Einfach nur spielen

Über einen Allzeit-Favoriten einer Spiele-Sammlung

ChrisL 21. November 2011 - 22:21 — vor 5 Jahren zuletzt aktualisiert
Jeder von uns besitzt Spiele, die ihn stundenlang am Stück oder über Wochen und Monate hinweg fesseln können. In den letzten Jahren wurden nur wenige solcher Titel veröffentlicht – immer öfter verderben vielen von uns Dinge wie Onlinezwang, DLCs und ähnliches den Spaß an unserem Hobby. Zeit, an ein ganz besonderes Spiel zu erinnern.
Jedes mal aufs Neue werden kommende Computer- und Videospiele angekündigt, mit deren Marketingmaßnahmen interessierten Spielern das „Blaue vom Himmel“ versprochen wird. So wird beispielsweise auf revolutionäres Gameplay, auf grandiose Hintergrundgeschichten oder eine noch nie dagewesene Qualität der Grafik hingewiesen. Kurz formuliert: Es werden gänzlich neue Spielerfahrungen angepriesen. Die Wirklichkeit sieht jedoch oft völlig anders aus, was in der Folge innerhalb der Spieler-Community verständlicherweise für Frustration und Enttäuschung sorgt. Viele relativ „neue“ Ärgernisse, wie unter anderem kostenpflichtige Download-Inhalte, fragwürdige Endbenutzerlizenzen oder permanente Onlineverbindungen, verderben darüber hinaus den Spaß am Spielen.

Der hier vorgestellte Titel konnte mich von Beginn an begeistern, auch wenn ich bei weitem nicht alles ausprobiert habe und es noch fast unzählig viel zu entdecken gibt. Auch heute noch, nachdem es immer wieder mal zu monate- oder gar jahrelangen Pausen kommt, versinke ich innerhalb weniger Gefechte in das Gameplay und die Faszination, die dieses Spiel ausübt. Zwar erschien die allererste Version auf nur einer einzigen Plattform, dem weltweiten und über eine lange Zeit andauernden Erfolg tat diese Entscheidung jedoch keinen Abbruch.

Faszinierendes Gameplay, herausragender Mehrspieler-Modus

Das Gameplay des Titels mit einfachen Worten zu beschreiben, ist eigentlich kaum möglich, da den Usern enorm viel Raum für spielerische Freiheiten und Kreativität gelassen wird. Es bleibt beispielsweise völlig euch selbst überlassen, auf welche Weise ihr beginnt und wie ihr den voranschreitenden Spielverlauf gestaltet. Natürlich gibt es wie in jedem Spiel Regeln zu beachten. Das Besondere ist jedoch, dass diese einerseits recht einfach zu verstehen sind, andererseits jedoch zur kaum vorhersehbaren Handlung ebenfalls einen wichtigen Beitrag leisten.

Spannung und taktisches Vorgehen bis in die letzten Spielminuten.
Es steht euch zum Beispiel trotz Regelwerk frei, wie ihr einen Angriff plant und umsetzt oder mit welchen Mitteln ihr euch gegen euren Widersacher zur Wehr setzt oder dessen Einheiten zur Strecke bringt. Bis in die letzten Minuten des Spiels kann diese Faszination bestehen bleiben, da sich immer wieder neue Möglichkeiten ergeben können. Ich muss schon sehr lange überlegen, bis mir ein Spiel einfällt, das ein vergleichbares System für strategisches Vorgehen und eine derart taktische Tiefe bietet und es den Spielern darüber hinaus erlaubt, auf vielen verschiedenen Wegen zum Erfolg zu gelangen. Auch Schlauchlevels oder unfaire Situationen existieren nicht, was natürlich ebenfalls zum Spielspaß beiträgt.

