Wie Elite, nur rundenbasiert?

Smugglers 5 - Invasion

Zille 13. Juli 2014 - 14:02 — vor 2 Jahren zuletzt aktualisiert
Die Aussage „es ist vom Prinzip her wie Elite… nur rundenbasiert“ klingt doch bestimmt für all die Fans von Space-Simulationen unter euch wie eine klare Kaufempfehlung. Ob das auch wirklich so ist, oder ob ihr eure virtuelle Brieftasche für Smugglers 5 - Invasion besser stecken lassen solltet, soll der folgende User-Artikel klären.
Das Genre der Weltraumspiele hat lange Zeit mehr oder weniger brach gelegen – enttäuschende Vertreter wie das kürzlich erschienene X - Rebirth aussen vor gelassen. Dabei zeigen Beispiele, wie die durch Crowdfunding finanzierten Star Citizen oder Elite - Dangerous, dass die Spielercommunity durchaus Bedarf an hochwertigen Weltraumsimulationen hat – oder auch der Indie-Evergreen Evochron Mercenary (siehe User-Artikel). Doch bis diese beiden AAA-Hoffnungsträger das Licht des Tages erblicken werden, wird wohl noch einige Zeit vergehen: Elite Dangerous peilt den Herbst diesen Jahres an, bei Star Citizen dauert es wohl bis 2015.
 
Elite, nur rundenbasiert?

Wenn die Fans von Privateer und Co unter euch also über ein Spiel stolpern sollten, dessen Vorgänger die Spielewebseite rockpapershotgun mit den Worten „es ist vom Prinzip her wie Elite… nur rundenbasiert“ beschrieben hat, dann werden sicher alle Genreanhänger aufhorchen. Worum also geht es in Smugglers 5 - Invasion? In erster Linie handelt es sich hierbei um einen Standalone-Ableger des 2013 erschienenen Vorgängers Smugglers 5 - Secession. Geändert hat sich Invasion im Vergleich zu Secession vor allem in spielerischen Details. Darüber hinaus bietet es eine neue Kampagne, die storytechnisch direkt nach dem Ende von Secession einsetzt. Anstatt von den drei in Secession spielbaren Parteien kämpfen in Invasion die in der Konföderation zusammengeschlossenen Menschen und die erstmals in Erscheinung tretenden raubkatzenähnlichen Jalkath um die einzelnen Sternensysteme. In diesem Rahmen bewegt ihr euch als Spieler und dürft zuallererst wählen, auf welcher Seite ihr in diesem Konflikt stehen wollt. Wenn diese Wahl getroffen wurde, müsst ihr euch für eine von sechs Charakterklassen entscheiden. Zur Wahl stehen neben dem namensgebenden Schmuggler auch der Flottenhändler, der Flottenoffizier, der Kopfgeldjäger, der Pirat und der kämpfende oder der freie Händler (Jalkath/Föderation).
 
Die Auswahl eurer Charakterklasse (hier aus Sicht der Jalkath) hat weitreichende Folgen für das spätere Spiel. Nicht alle sind ohne Handbuchstudium zu erkennen.

Neben euren Startbedingungen, wie etwa des Typs eures ersten Schiffs, legt ihr hier auch den Grundstein dafür, was ihr im späteren Spielverlauf machen könnt. Doch Vorsicht – nicht alles hiervon ist im Spiel gleich klar beschrieben. Smugglers steht hier ganz in der Tradition alter Computerspiele, die ein Handbuchstudium oftmals zwingend vorausgesetzt haben. Das ist allerdings weniger durch die Komplexität des Spiels an sich bedingt, als vielmehr durch nicht vorhandene Hinweise auf die Auswirkungen eurer Wahl: Da für spätere Eroberungen von Planeten und zum Angriff auf Raumstationen zwingend ein Schlachtschiff benötigt wird – ihr diese Schiffsklasse aber als Mensch nicht kaufen, sondern nur kapern könnt – benötigt ihr für einen durchaus interessanten Teil des späten Spiels also zwingend bestimmte Klasseneigenschaften. Die namensgebenden Schmuggler bringen diese zum Beispiel nicht mit. Ein Umstand, welcher nach den zahlreichen Einträgen zu diesem Thema im zum Spiel gehörenden Steam-Forum vielen Spieler offensichtlich erst nachträglich bewusst geworden ist. Dennoch ist die Verknüpfung späterer Möglichkeiten mit der Auswahl der Charakterklassen logisch nachvollziehbar. Dass ein Flottenoffizier irgendwann einmal Sternensysteme erobern können wird, ein Schmuggler sich aber eher auf den Handel mit Verbotenem konzentriert, ist durchaus verständlich.
 
