Attentäter wider Willen

Gewissenloses Gemeuchel bei Assassin's Creed?

Keksus 23. Januar 2012 - 17:25 — vor 4 Jahren zuletzt aktualisiert
Als nichts weniger als ein Attentäter seid ihr dem Wortsinn nach bei Assassin's Creed unterwegs. Unseren User Keksus plagen Gewissensbisse beim unreflektierten Abmeucheln von vermeintlichen Feinden. Er will die Templer nicht als fanatische Sklaventreiber verstanden wissen und stellt eigene Betrachtungen zum Thema auf.
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Eine Gruppe von Terroristen versucht, die Freiheit zu untergraben und ihre eigenen Ideale gegen den Willen der Menschheit durchzusetzen. Andersgläubige werden radikal aus dem Weg geschafft. Für friedliche Koexistenz ist bei dieser Geschichte kein Platz ... und dennoch denkt der Spieler, dass er für eine gute Sache kämpft. Der erste Teil von Assassin's Creed wurde im Jahr 2007 von Ubisoft veröffentlicht. Heute, im Jahre 2012, umfasst die Serie bereits ganze vier Teile. Doch etwas bleibt in jedem Teil gleich: Der Spieler geht gegen die dunklen Machenschaften der Templer vor, die die Menschheit versklaven wollen. Doch was im Spiel selbst als pure Schwarz-/Weißmalerei dargestellt wird, ist in Wirklichkeit eine philosophische Frage, die im Spiel selbst kaum zur Deutung kommt, ja regelrecht zu untergraben versucht wird.

Was ist der Mensch?

Desmond beim Training gegen den Frieden.
Ein Philosoph namens Thomas Hobbes sagte einst Folgendes: "Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf." Die Aussage, die hinter diesem Satz steht, bedeutet, dass der Mensch für seinen eigene Vorteile immer Gewalt ausüben wird. Mit einer solchen Einstellung ist kein friedliches Zusammenleben möglich. Hobbes sah die Lösung dieses Problems darin, dass die Menschen ihr Recht auf Gewaltausübung an einen von ihm so genannten "Leviathan" abgeben sollten. Damit wäre friedliches Zusammenleben möglich. Aber natürlich nur, wenn sich jeder daran hält. Was hat das mit Assassin's Creed zu tun? In dieser Spielserie wollen die Templer die Menschheit unterjochen, indem sie diese mit einem Artefakt, dem so genannten Edensplitter, kontrollieren. Im Spiel wird das als eine Bedrohung dargestellt, gegen die der Spieler vorgehen muss. Eine Aktion, die aufgehalten werden muss. Doch wieso? Darin läge der Schlüssel zum Frieden, so die Story. Die Templer würden hierbei die Position von Hobbes' Leviathan einnehmen. Da die Menschen durch das Artefakt von der Gewaltausübung abgehalten werden (auch gegen ihren Willen), würde sich auch jeder daran halten. Was ist nun also so schlecht daran? Das Ergebnis wäre schließlich eine friedliche Welt. Dass man kontrolliert wird, würde man nicht einmal bemerken.

Wieso? Weil wir bereits determiniert sind, also nicht frei entscheiden können. Ein Beispiel dafür: Ihr geht zum Kühlschrank, öffnet diesen und seht darin drei Dinge: Eine Flasche Eistee, einen Salat und einen Hamburger. Nun wissen wir, dass ihr zum Kühlschrank gegangen seid, weil ihr Durst habt. Das bedeutet, dass ihr auf keinen Fall den Salat oder den Hamburger nehmen werdet. Arthur Schopenhauer sagte zu diesem Thema Folgendes: "Wir können tun was wir wollen, aber wir können nicht wollen was wir wollen." Um das wieder auf Assassin's Creed zurückzuführen, würdet ihr unter Kontrolle der Templer nicht einmal merken, dass ihr eigentlich etwas anderes wollt als das, zu dem ihr dann gezwungen werdet. Die Feinde im Spiel sagen euch oft, dass sie nur den Frieden wollen, und sie darin den einzigen Weg sehen, wie es funktionieren kann. Die Templer töten dafür keine Menschen, auch wenn ihre Wege oftmals radikal erscheinen können. Aber wer ist der Spieler, dass er darüber ein Urteil fällt? Er selbst zieht los und tötet einen Templer nach dem anderen, weil er seine eigene Denkweise als besser empfindet. Die Spielcharaktere empfinden keine Reue bei den Attentaten. Ganz im Gegenteil: Immer wieder rechtfertigen sie ihre Aktionen mit einem Kommentar darauf, dass die Menschen frei sein sollen und selbst zum Frieden finden müssen. Eine Ansicht, die die Templer bereits verworfen haben. Und dafür müssen sie also sterben? Wegen einer anderen Ansicht?

