Weißt du noch...?

Retro-Charme und Nerd-Couture

Moriarty1779 1. Januar 2012 - 21:05 — vor 4 Jahren zuletzt aktualisiert
Neulich auf einer Party -- das Thema Computerspiele kommt auf. Leicht wehmütig blinzelt der 24jährige Student in sein Glas und wendet sich an seinen Kumpel: "Das waren noch Zeiten, damals -- weißt Du noch, die nächtelangen CS-Tuniere?" -- er erntet zustimmendes Kopfnicken. Ich muss schmunzeln.
Nostalgie aus dem Munde eines so jungen Menschen? Wehmütige Gedanken an Computerspiele, die er ein paar Jahre zuvor gespielt hat? Ist so eine Rückbesinnung nicht eigentlich immer eine Sache für huttragende Opas auf Parkbänken gewesen? Überhaupt -- was ist denn mit der ersten Freundin, dem ersten Auto, dem gemeinsamen Aufstieg des Fußballvereins -- warum ist es gerade ein Computerspiel, an das sich schwermütig zurückerinnert wird?

Beim Blick auf die Anwesenden -- alle zwischen Mitte 20 und Mitte 30 -- fällt eine Gemeinsamkeit auf: Wohin man schaut -- "Retro". Da blickt mich das Antlitz von B.A. Barracus vor rotem T-Shirt-Grund an, dort prangt das Logo der Teenage Mutant Ninja Turtles auf einem weiteren Shirt. Drei Mädels stehen zusammen und schwärmen von alten Hörspielkassetten, die man so schön umdrehen und zurückspulen musste. Mein Kumpel Paul erklärt gerade, wie er "damals" mit seinem C64 erste Programmiererfahrungen gesammelt hat, und dass das alles "noch etwas Besonderes war". Der Zuhörer nickt zustimmend -- er trägt ein Shirt mit Atari-Logo und eine dicke Brille Modell "Buddy-Holly". Oder "Nerd" -- nannte man die nicht mal Kassengestell und wurde von anderen ausgelacht, wenn man sie tragen musste?

In jedem der Gesprächsfetzen -- hier geht es um alte Computer, dort um alte Fernsehserien, auch Playmobil oder die Capri Sonne findet Erwähnung -- schwingt wieder dieser Unterton von Wehmut mit, von Nostalgie.
War "damals" wirklich so anders, so viel besser? Warum sprechen junge Leute von "damals" und meinen damit Zeiträume von ungefähr 15 Jahren?

Reisen wir mal zurück in die 80er. Ich selbst habe heute die 30 knapp überschritten, und bin -- wie alle anderen meiner Generation auch -- vor allem mit einem aufgewachsen: mit einer klar definierten Welt. In unserem Haushalt gab es stets einen vollen Kühlschrank, Dinge wie "Hunger" oder "Krieg" kannte ich aus den Erzählungen meines Großvaters, aber sicher nicht aus eigener Erfahrung. Die Welt teilte sich grob in Ost und West -- und wie dankbar man sein durfte, in der westlichen Welt zu leben, das wurde einem immer wieder vor Augen geführt. Nicht zuletzt im Fernsehen, wo Helden stets für das Gute kämpften und am Ende auch siegten. Zwischendrin sprachen sie mal mit ihren Autos oder bauten sich aus einem Haufen Schrott eine mächtige Waffe...

Zu meinem Wechsel auf die weiterführende Schule kam ein C64 ins Haus -- für meinen jüngeren Bruder und mich das Größte. Dennoch kaum erwähnenswert, weil fast schon obligatorisch. Der Anzahl an diskettentauschwilligen Mitschülern nach zu urteilen, hatte so ungefähr jeder den Brotkasten. Der gilt dann auch gemeinhin als Einstieg in die digitale Welt -- in meiner Generation.

Und während die Synthie-Klänge der Werke von Manfred Trenz die Kinderzimmer von den meisten Mitschülern füllten, interessierten sich einige noch ein wenig intensiver für den kleinen Kasten, der meist auf einem unordentlichen, mit Duplo-Aufklebern verzierten Jugendschreibtisch stand -- zwischen Yps-Heften und Lustigen Taschenbüchern. Wer einmal stundenlang Basic-Programme aus der neuesten 64er-Ausgabe abgetippt hatte, nur um am Ende einen roten, grobpixeligen Luftballon über den Bildschirm fliegen zu sehen, und dabei dennoch freudestrahlend und euphorisch bleiben konnte -- der hatte das Essentielle der digitalen Revolution ins Kinderzimmer geholt. Ich wurde damals von einem Virus infiziert, das mich bis heute im Bann hält.

Die typische "Karriere" eines Computerspielers meiner Generation sieht so aus: Erster Computer C64. Später Amiga 500, irgendeine (oder mehrere) Konsolen kommen dazu, vielleicht das Flaggschiff der beginnenden 90er, das Super Nintendo? Die CD-Ära teilen sich meist Playstation und PC, wobei später der PC zum Alleinherrscher im Kinder... oder besser Jugendzimmer wird. Bei nicht wenigen sind erste Ausbildungsgehälter kontinuierlich in die Aufrüstung des PCs geflossen. Als AMD und Intel sich um die Jahrtausendwende das große Megahertz-Rennen liefern, kann man alle 2 Monate einen neuen, wieder um 200 MHz schnelleren Athlon kaufen. Damals heizte DOOM (Man darf es wieder schreiben!!!) noch nicht den Gemütern scheinheiliger Politiker, sondern der völlig überforderten Grafikkarte ein -- Ersatz musste her! 

Als ich in der Mittelstufe -- das war so Mitte der 90er Jahre -- Informatik als Wahlfach belegte, saß ich noch mit wenigen "Freaks" zusammen im Unterricht -- um zu erkennen, dass ich das, was uns auf den 14-Zoll-Röhrenmonitoren präsentiert wurde, längst in Eigenregie gelernt hatte. Auch hier war die Welt noch ein wenig klarer strukturiert: Informatik-Kenntnisse, Computerspiele und ein "Nerd"-Image waren in meiner Jugend nicht der beste Weg, um damit Mädchen zu beeindrucken, auch wenn Matthew Broderick in Wargames zeigte, dass auch das manchmal klappen kann.
"Case-Modding" -- das Autotuning für Nerds. Der Linke war meiner...
Auch wenn auf der "Fusion LAN", einer großen Netzwerkparty im Dezember 2002, schon ein kleiner, aber erkennbarer Frauenanteil unter den knapp 1000 Teilnehmern war, ja sogar ein Frauen-Clan die meisten männlichen Zocker in die CounterStrike-Grenzen verwies -- die Attraktion auf der Bühne, eine Stripperin im Nikolaus-Outfit, brachte die Menge zwar zum Feiern, den "Glücklichen", der auf die Bühne durfte aber eher zum Erröten und Stottern.