Ganz besonders hervorgehoben werden muss der Mehrspieler-Modus, der in der ursprünglichen Version spannende Spielstunden gegen einen menschlichen Spieler ermöglicht und eigentlich das Herz des Titels darstellt, da vieles auf dieser Spiel-Variante aufbaut. Man muss sich nur darauf einlassen, was in unserer hektischen Zeit hin und wieder schwierig ist. In später veröffentlichten Fassungen konnte man auch gegen künstliche Gegner mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden antreten, der Spaßfaktor hielt sich jedoch für viele in Grenzen und wurde daher oft nur als Training genutzt.

Grafik und Sound – eher unbedeutend

Über die grafische Darstellung und die Soundeffekte herrschen geteilte Auffassungen. Einige sind der Meinung, dass die Grafik zu alltäglich und der Sound etwas langweilig ist. Andere wiederum haben eine völlig andere Ansicht und finden beide Bereiche von außerordentlicher Qualität – so unterschiedlich können Betrachtungsweisen sein; zumindest in dieser Hinsicht gibt es keine Abweichung zu aktuellen Spielen. Gerade im Zusammenhang mit der Grafik könnte eventuell auch eine Rolle spielen, welche Variante man sich als Käufer der ursprünglichen Version geleistet hat.

Kein Zweifel besteht jedoch bei allen Benutzern hinsichtlich der Ansicht, dass Grafik und Sound mehr als zweitrangig sind und vor allem das Spiel an sich beziehungsweise dessen Gameplay die entscheidende Rolle spielt. Auch etwas, das in dieser Form heutzutage nicht mehr allzu oft anzutreffen ist.

Erwähnt werden muss darüber hinaus, dass – egal, wie die Qualität der Darstellung oder der Soundeffekte auch sein mag – das Gameplay dadurch nicht beeinflusst wird. Mit anderen Worten: Niemand erlangt einen Vorteil; jeder Spieler besitzt immer die gleichen Möglichkeiten und Chancen. In Zeiten der sogenannten Free-to-Play-Titel mit ihren zahlreichen Mikrotransaktionen und „Pay to win“-Optionen ein echtes Novum.

Keine DLCs, kein Onlinezwang, keine bedenklichen EULAs

Für die ursprüngliche Variante waren keine Erweiterungen und vergleichbare Dinge vorgesehen. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung war zudem die Technik bei weitem nicht so fortgeschritten, so dass diesem und anderen Themen – wie zum Beispiel auch, dem User vorzuschreiben, er habe eine ständige Internetverbindung zu verwenden – keinerlei Bedeutung beigemessen wurde. Auch absichtlich vage formulierte Endbenutzerverträge spielten (und spielen) keine Rolle.

Kurz formuliert: Der User wurde schlicht als jemand gesehen, der sich mit dem Spiel beschäftigen möchte und sich nicht mit den Schwierigkeiten einer Online-Plattform oder der Herausgabe von privaten Daten auseinandersetzen will – entsprechend wurden die Benutzer auch behandelt. Fragen, ob mit dem Titel vielleicht Unfug getrieben werden kann, kamen gar nicht erst auf … das Spielen selbst stand und steht im Vordergrund, woran die Entwickler mit ihren Ideen auch heute noch einen entscheidenden Anteil haben.

Schlusswort

Wie bereits eingangs erwähnt, wurden in den vergangenen Jahren – oder sogar Jahrzehnten – wenige Spiele dieser Art auf den Markt gebracht. Falls doch, erhielten diese oftmals längst nicht jene Aufmerksamkeit, die sie eventuell verdient hätten. Kaum ein Titel bietet ein vergleichbares Verhältnis zwischen notwendigem Lernprozess und den sich daraus ergebenden, spielerischen Möglichkeiten, zudem erhalten alle User die gleichen Voraussetzungen. Wenige heute erhältlichen Spiele bieten so viel fürs Geld, ohne dass auf Download-Erweiterungen und zwingend vorhandene User-Accounts und Onlineverbindungen zurückgegriffen werden muss.