Seelig sind die geistig Armen

Ist Ezio der wahre Kriegstreiber der Serie?
Doch wo stößt nun das Spiel an seine Grenzen? Wieso habt ihr als einfacher Assassin's-Creed-Spieler eine innere Abneigung gegen die Templer? Das Problem hierbei liegt bei den Charakteren, die ihr verkörpert. Hatte Altair in Assassin's Creed 1 seine Aktionen noch ab und an hinterfragt, so ließ er seine Gedanken nun doch schnell fallen, nachdem er erfuhr, dass sein Meister ihn belogen hatte. Ezio macht sich gar keinen Kopf über seine Handlungen. Die Feinde wollen die Menschheit kontrollieren? Bringt sie um! Und Desmond? Nachdem er erfuhr, dass seine Eltern doch keine reinen Verschwörungsspinner waren, war er Feuer und Flamme, die Templer zu bekämpfen, ohne auch nur eine Sekunde darüber nachzudenken, dass der Weg der Templer vielleicht besser sein könnte. Ganz im Gegenteil, in Assassin's Creed 2 freut er sich sogar, "endlich bei den Guten" zu sein. Den Charakteren fehlt eine differenzierte Sichtweise. Das Spiel zieht eine klare Linie und sagt euch: "Du bist gut, du willst Freiheit. Die Templer sind böse, sie wollen uns versklaven." Dass mit Freiheit auch Chaos einhergeht. Was es bedeutet, in Freiheit zu leben. Dass auch Freiheit Nachteile haben kann. Dass Freiheit nicht erfassbar ist ohne auch Einschränkung zu kennen, darüber schweigt das Spiel. Auch fehlt eine eindringlichere Sicht von Seiten der Templer.

Die Templer in der Vergangenheit sind immer Unterdrücker, die die Bevölkerung schikanieren. Vidic wird nur als üblicher Antagonist dargestellt, und nicht als Kämpfer für den Frieden. Als machthungriger Tyrann und nicht als jemand, der gezwungen ist, fragwürdige Aktionen für ein größeres Wohl durchzuführen. Dass die Assassinen genauso fragwürdig handeln wird verschwiegen. Dass sie in Wahrheit Terroristen sind, die die herrschende Regierung sabotieren wird verschwiegen. Ganz im Gegenteil: Sie werden als Befreier dargestellt. Sie werden so dargestellt, dass ihr euch als Spieler mit eurem Handeln jederzeit im Recht seht, wohingegen die Templer immer die Tyrannen sind, die die arme Bevölkerung auch noch eindeutig tyrannisieren. Besiegelt wird das Ganze durch die Geschichte mit den Göttern und der Welt. Die Gefahr ist, dass die Assassinen als Retter der Menschheit dargestellt werden und die Templer als einfache Störenfriede ohne größere Gedanken.

Der Multiplayermodus - Die Ansicht der Templer?


Nun wurde mit Assassin's Creed - Revelations ein storygetriebener Multiplayermodus hinzugefügt. Dieser soll Einblicke in die Templerseite der Geschichte geben. Doch auch hier fehlt eine positive Darstellung der Templer. Zwar sind ein paar Zeilen zu finden, in denen gesagt wird, wie die Assassinen versuchen, die Templer als Bösewichte darzustellen, doch das ändert am großen Bild nichts. Denn die Templer werden auch hier in ein schlechtes Licht gerückt. Als Gruppe dargestellt, die sich selbst nicht über den Weg traut und deshalb ihre Mitglieder kontrolliert. Dabei wäre es möglich gewesen, hier die Templerführer zu zeigen, die teilweise gezwungen ihre Handlungen durchführen, nur um die Welt in eine bessere Zukunft zu führen. Und die Assassinen als die Bösewichte, die vor keiner Aktion zurückschrecken gegen den Frieden vorzugehen.

Einfache Kost für den Spieler


Nun stellt sich die Frage, warum Ubisoft so gehandelt hat. Ansätze, die Templer als Gute mit anderen Methoden darzustellen, existieren, werden aber immer wieder aufs Neue im Keim erstickt. Nicht nur einmal sagt in dem Spiel ein Templer, dass sie das selbe Ziel verfolgen wie die Assassinen. Vermutet Ubisoft womöglich, dass die Geschichte sonst für viele Spieler zu komplex werden könnte? Dabei haben schon andere Spiele eine Grauzone erschaffen, die den Spieler dazu zwangen, seine eigenen Taten zu überdenken und anhand seiner Erkenntnisse zu handeln. Bekanntestes Beispiel hierfür dürfte Deus Ex darstellen. Ist hier also erneut Potential zugunsten der Massentauglichkeit verloren gegangen? Wenn man sich Ubisofts Ausrichtung auf Casualspieler ansieht, ist das gut möglich. Eine komplizierte Geschichte könnte Personen abschrecken, die beim Spielen nicht großartig nachdenken wollen.

In einer virtuellen Welt bereiten sich die Templer darauf vor die letzte Hürde zum Weltfrieden zu beseitigen. Ihre Position wird im Spiel eher stiefmütterlich behandelt.

Keksus 23. Januar 2012 - 17:25 — vor 4 Jahren zuletzt aktualisiert
Darth Spengler 18 Doppel-Voter - 9209 - 23. Januar 2012 - 17:36 #

Finde ich gut, das du noch soviel Phantasie hast Keksus ;)

Es gibt halt einen großen Logik Fehler bei allen Spielen in denen gekämpft wird. Um 1 Geisel zu befreien schickt der Protagonist Tausende Menschen in den blutigen Tot z.b. Uncharted. Drake ist ein größerer Massenmörder als die Bösewichte gegen die er kämpft ^^

Oder bei Star Wars Old Republic und co. Man ist ein tapferer Jedi aber mordet und meuchelt Millionen von empfindsamen Lebewesen reckless nieder (Monatelang!) nur um ein niedrig gestellte Ziele zu erfüllen. Manchmal auch höher gestellte Ziele allerdings mit der doppelten Menge an Gegnerblut ^^

Nehmt das nicht so ernst ^^ Aber ansonsten , gut geschrieben!

