User-Test

Goldeneye 007 (Wii)

Maximilian John 2. März 2011 - 17:48 — vor 5 Jahren zuletzt aktualisiert
1996 veröffentlichte Rare auf dem Nintendo 64 einen Shooter, der zu dieser Zeit seinesgleichen suchte. In Deutschland nie erschienen und indiziert erschien 14 Jahre später eine Neuinterpretation der Lizenzumsetzung zum James Bond-Film Goldeneye... mit einer USK-Einstufung ab 16 Jahren.
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Für diesen User-Test wurden die Bilder vom Hersteller verwendet.

James Bond ist wohl der berühmteste Geheimagent der Welt. Bereits in 22 Filmen und etlichen Spielen kämpfte er im Auftrag seiner Majestät für England. Eines dieser Spiele wurde 1996 von Rare veröffentlicht und war auf einen Schlag ein Klassiker. Deutschland hatte davon aber nur wenig, denn das Spiel wurde hierzulande nie in  veröffentlicht und auf den Index gesetzt. Dennoch gilt das Spiel auch hier als Klassiker. Im Jahre 2010 erschien eine Neuinterpretation der Filmumsetzung für Nintendo Wii und DS. Ob diese ebenfalls das Zeug zum Klassiker hat, erfahrt ihr in diesem Test.

"Mein Name ist Bond, James Bond"

Russland, ein Damm in Arkhangelsk. Zwei Agenten des MI6 nähern sich vorsichtig den ersten Wachtürmen. Ihr Auftrag: Eine illegale Waffenladung sprengen. Lautlos schleichen sie hinter die ersten Wachen. Mit einer Handbewegung gibt Agent 006 das Startzeichen. James Bond zieht die Wache blitzschnell hinter eine Mauer und erledigt sie dort, lautlos ohne Spuren. Vorsichtig schleicht er näher an den Wachturm heran und zieht seine Waffe. Er zielt auf den ersten Scharfschützen.. Dann drücken der MI6-Agent ab. Doch der Scharfschütze überlebt und alarmiert sofort die anwesenden Wachen. Sekunden später befindet sich Bond in einem Kugelhagel. Schnell hebt er eine AK 47 auf die neben ihm auf dem Boden lag und geht in Deckung. Vorsichtig schaut er aus der Deckung heraus. Das ist der richtige Zeitpunkt. Schnell sprintet Bond aus der Deckung und erledigt die alarmierten Wachen.

Der Einzelspieler-Modus von Goldeneye 007 kann bis auf ein paar Passagen auf zwei Weisen gespielt werden: Entweder ihr spielt Rambo, lauft in einen Raum und schießt schnell auf alles was sich bewegt oder ihr geht leise vor, schaltet Gegner einzeln mit einer schallgedämpften Waffe oder per Nahkampf aus. Zweiteres passt natürlich viel besser zu James Bond und hat im allgemeinen auch höhere Erfolgschancen. Stellt der Spieler das allerdings schlampig an und wird dennoch entdeckt heißt es Deckung suchen und Waffe wechseln. Während das in einfacheren Schwierigkeitsgraden und Levels noch gut funktioniert, kann es im 007-Modus schon mal euer Ableben bedeuten. Es gibt 4 verschiedene Schwierigkeitsgrade in Goldeneye 007: Agent (Leicht), Geheimagent (Mittel), 007 (Schwer) sowie 007 Klassisch. In diesem Schwierigkeitsgrad regeneriert ihr kein Leben, sondern müsst Kugelsichere Westen finden um länger zu überleben. In allen anderen Schwierigkeitsgraden ist das seit Halo etablierte Gesundheitssystem, wenn ihr getroffen werdet geht ihr in Deckung, um euer Leben zu regenerieren, in Benutzung. Auch werden bei jedem Schwierigkeitsgrad weitere Missions-Ziele hinzugefügt, die ihr, meist Abseits des Hauptweges, erledigen sollt. So müsst ihr beispielsweise Kameraaufnahmen löschen oder einen Flugplan herunterladen. Diese Zusatzmissionen sind allerdings im Schwierigkeitsgrad Agent nicht vorhanden. Eine bessere Lösung wäre vielleicht gewesen sie optional verfügbar zu machen.