Möglicherweise lehne ich mich zu weit aus dem Fenster, ich behaupte jedoch, dass dieser faszinierende Titel eines der besten Spiele darstellt, das jemals entwickelt und veröffentlicht wurde. Egal, ob es das spannende Gameplay, die unzähligen Möglichkeiten für Angriff und Verteidigung oder die (zum Teil komplexen) Bedingungen sind, die über triumphalen Sieg oder niederschmetternde Aufgabe beziehungsweise Niederlage entscheiden … auch in unserer heutigen Zeit mit ihren immer wiederkehrenden Spiele-Hypes ist dieser zeitlose Strategie-Titel mit Sicherheit einen Blick wert, dessen Name schlicht lautet: Schach.
ChrisL 21. November 2011 - 22:21 — vor 5 Jahren zuletzt aktualisiert
Novachen 18 Doppel-Voter - 12754 - 21. November 2011 - 22:41 #

Guter Schluss :-). Ich gebe zu, mit Brettspielen habe ich gar nichts mehr am Hut. Aber Schach sowohl in der Standard-2D als auch in der Star Trek 3D Variante ist ein von mir und meinem Freund wirklich noch heute viel gespieltes Spiel. Eine Partie kann sich tatsächlich mal über Tage hinziehen, weil wir das Spiel zur Seite liegen und wir teilweise nur einen Zug pro Tag machen :D. Oder eben mal eine Partie zur Entspannung. Wobei ich sagen muss, richtige Schachprogramme sind mir widerum viel zu schwer. Liegt wohl einfach daran, dass wir beide einfach total schlechte Spieler sind *g*

Green Yoshi 20 Gold-Gamer - 23300 - 21. November 2011 - 22:53 #

Hatte als Kind einen Schachcomputer, mit dem ich gerne gespielt habe. In letzter Zeit spiel ich aber nicht mehr so viel, obwohl ich irgendwo noch den Chessmaster 8000 rumfliegen habe (gefällt mir irgendwie besser als Fritz).
Majestic Chess fand ich damals ganz interessant, hab leider nur die Demo gespielt und jetzt find ich kein günstiges Angebot mehr.

Maximilian John Community-Event-Team - 9978 - 22. November 2011 - 12:33 #

Ein gutes Schachbrett gibt es sicher immer im günstigen Angebot ;). Nur den Gegenspieler, der könnte was teurer werden, vorallem wenn du schlecht spielst :P

floppi 22 AAA-Gamer - - 32799 - 22. November 2011 - 15:05 #

Ach wo, schlechte Spieler gibt es wie Sand am Meer, das wird billig. ;)

floppi 22 AAA-Gamer - - 32799 - 21. November 2011 - 23:01 #

Großartiger Artikel! :)
Dem Schach ziehe ich aber eine Partie Archon vor. ;)

Typo: wage -> vage

DELK 16 Übertalent - 5488 - 21. November 2011 - 23:02 #

Ja, Schach ist schon ein tolles Spiel, in der Schule hab ich das noch ein wenig turniermäßig gespielt. Und natürlich dein Artikel ist ebenfalls ganz große Klasse!

prefersteatocoffee (unregistriert) 21. November 2011 - 23:14 #

Also, dieser Artikel spricht mir aus dem Herzen und ich unterschreibe ihn sofort, auch wenn ich einige Dinge etwas anders formuliert hätte, aber darum geht es nicht!

Entscheidend ist, dass Schach ein intelligentes Spiel mit unendlicher Tiefe und erfrischender Inspiration ist, weil es sich ständig neu erfindet; ob mit oder ohne Computer, mit einem Gegenspieler, der irgendwo auf der Welt sitzt oder mit einem Nachbarn, Bekannten oder Freund, sei es in einem Schachclub oder woanders; sei es bei einer Bahnfahrt oder im Flugzeug oder wo auch immer!