Keksus 21 Motivator - 25001 - 23. Januar 2012 - 18:05 #

Bei Star Wars gibt es ja noch das übliche Gut und Böse. Wie in einem Märchen eben. Die Sith wollen nur Sklaventreiber und Unterjocher sein. Aber bei den Templern in AC z.B. sieht das anders aus. Bezüglich Uncharted hat sich Penny Arcade mal geäußert:
http://img41.imageshack.us/img41/7676/6828029648cjvul.jpg

Da gibt es halt noch den Unterschied zwischen den Zielen der einzelnen Untergebenen, die einfach nur ihren Job machen und den Zielen des Oberbösewichtes an sich.

Darth Spengler 18 Doppel-Voter - 9209 - 23. Januar 2012 - 18:21 #

Abgesehen von Zielen. Wenn man als Jedi, Schatzjäger, Gangster, Vault Überlebender oder ähnlich angegriffen wird und sich im großen Stil verteidigt sterben trotzdem tausende Menschen ^^ Ob das jetzt legitim ist durch einen Auftrag, oder eigenmächtig, Es ist fern jeglicher Realität und Humanität^^

Von daher ist da eine große Logiklücke die ein Buch z.b. seltener hat.

Makariel 19 Megatalent - P - 13454 - 24. Januar 2012 - 14:54 #

"Die Sith wollen nur Sklaventreiber und Unterjocher sein. Aber bei den Templern in AC z.B. sieht das anders aus."

Klar, denn wer hält sich schon selbst für 'böse'? Wunderbar auf den Punkt gebracht hier (englisch):
http://www.youtube.com/watch?v=OpZ8EkK3eWY

Darth Spengler 18 Doppel-Voter - 9209 - 24. Januar 2012 - 19:28 #

Jo das Video trifft es sehr gut ^^

Balberoy 11 Forenversteher - 764 - 23. Januar 2012 - 18:14 #

Super Artikel.
Hab zwar nur den ersten Teil gespielt, allerdings kannst den ersten Teil eigentlich garnicht mit den anderen Teilen vergleichen.

Der erste Teil ist ein Praktikantinnenprojekt, die einfach mal das gemacht hatte was ihr Spaß gemacht hat. Der Entwickler fand die Mechanik so toll, dass er ne Story rübergeschmissen hat und Peng.
Spiel fertig.

Vermutlich wurde sich in diesem Fall weniger um die Story und Schwarz, sowie weiß Gedanken gemach, als wie man die Mechanik zu einem Spiel machen kann.

Aber soweit meine Erinnerungen reichen, wurden die Templer immer als Mörder dargestellt, die das Volk unterdrücken. Das wurde auch anhand der Zwischensequenzen und teilweise anhand der Todessequenz deutlich.

Für die Templer heiligt der Zweck genauso die Mittel. Über Folter, Sklavenhaltung, etc...

Die Assasinen sagen: Freiheit über alles!
Die Templer sagen: Freiheit in Grenzen!

Beide Parteien gehen dafür über Leichen und beide Ziele sind verständlich.

Crizzo 18 Doppel-Voter - P - 11025 - 23. Januar 2012 - 18:20 #

Ohne den Artikel gelesen zu haben, ich hab den letzten Teil noch nicht gespielt. Kann ich ohne Spoiler den Artikel lesen?

Darth Spengler 18 Doppel-Voter - 9209 - 23. Januar 2012 - 18:23 #

Also ich habe nichtmal AC 3 rdy aber konnte jetzt nichts Spoilermäßiges finden. Les ihn ruhig. Ist ne gute Intention hinter.

Anonymous (unregistriert) 23. Januar 2012 - 19:10 #

Sehr schöner Artikel. Ein Aufruf zu differenzierteren, komplexeren Spielen, ohne das übliche Schwarz/Weiss-Schema. Schade das es zuwenige Abnehmer für solche Spiele gibt.

Xariarch 13 Koop-Gamer - 1696 - 23. Januar 2012 - 19:13 #

Sehr gut geschriebener Denkansatz....

kannte man schon aus Deus Ex... totale Freiheit... oder totale Kontrolle? Ich glaube die Wahrheit liegt doch immer irgendwo dazwischen ;)

Man sieht es auch in der aktuellen Politik und bei politischen Gruppen.. extreme, eine Seite wie die andere sind einfach meist nicht gut!

heini_xxl 15 Kenner - P - 3151 - 23. Januar 2012 - 19:31 #

der artikel hat mir auch gut gefallen.
wie schon mein vorkommentierer sagt: so richtig konsequent hat auch aus meiner sicht nur deus ex 1 diese fragen gestellt und auch so verpackt, dass (wenn man sich darauf eingelassen hatte) es auch wirklich sich als roter faden durch das spiel zieht bis hin zur auflösung.

Keksus 21 Motivator - 25001 - 23. Januar 2012 - 19:47 #

Deus Ex hat den Spieler am Ende immerhin auch gefragt, was er tun will. Man konnte sich selbst entscheiden wem man folgt. Und diese Entscheidung hat man aufgrund der Meinung gefällt, die man sich das ganze Spiel über von den einzelnen Fraktionen gebildet hat.

Ninjack 09 Triple-Talent - 250 - 23. Januar 2012 - 20:11 #

Der Kritik an der Eindimensionalität der Assassin's Creed-Reihe lässt sich nichts hinzufügen. Viel zu oft ärgert man sich über mangelnde Differenzierung oder fragwürdige Aktionen für ein angeblich höheres Gut.
Dass es wie im Artikel beschrieben an Tiefgründigkeit mangelt, kann jedoch nicht wirklich überraschen. Denn schließlich ist das Grundprinzip das eines Actionsspiels im Assassinenkorsett, um das eine Handlung herum gebaut wurde. Da scheint es nicht von Belang differenzierte Gegner oder fragwürdige Protagonisten aufzubieten solange der Kern des Spiels funktioniert: das Meucheln.