Seit Jahren nun schon sind Videospiele und -spieler in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Spiele verkaufen sich besser als Hollywood-Blockbuster, dank Casual-Produkten werden auch Menschen vor die Bildschirme gelockt, an denen die gesamte digitale Revolution bisher vorbeigegangen ist. Darüber hinaus ist auch die allem digitalen anhaftende "Nerd"-Kultur salonfähig geworden. Gab es in meiner Jugend tatsächlich  noch das Klischee "Computerfreak", so darf sich heute jeder als Spieler oder IT-Bastler outen, ohne im gesellschaftlichen Abseits zu landen. Schulalltag war damals härter! Gipfeln tut der neue Chic der "Nerd"-Kultur darin, dass sogar die Modewelt einstmals verhasste Stile entdeckt und ausgebeulte Chino-Hosen, Superhelden-T-Shirts oder dicke Brillen zum Schlager der Saison erklärt. Und zum Schluss zeigen Leonard, Sheldon und Co, dass die Loser von einst heute die Winner sind (wow, ein Bob Dylan-Zitat ^^).

Dieser neue Chic zieht natürlich eine weitaus größere Masse von Leuten an -- Mainstream überzeugt eben leichter. Ich arbeite im Marketing, in der so genannten "Kreativ-Branche" -- das lockt natürlich immer wieder teils sehr junge Menschen (aka Schüler), die ein Praktikum in diesem interessanten Bereich machen wollen. Es stand mal ein 16jähriger Schüler mit einem Stapel kopierter Unterlagen vor mir, und auf seinem T-Shirt prangte in bunten 80er-Farben die Risszeichnung eines C64.
Ich: "Ach, der gute alte Brotkasten"
Er: "Wie? Brotkasten?"
Ich: "Na, der C64 auf deinem T-Shirt"
Er: "??"
Ich: "So einen Computer hatte ich Ende der 80er Jahre"
Er: "Ach, das ist ein Computer? Ich dachte das wäre nur so ein Muster..."  

Immer, wenn eine Gruppe von Menschen das Gefühl bekommt, ihre Profession, ihre Leidenschaft oder einfach nur ihr Hobby wird plötzlich von Leuten wahrgenommen, die sich vormals gar nicht dafür interessierten, dann kommen gewisse Abgrenzungshaltungen ins Spiel. Das mussten die Profi-Fotografen durchmachen, als digitale Spiegelreflexkameras plötzlich auf Normalverdiener-Preisniveau sanken, das kennen die Bewohner kleiner Urlaubsorte, die -- vormals Geheimtipp -- vom Massentourismus entdeckt werden, und das reicht sicherlich zurück zu den ersten Menschen, die ihr Wissen über die ertragreichsten Äcker nur Stammesmitgliedern verrieten, im Wissen, dass sich sonst Massen Anderer in ihrer Gegend niedergelassen hätten.

Wer zu Zeiten meiner Jugend Computerfreak und -spieler war, der musste sich das in verschiedener Hinsicht schwer erkaufen: Computer waren teuer und Taschengelder niedrig -- zumal die Generation der Eltern oftmals wenig Verständnis für diese Kisten aufbrachte -- völlig analog aufgewachsen und von der digitalen Revolution quasi überrascht fehlte den "Erwachsenen" oft die spielerische Herangehensweise -- Angst oder wenigstens Respekt vor allem Digitalen waren die Folge (Kurze Zwischenfrage an meine Altersgenossen: Wer von euch war schon als Kind der Einzige im Haushalt, der das neue Telefon einstellen oder den Videorekorder richtig bedienen konnte?)

Kurzum: ein Computer musste wirklich lange zusammengespart und erbettelt werden. Auch die Bedienung war nicht ohne. Wer damals spielen wollte, musste zumindest kryptische Befehle tippen lernen, von der richtigen Einstellung der "config.sys" auf ersten PCs ganz zu schweigen -- im Zweifelsfall reichte der interne Speicher nur bei absolut passender Vorkonfiguration, um ein Spiel überhaupt zu starten. Das Wissen über solche Zusammenhänge musste aus dicken, schwer zu lesenden Wälzern aus der Bibliothek zusammengetragen oder zumindest mit Freunden vor dem Bildschirm selbst herausgetüftelt werden. 

Heute ist der Einstieg in die Computerwelt so günstig wie DOS-Wissen unnütz. Man kann gleichzeitig "Nerd" und cool sein (glaubt mir, damals war das nicht ohne weiteres machbar...). Das gibt natürlich einer ganzen Generation das Gefühl, ihr Wissen, ihre Fähigkeiten seien "entwertet", zum Mainstream geworden. Und weil der technische Wandel sich so rasant vollzieht, sind die Zeiträume so kurz geworden, die "up-to-date" von "überholt" trennen. Da neigen dann auch mal die ganz jungen Leute dazu, sich in einem bestimmten Bereich als "alte Hasen" zu sehen -- bis zu Wehmut und Nostalgie ist es da nicht mehr weit.

Heute sind Spiele dank technischer Möglichkeiten so realistisch, bombastisch und fesselnd wie nie zuvor -- und doch hängen unsere nostalgischen Erinnerungen manchmal an den Pixelhäufchen der frühen 80er, die uns genauso fremde Welten, Raumgleiter, Ritter und  Drachen zeigten -- allerdings zum ersten Mal in der Geschichte!
Moriarty1779 1. Januar 2012 - 21:05 — vor 4 Jahren zuletzt aktualisiert
Henke 15 Kenner - 3636 - 1. Januar 2012 - 21:26 #

Klasse Artikel... in vielem, was Du hier geschrieben hast, habe ich mich wiedergefunden...

Aber gibt es wirklich pubertierende Nerds, die ein 64er-Shirt tragen, ohne dessen tieferen Sinn zu erfassen? Und ich dachte, es gäbe noch Hoffnung für die menschliche Rasse!

