Das "Mitten drin"-Gefühl

Über 3D, Atmosphäre & virtuelle Realität User-Artikel

Vin 11. September 2009 - 20:14 — vor 8 Jahren zuletzt aktualisiert
Spiele müssen immer realistischer werden, eine immer bessere grafische Leistung bieten. Doch, wie war das früher? Und braucht es 3D Technik überhaupt? Neue Konsolen müssen eine einzigartige Steuerung bieten, Gamepads sind out. Aber warum sorgt die Wii nicht für einen gewaltigen Atmosphäreschub?
Technik war schon immer eines der wichtigsten Elemente der Videospiele. Immer schon wollten die Entwicklerstudios eine Welt kreieren die der Spieler wie echt wahrnimmt. Dieses „Mitten drin“ Gefühl bestand immer aus zwei Komponenten: zum einen der Technik die vor allem durch Grafik und Sound bestimmt wird, zum anderen die Steuerungsart. Letztere wurde erst vor kurzem von Nintendo revolutioniert, einen wirklichen Schub brachte die Bewegungssteuerung der Wii jedoch nicht, denn man man die erste Komponente vernachlässigt. Dabei hatte Nintendo schon vor fast 15 Jahren versucht, das Spielerlebnis nachhaltig zu verändern.

Der Virtual Boy

1995 veröffentlichte Nintendo in Japan und den USA die Videospielkonsole Virtual Boy. Dieser ähnelte den modernen Shutterbrillen, wenn er auch um einiges klobiger aussah. Jedoch gehen beide auch in etwa dieselbe Richtung, beide versuchen ein 3D Bild zu erzeugen. Der Virtual Boy wurde, anders als die Virtual Reality Helme, auf einen Tisch vor dem Spieler aufgebaut, um etwas zu sehen musste man direkt in das Display schauen, ähnlich wie bei Ferngläsern. Gesteuert wurden alle Spiele mit einem klassischen Gamepad.
Der Virtual Boy, der erste Versuch von 3D-Videospielen
Aufgrund der damaligen Technik konnte man nur rote LEDs einbauen, andere hatten bei der verwendeten Bildwiederholungsrate von 50Hz mit Bildfehlern zu kämpfen. Insgesamt wurden 224 LEDs verbaut, dank eines Spiegels waren jedoch Auflösungen von 384x224 Pixel möglich. Dabei nimmt jedes Auge ein anderes, leicht versetztes Bild wahr, so entstand der gewünschte 3D Effekt.
Der Virtual Boy hatte jedoch mit einigen Problemen zu kämpfen. So verursachte intensives spielen angeblich Kopfschmerzen, auch sonstige, Gesundheit gefährdende, Folgen konnten nicht ausgeschlossen werden. Dazu kam die recht unbequeme Haltung beim spielen, welche längere Spielabende zur Qual werden lies.
Aufgrund der recht mageren Technik konnte das System auch mit den damals aktuellen Konsolen wie der Playstation oder dem Sega Saturn nicht mithalten, dementsprechend gering viel auch das Spieleangebot aus. 22 Titel gab es insgesamt, darunter zwei Tetris Ableger und ein Mario Tennis. Sowohl in Japan als auch in den USA floppte der Virtual Boy, in beiden Ländern wurden gerade mal 770.000 Einheiten verkauft (das N64 dagegen über 30 Millionen mal).

Die aktuelle Generation

Seit diesem gescheiterten Versuch hat sich leider nicht viel in Sachen innovative Konsolenkonzepte getan, erst mit der Wii gab es wieder einen Versuch. Seit dem letzten Mal hat sich aber eine Menge in der Technik verändert, 3D Spiele, wenn auch kein „richtiges“ 3D, gehören inzwischen zum Standard und auch ansonsten ähneln Spiele immer mehr der Realität. Doch steuern wir immer noch mit (fast) denselben Gamepads. Deshalb versuchte sich Nintendo wieder an einer neuartigen Konsole, hatte diesmal jedoch bei weitem mehr Glück. Über 53 Millionen wurden inzwischen verkauft, das übertrifft sogar das SNES (49 Millionen).
Doch springt der Funke beim spielen bei vielen nicht über, richtig reingesogen in die Welten fühlt man sich immer noch nicht. Das mag zum einen an der oft kritisierten Grafik liegen, aber auch das Spielgefühl kommt nicht richtig rüber. Bei Wii Sports braucht man schon eine Menge Phantasie, um sich wirklich als Tennis- oder Boxstar zu fühlen. Zwar ist die Steuerung etwas ungenau, ein viel größerer Atmosphärekiller ist jedoch das fehlende Feedback. Beim Tennis spüre ich es nicht wenn ich den Ball erwische, beim Boxen spüre ich keinen Schmerz wenn ich KO gehe.
Obwohl so eine Technik momentan wohl völlig unmöglich ist, sieht man bei einen Genre recht gut, wie man die Intensität des Spielgefühls steigern kann. Rennspiele profitieren ungemein von Rüttel- und Force Feedback Effekten. Diese haptischen Rückmeldungen lassen einen nicht nur sehen und hören, wenn man einen Gegner rammt, man spürt es auch. Dazu lassen sich die Sticks oder das Lenkrad je nach Wagen schwerfälliger bewegen. Wer einmal Gran Turismo mit einem Force Feedback Lenkrad gespielt hat, wird beim spielen mit einem Gamepad einfach etwas vermissen.
Bei der Bewegungssteuerung der Wii merkt man jedoch auch immer wieder, dass man nun doch nur zwei Controller in der Hand hat und sei es nur wenn das Kabel zwischen Wiimote und Nunchuck zu kurz ist. Diese Lücke will Microsoft nun mit ihrem Projekt Natal schließen. Ganz ohne Controller navigiert ihr euch hier durch die Spiele, jedoch muss man hier erst sehen wie genau sich das auf das Spielgefühl auswirkt. Wer mehr zur Technik von Project Natal wissen will sollte einmal hier vorbeischauen