Es hat klare Regeln, es braucht keine Pseudostrategie a la Shogun oder eine bombastische Grafik! Es ist einfach genial und es steht überall zur Verfügung; die meiste Schachprogrammierer können richtig gut programmieren und es bedarf keiner Knebellogistik eines wild gewordenen Publishers, der nur seine nächsten Quartalszahlen im Kopf hat.

Also Leute, geht raus und spielt Schach; kommt auch gut bei den Mädels! ;-)

Ansonsten würde ich die Liste gerne noch um einen Titel erweitern, für den man zwar einen Computer benötigt, der aber grds. wenige Anforderungen an seinen Besitzer stellt, außer natürlich die Birne einzuschalten, was ich - ja ich weiß, da werde ich jetzt vielleicht etwas zu direkt - vielen BF3-Spielern hier nach der verfolgten Diskussion hinsichtlich der Origin-Lizenzvereinbarung einfach absprechen muss; aber ich mag Euch nicht den Titel vorenthalten:

... and the winner is: Classic Text Adventure Masterpieces (infocom)

Christoph 17 Shapeshifter - P - 6484 - 21. November 2011 - 23:17 #

Habe letzte Woche - vor diesem Artikel - angefangen, nach ca. 20 Jahren wieder mal zu spielen - mit einem Freund, der Turniere spielt und mit dem ich darüber geredet hatte. Wir spielen Fernschach, per e-mail, jeder mit einem Brett im Büro neben dem PC. Unschlagbar!

Gucky 22 AAA-Gamer - P - 33916 - 21. November 2011 - 23:20 #

Im Grunde genommen ist Schach ja nichts anderes als ein rundenbasiertes Strategiespiel ;).

Carsten 18 Doppel-Voter - 12131 - 21. November 2011 - 23:21 #

Großartig, Chris! Bester User-Artikel auf GG bisher!

volcatius (unregistriert) 21. November 2011 - 23:35 #

Nur eine einzige Karte, keine Reloads, keine Skripte, lächerlich klischeehafte Rassenkämpfe, keine Achievements?
Das wird doch eh nix.

Sniizy 14 Komm-Experte - 2513 - 22. November 2011 - 3:28 #

Dafür Kudos ;-)

Henke 15 Kenner - 3636 - 21. November 2011 - 23:44 #

Klasse Artikel! Mit der Auflösung haben wohl die wenigsten (mich eingeschlossen) gerechnet... Kudos dafür!

Keksus 21 Motivator - 25001 - 21. November 2011 - 23:53 #

Du hast noch nicht den "Lands of the East"-DLC für Schach? Der fügt weitere 8 Felder ein!

teneighty 09 Triple-Talent - 331 - 21. November 2011 - 23:58 #

Ja, Schach ist schon was schönes. Wenns doch mehr Multiplayer sein soll, dem sei ein Kartenspiel ans Herz gelegt. Ob MauMau, Poker oder Rommé - die funktionieren auch ohne Strom :)

FLOGGER 17 Shapeshifter - 8926 - 22. November 2011 - 9:17 #

Als Ersatz(wenn es den Überhaupt geben kann) für Schach würde glaube ich eher Skat passen.

Das "Schach" der Brettspiele ist für mich Agricola.

;0)

Horschtele 16 Übertalent - P - 5389 - 22. November 2011 - 0:14 #

Kennt ihr das 3-Personen-Schach. Ich hab am Boden gekullert, als Sheldon (Big-Big-Theorie) die neuen Figuren erklärt.
http://www.youtube.com/watch?v=f0puA6sC0M8
Und DLCs gibts für Schach sehr wohl: hier ein Ausschnitt aus dem SecretServiceSchach-DLC
http://www.youtube.com/watch?v=AFol-Aiz8MQ&feature=related

icezolation 19 Megatalent - 19180 - 22. November 2011 - 0:14 #

Ach, ChrisL. Bereits den Aufmacher hast Du mir aus der Seele gesprochen. Top Artikel! Den unterschreibe ich so :)