Shawn 12 Trollwächter - 934 - 4. Januar 2012 - 23:38 #

Ja, das wundert und schockiert mich jetzt aber auch. So abgestumpft, unwissend und ignorant die Jugend von heute! ;-)

Zum Artikel selbst: Wunderschön geschrieben. Kann alles nachvollziehen und bin mit meinen bald 34 Jahren an vielen Stellen ebenfalls wehmütig geworden. Natürlich werden in der Erinnerung viele Dinge verklärt. Es war nicht unterhaltsam, wenn man eine halbe Stunde vor dem 64er "Floppy 1541"-Laufwerk saß, nur um zu merken, dass das Ding mal wieder abgeschmiert war, von GEOS 2.0 ganz zu schweigen. Und nein, es war auch nicht schön, wenn man einen ganzen Tag lang an der Autoexec.bat und der Config.sys rumfummeln durfte, die Treiberreihenfolge samt Soundblaster-Einstellungen optimierte und den Upper Memory vollpackte, nur um in DOS einige Kilobyte mehr zu erhaschen. Nein, das war wirklich nicht spaßig. Aber es war trotzdem cool! Und ich bin froh diese Anfänge, diese tollen Zeiten, miterlebt zu haben. Deshalb Dankeschön für Deine Mühe und den tollen Artikel! In diesem Sinne:

LOAD "*",8,1

Olphas 24 Trolljäger - - 46958 - 1. Januar 2012 - 22:11 #

Wunderbar geschriebener Artikel. Ich habe mit meinem 35 Jahren ganz ähnliche Erfahrungen gemacht und finde mich daher sehr gut hier wieder.

monokit 14 Komm-Experte - 2098 - 3. Januar 2012 - 18:13 #

...und ich mit meinen 41 ebenfalls. ;^)

Gorny1 16 Übertalent - 4718 - 1. Januar 2012 - 22:16 #

Der Artikel liest sich irgendwie so, als ob du kopfschüttelnd über die Leute nachdenkst die nostalgische Gefühle gegenüber alten Spielen haben. Dabei schreibst du, warum diese Gefühle legitim sind. Irgendwie erschleißt sich mir deine Meinung bei dem Thema nicht ganz.
Da hättest du gerne noch einen Absatz hinzufügen können, wie du dazu stehst.

Allein auf Spiele bezogen hast du sicherlich in vielem Recht, aber das alte DOS-Wissen, bzw. die Fähigkeit zur Analyse der Vorgänge um das Spiel dann zum laufen zu bekommen helfen z.B. mir auch heute immernoch. Sei es nun um die DOS-Box zu konfigurieren oder viel bedeutender die alten PCs zum laufen zu kriegen die in so manchen Laboren immernoch die Messinstrumente steuern!(<- immer weniger, aber trotzdem immernoch vorhanden)

Moriarty1779 15 Kenner - P - 3008 - 1. Januar 2012 - 23:13 #

Also kopfschüttelnd sicherlich nicht... ich dachte, der Artikel macht am Schluss deutlich, dass ich mich selbst dazuzähle ;)

NedTed 18 Doppel-Voter - - 11725 - 1. Januar 2012 - 22:22 #

Applaus für diesen Artikel. Er war wunderschön zu lesen. *hach*

Markus 13 Koop-Gamer - 1320 - 1. Januar 2012 - 22:27 #

Thx, der Text analysiert die grassierende Retro-Welle wirklich gut und spiegelt auch meine eigenen Erfahrungen mit Mitte 30 wieder.

Kriesing 19 Megatalent - - 14073 - 1. Januar 2012 - 22:53 #

Schöner Artikel. Ich muss sagen in vielen Dingen finde ich mich da auch wieder. Mein erster Computer war in der Tat auch ein C64. Und so einmal im Jahr hole ich den nochmal raus und spiele die ganzen alten Spiele. Giana Sisters, Mafia, Vermeer, Last Ninja, Defender of the Crown ect. Ich stelle dann immer fest die Zeit damals war schön. Nicht weil sie besser war (nach so einem Retro-Tag freue ich mich auch immer wieder auf die heutige Grafik) sondern weil es damals neu war. Man hatte eine Neue Welt entdeckt und alles neu erforschte bleibt einem als schöne Erinnerung erhalten.

Xariarch 13 Koop-Gamer - 1696 - 1. Januar 2012 - 23:27 #

Wirklich toll geschrieben.. ich hab mich auch irgendwo wieder erkannt... gut da ich erst 22 bin würde ich wohl ein Tshirt mit nem 386er tragen ;)
Und in der Schule war ich als PC Freak nicht grad der coole ;)

Azizan 17 Shapeshifter - 7303 - 1. Januar 2012 - 23:30 #

Geht mir so ähnlich ;) Die älteren Spiele sind dann irgendwie doch die schönsten :D

Guldan 17 Shapeshifter - P - 8309 - 3. Januar 2012 - 13:27 #

Ging mir auch so aber ich fands gut und war stolz drauf :) Die gute alte Zeit.

Cubi 17 Shapeshifter - 6113 - 1. Januar 2012 - 23:32 #

...und genau wegen solchen Artikeln, ist mir das GG-Abo jeden Cent wert!

Bravo, Moriarty - es war eine Freude ihn zu lesen (und sich in vielen Abschnitten nur zu deutlich wieder zuerkennen).

Mr. Tchijf 14 Komm-Experte - P - 2031 - 1. Januar 2012 - 23:34 #

Respekt :-) Schöner Artikel!

Begeistert bin ich als alter RTCWler jedoch auch von deinem Case-Mod :-)

Jetzt musst du mir aber auch mal sagen, wo du gespielt hast...

RTCW war für mich der beste Shooter und eine richtig schöne Zeit :)

Moriarty1779 15 Kenner - P - 3008 - 2. Januar 2012 - 11:51 #

Hallo und danke!
Der Case-Mod (zu einer Zeit, wo noch nicht jeder einen beleuchteten PC hatte) war schon eine schöne Sache - auf der FusionLAN in Hamm 2002 hat der mir sogar einen Preis (glaube den 2. Platz) für den besten Case-Mod eingebracht. Wenn man in die Fenster oben reingeschaut hat, konnte man das CD-Laufwerk in Aktion sehen, denn der Deckel davon war ebenfalls aus Plexiglas...
Hatte mit meinen Kumpels einen Clan, aber eher CS. RTCW haben wir nur for fun oder solo gespielt. Das ist aber alles schon vor Jahren auseinandergegangen...

