die Vereinigung internationaler Trolle für deinen Comment bezahlt?

Noch zwei Hinweise: Exorbitante Ausrufezeichen-Verwendung lässt zumindest in gesitteten Communities eher Zweifel an deinen Argumenten entstehen, statt sie, wie du vermutlich glaubst, zu unterstützen. Schließlich muss ich dir noch sagen, dass seriöse Spielewebsites sich nicht nach rumkrakeelenden Usern richten, sondern nach dem eigenen Spielerlebnis.

Janosch 21 Motivator - P - 26109 - 7. Februar 2016 - 13:03 #

Ich zittere vor dem Tag, an dem mich Jörg Langer zu Räson ruft... Sehr beeindruckend.

Hendrik -ZG- 25 Platin-Gamer - P - 61423 - 5. Februar 2016 - 19:17 #

Wenn du schon trollst, dann wenigestens mit Fakten. WRC 5 ist nicht mehr von Milestone, sondern von Kyloton, die bisher nur Sachen wie Truck Racer und Motocycle Club verbrochen haben.
Im übrigen hat dich doch niemand gezwungen dein Geld auszugeben. Auf den Konsolen ebenso wie am PC gibt es eine Demo !

Scando 22 AAA-Gamer - P - 31267 - 30. Januar 2016 - 17:56 #

Hört sich jetzt nicht sooo schlecht an. Ich denke, irgendwann wenn ich Dirt mal leid bin, werde ich dem Spiel eine Chance geben.

Maverick 30 Pro-Gamer - - 167082 - 30. Januar 2016 - 21:58 #

Danke für den Test, würde auf der XBox One gerne mal probespielen, um mir vom Handling und von der Performance selbst ein Bild zu machen.

mrkhfloppy 21 Motivator - P - 30797 - 30. Januar 2016 - 22:21 #

Es gibt eine Demo zum Spiel.

Maverick 30 Pro-Gamer - - 167082 - 31. Januar 2016 - 17:08 #

Tatsächlich, die hatte ich auf der Shop-Seite völlig übersehen, weil die nicht auf den ersten Blick gelistet wird. Danke für den Hinweis. :)

fellsocke 16 Übertalent - P - 5167 - 2. Februar 2016 - 19:56 #

Gut, dass ich das hier gelesen habe. Gleich mal in die Warteschlange gepackt.

So, Demo gespielt. Optisch okay, aber das Fahrmodell gefällt mir nicht, fühlt sich irgendwie schwammig an. Ich warte lieber auf Dirt.

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