Thomas_de_Ville 13 Koop-Gamer - 1660 - 22. November 2011 - 0:17 #

Schöner Artikel, leider ist es heutzutage Normal, daß mit Bombastgrafik und ein mit allen Mitteln geführter Werbefeldzug, den Kunden(Gamer) ein Produkt(Game) verkauft wird, das weder vom Gameplay noch vom Inhalt(Story)
tiefe bietet.
Die Spielmechanik wird meist Stiefmütterlich behandelt.
Des weiteren nehmen die Ideen der Firmen ,den Spieler zu kontrolliern(permanente Onlineverbindung) zu schröpfen(DLC) und seine Rechte einzuschränken(Eula/Orgin usw), immer merkwürdiger Formen an.
Wenn Schach neu wäre, würde sicherlich einer aus der Marketing Abteilung vorschlagen zb. die Königin nur der Collector's Edition beizulegen und den Turm per DLC.
Und ja Schach ist eines der besten Spiele die ich kenne ;).
+10 extra Kudos

bolle 17 Shapeshifter - 7613 - 22. November 2011 - 0:32 #

Haha, kein Unfug treiben mit dem Spiel?

Probiert mal Strip-Schach. Eine Figur - ein Kleidungsstück. So machen Bauernopfer Spaß :D

ganga Community-Moderator - P - 15590 - 22. November 2011 - 0:34 #

Hatte schon mit sowas in die Richtung gerechnet, aber dachte mehr so in Richtung Tetris, Pacman oder Bomberman. Schönes Ende und toller Artikel Chris!

Christoph 17 Shapeshifter - P - 6484 - 22. November 2011 - 1:00 #

:-)

devflash 11 Forenversteher - 723 - 22. November 2011 - 1:21 #

Ein wirklich toller Artikel.

Aber ich frage mich, wenn eine Softwarestudio, ein Computerspiel entwickeln würde das genauso simpel, komplex und auch nach Jahren noch so unterhaltsam wie Schach ist, was kommt dann.

Es gibt ja Spiele die ähnlich begeistern können, und das in jedem Genre, ob Tetris - Mario Kart - Sonic - TacOps - Bomberman.
Nachfolger würden doch von der Presse regelrecht zerfleischt werden wenn sie eine 1:1 Kopie sind.
Wie sollte man das Gameplay von Spielen wie z.B. Tetris verbessern, es ist gut so wie es ist.

Das Problem liegt mMn. auch nicht umbedingt bei den Entwicklern, die liefern nur was der Markt verlangt.
Alles muss größer, schneller und hübscher im Nachfolger sein, sonst hagelt es schlechte Kritiken und keiner kauft das Spiel.
Warum spielen die Leute den nicht mehr die Gameplay Perlen von früher, lassen sich Onlinezwang als Feature einreden, kaufen Spielinhalte die eigentlich von anfang an im Spiel enthalten sein sollten.
Anscheinend wollen die Menschen doch genau das.

Naja ist jedenfalls ein spannendes Thema, und Schach ist ein wirklich tolles Spiel, aber auch nur mit einem gleich guten Gegner. :)

MachineryJoe 16 Übertalent - P - 4300 - 22. November 2011 - 9:36 #

Das ist einfach der Reiz den Neuen. Das liegt in unseren Genen. Später im fortgeschrittenen Alter ist natürlich alles von damals besser. Aber grundsätzlich wollen Menschen unbewusst Neues entdecken und viel Abwechslung (bei der Nahrung genauso wie bei der Unterhaltung). Ein wesentlicher Antrieb dafür ist auch die Neugier. Nicht ohne Grund entstehen bei jeder Unfallstelle auf Autobahnen immer Staus, auch wenn die Straßen bereits wieder frei sind. Es gibt immer Leute, die langsamer werden, weil sie glotzen müssen. Vermutlich ist das sogar die Mehrheit. Diese Neugier bescherte zum Beispiel dem absolut frischem Eingabe-Konzept der Wii diesen unglaublichen Erfolg. Und diese Neugierde sorgte dafür, dass auf jeder neuen Plattform (Smartphone, Tablet usw.) die ersten Anbieter immer zu Multimillionären werden oder dass Minecraft so erfolgreich wurde. Nachfolger dieser Konzepte werden immer wesentlich weniger Umsatz machen.

