Pestis Indie-Check #3

Terraria

Thomas Barth 22. Mai 2011 - 19:45 — vor 5 Jahren zuletzt aktualisiert
Als ich das erste mal ein Video zu Terraria gesehen habe, dachte ich sofort an ein "Minecraft-Klon in 2D". Nachdem ich es mir aber gekauft und gespielt habe, musste ich feststellen, dass es definitiv nicht Minecraft ist. Genau da liegt auch die Herausforderung für Minecraft-Kennern, denn auch sie müssen alles neu erlernen.
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Ich habe mich dazu entschlossen, diesen Artikel auch für Leser zu schreiben, die Minecraft überhaupt nicht kennen, oder auch einfach nur nicht mögen. Von daher verzichte ich im kompletten Artikel auf Vergleiche mit Minecraft, da Terraria es meinen Augen nicht verdient hat, als "Minecraft-Klon" betitelt zu werden. 

2D Jump'n'Run mit Spitzhacke und Axt

In Terraria spielt ihr einen Charakter, in einer klassischen 2D-Jump'n'Run-Welt, wie ihr sie sicherlich bereits aus vielen anderen Jump'nRuns wie Super Mario kennt. Ihr seid anfangs mit einer Spitzhacke und einer Axt ausgerüstet, mit denen ihr anfangt Ressourcen zu sammeln. Holz bekommt ihr in dem ihr mit der Axt auf die Bäume einschlägt und Erde in dem ihr sie mit der Spitzhacke zerstört. Für jede zerstörte Erde bekommt ihr in eurem Inventar einen Block Erde, den ihr dazu nutzen könnt, ihn irgendwo hinzusetzen. Wenn ihr allerdings einen Baumstumpf mit der Axt zerstört, bricht der komplette Baum in sich zusammen und ihr könnt ohne Probleme alles Holz einsammeln. Ein Druck auf die Escape-Taste der Tastatur, öffnet das Inventar, in dem sich dann die gesammelte Erde und das Holz befindet. In diesem Inventar befindet sich auch eine Crafting-Übersicht, die einem anzeigt was ihr alles mit den gesammelten Ressourcen bauen könnt. Das ist nicht nur  sehr komfortabel, sondern auch immer wieder spannend, da ihr beim einsammeln von unbekannten Ressourcen immer schnell nachgucken könnt, was ihr mit diesen bauen könnt. Ein Nachschlagen in einem Wiki ist also nicht notwendig, um das Spiel zu spielen.

Oben ist euer Inventar, darunter eine geöffnete Kiste, links-unten die Craftings-Übersicht und rechts eure Rüstungsteile.

Schleim, Zombies und die stressige Nacht

Während ihr umher lauft und Ressourcen einsammelt, fallen euch garantiert diese komische Schleim-Gegner auf, auf die ihr zwar nicht springen könnt, da euer Charakter plötzlich Schaden bekommt, aber ihr könnt sie, wie normale Erde auch, einfach mit der Spitzhacke zerstören. Spätestens sobald euer Charakter Schaden bekommt, oder welchen austeilt, fällt euch eure eigene Lebensenergie-Anzeige auf, die durch Herzen dargestellt werden. Die Gegner dagegen haben als Lebensenergie eine Zahl, die stetig abnimmt sobald mit der Spitzhacke auf die eingeschlagen wird. Manche der Schleime sind größer, manche sind kleiner, manche haben mehr Lebensenergie, manche weniger und sie bestehen in verschiedenen Farben. Aber eines haben alle gemeinsam: Es besteht die Möglichkeit dass sie etwas Schleim fallen lassen, nachdem man sie getötet hat. Ein Blick ins Inventar-Fenster verrät euch, dass ihr aus diesem Schleim, und dem gesammelten Holz, Fackeln bauen könnt. Falls ihr zwischendurch auch noch genügend Holz eingesammelt habt, könnt ihr auch noch eine Werkbank bauen, die ihr benötigt um weitere Crafting-Möglichkeiten zu haben.

Wenn sie einem nicht andauernd hinterhüpfen würden, dann wären sie gar nicht so fies.

