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Lost Horizon User-Artikel

Sebastian Schäfer 23. Oktober 2010 - 14:52 — vor 6 Jahren zuletzt aktualisiert
Animation Arts bringt mit Lost Horizon das große Abenteuer zurück ins Adventure-Spiel. Die Zutaten: Ein spritziges Heldenpaar, faszinierende Schauplätze und ein cleveres Rätseldesign. Ein klassisches Point & Click-Adventure, das seinem Gameplay jederzeit treu bleibt.
Auf in ein Abenteuer im Stil von Indiana Jones. Doch tritt der Held des Spiels Lost Horizon nur in Indys Fußstapfen? Mitnichten! Lost Horizon bedient sich zwar einiger Klischees, wie Nazis und die Suche nach verlorenen Artefakten, aber erzählt eine eigene packende Geschichte mit toller Inszenierung, wie ich sie bisher in keinem anderen Adventure gesehen habe. Der Entwickler Animation Arts hat bereits mit Geheimakte Tunguska bewiesen, dass man auch heute noch packende und spannende Adventure-Spiele auf den Markt bringen kann. Mit Lost Horizon haben sie sich allerdings selbst übertroffen.

Auf der Suche nach dem verlorenen Horizont
Die hübsche Kim Wuang hilft Fenton.

Ihr schlüpft in die Rolle des in Hong Kong lebenden Fenton Paddock, dem Held in Lost Horizon - ein Ex-Soldat der britischen Armee. Nachdem dieser unehrenhaft aus der Armee entlassen wurde, verdient er sein Geld mit Lieferungen von Schmuggler-Ware. Doch als er plötzlich erfahren musste, dass sein Freund Richard bei einer Expedition in Tibet verschwunden ist, macht er sich auf, um ihn zu finden. Bei seinen Nachforschungen stellt er fest, dass sich Richard in Shambala, dem sagenhaften mythologischen Königreich in Tibet, befindet. Begleitet wird Fenton von Kim Wuang, einer alten Freundin aus Hong Kong. Jedoch sind diese zwei nicht die einzigen, die nach Shambala suchen. Denn die Nazis versuchen das ebenfalls, auf die ihr auch des Öfteren stoßen werdet. Das Abenteuer schickt euch rund um den Globus und Ihr werdet Schauplätze bereisen, wie Hong Kong, Tibet, die Wüste von Marokko, eine Lagune in Indien oder das Brandenburger Tor in Berlin und sehen allesamt fantastisch designt aus.

Lost Horizon führt euch unter anderem nach Berlin, zur Wewelsburg nach Paderborn und in die Wüste Marokkos.

Tolle Inszenierung - fast wie im Kino


Lost Horizon setzt beim Adventure-Genre neue Maßstäbe. Ich habe selten ein Adventure gespielt, in dem es so gute und spannende Dialoge gibt. Bei Lost Horizon wird euch eine spannende Geschichte erzählt, von der ich nicht genug kriegen kann. Die Dialoge sind nahezu perfekt. Unter den Synchronsprechern befinden sich einige bekannte Sprecher, die bereits in Kinoproduktionen mitgewirkt haben wie Stefan Günther (Sprecher der Weasley-Zwillinge aus den Harry Potter-Verfilmungen) oder Hans-Georg Panczak (Sprecher von Luke Skywalker in Star Wars). Die hervorragend synchronisierten Dialoge setzt das Spiel häufig mit schicken Kamerafahrten oder Zooms in Szene. Ebenfalls bietet euch das Spiel eine angenehme Portion an Videosequenzen. Der Soundtrack ist gelungen und untermalt die Geschehnisse erstklassig ohne dabei aufdringlich zu wirken. Die Story und die Spannung entwickeln sich recht schnell und lassen bis zum Ende keine Langeweile aufkommen. Ich wollte die ganze Zeit wissen, wie es weiter geht, und habe das Spiel in einem Rutsch durchgespielt.

Hervorragender Schwierigkeitsgrad

Wie kommt ihr hier nur wieder raus?