Alex Althoff 20 Gold-Gamer - 20726 - 1. Januar 2012 - 23:46 #

Schöner Artikel ^^ Ich arbeite seit ca 3 Monaten ja selber in nen PC Aufrüst und Reparaturgeschäft und hatte letztens auch so ein schönes T-Shirt an:

http://www.amazon.de/Start-Screen-Herren-T-Shirt-Gr%C3%B6%C3%9Fe/dp/B001TXK3MC/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1325457814&sr=8-2

xD Hab meinen Chef paar Kunden damit geklaut da se gleich meinten: "Ah ein Mann vom Fach" *lach*

Und DOS *Seufz* Hab da im Lager ne alte Festplatte ausgegraben - hab ja sogar noch die Disks zu DOS 4.1 (anno 1989 xD) und auf der Platte war DOS 6.2 und Windows 3.1 drauf - ne Quantum mit ganzen 170 MB :D Wollte der Chef entsorgen aber das hab ich dann gemacht und die als Startplatte in meinen alten P233 eingebaut xD

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29501 - 2. Januar 2012 - 9:56 #

Ich bin zu meinen Saturn-Zeiten ab und zu im "Ich sehe tote Pixel"-Shirt herumgelaufen (ab und an muss man Umräumen und hat dabei keine Dienstkleidung an) - das fanden diverse Kunden auch immer sehr toll :D .

MrWulf 10 Kommunikator - 476 - 19. Januar 2012 - 20:35 #

170 MB ist doch schon echter Luxus. Der erste Rechner an dem ich saß hatte 20MB (mit Stacker verdoppelt auf 40) HDD und gigantischen 4MB Arbeitsspeicher. Der Kostenpunkt war nen echtes Schnäppchen. Nur 3000 DM. ^^

Goh 14 Komm-Experte - P - 2488 - 1. Januar 2012 - 23:51 #

Hammer Artikel! Auch wenn ich erst 18 und somit fast eine ganze generation später dran bin, kann ich in einigen Punkten nur zustimmen. vielleicht jetzt weniger beim C64 oder stundemlangen code-tippen, jedoch das konfigurieren am PC habe ich noch zum teil mitbekommen (alten PC zuhause gehabt). Auch die alten pixelhaufen auf den 8"-"brettern" waren ein fester teil meiner kindheit und ich erinner mich gern dran. Zwar sind meine nostalgie-gefüjle bei weitem nicht so ausgeprägt, aber ich denk mal, dass ich in deinem alter ähnlich über meine kindeheit und jugend denken werde. ;)

toya_ger 06 Bewerter - 77 - 2. Januar 2012 - 0:15 #

auch von mir ein dickes Lob für den Artikel

Anonymous (unregistriert) 2. Januar 2012 - 0:21 #

Früher mußte man einfach was "können" um ein Spiel zu schaffen. Heute reicht es meist ausreichend Zeit zu investieren. Irgendwie sind heutige Spiele, wie viele Frauen, die ich kannte: Oberflächlich betrachtet sehen sie super aus, bei den inneren Werten siehts meist agr bescheiden aus.

Major_Panno 15 Kenner - 2883 - 2. Januar 2012 - 1:11 #

Wie recht du mit deinem letzten Satz hast :-)

Major_Panno 15 Kenner - 2883 - 2. Januar 2012 - 1:09 #

Ich bin 27 und kann den Artikel genau so unterschreiben. Toll geschrieben! Auch ich schwelge oft in Erinnerungen, die ca. 10-12 Jahre her sind und komme mir dabei immer richtig alt vor. Schön zu lesen, dass es nicht nur mir so geht.

Faxenmacher 15 Kenner - 3981 - 2. Januar 2012 - 17:32 #

*Zustimm* ^^

MasterShake 11 Forenversteher - 712 - 2. Januar 2012 - 1:54 #

Schöner Artikel, in dem sich sicher viele Spieler um die dreißig wiedererkennen.
Interessant und schade ist, daß ältere Spiele häufig ausschliesslich in der vom Schleier der Nostalgie umhüllten Erinnerung dahinsiechen.
Noch viel massiver als bei anderen Medien ist der Blick in der Spielegemeinde meist gnadenlos nach Vorne gerichtet. Neu verdrängt Alt, anstatt sich dazu zu gesellen, wie es ja bei Film und Musik auch der Fall ist. Alles Alte gilt als "retro" (bei diesem Wort meldet sich übrigens immer sofort mein Worthülsen-Alarm), das Konsumieren von Klassikern als exotisch-verschroben. Eine einst gern gehörte CD macht man doch auch an, und träumt nicht nur davon.
Qualtität ist zeitlos. In dieser Hinsicht müssen die Spieler noch eine Menge lernen.

Anonymous (unregistriert) 2. Januar 2012 - 2:22 #

Leider leider ist das bei PC-Spielen deutlich anders als bei Musik oder Filmen. Schonmal versucht, ein altes Spiel auf einem neuen Computer zum Laufen zu kriegen?
Bei einigen kann man das Ding noch wie in den "guten" "alten" Zeiten mittels Schrauben zum Funktionieren bewegen, aber bei anderen kann man auch das vergessen.
Musik und Filme kann man leicht von einer Technik-Generation auf die nächste übertragen, bei Spielen kann man aber nicht einfach nur überspielen und läuft.
Damit sind Spiele leider so etwas wie ein Wegwerfprodukt.
Aber ich denke gerade dadurch, dass man das Wieder-Raus-Kramen alter Filme und Musik kennt stimmt es einen erst recht wehmütig, dies nicht mit seinen alten Lieblingsspielen machen zu können.

MasterShake 11 Forenversteher - 712 - 2. Januar 2012 - 3:19 #

Also diese Erfahrung kann ich überhaupt nicht bestätigen. Diesbezülich ist das "dunkle Zeitalter" doch nun wirklich vorbei. So gut wie alle alten Spiele kann man heutzutage ohne die geringsten Mühen per Emulation auf modernen Systemen zum Laufen bringen, und nur in ganz seltenen Einzelfällen muss man etwas mehr werkeln und dann läufts.
Und selbst wenn dem nicht so wäre, könnte man die alte Hardware beschaffen. Oder man hat sie noch. So macht mans mit Konsolen doch auch. Davon rede ich doch.
Ich musste noch nie ein Spiel wegwerfen.