Spielerische Freiheit von Beginn an

Beim Handel zeigt euch ein Popup-Fenster die aktuellen Preise und die Verfügbarkeit am aktuellen Standort - per Händlerfähigkeit sehen wir praktischerweise auch die Preise auf den Nachbarplaneten.
Wenn ihr die grundlegenden Entscheidungen für euer Spiel getroffen habt, startet ihr im jeweiligen Heimatsystem. Von nun an entscheidet ihr selbst, was ihr tun wollt. Steht euch der Sinn nach Handel, könnt ihr euren Frachtraum füllen und von Planet zu Planet reisen – immer auf der Jagd nach Profit. Hier ist es durchaus von Vorteil, wenn die Händlerfähigkeit euch die gerade gültigen Preise in den Nachbarplaneten direkt anzeigt. Den Einkaufspreis merken müsst ihr euch aber selbst – ob sich der Verkauf wirklich lohnt zeigt das Spiel nicht an. Ob ihr solche Komfortfunktionen gut oder schlecht findet, müsst ihr freilich selber entscheiden. Da die Reise zwischen den Planeten aber relativ flott gehen und es bei mehreren Handelsgütern schnell unübersichtlich wird, habe ich diese Funktion durchaus vermisst. Ich möchte in der heutigen Zeit einfach keine Excel- oder Papiertabellen mehr selber pflegen, um in einem Spiel erfolgreich sein zu können.
 
Dieser fehlende Komfort macht sich zum Glück aber nicht besonders stark bemerkbar, da es nicht zwingend erforderlich ist sich viele Gedanken über Ein- und Verkaufspreise zu machen, um Gewinn einzufahren. Lediglich bei größeren und längeren Handelsrouten wird das Verkaufen ohne Protokoll über die Einkaufspreise schnell zu einem Glücksspiel.
 
Falls ihr euch für eine kämpferischere Klasse entscheidet, dürfte der Handel ohnehin schnell zur Nebensächlichkeit werden. Zwar könnt ihr euer Schiff mit einem Modul ausrüsten, das euch analog zur Händlerfähigkeit die Preise jederzeit überall anzeigt – das geht dann aber zwingend auf Kosten eurer Kampfstärke, so dass es eher unattraktiv erscheint.
 
Jörg Langer Chefredakteur - P - 324146 - 13. Juli 2014 - 14:08 #

Nie von dem Titel oder der Serie gehört, vielen Dank für die ausführliche Aufklärung!

twist (unregistriert) 13. Juli 2014 - 14:23 #

Das sieht nun eher öde aus ^^ Vor allem der Rundenkampf.
Aber nett zu lesen fand alle 3 User Beiträge super. Vor allem
da es keine "Massenmarkt" Spiele sind. Gerne mehr von so was!

Frohgemuet 13 Koop-Gamer - 1244 - 13. Juli 2014 - 14:23 #

Wow, Wochenende der ausführlichen User-Artikel! :) Nice (auch an die anderen beiden): Sehr ausführlich - top!

Mario Donick 14 Komm-Experte - 2324 - 13. Juli 2014 - 14:33 #

Vielen Dank für diesen schönen Artikel. Rundenbasiertes Elite klingt eigentlich gut, aber wenn Handel und Kampf nicht besonders ergiebig sind, ist der Kern des Spielprinzips wohl leider verfehlt. Ich muss aber sagen, dass mir das Artwork des Interface ganz gut gefällt auf den Screenshots.

Zille 18 Doppel-Voter - P - 10736 - 13. Juli 2014 - 15:40 #

Ja, in der Tat habe ich auch da die größte Schwäche für mich gesehen. Es gibt zwar viele kleinere Sonderereignisse, aber im Kern bleibt es eigentlich immer ähnlich und wiederholt sich stark.

Aber World of Warcraft hat ja zig Millionen Fans, und im Kern läuft es da ja ähnlich ;-)

Maik 20 Gold-Gamer - - 21503 - 13. Juli 2014 - 15:42 #

Ich habe es auf Anraten einen Freundes gekauft, der ganz begeistert ist. Jedoch hat es mich schon nach einen Minuten nicht begeistern können.

IcingDeath 16 Übertalent - P - 5164 - 13. Juli 2014 - 17:26 #

Naja solche Spiele brauchen normalerweise schon etwas mehr als "einige Minuten" (rate mal das sollte da stehen), bevor man richtig drin ist, je nach Komplexität.

Maik 20 Gold-Gamer - - 21503 - 13. Juli 2014 - 20:41 #

Hast recht. :) Bei mir ist es so: Entweder packt mich das Spiel gleich, dann werde ich es sehr oft spielen, oder es lässt mich gleich kalt, dann verstaubt es. Ich will nämlich nicht die Zeit mit Spielen verplembern, die mir nicht gefallen.