Aber kommen wir nun zu dem, was beim Adventure-Genre das Wichtigste ist: Die Rätsel. Hier ist Lost Horizon einfach vorbildlich. Es trifft perfekt die Mitte zwischen schwer und leicht. Ich hatte nie den Eindruck, komplett an einem Rätsel zu verzweifeln, aber auch nie das Gefühl, unterfordert zu sein. So bleibt der Frustfaktor sehr niedrig und verleitet nicht, nach einer Komplettlösung zu greifen. Bei ähnlichen Spielen hatte ich öfters das Problem, dass manche Rätsel zu viele Schauplätze boten und zu viele Gegenstände im Inventar zur Verfügung standen. Das ist in Lost Horizon anders. Fenton weist euch darauf hin, dass ihr den Ort noch nicht verlassen könnt, bevor ihr nicht eure Arbeit hier getan habt. Ebenso bleibt das Inventar meist sehr übersichtlich. An nur zwei oder drei Stellen im Spiel ist euer Inventar so groß, dass ihr nach links oder rechts scrollen müsst. Dann wird das Kombinieren verschiedener Gegenstände etwas umständlich. Aber dies passiert nicht oft. Ebenso sind die Rätsel nachvollziehbar. Verzweifeltes Kombinieren aller Gegenstände mit allen Objekten auf dem Bildschirm entfällt dadurch. Die Hotspot-Anzeige, wie sie es auch schon in Geheimakte Tunguska gab, erscheint beim Drücken der Leertaste und deckt euch alle Objekte auf dem Bildschirm auf. So müsst ihr nicht mit der Maus jeden Pixel abgrasen.

Ebenso eine nette Eigenschaft des Spiels: Ihr könnt an manchen Stellen zwischen zwei Charakteren wechseln. So löst ihr Rätsel im Teamwork. Ein Beispiel: Mit einem in der Vergangenheit befindlichen Charakter müsst ihr in Shambala an einem Sarkophag den Schutz-Lack von einem Schloss kratzen. Wechselt ihr nun zu Fenton in die Gegenwart zurück, könnt ihr das Schloss öffnen, da es durchgerostet ist. Das erinnert recht stark an die Zeitsprünge in Day of the Tentacle. Dieser Charakterwechsel ist eine tolle Eigenschaft, kommt aber leider zu selten im Spiel vor. Das Feature hätte gerne noch etwas häufiger Verwendung finden können. Falls ihr nach dem Spielen eine längere Pause gemacht habt und nach dem Laden eures Spielstands gar nicht mehr genau wisst, was ihr als nächstes machen müsst, hilft euch der Aufgaben-Button neben eurem Inventar weiter. Diese Funktion fasst euch mit Sprachausgabe nochmal kurz eure letzten Aktivitäten zusammen und erklärt, was euer nächstes Problem ist. Eine richtige Rätsel-Hilfe gibt es nicht. Netter Durchspiel-Bonus: Wenn ihr das Ende des Spiels erreicht habt, lässt sich der Prototyp, die Version der Gamescom 2008, spielen.

Geniales Feature: Ihr springt durch Charakterwechsel zwischen Vergangenheit (li.) und Gegenwart (re.) hin und her.