Das Rezept des Erfolgs ist also am besten mit einem neuen Genre auf einer neuen Plattform ein neues Spielkonzept zu vermarkten, oder aber erfolgreiche Dauerläufer anständig zu melken (was am Ende als Investition noch sicherer ist).

turritom 12 Trollwächter - P - 1122 - 22. November 2011 - 2:00 #

Wusste ich doch das es auf Schach hinaus läuft :-) ja macht auf jeden Fall Spass, nur mir machen andere Spiele derzeit mehr Spass.

Darth Spengler 18 Doppel-Voter - 9209 - 22. November 2011 - 2:41 #

Ich hätte auf "Spitz pass auf" gewettet^^

Ekrow 15 Kenner - 3352 - 22. November 2011 - 7:13 #

Guter Artikel^^

Leronias 10 Kommunikator - 404 - 22. November 2011 - 8:09 #

Achja wäre mal wieder Zeit das zuspielen lange ist her...

mihawk 18 Doppel-Voter - P - 12982 - 22. November 2011 - 8:20 #

Einer der besten User-Artikel bisher !!!

Ganesh 16 Übertalent - 4870 - 22. November 2011 - 8:47 #

Schöner Artikel!

Auch wenn ich zustimme, dass Schach ein klasse Spiel und den meisten Videospielen in seiner Komplexität überlegen ist, so muss ich doch feststellen, dass ich Schach als Strategiespiel eigentlich nicht so gut finde. Vielleicht ist das Wissen über das Spiel auch einfach zu groß geworden, aber im Grunde hängt ein gutes Schacherlebnis von einer umfangreichen Kenntnis von Eröffnungen ab, dem Äquivalent zur Build-Order in vielen Videospielen.

Deshalb bin ich eher Fan von Brettspielen, die weniger feste Ordnungen bieten, in denen man öfter an 'neue' strategische Situationen kommt. Diese kann Schach leider erst nach eingehendem Studium bieten, zumindest bei erfahrenden Mitspielern.

Grundsätzlich stimme ich aber zu, dass Brettspiele oftmals den Videospielen überlegen sind, bzw., dass es nur wenige Videospiele gibt, die an das Vergnügen neuer Spielmechanismen eines Brettspiels heranreichen. Leider muss man bei Brettspielen aber immer Mitspieler finden... ;)

DELK 16 Übertalent - 5488 - 22. November 2011 - 21:06 #

Wenn du das ganze hobbymäßig spielst, sind die Eröffnungen ja meistens egal, aber sobald du mal gegen Leute mit ELO von 2000+ spielst, da ist eine genaue Kenntnis von hunderttausend verschiedenen Eröffnung unbedingt notwendig.

Stuessy 14 Komm-Experte - 2512 - 22. November 2011 - 9:14 #

Mir macht Schach überhaupt keinen Spaß und das obwohl ich strategische Brettspiele eigentlich sehr mag. Schach ist für meinen Geschmack leider viel zu abstrakt. Ich brauche auch bei Brettspielen ein für mich interessantes Thema und schön gestaltetes Spielmaterial.

FLOGGER 17 Shapeshifter - 8926 - 22. November 2011 - 9:33 #

Toller Artikel! Erinnert mich daran, dass eines der großartigsten Handelsspiele, immer noch nicht als Download-Titel neu aufgelegt wurde, obwohl es sowas von nahe liegt. Schon auf der ersten Konsole mit vier Joypad-Anschlüssen, wäre es Pflicht gewesen. M.U.L.E. mit seinem einfach genialen Vier-Spieler-Modus, sucht heute noch nach seines gleichen. Zu Amiga-Zeiten gab es immerhin mit Traders einen tollen Klon – gespielt haben wir das mit einem selbst gebauten Vier-Spieler-Adapter!