Sony will zwar auch in Richtung Bewegungssteuerung expandieren, kündigte auf der IFA in Berlin gleichzeitig eine 3D Unterstützung für Blu-Rays und der Playstation 3 an. Dabei wird das Konzept der Shutterbrillen verwendet. Diese speziellen Brillen bestehen aus zwei getrennten LCD-Bildschirmen, welche zwischen durchsichtig und undurchsichtig wechseln können. In Synchronität mit einem speziellen Fernseher lassen sich durch schnelles schalten zwischen linkem und rechtem Auge 3D Bilder erzeugen. Ob auch dieses Konzept der 3D Darstellung wie der Virtual Boy  scheitern wird oder 3D endlich für visuelle Medien etabliert wird sich jedoch auch erst im Verlauf der Zeit zeigen.

Persönliche Meinung

Doch warum will man eigentlich immer mehr aus seinem Spielzimmer Liberty City oder das antike Griechenland machen? Natürlich ist die Vorstellung, als Kratos Götter zu exekutieren fantastisch, jedoch spielt man Spiele doch eigentlich, um Sachen zu erleben, die dank physikalischer Gesetzte einfach nicht möglich sind. Und das ist auch Teilweise gut so, denn als lebendiger Isaac Clarke durch die USG Ishimura zu laufen und bei jeder kleinen Bewegung um sein Leben zu fürchten, stellt sicher nicht die spaßigste Situation dar.
Dazu gab es schon einige Probleme bei der Umstellung von 2D auf 3D, welche bei 4D sicherlich wieder auftreten würden. Und schaut man einmal über die Videospiele hinaus: niemand würde sich vorstellen als riesiges, kegelförmiges Männchen Mensch ärgere dich nicht  zu spielen (C-Promis im deutschen Fernsehen mal ausgeschlossen). Auch Bücher kommen nahezu ohne Innovation aus. Natürlich wird es irgendwann soweit kommen und der Sprung in ein „reales Spiel“ wird sicherlich auch passieren. Bis dahin sollten sich die Entwickler jedoch erst einmal mit anderen Problemen ihrer Spiele beschäftigen: Ein Far Cry 2 oder Assassins Creed litt sicher nicht unter mangelnder Grafikpracht.

Vin 11. September 2009 - 20:14 — vor 8 Jahren zuletzt aktualisiert
Vin 18 Doppel-Voter - 11829 - 11. September 2009 - 20:55 #

Wenn noch jemand einen Vorschlag für ein Theaserbild hat, ich nehms gerne

Jörg Langer Chefredakteur - P - 348813 - 11. September 2009 - 23:07 #

Hallo Vin, sieht nach einem schönen Artikel aus.

Aber bitte geh noch mal drüber, da stecken noch relativ viele Rechtschreib- und Grammatikfehler drin.

Vin 18 Doppel-Voter - 11829 - 11. September 2009 - 23:35 #

mein persönlicher Korrekturleser ist momentan beim Party machen, ich setzt ihn morgen dran okay :D

Gerjet Betker 19 Megatalent - 13638 - 12. September 2009 - 9:54 #

Mich würden die Vorgänger des "echten" 3D bei Videospielen interessieren, also die ersten 3D-Experimente mit Mode7 und Co. Ansonten ist es ein Interessanter Artikel, der, wie Jörg schon gesagt hat, noch einige Formfehler hat.

Ganon 23 Langzeituser - P - 38949 - 14. September 2009 - 16:53 #

Hm, 4D würde ich das nicht nennen, man spricht da eher von VR (Virtual Reality). Eine vierte Dimension kommt da ja nicht dazu, es ist eher "echtes 3D". Ansonsten sind mir da immer noch ein paar kleinere Fehlerchen aufgefallen.

Vin 18 Doppel-Voter - 11829 - 14. September 2009 - 17:05 #

ich weiß, eine vierte Dimension gibt es zwar nicht, aber man bezeichnet ja auch in Kinos das fühlen als 4D, auch wenns falsch ist

B0rnX 08 Versteher - 210 - 5. Oktober 2009 - 19:10 #

netter Artikel. Hab auch noch 2 Fehler gefunden, will se mir jemand abkaufen ? ;)

Vin 18 Doppel-Voter - 11829 - 6. Oktober 2009 - 17:53 #

biete 0,39 :p

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