Anonymous (unregistriert) 2. Januar 2012 - 4:34 #

Klar, ich hatte auch schon Uralt-Spiele, die problemlos liefen, genauso aber hatte ich auch Spiele, die erst ein paar Jahre alt sind und schon nicht mehr lauffähig waren. Sowas kennt man doch von jeder neuen Windows-Version. Emulatoren haben auch ihre klaren Grenzen.
Aber im Allgemeinen gilt insgesamt: Je älter ein Spiel, desto unwahrscheinlicher wird es, dass mans auf aktueller Hardware spielen kann (und wie lange genau kann man natürlich nicht vorhersagen).
Einfach so alte Hardware holen ist in der Realität dann auch nicht so einfach. Die Hardware geht mit der Zeit kaputt, ist nirgendwo mehr zu finden oder kostet viel wegen Sammlerwert, und ich möchte meine Wohnung auch nicht mit zig alten PCs und Konsolen zustellen.
Vor allem sind es momentan nur die Hardware und Spiele aus zwei, drei Jahrzehnten. Da kommt noch ne ganze Menge mehr, und die technische Kluft wird auch größer.
Und zuletzt: Unsereins, die sich in Nerd-Communities wie hier in GamersGlobal tummeln, mag ein bisschen gebastel nichts ausmachen, aber der größte Teil der Menschen kann das nicht.

MasterShake 11 Forenversteher - 712 - 2. Januar 2012 - 8:27 #

Die Spiele, von denen du sprichst, sind eben nicht "schon nicht mehr lauffähig". Sie sind noch nicht wieder lauffähig. Je älter das Spiel, desto unproblematischer die Emulation. Alles Alte läuft. Deswegen ist, wie bereits gesagt, der Besitz alter Hardware nicht nötig, aber, trotz all deiner unobjektiven Einwände, möglich. Und zuletzt: Wann bitte sprach ich vom größten Teil der Menschen???

Anonymous (unregistriert) 2. Januar 2012 - 20:28 #

"unobjektiv"? Du kannst ja wohl nicht bestreiten, dass es bei Spielen technische Hürden gibt, die man bei Film und Musik nicht hat. Wie stark die genau sind ist sehr komplex und auch von Spiel zu Spiel unterschiedlich.
Du hast nicht von den meisten Menschen gesprochen, genau deswegen habe ich es erwähnt. Auch Menschen, die nicht ihr Leben Computerspielen widmen haben das Recht auf Retro. Bei Musik muss man ja auch nicht wissen, wie man die von einer Schallplatte auf CD überträgt, um sie als CD hören zu können.
Dein polemischer Angriff gegen meine Person ist irgendwie ohnehin fehl am Platz. Ich habe das Gefühl, dass du meinen Post als Einwand gegen deinen verstanden hast, dabei war er nur als Ergänzung gedacht. Im Grunde genommen hast du Recht, nur leider ist es in der Realität etwas schwieriger. Sich über den genauen Ausmaß dieses "etwas" zu streiten macht wenig Sinn und kann von keinem von uns "objektiv" ermittelt werden.

Minka der große Hund (unregistriert) 2. Januar 2012 - 5:26 #

Viele denken Retro ist "cool" und "hip" und "boar ich muss dabei sein".. Dabei ist das halt ein normaler Prozess. Viele haben die Musik vom Vater früher gehasst und erst später lieb gewonnen. Heute gibs halt die selbe Scheisse, nur das man heute son Retro Futzi ist der n Brotkasten anhimmelt. Hätte ich ein Sohn, der würde vermutlich auch eher seine PS3 streicheln, als Giana Sisters auffen C64 daddeln.

Tr1nity 26 Spiele-Kenner - P - 73381 - 2. Januar 2012 - 6:04 #

Wobei ich sagen muß, daß es schon einen Unterschied macht, zu der Generation zu gehören, die damals die Spiele auch wirklich gezockt hat und zu denjenigen, die mal die ollen Teile mal anspielen, weil so alte Socken wie z.B. ich noch davon schwärmen, weil es einfach tolle Spiele waren ;).

Ich denke das ist wie mit TV-Serien. Die z.B. CSI-/House-Generation würde vermutlich bei einer 70er/80er-Serie wie Drei Engel für Charlie, CHiPs, Knight Rider, Magnum, A-Team oder MacGyver die Nase rümpfen, wärend unsere Generation sich freut, mal wieder diese im TV zu sehen, weil man einfach gut unterhalten wurde :).

Cubi 17 Shapeshifter - 6113 - 2. Januar 2012 - 8:00 #

Da ist viel Wahres dram, Trin.

Luebke 12 Trollwächter - 1032 - 2. Januar 2012 - 23:26 #

Ach, MacGyver, der Held meiner Kindheit. Ich warte sehnsüchtig auf eine Veröffentlichung aller Folgen auf Bluray... Das waren noch Zeiten, wo man nichtmal den Vornamen seines TV-Helden kannte (zumindest bis zur König Arthus Doppelfolge :D)

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29501 - 5. Januar 2012 - 0:18 #

Ich schau den guten gerade wieder - bin bei Staffel 3 inzwischen. Und irgendwie kam mir das damals alles viel logischer vor :D .

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29501 - 2. Januar 2012 - 9:59 #

Mein Sohn zockt lieber Giana Sisters auf dem C64 als moderne Konsolenspiele und ist total begeistert vom Brotkasten. Kommt immer darauf an, was man vorlebt :) .

lurks 09 Triple-Talent - 258 - 17. Januar 2012 - 8:35 #

Ist bei meinem Sohn auch so er liebt C64/SNES Spiele, aber am 22. Februar holt er sich die Vita und freut sich drauf wie ich auf meine 1541 damals. Aber wenn er mal freunde da hat schauen manche etwas seltsam wenn er ein alte Spiel anmacht. Wie schon von dir gesagt Kinder kommen nicht auf andere.

mihawk 18 Doppel-Voter - P - 12982 - 2. Januar 2012 - 8:05 #

Verdammt, ich werde echt alt :)

Super Artikel, riesiger Kudos dafür !!!