Fozzie 12 Trollwächter - 1015 - 22. November 2011 - 9:41 #

Seltsam eigentlich - obwohl Rundenstrategie zu meinen absoluten Lieblingsgenres gehört, bin ich mit Schach nie warm geworden. Ich fand's irgendwie immer langweilig und bin auch nie besser darin geworden, einfach weil mir der Anreiz fehlte, mich wirklich damit zu beschäftigen.

Satyrias83 11 Forenversteher - 809 - 22. November 2011 - 9:45 #

erinnert mich an battle chess auf dem amiga ^^

Anonymous (unregistriert) 22. November 2011 - 9:48 #

Aha...
Ja, halt ein weiterer Standard Blubber Artikel, der der Masse gefalllen wird (obwohl zum tausendsten Mal wiederholt).
Jaaa, früüüüher. Heeeul.. die Spiele... waren das alles Meisterwerke im Vergleich zu heute...

Stuessy 14 Komm-Experte - 2512 - 22. November 2011 - 10:25 #

Sogar wenn man nur trollen will, kann es hilfreich sein einen Artikel erst zu lesen.

icezolation 19 Megatalent - 19180 - 22. November 2011 - 10:36 #

Frustrierte Trolle verlernen schnell, richtig zu trollen. Meinen Keks bekommt er aber, aus Mitleid.

Fozzie 12 Trollwächter - 1015 - 22. November 2011 - 10:43 #

Es gibt nunmal ganz deutliche Veränderungen auf dem Spielemarkt, die viele für bedauernswert halten.

Das hat nicht per sé etwas mit der "Qualität" der einzelnen Titel zu tun. Aber seit jeher teilt sich die Spielelandschaft grob in zwei Lager auf: Spiele, die man spielt und Spiele, die man durchspielt. Naturgemäß ist die Langlebigkeit ersterer tendenziell größer. Was sie auszeichnet, ist eine im Vergleich stärkere Betonung der Spielmechanik abseits von Story und Inszenierung. Nehmen wir als "ExtrembeiSpiele" mal Diablo 2 und Heavy Rain: Während die Story und Inszenierung von Diablo absolut zweitrangig sind (wenn überhaupt) und der "Spaß" praktisch vollständig aus dem Gameplay entsteht, ist es bei einem Titel wie Heavy Rain genau umgekehrt.
Kaum jemand dürfte ernsthaft behaupten, das Spiel mehrmals angegangen zu sein, nur um endlich mal wieder ein paar Quick Time Events ausführen zu können, weil die so viel Spaß machen.
Beide Ansätze sind durchaus legitim und ein Jeder mag in verschiedenen Fällen mal das eine oder das andere bevorzugen bzw. genießen.

Ich will jetzt auch noch nicht einmal behaupten (dazu fehlen mir "verlässliche Daten"), dass die Anzahl der Spiele der zweiten Kategorie die anderen inzwischen weit übersteigt, aber es gibt im Vergleich zwischen "Spielen" und "Durchspielen" eine nicht zu unterschätzende Entwicklung, nämlich dass ersteres inzwischen mehrheitlich in den Multiplayerbereich "ausgelagert" worden ist. Inzwischen lautet die Faustformel, wenn du etwas durchspielen willst, hol dir einen Solo-Titel, ansonsten bist du ziemlich auf Multiplayer angewiesen. Und das ist einfach schade. Zumal, wenn man schlicht persönlich eher Wert auf Gameplay, anstatt auf Inszenierung legt.

Also mal so herum gefragt: bei wievielen in letzter Zeit erschienen Spielen würdest du ganz ehrlich behaupten, dass du dir gut vorstellen könntest, sie in 10 Jahren trotz veralteter Technik wieder aus dem Regal zu holen und mit Begeisterung zu zocken? Und zwar nicht nur für drei, vier Stunden, sondern vielleicht sogar wieder für Tage oder Wochen?

