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Guild Wars 2: Ein kleiner Leitfaden zum Handelsposten

Keksus 24. September 2012 - 9:57 — vor 4 Jahren zuletzt aktualisiert
In einem MMORPG zu handeln kann oftmals relativ kompliziert sein, da der Markt primär von den Spielern bestimmt wird. Wenn dann noch versteckte Gebühren hinzukommen macht ihr schnell miese, obwohl die grobe Überschlagung doch Profit versprach. Dieser Leitfaden soll als Einstiegshilfe in den Handelsposten von Guild Wars 2 dienen.
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Das Geld verdienen in Guild Wars 2 ist schwer. Die Gegner hinterlassen nur in den seltensten Fällen ein paar glänzende Münzen und auch durch bloßes Questen wird es schwer, sich die guten Gegenstände zu leisten. Die beste Möglichkeit um den Rubel rollen zu lassen bietet hierbei der Handelsposten. Doch versteckte Gebühren und schwankende Preise machen es nicht einfach auch wirklich Einnahmen zu erzielen. Und die Konkurrenz schläft nicht. Ihr seid nicht der einzige Spieler, der gerne etwas mehr Geld im virtuellen Portemonnaie hätte.

Die Grundlagen des Handelsposten

Der Handelsposten ist der Ort in Guild Wars 2, an dem ihr eure Güter schnell und einfach anbieten könnt, ohne persönlich mit den Käufern in Kontakt zu treten. Die Preise bestimmt ihr hierbei selbst, wobei ihr euch natürlich bewusst sein müsst, dass ihr euer Geld nur dann erhaltet, wenn eure Waren auch verkauft werden. Verlangt ihr zu viel Geld, werdet ihr womöglich keine Käufer finden. Wenn ihr zu wenig verlangt, macht ihr Verluste. Wenn ihr jetzt eure simple Kosten-Nutzen-Rechnung aufstellt und einfach die Materialkosten eures Produktes von den Einnahmen des Verkaufes abzieht, könntet ihr jedoch auch schnell in eine Falle tappen. Denn im Handelsposten zahlt ihr nicht nur Gebühren beim Einstellen eines Items, sondern auch noch beim erfolgreichen Verkauf.

Geld machen mit Gewinn

An einem Beispiel möchte ich zeigen, wie ihr mit einem simplen Produkt Geld machen könnt. Zum Vorführzweck nutze ich die "Überlegene Rune des Piraten".
Von 20 Silber auf 40 Silber: Über Nacht hat sich der Preis der Platin-Dublonen fast verdoppelt.

Die Zutaten für diese Rune sind eine Platin-Dublone und ein Ballen Gossamer. Zunächst müsst ihr die Preise dieser beiden Gegenstände überprüfen. Wie das Bild rechts zeigt, erhaltet ihr eine Platin-Dublone zum Zeitpunkt der Aufnahme für 38 Silber und 50 Kupfer. Der Gossamerballen geht für 10 Silber und 77 Kupfer über die Ladentheke. Insgesamt wären das Materialkosten von 49 Silber und 27 Kupfer. Doch bevor ihr bereits eifrig auf den "Kaufen"-Knopf drückt, sehen wir etwas weiter. Als fähiger Schneider könnt ihr die Gossamerballen aus zwei Gossamerfetzen selbst herstellen. Also solltet ihr überprüfen, wie hoch der Preis dieser Fetzen gerade ist. Die Suche zeigt, dass ihr einen Gossamerfetzen für 4 Silber und 59 Kupfer erhaltet. Das sind ganze 1 Silber und 59 Kupfer die ihr im Vergleich zu den Gossamerballen sparen könnt, indem ihr euch die Arbeit macht und den Ballen in Eigenproduktion herstellt. Bevor ihr jedoch eure Materialien einkauft müsst ihr überprüfen, wie viele Einnahmen ihr durch das Endprodukt erhalten werdet. Dafür müsst ihr zunächst schauen, wie viel Gold eure Konkurrenz verlangt. Der günstigste Anbieter verlangte zum Zeitpunkt der Entstehung dieses Artikels 60 Silber und 74 Kupfer.

Nun könnt ihr überlegen, wie viel Gold ihr pro Rune verlangen wollt. Hierbei solltet ihr im Hinterkopf behalten, dass Spieler, die wie ihr Gewinn machen wollen, ihre Produkte meistens günstiger in den Handelsposten stellen werden. Also solltet ihr das auch tun. Es bietet sich am Anfang an, einfach eine Einheit Kupfer billiger anzubieten. Für das Anbieten im Handelsposten müsst ihr jedoch Gebühren zahlen, die im Verkaufsfenster angezeigt werden. Diese betragen 5% eures Preises. Dazu kommen noch 10% Verkaufsgebühren, die euch das Spiel verschweigt. Um herauszufinden, ob ihr Einnahmen erzielen werdet, bietet sich folgende Formel an.

