Ninja + Roboter + Suizid + RPG

Plain Sight User-Artikel

Freeks 2. Mai 2010 - 12:28 — vor 7 Jahren zuletzt aktualisiert
Seit einem guten Monat hüpfen und hacken sich die Protagonisten von Beatnik Games' Independent-Titel Plain Sight munter durch das Internet. Das auf den ersten Blick unscheinbare spiel bringt dabei mal eben kurz das klassische Deathmatch auf Vordermann. Und wirkt absolut suchterzeugend. Lest in meinem User-Artikel, wieso!
So ein ungewöhnliches Actionspiel ist mir noch nie untergekommen. Einen solchen Sog, der alle Realität aus dem Raum saugt, dass man durch den Monitor ins Spiel fällt, habe ich zuletzt bei Quake 3 erlebt. Plain Sight setzt in Sachen Geschwindigkeit und epileptischen Anfällen noch einen drauf.

Plain Sight ist schwer zu definieren, hat es doch erstens Arenakämpfe mit  Ninjaschwertern (= Action). Im Deathmach töten wir zweitens Gegner, um an deren gesammelte Errungenschaften zu kommen (= Shooter). Drittens erleben wir Verfolgungsjagden bei hoher Geschwindigkeit in der „Luft“ und an „Land“ (= Flugsimulator). Und viertens sammeln wir Erfahrung und lernen neue Fähigkeiten oder stufen diese hoch (= RPG). Ist Plain Sight also ein Action-Shooter-Simulations-RPG?
 
Etwas Besonderes

Das Spiel empfängt den Spieler mit gemütlicher Jazz-Musik und Dialogfenstern im Stil der Stummfilme der 20er Jahre. Nach der Erstellung eines Accounts kann es auch gleich losgehen, doch bevor man in die erste Multiplayerschlacht startet empfiehlt das Spiel das Tutorial zu absolvieren und genau da macht es dann Klick. Wir werden auf einen abgeflachten, abgerundeten Quader gestellt um die Steuerung von Plain Sight zu lernen. Im Großen und Ganzen recht simpel. WASD zum Laufen, Leertaste zum Springen, und E um sich in die Luft zu jagen… Ja, um sich in die Luft zu jagen. Aber damit hat sich der Irrsinn noch nicht erledigt. Lauft ihr nämlich auf die Kante des Quaders zu, fallt ihr nicht wie erwartet in die unendlichen Abgründe des ähm… Weltraums? Sondern geht einfach an der Quaderseite entlang und weiter an der Unterseite des Quaders, welche dann der Boden für unseren Ninjaroboter wird. Die Kamera dreht sich mit, so dass dem einen oder anderen in den ersten Minuten schlecht werden kann. Nachdem man ein paar Übungsdummies erledigt hat wird es einem klar; Das Spiel läuft schnell und in alle Richtungen ab.
 
Das erste Match

Nachdem man im etwas unübersichtlichen Serverbrowser ein Spiel gefunden hat (es gibt eine Menge Dedizierter Server aber auch auf privat gehostete Spiele trifft man ab und an) geht’s ans Eingemachte. Die ersten 5 Minuten ist man hauptsächlich Kanonenfutter, aber von so etwas lässt sich ein gestandener PC-Spieler doch nicht abschrecken. Es geht rauf, runter, drum herum und vor allem nach vorne und das alles in einer Geschwindigkeit die den Arena-Altmeister Quake 3 nun ja… alt aussehen lassen. Erst einmal wild rumhüpfen, bis auch ja jeder deine blaue Lichtspur bemerkt hat und auf dich losgeht. Rumzappeln, rumrennen und rumhüpfen um die Verfolger abzuschütteln nur um dann von vorne abgepasst zu werden. Langsam kommt Taktik in das Spiel. Schlage ich einen Gegner im Zweikampf mit dem Schwert bekomme ich all seine Energie die er gesammelt hat. Umso mehr Energie man gesammelt hat desto größer wird man und die Farbe der Lichtspur verändert sich, damit die Mitspieler auch ja sofort erkennen können welcher Spiele die meiste Energie gehortet hat.
 