Auf der anderen Seite stellt sich natürlich grundsätzlich die aufgeworfene philosophische Frage, ob ein derartiges Vorgehen gegen "Andersgläubige" wie die Templer gerechtfertigt ist, obwohl beide Seiten anscheinend für die Utopie eines andauernden Friedens kämpfen.
Hier würde ich dem Autor insofern widersprechen, als dass die Schaffung eines Leviathans im Hintergrund nach Vorbild von Hobbes den Menschen die Wahlfreiheit raubt, ob sie diesen Weg gehen wollen. Nach Rousseauscher Vorstellung - als wichtigem inhaltlichen Gegenspieler -fehlt hierbei die Findung eines gesellschaftlichen Konsenses. Dass nun eine Partei wie die Assassinen für die Erhaltung dieser Entscheidungsfreiheit kämpft, kann durchaus als höheres Gut angesehen werden. Was bleibt denn noch, wenn nicht wenigstens die Freiheit sich selbständig zu entscheiden?
Fraglich ist außerdem die totalitäre Rolle des Leviathans. Denn dessen Utilitarismus zum Wohle der Mehrheit kennt keine Menschlichkeit mehr: was der großen Mehrheit dienlich ist, wird nicht infrage gestellt - Opfer hin oder her.

Insofern ist die Konklusion, die die Assassins-Creed-Reihe zieht, wohl nur eine vorweggenommene, deren Entscheidungsweg im Spiel fehlt. Genau das führt zu den genannten Einseitigkeiten. Aber ist das nicht immer noch mehr als die Legitimation, die uns ein Soap MacTavish in seinem Kampf gegen Zhakaev liefert?

SirCartman 14 Komm-Experte - P - 2117 - 23. Januar 2012 - 20:42 #

Kurz Vorweg: Meine Vorlesungen zur politischen Theorie liegen nun schon eine Weile hinter mir und ich befasste mich in den letzten Jahren mit etwas anderen Themen. Überhaupt befasste ich mich mit politischer Theorie nur am Rande. Deswegen ist das nachfolgende auch nicht unbedingt der Weishheit letzter Schluss.

Hobbes hat zwar ein negatives Menschenbild, er benutzt aber trotzdem für seine Metapher vom Staat den Leviathan, ein schreckliches Monster. Staat und Kontrolle sind also nicht etwas rein positives. Sie sind nur aus purer Notwendigkeit geboren. Dem eine Monster (Naturzustand des Menschen)) muss mit einem anderen Monster (dem Leviathan) Einhalt geboten werden.
Hier liegt der Anknüpfpunkt: Muss man wirklich dieses Monster aktzeptieren? Laut Hobbes ja. Aber es gibt auch Staatstheoretiker die, meiner Meinung nach nicht ganz zu Unrecht, darauf verweisen, dass es keinen von sich aus "gerechten" Leviathan geben kann. Ein schreckliches, undkontroliertes Monster das auf ewig unsere Geschicke unwiderruflich steuert? Das muss wirklich nicht sein.

Frieden ist zwar ein Wert, aber er steht nicht über anderen. Zumindest nicht für mich. Freiheit ist ebenso ein Wert. Auch er steht nicht über allen anderen. Ich brauche keinen Leviathan der nur mein Leben schützt. Ich brauche eine Instanz die mein Leben schützt und meine Freiheit zumindest respektiert. Das macht Konpromisse notwendig, welche im politischen Prozess ausgehandelt werden und mal mehr in die eine und mal mehr in die andere Richtung gehen. Aber ein radikales entweder-oder ist der falsche Weg. Ohne Assasins Creed je gespielt zu haben (jaja, ist auf der To Do-Liste) kann ich aus dem hier gelesen doch ableiten, dass die Templer zu Recht die bösen sind. Ich will nicht in Rapture leben, aber ich will auch nicht von einer ominösen Bruderschaft kontroliert werden. Selbst wenn diese Kontrolle ein noch so sympathisches Antlitz hat. Wenn also die Assasinen sagen "dass die Menschen frei sein sollen und selbst zum Frieden finden müssen" (aus dem Artikel), dann ist das aus meiner Sicht mehr als korrekt: Der Frieden muss mit Hilfe eines politischen Aushandlungsprozesses entstehen. Dieser ist unter Umständen blutig (Krieg als Fortsetzung Politik mit anderen Mitteln-Clausewitz), aber niemand garantiert, dass eine Templerordnung dies nicht wäre. Kontrolle ist Macht und Macht tendiert dazu zu korrumpieren.

Ganesh 16 Übertalent - 4870 - 24. Januar 2012 - 9:16 #

Interessatn. Ich kenn mich zwar mit politischer Philosophie aus, aber nicht mit AC. Deshalb meine Frage: Wie sind denn die Assassinen einzuordnen? Als simple Anarchisten?

Anonymous (unregistriert) 23. Januar 2012 - 20:45 #

Jup, stimmt schon. Im ersten Teil klangen von Altairs Seite noch Fragen an die in die Richtung des Artikels gehen, aber Ezio war von vornherein von einem sehr persönlichen Rachefeldzug besessen - diese Fragestellung hatte da keinen Platz mehr. Das ist spielerisch und storytechnisch verständlich wenn man die zusammenhänge erkennt. Aber die wenigen zweifel am für und wieder der Sache sind eine der großen Chancen die mit der Serie verpasst wurden - aber was soll's - macht trotzdem Spaß und mir persönlich kommt's darauf meist eher an.
Erwartet ja auch keiner von Michael Bay das er die in Transformers die menschliche Natur ergründet ...