Mabeo 13 Koop-Gamer - 1663 - 13. Juli 2014 - 17:31 #

Ein Kudos ist nicht genug, der Artikel ist super! Ich merke zum ersten Mal, dass man eine Note manchmal gar nicht braucht.

Zille 18 Doppel-Voter - P - 10736 - 14. Juli 2014 - 9:24 #

Danke für die Blumen :-)

Der Marian 19 Megatalent - P - 17289 - 13. Juli 2014 - 18:00 #

Danke für den Artikel. Ist mir in den letzten Jahren auch ein paar mal ins Blickfeld geraten, die Serie, hab sie aber nie angespielt.

Slaytanic 22 AAA-Gamer - P - 32786 - 13. Juli 2014 - 23:17 #

Auch von mir vielen Dank für den Artikel. Es hört sich doch sehr zeitfressend an!

Christoph 17 Shapeshifter - P - 6483 - 15. Juli 2014 - 14:41 #

Danke für die Info über ein interessantes Spiel, v.a. die Hinweise auf den Vorgänger und dessen Demo sind sehr hilfreich.

Allerdings fettgedruckt am Anfang die Aussage "wie Elite, nur rundenbasiert" (ja ja, wenn auch mit Fragezeichen) in den Raum zu stellen, um abschließend zu konstatieren, "Solltet ihr hingegen ein rundenbasiertes Elite im Weltraum erwarten, dann macht besser einen Bogen um Smugglers 5", halte ich für eher... gezwungen. Niemand hat ein rundenbasiertes Elite erwartet, bis er angefangen hat, diesen Artikel zu lesen ;-)
Aber ich will nicht päpstlicher sein als der Papst, sorry; insgesamt gut und hilfreich! Solche Spiele will ich gerne kennen, also freue ich mich über solche Userartikel!

IcingDeath 16 Übertalent - P - 5164 - 15. Juli 2014 - 18:55 #

Die Aussage kam allerdings nicht vom Author des Artikels im ursprünglichen, die findest Du auf der Homepage des Entwicklers und es ist ein Zitat von RockPaperShotGun zu Smugglers 4 (die auf der Produktseite zu S5 gezeigt wird) ;)

Zille 18 Doppel-Voter - P - 10736 - 15. Juli 2014 - 20:49 #

Wie mein Vorposter schon geschrieben hat - mit dieser Aussage wirbt der Entwickler, ich greife das nur auf und stelle es in Frage. Das sich die eigentlich auf den Vorgänger bezieht, habe ich ja auch erwähnt.

Du hast aber natürlich völlig recht. Ich habe das natürlich gerne als Aufhänger genommen. Da diese Aussage von Rockpapershotgun letztlich auch für mich der Grund war, das Spiel zu kaufen und meine Erfahrungen damit zwar positiv, aber nicht überraged waren, kam die Idee zu dem Artikel. Ich hatte damals keine näheren Infos zu dem Spiel gefunden (mittlerweile gibts immerhin einen englischen Podcast), so dass ich auch nicht wusste, wie ich das Spiel einordnen sollte. Übrigens ist der "Artikel" auf RPS nicht mehr als ein Absatz und mitnichten ein Test.

Letztlich ist der Hauptzweck meines Artikels, dass zu etwas, wozu es bisher kaum Infos im deutschsprachigen Raum gibt (außer Geheimtipps in Foren ;-), endlich ein paar Infos zu bekommen sind. Und das hat ja auch geklappt - bei Google findet man den Artikel direkt auf der ersten Seite. Damit biete ich/GG interessierten Käufern eigentlich den momentan einzigen Artikel mit wirklichem Inhalt - und das ist der Mehrwert, den ich erreichen möchte. Den zehnten User-Test zu etwas, was eh schon ausreichend abgedeckt ist, möchte ich nicht schreiben. Ich hoffe also, das man mir zumindest das Einspannen des Werbetexts als Teaser nachsieht. ;-)

Christoph 17 Shapeshifter - P - 6483 - 16. Juli 2014 - 8:54 #

Ich habe ja auch schon gesagt, daß mir meine Kritik eigentlich schon beim Tippen leid getan hat... und betone nochmals: danke für die (deutschsprachige) Info, die ich auch sehr schätze. Ich werde auf jeden Fall die Demo spielen. Sieht nämlich so aus, als würde ich mit einem derartigen Spiel durchaus ein paar Stunden großen Spaß haben, und damit hätte sich das eigentlich für mich schon gelohnt.

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