Harald Fränkel Freier Redakteur - 6436 - 2. Januar 2012 - 9:29 #

Kudos! Sehr schöner Artikel, äußerst inspirierend, gleich mal auf Facebook und Twitter verbreiten ... wenngleich ich in einem Punkt deutlich sagen muss: Man kann auch wehmütig an seine erste Freundin zurückdenken (nun, vielleicht war sie in deinem Fall ne blöde Kuh ;), ans erste Auto sowieso und auch an den Sportverein, wenn man ein besonders tolles Erlebnis damit verbindet.

Warum man dazu neigt, retro drauf zu sein? Ich hab's zufälligerweuse gerade in einem Kommentar unter meinen Wochenrückblick geschrieben, anlässlich meiner Top50-Lieblingsspielliste meiner Lieblingsspiele:

Die ersten Games meines Lebens haben mich sehr viel mehr gefesselt, weil es etwas Neues für mich war. Je mehr du in deinem Leben gedaddelt hast, desto schwieriger wird es für einen Titel, dich wirklich zu packen. Nein, früher war nicht alles besser, auch nicht die Spiele. Es war wie gesagt nur aufregender, weil neu. Dat is wie beim Sex, liebe Kinder - auch ihr werdet das nachvollziehen können, wenn ihr mal Sex gehabt habt. ;)

Jugenderinnerungen waren schon immer etwas Tolles, nicht erst, seit es digitale Spiele gibt. Es macht Freude, sich zurückzuerinnern. Deshalb ist es auch kein Wunder, dass ich ein eigenes "Kinder"zimmer für mich hab, wo ich Spiele aus den 70ern und 80ern horte, Comics, Superheldenfiguren, Romanhefte und auch die im Artikel erwähnten Yps (Urzeitkrebse, Eckige-Eier-Maschinem, Abenteuer-Zelt ftw!) und Lustigen Taschenbücher. Für mich macht das einen Teil Lebensqualität aus. :)

Drapondur 25 Platin-Gamer - - 55756 - 2. Januar 2012 - 10:44 #

Toller Artikel! Kann ich sehr gut nachempfinden. :)

Stuessy 14 Komm-Experte - 2512 - 2. Januar 2012 - 10:53 #

Hier! Ich bin auch 30+. Nach Duplo-Aufklebern und YPS-Heft konnte ich vor lauter Tränen in den Augen den Artikel nicht zu ende lesen. Da kommt man ja völlig in die Quarter-Life-Crisis. :,-(

Du hast meine Kindheit und Jugend übrigens perfekt in Worte gepackt.

Anonymous (unregistriert) 2. Januar 2012 - 11:09 #

Super Artikel! Aber ich versteh den Zusammenhang von DOOM und der Notwendigkeit neuer Grafikkarten zur Jahrtausendwende nicht...

Stuessy 14 Komm-Experte - 2512 - 2. Januar 2012 - 13:05 #

Stimmt. Bei mir war ganz klar der Arbeitsspeicher die begrenzende Hardware. Meine bis dato üppigen 2 MB haben für das damalige Spiel der Spiele nicht mehr ausgereicht und ich war mehrere Monate (bis ich genug Geld zum Aufrüsten durch Rasenmähen, Zeitungsaustragen und Co verdient hatte) sogar unter den Nerd-Freunden der Aussenseiter.

MasterBlaster 09 Triple-Talent - 299 - 2. Januar 2012 - 11:20 #

Grundsätzlich ein sehr guter Artikel, den ich mit Freude gelesen habe. Allerding fehlt mir bei dieser Diskussion um die "Neuen Nerds" immer ein bisschen die Differenzierung und der Kontext.

Vor 20 Jahren hatte man bei dem Begriff Nerd jemanden vor Augen, der quasi gesellschaftsunfähig ist. Jemanden, der sich nur mit Seinesgleichen versteht, der physisch, modisch und auch in jeglicher anderer Hinsicht völlig im Abseits steht. Sowas ist auch heute nicht mal ansatzweise cool und akzeptiert. Man denke nur an das Klischeebild vom übergewichtigen, ungewaschenen, sozial verwahrlosten WoW-Suchti. Selbst ein gepflegter, gebildeter, berufstätiger junger Mensch, der sich allerdings im Privatleben mit nichts anderem beschäftigt als seinem Online-Char und auch einen dementsprechend ausgerichteten Freundeskreis hat, wird dadurch nicht attraktiver und interessanter. Schon mal als Außenstehender einer Runde hochintelligenter Studenten gelauscht, die über ihr Lieblings-MMO philosophieren?

Auf der anderen Seite war es auch früher problemlos möglich sich intensiv mit seinem Hobby zu beschäftigen ohne ein Ausgestoßener zu sein. Ich habe mein ganzes Geld für Computer- und Videospiele ausgegeben, war Club Nintendo-Mitglied, im Informatikkurs und hatte viele Freunde mit genau der selben Begeisterung für dieses Thema. Aber das war eben nur eine meiner Facetten. Ich hatte auch das, was man heute als Real Life bezeichnet. Freunde, Freibad, Fußballverein, Partys etc.

Was ich damit sagen will: Nicht dieser besondere Schlag Menschen und deren Standing in der Gesellschaft hat sich geändert, sondern einfach die Definition des Begriffs Nerd. Dieses moderne Nerdtum würde ich eher der Hipsterkultur zu- und unterordnen. Da wurde einfach ein bestimmter Stil ästhetisiert. Alles was daran uncool ist wurde wegsubtrahiert und das Brauchbare in ein massentaugliches Format gepresst. Das Gleiche ist auch mit der HipHop-Kultur passiert. Wenn man Mitte der 90er auf dem Pausenhof der Einzige mit Baggypants und Cap war, dann war das ein Statement. Wenn man auf der Straße jemandem begegnet ist, der genauso gekleidet war, dann wusste man sofort was Sache ist. Heute laufen alle so rum aber die wenigsten identifizieren sich wirklich mit dem Background und ziehen letztendlich nur das Image in den Dreck.

Muss wohl jeder für sich selbst ausmachen. Ich würde mich selbst durchaus als Nerd bezeichnen, aber eben weder in der ursprünglichen, noch in der modernen Variante. Ich liebe einfach mein Hobby, identifiziere mich auch damit, aber versuche trotzdem mein Individuum zu behalten und mich nicht in Schubladen stecken zu lassen.

crishan 10 Kommunikator - 538 - 2. Januar 2012 - 17:16 #

Du hast sowas von recht ;)

Die Hipster-Fags versuchen, für sich bestimmte, als Nerd-modisch
von ihnen wahrgenommene Asthetiken, einzunehmen.