Nach einiger Spielzeit beginnt es dann Dunkel zu werden und dann fängt das eigentliche Spiel erst richtig an. In der Nacht verschwinden nämlich die langsamen Schleime, die ihr noch ohne Probleme mit der Spitzhacke töten konnte und es tauchen von beiden Seiten Zombies auf. Sie rennen euch hinterher und ihr erleidet bei Berührung Schaden, könnt aber selber nur wenig mit der Spitzhacke und Axt ausrichten. Wie in Panik werdet ihr versuchen über diese Zombies zu springen, das aber oft nichts bringt, da dort schon der nächste Zombie wartet, oder der übersprungene sich einfach schnell umdreht und euch weiterhin hinterherläuft. Schnell werdet ihr drauf kommen, dass ihr euch einen Ort suchen müsst, an dem die Zombies nicht hinkommen. Also schnell ein Loch graben und dieses mit der vorher gesammelten Erde dicht machen. Allerdings sollte man sich von allen Seiten aus einschließen, da die Zombies nach alternativen Wegen suchen, um an euch ranzukommen.

Nacht vorbei, das Leben beginnt

Nach dieser ersten Erfahrung fangt ihr an euch langsam vorzuarbeiten. Ihr baut eine kleine Hütte und verschliesst diese eventuell mit einer Tür, aber trotzdem erscheinen Gegner darin. Es reicht also nicht nur eine Mauer, sondern es muss auch eine Wand her, damit wenigstens in den eigenen vier Wänden keine Zombies auftauchen. Mit genügend Holz werdet ihr die ersten Waffen bauen und mit der Spitzhacke geht es weiter unter die Erde, um an neue Ressourcen ranzukommen. Je tiefer ihr grabt desto wertvoller werden zwar die Ressourcen, aber dort tauchen dann natürlich auch noch stärkere Gegner auf, mit denen ihr erst einmal neu klar kommen müsst.

Das ist doch jetzt nicht ihr ernst, oder doch? Jetzt ist der beste Zeitpunkt, um Freunde in die eigene Welt einzuladen.

Im weiteren Spielverlauf baut ihr Häuser, in die NPCs wie z.B. ein Händler und eine Krankenschwester einziehen können. Plötzlich ist es nicht nur möglich sich gegen ein Entgelt zu heilen und Rüstungen  zu kaufen, sondern man kann auch gegen riesige Boss-Monster kämpfen, die besonders seltene Ressourcen fallen lassen. Der eigenen Fantasie sind, trotz der 2D-Welt, kaum Grenzen gesetzt. Es ist möglich sich riesige Häuser zu bauen, tiefe Höhlen zu graben oder sich einfach ein Vermögen anzuhäufen. Die Programmierer von Re-Logic versprechen langfristigen Support für Terraria, mit vielen Updates und immer neuen Möglichkeiten sich auszutoben.

Multiplayer in der Singleplayer-Welt

Das Spiel bietet außerdem noch einen Mulitplayer-Support, mit dem es möglich ist Freunde in seine eigene Welt einzuladen, die man im Singleplayer erstellt hat. Es ist also nicht notwendig einen Server aufzusetzen oder gar einen gemieteten Server laufen zu lassen, sondern man kann schnell und einfach ein Spiel hosten und seinen Freunden einfach die eigene IP-Adresse mitteilen. Da der Steam-Client eine Voice-Chat-Funktion besitzt, kann man auch sehr einfach mit seinen Mitspielern reden, ohne dass ihr einen Teamspeak-/ oder Mumble-Server benötigt.

Dieses Bild war im Terraria-Forum, vor dem Release, mehr als einmal zu sehen.


Mein Fazit

Ich möchte dem Spiel keine Wertung aufdrücken, da jeder für sich selber entscheiden kann, ob ihm diese Art von Open-World-Spiel zusagt. Aber mein persönliches Fazit könnte kaum besser ausfallen: Terraria ist ein süchtig-machendes Spiel, mit dem ihr locker hunderte von Stunden verbringen könnt. Ich denke, wir haben mit den drei Jungs von Re-Logic und ihrem Indie-Spiel Terraria unsere zukünftigen Indie-Millionäre.


Thomas Barth 22. Mai 2011 - 19:45 — vor 5 Jahren zuletzt aktualisiert
Olphas 24 Trolljäger - - 47025 - 22. Mai 2011 - 19:54 #

Lustig, hab die Tage noch gedacht: Was ist eigentlich aus Pestis Indie-Check geworden?
Das klingt wirklich interessant. Das werde ich mir demnächst mal näher anschauen, denke ich.