Einnahmen = Verkaufspreis - ( Materialkosten + (Verkaufspreis * 10/100) + Verkaufspreis * 5/100)


Im Beispiel würdet ihr jede Rune mit einem Gewinn von 3 Silber und 94 Kupfer verkaufen, wenn ihr dafür entscheidet, sie ein Kupfer billiger einzustellen als der bisher günstigste Anbieter. Euer größter Feind im Kampf ums Geld werden jedoch Spieler sein, die ihre Preise nicht durchrechnen und den Preis letztendlich so weit herunterziehen, dass ihr eure Produkte nur noch mit Verlust verkaufen könnt.

Ohne Beruf zum Geld

Um Geld zu machen gibt es aber auch Methoden, die keinen Beruf verlangen. Die Zauberlösung hierbei sind die Wiederverwertungskits. So könnt ihr teilweise Gegenstände billig einkaufen, diese zerlegen und die dabei entstehenden Materialien wieder teuer verkaufen. Hierbei wird jedoch euer Glück gefordert, weil ihr sehr schnell Verluste machen könnt, wenn ihr teure Gegenstände aufkauft und dann nur billige Herstellungsgegenstände erhaltet. Wenn Fortuna euch jedoch hold ist, dann kann es passieren, dass ihr aus einem billigen 20 Silber-Gegenstand auch mal drei Ektoplasma-Kugeln erhaltet, die ihr dann, je nach Kurs, für insgesamt über ein Gold verkaufen könnt. Bei dieser Methode empfehlen sich vor allem die höherwertigen Wiederverwertungskits, weil diese euch eine bessere Chance einräumen, seltene Gegenstände zu erhalten, wenn ihr ein Item zerlegt. Diese könnt ihr sogar ganz ohne Geld beim Waffenschmiedlehrer in Löwenstein für Karma kaufen.

Preisdrückerei zum Vorteil nutzen
Statt das Angebot für 62 Silber um nur wenige Kupfer zu unterbieten, ging der Verkäufer um über ein Silber herunter. Andere Spieler zogen nach.

Oft werdet ihr es erleben, dass einige Spieler Items zu einem stark vergünstigten Preis in den Handelsposten stellen. Und andere Spieler springen darauf an und gehen tiefer. Durch solche Situationen könnt ihr starke Verluste machen, jedoch könnt ihr sie auch zu eurem Vorteil nutzen. Zum Beispiel um eure Materialien billiger zu erhalten. Dazu müsst ihr nur in Besitz von genügend der Materialien sein. Diese könnt ihr einmal durch Farmen erhalten, oder ihr kauft sie einfach auf. Wenn ihr diese dann stark vergünstigt im Handelsposten anbietet ist es möglich, dass andere Spieler nachziehen und weiter im Preis heruntergehen.

Jedoch ist hiermit ein starkes Risiko verbunden, denn niedrige Preise ziehen Käufer an. Gerade wenn ihr euch für die Methode entscheidet die Materialien aufzukaufen, könnt ihr so starke Verluste machen, da ihr eure Waren zu einem sehr niedrigen Preis verkauft habt, ohne euer gewünschtes Resultat, das Senken des Preises im Handelsposten, erreicht zu haben. Im Bild ist an einem Beispiel zu sehen, wie stark es sich auf den Preis auswirken kann, wenn ein Spieler einen Preisnachlass von etwa einem Silber vornimmt und andere ihre Waren ebenfalls schnell loswerden wollen. Wenn sich so eine starke Preissenkung zu eurem Nachteil auswirkt und sich auch auf längere Zeit hin nicht bessert, dann könnt ihr nur noch den Schritt unternehmen und eure eigenen Preise senken und damit weniger Einnahmen, möglicherweise gar Verluste zu machen. Immerhin müsst ihr in so einem Fall die Gebühr zum Einstellen der Gegenstände ein zweites Mal zahlen.

An der Börse spekulieren

Eine weitere Methode über den Handelsposten Geld zu machen, ist der Umtausch von Gold in Edelsteine und wieder zurück. Das ist nicht ganz unähnlich dem Aktienhandel. Das Spiel zeigt euch den Kurs der Edelsteine an. Euer Ziel ist es hierbei, die Edelsteine mit eurem Gold zu kaufen, wenn sie billig sind und eure Edelsteine wieder zu verkaufen, wenn der Kurs wieder hoch ist. Für diese Möglichkeit benötigt ihr jedoch einen gewissen Goldvorrat, um auch nennenswert Gewinn machen zu können. Als Problem ist hierbei auch zu nennen, dass der Wechselkurs von Edelsteinen zu Gold ein anderer ist wie der von Gold zu Edelsteinen. Um Gewinne einzufahren, müsst ihr den Markt also sehr genau beobachten. Jedoch seid ihr natürlich nicht gezwungen unbedingt in Edelsteine zu investieren. Auch der Preis von anderen Gegenständen schwankt. Hierfür müsst ihr einfach die Preisentwicklung im Auge behalten, billig einkaufen und dann warten, bis der Kurs wieder steigt. Hierfür empfiehlt sich die Webseite GW2TP.com, die die Preisentwicklung sämtlicher Items aufzeichnet.

Wenn ihr all diese Methoden geschickt anwendet, dann ist es möglich, auch in kurzen Zeiträumen eine Menge Gold zu erwirtschaften. Dadurch könnt ihr schneller an hochwertiges Equip gelangen und verbraucht selbst weniger Zeit für das Farmen der Gegenstände.