Blacksun84 17 Shapeshifter - P - 6532 - 23. Januar 2012 - 20:53 #

Guter Artikel. Auch ich dachte bei AC-Rev zuletzt: "Irgendwie liegt mir die "Einer hat die Macht und alle sind glücklich"-Philosophie näher als die "Jeder ist selber frei und kann machen, was er will, um glücklich zu werden"-Philosophie. Dem Spieler wird aber nicht gezeigt, dass die Assassinen-Denkweise auch ihre Nachteile hat, denn wenn jeder nach seinem Glück strebt, bricht der allgemeine Konsens auseinander.

Mithos (unregistriert) 23. Januar 2012 - 21:07 #

Jupp, das unkommentierte Gemetzel in vielen Spielen stört mich auch. Nicht nur, weil es unnötig brutal ist. Sondern auch, weil man dadurch das Feindbild im Spiel verwässert. Wenn man Horden von Gegnern in einem Spiel besiegt hat, dann ist der nächste "Boss" einfach nur noch eine weitere Kerbe im Brett. Dabei lebt die Geschichte eines Spieles eigentlich zu großen Teilen von der Atmosphäre, die um den Bösewicht aufgebaut wird. "The man you love to hate" war vor einem Jahrhundert der Slogan eines Schauspielers, der zu dieser Zeit die stereotypische Rolle des Bösewichts geprägt hat.

Was die Psychologie-Einleitung des Artikels mit dem Hobbes-Beispiel angeht:
Ich mag grad keinen Eistee, schließe den Kühlschrank, gehe zur Tanke und hole mir ein Bier. Oder entscheide mich, gar nichts zu trinken. Ällabätsch, da ist mein freier Wille wieder. Notfalls kann ich auch wollen, dass ich verdursten will.

Keksus 21 Motivator - 25001 - 23. Januar 2012 - 23:26 #

Das mit dem freien Willen kannst du nicht beweisen. Wenn du willst, dass du verdurstest, hast du diese Entscheidung dann wirklich frei getroffen?

SirCartman 14 Komm-Experte - P - 2117 - 24. Januar 2012 - 0:34 #

Kannst du das Gegenteil beweisen? Bzw. wie willst du beweisen, dass er diese Entscheidung nicht frei getroffen hat? Wobei das ein schlechtes Beispiel ist, da es schlicht keinen Grund gibt sich einfach so verdursten zu lassen.
Man kann recht gut "beweisen", dass der menschliche Wille nicht immer rationell ist. Jeder kennt wohl auch Situationen, in denen er lieber etwas anderes getan hätte, als er dann letztlich tut. Aber zu beweisen, dass unser Willen determiniert ist, dürfte dir schwerfallen.

Was freier Wille ist, kann man wahrscheinlich am einfachsten so beschreiben: Es ist eine persönliche Präferenz die ganz ohne die Einwirkung von äußeren oder inneren Zwängen zustande kommt und nicht durch gezielte Einwirkung dritter vorgegeben wird. Selbst diese recht einfache Defintion hat aber ihre Tücken wenn man sie empirisch anwenden will! Offensichtlich gibt es einen Zusammenhang zwischen Willen und Entscheidung. Die Entscheidung ist quasi der empirische Ausdruck des Willens. Beispiel: ich will ein Auto. Ich habe die Wahl zwischen einem silbernen Neuwagen und einem giftgrünen. Der Einfachheit halber sagen wir, dass es nicht mehr Möglichkeiten gibt und das ich eines der beiden kaufen _muss_ (die Kaufentscheidung generell also nicht frei ist, nur die Auswahl ist frei). Ist es eine "Zwang" wenn ich weis, dass sich silberne Autos besser weiter verkaufen lassen? Nein, werden viele sagen! Ich kann mich frei dafür entscheiden das giftgrüne zu kaufen. Ich trage dann halt die Kosten (niedrigerer Wiederverkaufspreis!). Trotzdem ist es meine Entscheidung. Wie ist es aber, wenn jemand eine Pistole an den Kopf meiner Liebsten hält und will das ich das silberne Auto kaufe? Auch hier kann man sagen, dass ich mich für das giftgrüne Auto entscheiden könnte. Die Kosten trägt dann meine Liebste (der Verlust ihres Lebens) und ich (mein geschundenes Gewissen). Aber ich kann mich entscheiden! Was ist, wenn man mir die Pistole an den Kopf hält? Auch hier, kann man argumentieren, könnte ich mich frei für das giftgrüne Auto entscheiden. Die Kosten dieser Entscheidung für mich wären nur sehr hoch: Es wäre vermutlich die letzte Entscheidung meines Lebens. Da mir ein grünes Auto im Himmel nichts nützt, wird eigentlich jeder sich für das Silberne entscheiden. Aus rationellen Gründen. Der Unsicherheitsfaktor bleibt aber: Vieleicht will ich nicht, dass die Erpresser gewinnen und opfere mich?
Man kann die genannten Beispiele in beide Richtungen auslegen: Eine Entscheidung ist niemals frei, weil unser Wille ständig abwägt und uns letztlich immer zum Ergebnis dieses Abwägeprozesses führt. Oder man argumentiert, dass jede Entscheidung frei ist, so lange sie wirklich eine Entscheidung ist und der Abwägeprozess nicht durch einen Dritten gestört wird (z.B. durch Drogen). Aktzeptiert man eine der beiden Sichtweisen, endet die Notwendigkeit der Diskussion aprupt. Warum über etwas diskutieren, wenn sowieso alles gleich ist (frei oder unfrei)? Oder wo genau würde man die Grenzen setzen? Wann ist die Willensbildung also frei?