Notra 08 Versteher - 189 - 22. Mai 2011 - 20:19 #

Es ist super, wie bisher jedes Spiel welches mir Pesti empfohlen hat.

Zaunpfahl 19 Megatalent - P - 14329 - 22. Mai 2011 - 20:57 #

Obwohl ja keine Minecraft Vergleiche vorkommen sollen, ist der Artikel trotzdem voll davon auch wenn das Spiel außer das eine mal am Anfang nicht mehr offensichtlich erwähnt wird. Tut dem Schreiber aber keinen Abbruch, denn es ist gut zu lesen und hat mich zumindest neugierig auf das Spiel gemacht.

Thomas Barth 21 Motivator - 27449 - 22. Mai 2011 - 22:47 #

Ist schon mehr als beabsichtigt. Ich wollte gleichzeitig Spieler die Minecraft nicht kennen informieren, wie alteingesessene Minecraft-Kennern zeigen, was in Terraria anders ist.

opastock 13 Koop-Gamer - 1278 - 22. Mai 2011 - 22:00 #

Ich wollte ja erst noch auf deinen Indiecheck warten, aber die Neugier war einfach stärker. Bin immernoch fasziniert und gleichzeitig teilweise auch frustriert, wenn mir zum x-ten Mal auf einer Tour in die Tiefe die Fackeln und Holzlatten ausgegangen sind und der einzige Weg nach oben, speichern und beenden heißt :)

und teilweise ist die Spawnrate im Untergrund abartig hoch, dass man gleich von 10 Skeletten gleichzeitig angegriffen wird. (Und zu deinem Schleimbild ergänze ich im Geiste "Und nicht ständig in das nächste Wasserbecken stoßen würden")

Super Artikel, super Spiel.

SoloMorasso 06 Bewerter - 72 - 22. Mai 2011 - 23:23 #

für alles gibt es eine lösung, minenhelm oder orb of light....cobalt shild damit man nicht mehr weggeschuppst wird usw...

suchen und finden ;)

Zockeredwin 15 Kenner - 3002 - 23. Mai 2011 - 5:20 #

Wird gekauft! Nächsten Monat :) Danke für den tollen Bericht.

Olphas 24 Trolljäger - - 47025 - 23. Mai 2011 - 7:39 #

Eine Frage kommt mir gerade in den Sinn. Warum wird das neue Layout denn nicht für User-Artikel genutzt? Nachdem ich jetzt von der Lesbarkeit des neuen Layouts verwöhnt wurde, ist es ja geradezu anstrengend, etwas im alten Layout zu lesen :D
Soll heißen: Das neue Layout ist einfach so toll lesbar, das würde ich gerne mehr eingesetzt sehen :)

Jörg Langer Chefredakteur - P - 324529 - 23. Mai 2011 - 8:44 #

Die Kurzform: Weil es komplizierter zu layouten ist, und unserer Erfahrung nach bereits die bestehenden Layoutmöglichkeiten vielen User-Artikel-Schreibern Probleme bereiten.

Ganesh 16 Übertalent - 4870 - 23. Mai 2011 - 8:11 #

In einem Bericht wurde der Vergleich zu Clonk, einem Spiel aus den 90ern gezogen? Das hat eine große Fangemeinde und sogar schon Open Source-Varianten. Kennst du das?
Das habe ich damals vor Urzeiten gespiet - heute würden mich solche Spiele wol nicht mehr so packen, weshalb Terraria ann wohl auch nichts für mich ist...

TheEdge 14 Komm-Experte - 2384 - 23. Mai 2011 - 8:47 #

Sieht ein wenig nach Clonk aus :D

Claython 16 Übertalent - P - 4593 - 13. Juni 2011 - 12:50 #

Hab es mir gestern gekauft und dachte nur so: Das soll jetzt spaß machen?

Aber nach 4 Std dauerbuddeln und Zombieüberfällen, Flucht in Höhlensystem und kämpfen gegen Piranis kann ich sagen.....jupp es macht ne menge spaß und man vergisst sehr shcnell die Zeit.

Cam1llu5_EX 14 Komm-Experte - 2584 - 11. Juli 2011 - 15:54 #

dito ^^ Vorallem die Bosse machen Laune.

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