Die Level bieten oft neben einem Hauptweg einen alternativen Weg der meist vor allem für die lautlose Beseitigung von Gegner gedacht ist. Sie sind häufig versteckt, entweder hinter einem Gitter für den Lüftungsschacht oder hinter verschlossenen Türen. Diese öffnet ihr, indem ihr das Vorhängeschloss wegschießt. Der Level-Aufbau ist gelungen, auch wenn sie manche Level etwas zu sehr ähneln. Zwischen den Schießereien haben auch kleine Quick-Time-Events den Weg ins Spiel gefunden. Diese sind allerdings nicht zu häufig und deshalb auch nicht störend sondern eine nette Abwechselung. Die Geschichte des Spiels basiert nur noch lose auf dem gleichnamigen Kinofilm. Weiterhin geht es um den Satelliten Goldeneye. Die
Grafisch wird der Wii alles abverlangt.
Geschichte ist zwar spannend und action reich inszeniert (so wie das ganze Spiel) ist aber für Spieler, die den Film nicht kennen, nicht unbedingt komplett verständlich. Nicht alle Geschichts-Stränge werden direkt zu Ende geflochten, einige werden auch nur am Rande beendet. Dennoch lohnt es sich der Geschichte zu folgen, denn spannend ist sie trotzdem. In diesem Punkt ist Goldeneye dem Konkurrenten The Conduit weit voraus.
 
Der Schwierigkeitsgrad ist fair gehalten und steigt nach und nach an. Nur die letzte Mission ist ein großer Schritt nach vorne, was anfangs zu Frust führen kann. Das wohl größte Manko ist aber die deutsche Synchronisation. Zu oft wirken Sprecher total übertrieben und damit unfreiwillig komisch. Auch haben viele Charaktere einen russischen Akzent, was etwas übertrieben klingt. Die Sprecher von M, Tanner und Alec machen dagegen einen sehr guten Job. Die Übersetzung ist in Ordnung, auch wenn die englischen Texte teilweise noch etwas besser zur Situation passen. Beispiel: „You let you friend die, now it´s your turn“ und „Ihr Freund ist tot, nun sind sie an der Reihe“. Das fällt zwar nicht großartig ins Gewicht, wer des englischen mächtig ist sollte allerdings schon allein wegen der besseren Synchronisation das Spiel auf Englisch spielen.
 
Insgesamt kann der Einzelspieler-Modus von Goldeneye durchaus überzeugen. Die Präsentation muss sich nicht hinter Call of Duty verstecken, sondern trumpft mit einem anderen Szenario und einem Bond-Flair auf. Allerdings gibt es ein ganz großes Manko: Ein Bond Spiel ohne Gadgets. Einzig das Smartphone benutzt Bond um System zu hacken oder Fotos zu machen. Auch gibt es kleine technische Probleme, so geht vorallem bei größeren Schlachtfeldern schon mal die Framerate in den Keller. Dennoch überzeugt das Spiel zwar nicht kompletten 6-8 Stunden der Spielzeit, kann sich aber trotzdem behaupten und schlägt seinen größten Konkurrenten neben Call of Duty, The Conduit, in fast allen Belangen.
 
Online oder Splitscreen? Splitscreen, aber nicht Online!
 
Wie bei fast jedem Ego-Shooter liegt das Hauptaugenmerk natürlich auf dem Mehrspieler-Modus. Goldeneye bietet neben einem Online-Modus, der an Call of Duty erinnert, auch einen Splitscreen-Multiplayer für bis zu vier Spieler. Beginnen wir mit diesem: Habt ihr euch mit Freunden vor eurer Wii versammelt kann es losgehen. Ihr habt vier Modi zur Auswahl: Konflikt, Team-Konflikt, Der Mann mit dem goldenenen Colt und Man lebt nur zweimal. Zu diesen Hauptmodi kommen noch weiter Modifikationen hinzu, teilweise lustige wie etwa Paintball (Kugeln hinterlassen farbige Flecken an der Wand) oder spielverändernde wie Beweg deine Füße (Wer zu lange an einem Fleck steht wird von einem Blitz umgebracht) sorgen für weitere Variationen. Wenn dies alles eingestellt ist wählt jeder Spieler eine Figur aus, mit der er spielen möchte. Diese reichen von Charakteren aus dem Spiel ,wie etwa Zukovsky oder Natalaya, über Gegner die euch im Einzelspieler-Modus begegnen bis hin zu klassischen Charakteren aus Bond-Filmen wie etwa Beißer oder Oddjob. Habt ihr diese nun ausgewählt folgt die Waffenwahl. Im lokalen Mehrspieler sind Zweitwaffen und Gadgets an die Primärwaffen gebunden. Dennoch gibt es einige vorgegebene Variationsmöglichkeiten. Habt ihr auch diese Entscheidung getroffen müsst ihr nurnoch eine der zehn verschiedenen Karten auswählen, die entweder Schauplätzen aus dem Spiel, oder Schauplätzen aus Filmen ähneln.
 