Wenn also schon bei einem einfachen theoretischen Problem unklarheit besteht, wird es schwer euren Disput abschließend zu klären. Dieses kleine theoretische Problemchen ist mir auch schon in deinem Artikel aufgefallen. Aber letztlich tut es nichts zu Sache. Wenn ich dich, Keksus, richtig verstande habe geht es ja den Templern darum unsere Willensbildung zu manipulieren (das wäre defintiv kein freier Wille mehr), und wir damit durchaus glücklich leben könnten. Wir würden es ja schlicht nicht als Unfreiheit oder Zwang empfinden. Nur der Gedankengang, dass unser Wille ja ohnehin unfrei ist, schießt unter Umständen etwas über das Ziel hinaus.

Verdammt, jetzt hab ich so viel geschrieben. Ich meine kruden Gedankengänge sind wenigstens halbswegs verständlich.

Darth Spengler 18 Doppel-Voter - 9209 - 24. Januar 2012 - 4:52 #

Absolut

Anonymous (unregistriert) 24. Januar 2012 - 18:50 #

Freier Wille bedarf meiner Meinung nach einem Metaphysischen Aspekt der Persönlichkeit (aka Seele), denn:
Struktur von Nervenzellen im ZNS sind a) genetisch angelegt und b) nur durch Sinnesreize in ihrer Struktur veränderbar.
Beide Faktoren können als äussere Einflüsse definiert werden. Sofern sich als die Persönlichkeit auf den Prozessen des ZNS fusst, so sind alle Faktoren die die Persönlichkeit ausmachen von aussen determiniert.

Ein weiteres Argument könnte sein das man die Aktivitätsmuster des Gehirns, die mit einer Entscheidung einher gehen bereits messen kann, bevor sich eine Person ihrer Entscheidung bewusst wird.

Das unser "Entscheidendes-Ich" nur eine Gaukelei des Gehirns ist, ist in der Neurologie keine untypische Sichtweise

Mithos (unregistriert) 24. Januar 2012 - 0:37 #

Ja, klar. Beweis mir doch das Gegenteil.

Imperitum 18 Doppel-Voter - 9391 - 23. Januar 2012 - 21:33 #

Toller Artikel!
Ich persönlich finde deinen Gedankenanstoß klasse, dass man als Spieler, die Handlungen der virtuellen Spielfigur deutlich häufiger in Frage stellen sollte.

Dass auf viele Aspekte, welche die Story von AC bietet nicht eingegangen wird bzw. nicht tiefer ins Detail gegangen wird, schreibe ich der Massentauglichkeit dieser Spieleserie zu.

Ich gehe jetzt aber bewusst nicht auf die philosophischen Aspekte in deinem Artikel ein und möchte an dieser Stelle lieber auf den klasse Kommentar von SirCartman verweisen. ;-)

Daumen hoch für den Artikel, mit der Bitte:
Mehr davon!!!

Horschtele 16 Übertalent - P - 5389 - 24. Januar 2012 - 0:36 #

Geschrieben ist der Artikel gut, aber es gibt so viele Spiele, die ethisch hinterfragt ihre grausamen, sinnlosen, hohlen oder stereotypen/undifferenzierten Facetten zeigen. Assassins Creed ist aber definitv eins der besseren Beispiele (i.S. von besonders unreflektiertes Gemetzel). Aber heutzutage ist man als Spieler darauf konditioniert, keine unangenehmen Fragen zu stellen. So müssen sich die Entwickler weniger Gedanken um Charakterentwicklung, Story, Tiefgang, Glaubwürdigkeit der Spielwelt u.ä. machen. Eins der wesentlichen Gründe, warum Spiele bspw. im Vergleich zu Filmen von einigen Personengruppen nach wie vor (zu Recht) verpönt werden. Wenn PC-Spiele wirklich irgendwann als Kunst verstanden werden wollen, dann muss man sie auch hinterfragen können, ohne auf unendlich viele Widersprüche zu stoßen.

Earl iGrey 16 Übertalent - 5042 - 24. Januar 2012 - 1:19 #

Sehr lesenswerter Beitrag!! Ich habe mich schon in der Trickserie Saber Rider immer maßlos über die eindimensionalen Gut-Böse Muster geärgert.

Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob der Autor oder die Spiele die interessante Behauptung aufstellen, Frieden wäre durch die Kontrolle und Aufhebung der Freiheit zu erreichen, ohne dass die Menschen diese Kontrolle bemerken würden. Abgesehen davon, dass- salopp gesagt- alle so lange abzumurksen, bis nur noch "die Richtigen" übrig sind, theoretisch auch zu einer Art von Frieden führt.

An realen Umständen und historischen Erfahrungen orientiert wage ich die These: Eine Obrigkeit kann Menschen zweifellos entmündigen und hoffen dass es keiner merkt. Falls es doch welche merken und nachfragen oder protestieren, kann die Obrigkeit (statt den Delinquenten einfach zu vernichten) dem entmündigten Menschen immernoch sagen er sei mündig, sein Eindruck bezüglich etwaiger Unfreiheit täusche ihn. Aber Menschen würden es dennoch merken, dafür haben sie ein "zu gutes" Gespür.