Das führt dann zu Blüten wie den seit neuem immer wieder
durch die Gegend laufenden Frauen mit anderhalbfach zu
großem Schwarz-hornbrillengestell...MIT FENSTERGLAS DRIN!
ARGH!

GeneralGonzo 12 Trollwächter - 1171 - 2. Januar 2012 - 11:40 #

Schöner Artikel !
Interessant finde ich aber auch die Kommentare hier, in denen teils gerade mal 20 - 25 jährige ähnliche Gefühle zeigen.
Ich mit meinen 40 Jahren habe mit 13 Jahren am C-64 "angefangen" - da waren die meisten hier noch gar nicht auf der Welt ;-)

Herrlich war das......danke für den Artikel!

hoschi 13 Koop-Gamer - 1464 - 2. Januar 2012 - 11:55 #

Guter Text, aber eines stimmt nicht:

"Damals heizte DOOM (Man darf es wieder schreiben!!!) noch nicht den Gemütern scheinheiliger Politiker, sondern der völlig überforderten Grafikkarte ein -- Ersatz musste her! "

Doom1+2 kam doch damals in der 386/486 Ära raus. Das CPU-Aufrüsten seitens der Hersteller AMD und Intel kam doch erst so richtig um das Jahr 2000 rum auf, als die Prozessoren schon 2 Generationen weiter waren. Bei den Grafikkarten war es gleich. Zu Doom-Zeiten hat doch noch niemand groß aufgerüstet. Entwerder es lief oder es lief nicht.

Moriarty1779 15 Kenner - P - 3008 - 2. Januar 2012 - 12:10 #

Du kannst recht haben - meine Erinnerungen verblassen auch langsam ;)
Habe auch den Abschnitt im Artikel recht knapp gehalten und etwas gemixt...
Ich hatte für meinen ersten PC damals (486 DX 2-66) irgendwann eine neue Grafikkarte geholt, eine Spea Mirage. Ich meine, dass war so die Doom-Zeit...
Dieser AMD/intel-Wettstreit war um die Jahrtausendwende, das hatte ich ja auch geschrieben. Damals ging ein Großteil meines Zivi-Gehalts für neue Rechnerkomponenten drauf...

Blacksun84 17 Shapeshifter - P - 6525 - 2. Januar 2012 - 12:00 #

Ich zocke heute noch gerne ab und an die alten SNES- und N64-Titel auf meinem PC. Klasse Abwechslung zwischen zwei neueren Titeln.

Stuessy 14 Komm-Experte - 2512 - 2. Januar 2012 - 13:08 #

Pfui! SNES Spiele gehören auf ein SNES und niemals auf einen PC. Du hast dich als Nerd schonmal disqualifiziert! ;)

alterspassvogel 11 Forenversteher - 643 - 2. Januar 2012 - 12:10 #

Ach da werden Erinnerungen wach. Die ganzen Dos-Befehle auswenig gelernt und ein Jahr später kam Win95 raus. Immerhin gibt es DosBox :)

DerDani 15 Kenner - P - 3681 - 2. Januar 2012 - 13:17 #

Schöner User-Artikel... Find mich auch in Teilen wieder ^^

Necromanus 16 Übertalent - P - 4257 - 2. Januar 2012 - 13:39 #

Ein wunderbarer Artikel der mich auch an meine Kindheit erinnert :-D

Reverend 12 Trollwächter - 1049 - 2. Januar 2012 - 16:21 #

Als DDR-Geborener lief dass bei mir naturgemäss etwas anders ab.
Die ersten Schritte erfolgten im freiwilligen (deswegen nachmittags wenn andere frei hatten) Unterrichtsfach "Computer" auf einem KC 85/3.
Erstes Spiel darauf war ein unglaublich (das wussten wir ja damals nicht) dreister Digger-Klon.
Kaum waren die Grenzen auf, war unsere 4-köpfige Familie mit Omma und Opa damals in Bayreuth, Begrüssungsgeld abgeholt und eingekauft.
Meine Eltern waren damals so unglaublich fortschrittlich drauf, dass sie mir und meinem kleinen Bruder erlaubten, uns einen C-64 zu kaufen.
Mehr ging ned, bekam ja jeder nur hundert DM.
Die Differenz legten sie auch noch drauf.
Inklusive waren damals eine Datasette (quietsch-brumm-quietsch) und das obligatorische Spielemodul.
Jahre später kam noch das 5nViertelZoll dazu.
Fussball und Karate gegeneinander, Sprite-Programmierung und "Samantha Fox - Strippoker" alleine - gabs was schöneres ? :)
Später dann extensives config.sys und autoexec.bat editieren ... EMS, XMS, loadhigh, DOS=high,umb usw ...
Gott waren wir damals drauf ... 10KB mehr Speicher .. friemeln wir mal los ...
Und heut ? 8GB RAM ? So wenig ? Bestell ma watt ...

Harald Fränkel Freier Redakteur - 6436 - 2. Januar 2012 - 16:52 #

Witzig, ich bin Bayreuther - kann mich noch erinnern, was das für ein Trabbi-Ansturm war damals, die ganze Stadt voll, war eine spannende Zeit. Vielleicht sind wir ja sogar mal aneinander vorbeigelaufen, wer weiß, wer weiß ;)

Moriarty1779 15 Kenner - P - 3008 - 2. Januar 2012 - 19:11 #

Ich kann mich noch an eine super-nette Familie erinnern, die '90 aus dem Osten zu uns ins Ruhrgebiet kam. Der vater hatte sich als erstes ein neues Auto gekauft - ein Escort - absolut schrottreif, mit Zeitungspapier geflickt und überpinselt... Armer Kerl - zu der Zeit haben sich einige windige Händler mit "West-Autos" gesundgestoßen...

Barbarisater 16 Übertalent - P - 4586 - 2. Januar 2012 - 19:14 #

Wie unglaublich jung man sich bei dem Artikel vorkommt, meine ersten Computererfahrungen habe ich auf einem Apple Macintosh gemacht, mit programmieren war da leider nicht sehr viel, dafür wurden sehr viele Spiele mitgeliefert (Spectre Supreme, Mystery House usw.).