Der Edelsteinhandel ist eine weitere Methode, um an Gold zu gelangen.

Keksus 24. September 2012 - 9:57 — vor 4 Jahren zuletzt aktualisiert
Maik 20 Gold-Gamer - - 21511 - 24. September 2012 - 10:30 #

Nett erklärt, gerade die 10% Verkaufsgebühr ist wichtig. Habe mich nämlich schon gefragt, wieso ich weniger rausbekomme. Ansonsten bin eher Käufer als Verkäufer. Ich will spielen und mir nicht noch den Kopf über irgendwelche Margen machen. Dazu reicht mein Reallife aus. Aber zum Glück ist es nicht so extrem wie bei EVE.

Fischwaage 17 Shapeshifter - 6765 - 24. September 2012 - 11:05 #

Sehr geiler Artikel! Vielen Dank.

Elton1977 19 Megatalent - P - 14672 - 24. September 2012 - 11:11 #

Sehr gute Hilfe! Danke!

Andreas 16 Übertalent - 4622 - 24. September 2012 - 11:17 #

Ich werde demnächst erst mit GW2 loslegen. Der Artikel hier macht mir gleich noch viel mehr Laune auf das Spiel. Jetzt kribbelt es in den Fingern! :)

Kirkegard 19 Megatalent - P - 15120 - 24. September 2012 - 11:52 #

Danke dir für die Mühe :-D
Jetzt hab ich bissel was mehr verstanden.
Aber ich werd alles wie bisher machen ;-)

Roboterpunk 16 Übertalent - P - 4282 - 24. September 2012 - 13:24 #

Vielen Dank für den Artikel. Ich hab mir zwar zum Ziel gesetzt, mittels Handwerk und Karma zu gutem Equipment zu gelangen aber besonders der Handel mit Gold/Edelsteinen scheint mir mit genügend Kapitaleinsatz lohnenswert zu sein.

Leider hab ich bis jetzt nicht herausgefunden, nach welchen Regeln der Umtauschkurs zustande kommt. Wenn man dessen Schwankungen vorhersehen könnte - herzlich willkommen an der Börse.

JakillSlavik 17 Shapeshifter - 7072 - 24. September 2012 - 18:59 #

Schön zu lesen und hat mir sehr gefallen, dass du hierzu

Einzig bei der Börse stimme ich nicht so zu. Obwohl man einen schönen Auf-und-Ab-Trend erkennt ist doch im Vergleich zum Release/Headstart kaum einen Monat später der Preis schon wieder nach unten gewandert und mit zunehmender Zeit wird sich das vielleicht nur ändern, wenn der ingame-Platz(Truhe&Inv) bei den Meisten enger wird oder neue Char-Slots anstehen. Bin mal gespannt, was für Costume-Packs noch kommen. Insgesamt aber denke ich, dass die Tendenz nach unten bleibt und sich bei einem guten Festpreis einpendelt, wie es ja zur Zeit mehr oder weniger passiert, wenn man mal von der Preisspitze zur Stoßzeit absieht.

Kith (unregistriert) 24. September 2012 - 20:19 #

Als Alternative zu gw2tp würde ich gw2spidy.com vorschlagen.

DerMitDemBlunt 14 Komm-Experte - 2483 - 25. September 2012 - 3:50 #

bester weg um schnell gold zu machen ist immer noch alle inis im expl pro tag einmal zu machen pro ini 26 silber und die items ist einfach net zu verachten

Keksus 21 Motivator - 25001 - 25. September 2012 - 22:02 #

Eine der Explo-Inis dauert schonmal um die 3h. Dazu kommen noch Abzüge fürs porten und für Reperaturkosten zustande. Um allein 1 Gold zu erhalten muss man 4 Inis abschließen, wenn man Porten und Reperaturen nicht mit berechnet. Da ist man mindestens 8h unterwegs. Als der Kurs bei meinen Items noch gestimmt hat, hab ich 10g in 8h gemacht. Und das auch nur, weil ich das Geld nebenbei immer noch in eigenes Equip und Gems gesteckt habe. Hatte ich alles investiert, wäre ich an einem Tag wohl bei 20 - 30g rausgekommen.

BruderSamedi 16 Übertalent - P - 4668 - 25. September 2012 - 7:33 #

Wieso ist die Formel nicht einfach "Einnahmen = Verkaufspreis*0,85 - Materialkosten"? In der angegebenen Formulierung sieht sie für mich unnötig umständlich aus.

DomKing 18 Doppel-Voter - 9254 - 25. September 2012 - 9:30 #

Damit man weiß, dass 2x Abzüge draufgeschlagen werden. Ist einfach verständlicher.

Exocius 17 Shapeshifter - P - 7199 - 25. September 2012 - 20:53 #

Vielen Dank für die Mühe, wird sich sicher sehr hilfreich :)

Marcelkagi 10 Kommunikator - 457 - 28. Oktober 2012 - 17:22 #

Dankeschön jetzt kann ichs

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