Tzwän (unregistriert) 24. Januar 2012 - 7:12 #

Sehr toller Artikel. Genau diese Frage habe ich mir nun schon die ganzen AC-Teile selbst gestellt: Warum müssen die Assassinen nur so rummeucheln und eigentlich "gute" Absichten der Templer sabotieren und mit Gewalt niederschmettern?!
Wie schon öfters erwähnt stellte Altair nach jedem Mord eines eigentlich guten Templers bzw. sozial engagierten Menschen, seinem Meister ein paar Fragen. Dieser "lenkte" ihn aber wieder auf die "richtige" Spur. Am "bösesten" Fand ich den Mord an dem Templer mit dem "Krankenhaus" für Arme, Schwächere, und geisig wirre Menschen.... Da musst ich zum ersten Mal nachdenken und mir selbst sagen: Momentmal! Der hat doch gute Absichten, und schließlich werden auch heute noch Irre "eingesperrt"! Die Assassinen Begründung das wir alle gleich frei sein mögen, ist irgendwie selten dämlich....
Das ist aber typisch der Assassinenstil: Wir lassen alle Menschen frei... frei wie Sie frei sein möchten, und kümmern uns dann nicht mehr um Sie... denn das wäre ja anmaßend!?
Für mich schrecklicher Höhepunkt war dann AC Revelations, wo wirklich einfach mal nur noch getötet wurde ohne jeglich Fragen: Warum mach ich dass... ach ja irgendso ein Gott hat mir das ja befohlen... Ganz toll.
Schön fand ich dann aber als Ezio in Altairs-Gruft beim Fund des Edensplitters zu diesem sagte: "Du hast mir schon genug Leid gebracht!" Gut es wird nicht geklärt wie er dies meinte...

Für mich ist ebenfalls klar das Ubisoft hier klar versagt hat, und nicht wirklich die Frage klärt: Ist mein handeln menschlich nützlich, stift ich dem Frieden und der Freiheit bei und vorallem vor Gott vertretbar?

Blacksun84 17 Shapeshifter - P - 6532 - 24. Januar 2012 - 16:16 #

Bei Rev fehlte sowieso der passende Gegenpart, wobei ein Cesare Borgia auch schwer zu toppen war. Auch deswegen hätte ich gerne ein AC3 zu Zeiten der Französischen Revolution. Robbespierre als Templer, das wäre ein passender Gegner. Der Byzantiner in Rev war eher mau und Rom mochte ich sowieso mehr als Konstantinopel. Vermissen werde ich Ezia trotzdem.

Reaktorblock 11 Forenversteher - 769 - 24. Januar 2012 - 8:51 #

Also erstmal danke für den Artikel, schöne Hinterfragung der Handlung und des Hintergrundes.

Meine Meinung:

1. Ich muss mich nicht mit jeder Spielfigur bedingungslos identifizieren und deren Motive übernehmen. Ich empfinde Ezio di Auditore durchaus als 'Freak'. Vielleicht nicht so krank wie Batman - aber nichtsdestotrotz: krank.

2. Trotzdem übernehme ich Teile seiner Motive (nicht alle) soweit, dass mich die Erfüllung der Aufgaben im Spiel durchaus befriedigt. Der Verfall von Kunst, Kultur und Wirtschaft, der man mit der Renovierung von Rom entgegenwirkt, treibt mich in AC Brotherhood deutlich voran. Ich empfinde die Borgia/Templer Fraktionäre, so wie sie im Spiel dargestellt werden, als egomanische Kulturbanausen, die ich mit Verve wegmeuchele. Die Motivation ergreift mich wesentlich stärker als in vielen vergleichbaren Actionspielen. Von Militär-Shootern wollen wir gar nicht reden, da sie sich erst gar nicht die Mühe machen, einen kulturellen oder philosophischen Unterbau zu errichten.

3. Letztendlich bin ich aus genau diesem Grund Ubisoft extrem dankbar. Lieber ein wackliges Weltbild, als gar kein Weltbild. Aber: mit einem kritischeren Ezio wäre das Spiel sicher noch eine Spur besser geworden.

iKa 10 Kommunikator - 425 - 24. Januar 2012 - 9:03 #

Schön und interessant geschrieben! Leider hakt er ein wenig in der Theorie. Der Leviathan ist nämlich so gedacht, dass er nur dadurch überhaupt existieren kann, dass die Menschen ihm - im Rahmen eines Gesellschaftsvertrags - seine Macht und Autorität zuschreiben. Irgendwo habe ich mal etwas von der Metapher eines sterblichen Gottes (dem König zB) gelesen. Danach würde die Macht des Leviathan aufhören, sobald die Regierten ihm eben diese wieder entzögen (irgendwo weiter oben wurde der demokratische Aspekt ja schon erläutert). Da die im Spiel gedachte Bevölkerung aber nichts von den Plänen der Templer weiß und diesen auch nicht freiwillig die Macht übertragen würde, passt es eben nicht ganz. Ich würde da persönlich auch nicht von einem wünschenswerten Zustand sprechen und fände eine solche Art der Kontrolle eher gruselig. Auch in unserer realen Welt gibt es genug Steuerungselemente (und ich spreche nicht vom Staat, der häufig genug von entsprechenden Interessen als Monster dargestellt wird) die ich gruselig finde, aber das beschriebene Szenario unterscheidet sich dann ja doch qualitativ deutlich.