Habt ihr eure Wii mit dem Internet verbunden könnt ihr euch in die Onlinmachtes von Goldeneye stürzen. Diese bieten mehr Modi als der lokale Multiplayer-Modus. Diese sind im genauen: 
  • Konflikt – Jeder Tod gibt einen Punkt für die Gegner, wer 30 Punkte hat gewinnt
  • Team Konflikt – Konflikt im Team, wer 40 Punkte hat gewinnt
  • Der Mann mit dem goldenen Colt – Konflikt, wer den goldenen Colt findet tötet mit einem Schuss und kriegt dafür 5 Punkte
  • Helden – Konflikt, einer aus dem Team wird zufällig zum Helden wie etwas Bond oder Ouromov und ist stärker, wenn er stirbt kriegt der Schütze 10 Punkte
  • Lizenz zum töten – Konflikt ohne Radar und höherem Trefferschaden.
  • Team Lizenz zum töten – Lizenz zum töten im Team
  • Goldeneye – Ihr müsste so viele Goldeneye-Konsolen für euer Team gewinnen wie möglich, wer genug Konsolen lange genug hält gewinnt
  • Blackbox – Ein Team muss versuchen die Blackbox solange wie möglich zu tragen, das gegnerische Team muss sie zerstören 
In den Onlinepartien kriegt ihr Erfahrungspunkte, die euch neue Level und damit Waffen und Gadgets freischalten. Leider lohnt es sich erst ab Level 20 eigene Sets zu erstellen, da vorher die Standartsets stärker sind. Obwohl der Online-Modus durchaus Spaß macht, wurde hier viel Potential vergeben. Die verschiedenen Variationen aus dem Lokal-Multiplayer wie etwa Paintball sind hier nicht vorhanden. Auch ist die freie Charakterwahl nicht möglich. Das größte Manko ist allerdings, dass der Online-Multiplayer über Peer-to-Peer funktioniert. Während sich die Lags in Grenzen halten, ist es ärgerlich, dass ihr sämtliche Erfahrungspunkte erst am Ende der Partie gutgeschrieben bekommt. Dies geschieht allerdings nicht wenn der Host frühzeitig das Spiel beendet und das passiert leider recht häufig. Trotz den Kritikpunkten ist das Onlinespiel gut gelungen und zeigt, dass auch andere Szenarien als Kriege im Online-Modus funktionieren.

Fazit:
 
Goldeneye ist ein gelungenes Spiel. Es revolutioniert zwar nicht das Genre, kann sich aber sehen lassen. Trotz kleinerer technischer Mängel ist die Wii die perfekte Plattform für das Spiel, da es auf anderen Plattformen wahrscheinlich untergegangen wäre. Insgesamt hebt es sich in allen Aspekten deutlich vom Konkurrenten The Conduit ab. Eine Kaufempfehlung für alle Hardcore-Gamer, die die Wii noch besitzen. Oder anders gesagt: "Bond? Mission erfolgreich abgeschlossen."
Maximilian John 2. März 2011 - 17:48 — vor 5 Jahren zuletzt aktualisiert
Nesaija 13 Koop-Gamer - 1664 - 2. März 2011 - 19:46 #

Dein Fazit liest sich irgendwie Fehlerhaft. :) Game ansich ist ganz gut für wii verhältnisse aber leider mag ich einige Änderungen gegenüber das Original ganz und garnicht aber ansonsten würde ich jeden das Game empfehlen.

Maximilian John Community-Event-Team - 9880 - 2. März 2011 - 19:50 #

Wie meinst du das jetzt mit dem fehlerhaft? Habe nochmal drüber gelesen aber nichts gefunden.

anonymer Onkel (unregistriert) 2. März 2011 - 19:58 #

Wenn man die erste Alternative deines Schlusssatzes streicht, bleibt da ein 'Eine Kaufempfehlung für alle Hardcore-Gamer, die "Bond? Mission erfolgreich abgeschlossen."' stehen.
Der Teil nach dem "oder" soll wahrscheinlich nicht mehr zum Relativsatz gehören, liest sich aber so.

Maximilian John Community-Event-Team - 9880 - 2. März 2011 - 19:59 #

Ah ok. Danke, habe ich geändert.

Anonymous (unregistriert) 4. März 2011 - 13:48 #

Dein Statement ist um einiges schlimmer. Aua.

ganga Community-Moderator - P - 15579 - 6. März 2011 - 19:11 #

Schön zu lesen, werds mir wohl mal aus der Videothek ausleihen.

McFareless 16 Übertalent - 5556 - 13. März 2011 - 14:02 #

Ich habe es selbst und mir gefällt es nicht so... liebt vllt. daran das ich kein Shooterfan bin... :/

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