Kritik auf hohem Niveau

Ist Lost Horizon nach so viel Lob also das perfekte Spiel? Nicht ganz. Es gibt ein paar Punkte, die mir nicht so gut gefallen haben: Bei der Optik der einzelnen Charaktere hätte sich Entwickler Animation Arts mehr Mühe geben können. Diese wirken teilweise sehr polygonarm und dadurch etwas zu Comic-lastig. Das passt meiner Meinung nach nicht immer zur wunderschönen Hintergrundkulisse. Bei manchen Rätseln kommt ihr erst weiter, wenn ihr mit einem bestimmten Charakter gesprochen oder euch ein festgelegtes Objekt angeschaut habt. So fehlte mir ein Schlüssel für einen Wecker. Dieser befand sich allerdings auf dessen Rückseite und konnte von Fenton nur durch Anschauen des Weckers ergattert werden. Oder ich konnte zwei Feuersteine erst benutzen, nachdem man sie einem Dorfbewohner gezeigt hat. Dieser erklärte dann, dass es sich um Feuersteine handelt. Wenn man solche Kleinigkeiten schon mal übersieht oder vergisst, wird man nicht weiter kommen und sucht die Lösung vermutlich an der falschen Stelle. In einer anderen Situation galt es, vier Holzbretter mit einem Mechanismus zu kombinieren. Leider musste jedes Brett einzeln mit diesem benutzen werden. Da hätte ich mir gewünscht, dass das Spiel erkennt, was ich vorhabe und die Aktion automatisch zu Ende führt, als mich hin und her klicken zu lassen. Allerdings können diese Kritikpunkte das Gesamtbild nicht trüben und ändern somit nichts daran, dass Lost Horizon ein sehr, sehr gutes Adventure ist.

Fazit: Lost Horizon hat das Zeug zur Genre-Referenz

Lost Horizon ist ein Muss für jeden Adventure-Fan. Aber auch Neueinsteiger, die wenigstens etwas mit Adventures anfangen können, sollten einen Blick riskieren. Das Spiel erzählt eine spannende und packende Story mit toller Inszenierung, die bei diesem Genre noch ihresgleichen sucht. Das Spiel bietet rund 14 Stunden packende Unterhaltung. Der Bonus nach dem Durchspielen des Titels, die erwähnte Prototyp-Version von der Gamescom 2008, runden das Paket ab. Von mir erhält Lost Horizon daher eine absolute Kaufempfehlung.


Sebastian Schäfer 23. Oktober 2010 - 14:52 — vor 6 Jahren zuletzt aktualisiert
SuBz3r0 11 Forenversteher - 666 - 23. Oktober 2010 - 15:40 #

haste schön gemacht, liest sich gut :)

Sebastian Schäfer 16 Übertalent - 5550 - 23. Oktober 2010 - 16:12 #

vielen Dank :)

Anonymous (unregistriert) 23. Oktober 2010 - 17:06 #

am satzbau könntest du noch etwas arbeiten:
hab hier mal beispielhaft den zweiten absatz etwas verändert und anmerkungen hinzugefügt:
Begleitet werdet ihr von Kim Wuang, eineR alteN Freundin aus Hong Kong. Jedoch sind diese zwei nicht die einzigen, die nach Shambala suchen (erst "ihr", dann im nächsten satz "diese zwei"? klingt für mich recht holprig). Denn die Nazis, auf die ihr auch des Öfteren stoßen werdet, versuchen das ebenfalls. Das Abenteuer schickt euch rund um den Globus und Ihr werdet Schauplätze wie Hong Kong, Tibet, die Wüste von Marokko, eine Lagune in Indien oder das Brandenburger Tor in Berlin bereisen, welche allesamt fantastisch designt (vielleicht wäre hier "gezeichnet" besser?) wurden.

ansonsten gefällt mir dein artikel sehr gut, auch wenn er sehr subjektiv rüberkommt.

Sebastian Schäfer 16 Übertalent - 5550 - 23. Oktober 2010 - 17:14 #

danke für deine verbesserungsvorschläge.

CruelChaos 12 Trollwächter - P - 889 - 23. Oktober 2010 - 20:06 #

Hab mir das Spiel letzte Woche auch gekauft, echt Genial endlich mal wieder ein Super Abenteuer-Adventure (^^) ... in derselben Klasse Indiana Jones Atlantis (bloß mit allem was Heutzutage ein Adventure haben muss).

Ukewa 15 Kenner - 3689 - 25. Oktober 2010 - 14:04 #

Habs vor einigen Wochen durchgespielt.
Aber den Schwierigkeitsgrad fand ich viel zu leicht, habe allerdings schon unzählige Adventures durchgespielt...

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