Novachen 18 Doppel-Voter - 12747 - 2. Januar 2012 - 19:53 #

Ich bin nicht ganz so von dieser Early 90s und vor allem nicht der 80er Welle erfasst. Kann das aber selbst schon mit Anfang der 2000er vergleichen. Zumindest was Spiele und Konsolen angeht. Sowas wie eine Dreamcast, PS2 und als letzter Vertreter der klassischen Konsolen, der Nintendo Wii, wird es nie wieder geben. Heutzutage transformieren sich Konsolen immer mehr zu einem PC wo nur Spiele drauf laufen, mit den entsprechenden Problemen durch Festplatten, Patches und Co.. Diese puren "Insert & Play" Konsolen gibt es eigentlich nur noch in der Spielhalle, zu Hause sterben die leider aus. Da schaue ich jetzt schon ziemlich wehmütig zurück. Und wo der PC mit Betriebssystemen wie Windows 8 hin will weiß ich auch noch nicht so richtig. Scheint ja auch so, als setzte Microsoft mit Ihrem Betriebssystem in Zukunft auch nur noch auf Gamer als größte Käuferschicht.

Es hat einfach einen Grund warum die wirklichen regelmäßigen Spiele von mir durchaus schon älter als fünf Jahre sind. Alles andere wird irgendwie einfach mal gekauft, gespielt und dann für lange Zeit weggelegt. Aber Spiele von 2006 und früher? Die landen immer wieder auf der Festplatte.

Letztendlich verschiebt sich Nostalgie aber immer, in zehn Jahren spricht man noch "Weißt du noch damals, als wir nächtelang Modern Warfare 3 gespielt haben?"... so ist eben der Lauf der Dinge. Die Erinnerung ans "erste Mal" trifft das einfach gut.

Anonymous (unregistriert) 2. Januar 2012 - 22:57 #

Also wenn überhaupt, dann war das N64 die letzte richtige "Insert & Play"-Konsole. Denn alles was auf Scheibe läuft und Ladezeiten hat gilt nicht;-)

retrozocker 12 Trollwächter - 1191 - 2. Januar 2012 - 21:17 #

Eine schöne Reise in die Vergangenheit. Ich bin allerdings heilfroh, dass ich am PC nicht mehr bei jedem Spiel die Config.sys anpassen oder DOS-Befehle eintippen muss. Die Ladezeiten des C64-Disketten-Laufwerks vermisse ich genauso wenig. Aber irgendwie war die Zeit schon aufregend, als alles noch neu war und die Spielebranche in den Kinderschuhen steckte.

Klendatho 15 Kenner - P - 3237 - 2. Januar 2012 - 23:38 #

Wirklich super, der Artikel! Und ich dachte immer, ich sei der einizige, dessen Eltern keinen Videorekorder programmieren können...

Tassadar 17 Shapeshifter - 7746 - 3. Januar 2012 - 0:29 #

Ist ja fast schon unheimlich wie viel von dem geschilderten Verlauf auf meinen eigenen passt. Toller Artikel!

Anonymous (unregistriert) 3. Januar 2012 - 8:27 #

Bei mir lief es auch komplett identisch, bis auf das ich vorher noch einen Atari 2600 + 5200 hatte. Danke. Baujahr 79.

Dreadnout 09 Triple-Talent - 330 - 3. Januar 2012 - 10:54 #

Moin!

Jaja, die Wehmut und die Jugenderinnerungen. Mit fast 40 kann ich auf knapp 25 Jahre Computererfahrungen (insbesondere daddeln *g*) zurückblicken. Ja, in den 80ern bis frühen 90ern war man ein "Computerfreak" (damals gab es den Begriff Nerd nicht) und damit eine Randgruppe..

Da ich mir wieder alter Hardware (C64, Amiga 500, Amiga 1200, etc.) wieder besorgt und meine damaligen Lieblingsspiele gedaddelt habe stelle ich fest: irgendwie fesseln mich die alten Spiele nicht mehr so!
Erst heute nehme ich extrem die Design- und Spielmechanikschwächen wahr, die mir als Jugendlicher nie aufgefallen sind. Manchmal verklären sich die Erinnerungen und man ist überrascht, was man alles im Laufe der Jahre vergessen hat. Ich denke da an Katakis (schon mal 2Player Modus getestet?), R-Type, Turrican und Co. Aber das haben "damals" eben nur 1-2 Leute innerhalb weniger Wochen entwickelt, da war nichts mit patchen und Beta-Tests ;)

Wer noch auf dem 64er unterwegs ist sollte mal bei Tante Google das Suchwort Forum64 eingeben und staunen! Falls jmd. auch in der "Szene" war, kann bei der CSDB viele alte Bekannte wiedertreffen - sogar bei Facebook gibts die alten, sehr bekannten Gruppen aus den Demos und Intros =)

MfG

TASMANE79 14 Komm-Experte - 1841 - 3. Januar 2012 - 11:31 #

Danke für den wundervollen Beitrag! Manchmal muss ich sogar weinen! ;)
Ich liebe und lebe die 80er.

Sir.Vival.Technique 06 Bewerter - 50 - 3. Januar 2012 - 17:08 #

guter Artikel. Wenn auch etwas an der Oberfläche.
Das Feeling kann ich wie so viele hier nachvollziehen, bin nun auch am Ende der 20.

und trotzdem sollte man offen bleiben und weniger rückwärtsgewandt denken, sofern es der Geist ermöglicht. Mein letztes erinnernswertes Highlight bei meinem liebsten Hobby war "the witcher II" und "Fallout 3" und verdammt ja...Uncharted 3... ! Der Rest dazwischen verschwindet irgendwie, da keine richtigen Meilensteine. Über die Jahre hab ich den Genrekreis erweitert, hätte früher nie ein RPG angefasst.

m. M. n. war früher nichts besser, alles war nur frischer (inkl. uns) und dadurch anders. Wenn man an aktuellen Sachen dranbleibt findet man auch hier was Gutes, und gerade erst jetzt landet "unsere" Generation in wichtigen "Entscheider-Positionen". Wir prägen diese kommende Zeit.

kollimator (unregistriert) 3. Januar 2012 - 20:14 #

Wunderbarer Artikel. Vielen Dank.

Wuslon 18 Doppel-Voter - - 9855 - 7. Januar 2012 - 12:23 #

Klasse Artikel, der auch meine "Computer-Entwicklung" sehr gut darstellt. Nur den C64 hab ich übersprungen und direkt mit nen Amiga 500 angefangen :-)

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