Koffeinpumpe 15 Kenner - 3222 - 22. November 2011 - 10:16 #

Toller Artikel, der gut beschreibt was im Spielebereich schief läuft.

Sp00kyFox 18 Doppel-Voter - 9934 - 22. November 2011 - 11:29 #

im ernst? schach gefällt mir auch, habe mir aber von der einleitung versprochen, dass es um computerspiele geht und nicht um software-umsetzungen von brettspielen. das trägt auch nicht wirklich zur anregung für den aktuellen markt bei.
da gibt es schon genügend konkurrierende, sehr exzellente schach-programme und obwohl der kern derselbe ist, sind sie doch auch unterschiedlich. wieso dann keine explizite umsetzung?

irgendwie thema verfehlt für mich. man hätte sich einen schönen vlt übersehenen klassiker aussuchen können um anhand dessen, die aspekte modernen gamedesigns zu kritisieren. mir scheint, dass die auflösung daher kontraproduktiv ist zur eigentlich beabsichtigen wirkung.

denn, dass schach ein toll designtes spiel ist, ist mir auch klar. nur lässt das imo keine schlussfolgerungen fürs gamedesign von videospielen zu, da sich diese und brettspiele nun einmal erheblich unterscheiden.

Larnak 21 Motivator - P - 25595 - 22. November 2011 - 23:05 #

Wo geht es denn hier um Schach-Programme oder Brettspielumsetzungen? *verwirrt*

icezolation 19 Megatalent - 19180 - 22. November 2011 - 23:26 #

Vielleicht nochmal langsamer als zuvor durch den Text arbeiten.. ;)

Sp00kyFox 18 Doppel-Voter - 9934 - 23. November 2011 - 10:55 #

vlt noch mal meinen post durchlesen und die kritik verstehen ;)

icezolation 19 Megatalent - 19180 - 23. November 2011 - 10:57 #

Dann bleibst halt auf der Kritik sitzen, auch gut :)

Poledra 18 Doppel-Voter - 12230 - 22. November 2011 - 12:54 #

toller Artikel!
Dass es nicht um ein PC-Spiel geht, war schon nach der Überschrift klar.
Und an den Kommentaren sieht man wieder einmal, wie unterschiedlich die Ansprüche an ein gutes Spiel sind.

CruelChaos 11 Forenversteher - P - 711 - 22. November 2011 - 12:55 #

Ich spiel lieber Go als Schach, auch wenns schwer ist dort Gegner zu finden. trotzdem schöner Artikel ... auch wenn ich nach dem ersten Absatz geschmult hab um zu schauen worauf du hinaus willst ^^.

Drapondur 25 Platin-Gamer - - 55866 - 22. November 2011 - 20:15 #

Schöner Artikel! Aber ich muss Dich enttäuschen, es gibt DLCs, in Form von neuen Spielfiguren. Nennt sich Dame. ;)

Jörg Langer Chefredakteur - P - 324491 - 23. November 2011 - 14:10 #

Nicht nur die Dame, manche wählen auch den Unterverwandlungs-DLC...

Anonymous (unregistriert) 24. November 2011 - 15:48 #

Lame ... ganz lame!

Schach im Singleplayer ist mir dann doch zu eintönig. Bin kein Freund von reinen Multiplayer-Titeln. Und irgendwie sind die meisten Figuren ziemlich Low-Poly aufgelöst. Aber immerhin wird 3D unterstützt - und zwar Plattform-übergreifend :-)

Im Ernst: So toll ist Schach nun auch wieder nicht. Und ich dachte schon, dass wenn man so anfängt, nicht mit so einer alten Kamele, wie Schach als Lösung/Empfehlung kommt.

Kommentar hinzufügen

Neuen Kommentar abgeben
(Antworten auf andere Comments bitte per "Antwort"-Knopf.)