Aber Stop! Da war doch was von wegen, sich selbst in die Luft jagen? Der Suizid ist die Alternative zur wandelnden Zielscheibe, denn führt man die Selbstzerstörung vollständig aus (schon mehrmals wurde ich noch kurz vor einsetzen der Explosion erwischt) wird die gesammelte Energie dem Punktekonto gutgeschrieben, welches den Sieger bestimmt. Nun stellt sich die Frage; Bei jedem Punkt gesammelter Energie sofort speichern und somit nur wenige aber sichere Punkte sammeln oder aufs Ganze gehen, Multiplikatoren einheimsen, mehr Gegner anlocken und ihnen auch ihre Energie abluchsen, am besten mit der Suizid-Explosion selbst.

Plain Sight kaufen
Plain Sight wird über alle gängien Download-Portale für ca. 8-9€ vertrieben.  Die gesamte Liste stellt Beatnik Games auf seiner Homepage unter Store zur Verfügung.

Nach dem Kauf kann der Client auch seperat von der Homepage geladen werden. 
Ist man nun einmal gestorben kann es gut sein, dass ein gelber Knopf aufleuchtet und euch dazu ermuntert doch eure gesammelte Erfahrung gegen Skills einzulösen. Im Angebot sind z.B. höherer Sprung, schnelleres Laufen, eine Art sechster Sinn der einem anzeigt ob man von einem Mitspieler ins Visier genommen wird, schnellere Suizid-Explosion usw. Jede Fähigkeit hat 3 Stufen für 5, 10 und 20 Ehrfahrungspunkte wird z.B. der Normalsprung zum Doppel- und Dreifachsprung aufgerüstet was wirklich Sinn macht. Die Erfahrung wird bei jedem Match erneut verteilt, es gibt also kein Meta-Profil, dass man in Spielen wie Modern Warfare 2 bei jedem Spiel weiter ausbaut.
 

Alles Indi oder was?

Plain Sight ist ein Independent-Spiel und profitiert von deren Vorteile aber erfährt auch deren Nachteile. Vorteilhaft ist, dass das Spiel anders ist. Wie revolutionär der Grafikstil in Bioshock war, so revolutionär sind Indi-Spiele jedes Mal. Man spürt Plain Sight Seele an. Man fühlt, dass die Entwickler noch ihr gesamtes Herzblut in den Code gesteckt haben und fühlt sich somit gleich geborgen. Doch lassen die Nachteile nicht lange auf sich warten. Plain Sights Fanbase ist lang nicht so groß wie sie sein könnte, es gibt im Normalfall nur eine Hand voll belebter Server und alle bieten sie Deathmatch an, weshalb ich mir auch kein richtiges Bild über die anderen Spielmodi machen konnte und wenn nicht noch ein Wunder passiert kann man davon ausgehen, dass in einem Jahr die Server wohl ganz ausgestorben sind. Doch ist Plain Sight auf jeden Fall seine 8.99€ bei Steam wert (es gibt auch billigere Angebote von anderen Downloadplattformen).
Ich hab eine geniale Zeit und wenn sie doch einmal vorüber ist, hab ich immer noch meine Erinnerungen an ein außergewöhnliches Spiel, ein Stück Independentgeschichte.
 
Den Abschlussgedanken hab ich Kieron Gillen von Rock, Paper, Shotgun zu verdanken, der mich auf dieses geniale Spiel aufmerksam gemacht hat.


Freeks 2. Mai 2010 - 12:28 — vor 7 Jahren zuletzt aktualisiert
Florian Pfeffer Freier Redakteur - P - 25276 - 2. Mai 2010 - 17:32 #

Klingt interessant, danke für den Hinweis. War mir bislang noch unbekannt...

Metalstryke 12 Trollwächter - P - 853 - 4. Mai 2010 - 13:38 #

Werde ich mir heute mal noch zulegen über Steam mal schauen wie es ist klingt zumidnest interessant und ist mal was anderes :D

marshel87 16 Übertalent - 5675 - 17. Mai 2010 - 11:14 #

Sieht sehr merkwürdig aus...^^

HeadMunk 14 Komm-Experte - 1849 - 19. Mai 2010 - 19:53 #

Hmmm, verstehe das Spielprinzip nicht komplett, schaut aber durchaus nach einer Gaudi aus. Vielen Dank für den Tip! ;-)

dayx 08 Versteher - 158 - 25. August 2010 - 0:21 #

Gibts grad bei Steam für 1,80€ im Rahmen der Midweek Madness :)

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Action
Arcade
nicht vorhanden
nicht vorhanden
Beatnik Games
Beatnik Games
05.04.2010
4.6
PC