Wo ich Dir aber vollkommen Recht gebe, das ist das Thema der Tiefe von Videospielen! Assassin's Creed hatte Potenzial. Doch wo der erste Teil noch interessant und mit Fragen von Gewissen und Moral gespielt hat, geht es in den Folgenden leider nur noch um ein paar historische Daten, Gebäude (immerhin!) und bessere Waffen. Schade!

TheVG 05 Spieler - 42 - 24. Januar 2012 - 9:22 #

Ist sehr schön geschrieben, aber ich finde es etwas müßig, sich zu viele Gedanken über moralische Aspekte in Spielen zu machen. Eigentlich sind Videospiele sehr egoistisch, weil man die eigenen Ziele, die man so oft zu erledigen hat, nichts mit Political Correctness zu tun haben. Wenn man sowas einführen würde, dann wären die Spiele im Umkehrschluss auch richtig langweilig.

Das Problem ist jetzt nicht AC, sondern andere Shooter wie Call of Duty, die die Grenzen mal ins Bodenlose ausloten. Das ist ein anderes Extrem, und das haben nicht mal Spielfilme angerührt.

DJHolzbank 09 Triple-Talent - 339 - 24. Januar 2012 - 9:27 #

Ich greife mal folgendes Zitat auf: "In dieser Spielserie wollen die Templer die Menschheit unterjochen, indem sie diese mit einem Artefakt, dem so genannten Edensplitter, kontrollieren. Im Spiel wird das als eine Bedrohung dargestellt, gegen die der Spieler vorgehen muss. Eine Aktion, die aufgehalten werden muss. Doch wieso? Darin läge der Schlüssel zum Frieden, so die Story. Die Templer würden hierbei die Position von Hobbes' Leviathan einnehmen. Da die Menschen durch das Artefakt von der Gewaltausübung abgehalten werden (auch gegen ihren Willen), würde sich auch jeder daran halten. Was ist nun also so schlecht daran? Das Ergebnis wäre schließlich eine friedliche Welt. Dass man kontrolliert wird, würde man nicht einmal bemerken."
Und dann frage ich Dich: Meinst Du das wirklich ernst? Eine Welt, in der die Freiheit des Individuums unterdrückt wird? In der jeder, der Widerstand leistet, ausgemerzt wird? In der Frieden herrscht, aber nur für die, die sich unterwerfen? Willkommen im Faschismus!

Woldeus 14 Komm-Experte - P - 1865 - 24. Januar 2012 - 11:00 #

genau dies ist das eig. thema von AC. und genau dieses thema wird schon seit menschengedenken diskutiert. wieviel freiheit kann ein mensch haben bzw. kann man ihm erlauben zu haben?

AC liefert keine antwort darauf.
warum?
weil die geschichte aus der sicht eines assassinen erzählt wird - und das spiel nun mal keine entscheidungsfreiheit hat.d.h. die handlung wertet nicht objektiv, sondern aus der sicht des(r) protagonisten.(!)

Makariel 19 Megatalent - P - 13454 - 24. Januar 2012 - 11:57 #

Das hab ich mich beim durchlesen auch gewundert. Ich hab mich zwar schon öfters in Spielen gefragt ob ich auf "der falschen Seite" bin (z.b. in Halo oder Killzone 2), aber bei Assassins Creed war ich mir bislang nie unsicher, da ich die Unterjochung des Individuums zum Vorteil einer kleinen Elite niemals gutheißen könnte. Da sich die Templer in der AC-Reihe oberhalb (bzw. außerhalb) des Gesetzes sehen (und bewegen) bleibt den Assassinen nicht viel übrig als zu den Waffen zu greifen, schließlich gilt: Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht.

DJHolzbank 09 Triple-Talent - 339 - 24. Januar 2012 - 14:02 #

Das sehe ich ganz genauso. Ich bin wirklich einigermaßen entsetzt, wie viele hier dem (fiktiven) faschistischen Weltbild der Templer eine positive Seite abgewinnen können. Ist das Dummheit, Ignoranz oder seht Ihr das wirklich so?

Blacksun84 17 Shapeshifter - P - 6532 - 24. Januar 2012 - 16:20 #

Dieses Weltbild ist nicht per se faschistisch, es gibt dieses ja durchaus länger als genannte Politikform. Wenn aber jeder unbewusst glücklich ist, wo ist das Problem? Kaum noch Gewalt, man ist zufrieden und dadurch gesünder. Ich lebe lieber sicher in Unfreiheit als unsicher in Freiheit. Auch deshalb sind z.B. so viele Ex-DDRler noch so enttäuscht, da ihnen die Unfreiheit bis 1989 mehr ein sicheres Gefühl gab als die Sicherheit in Armut heute. Die Mehrheit der Menschen war und ist nunmal schon immer dann zufrieden, wenn sie genug Geld zum Leben und halbwegs Ruhe im Privatleben haben. Ob dann oben ein König, Diktator oder Schoßwulfchen sitzt, ist egal. Echte Freiheit ist eh eine Illusion, auch jede noch so tolle Demokratie hat Verliere und Gewinner.

Makariel 19 Megatalent - P - 13454 - 25. Januar 2012 - 11:58 #

Das ist nicht dein Ernst, oder?

Larnak 21 Motivator - P - 25595 - 25. Januar 2012 - 16:26 #

Echte Freiheit ist genauso eine Illusion wie echte Sicherheit, denn beide finden ihre Grenzen an dem Punkt, wo verschiedene Interessen einander entgegenstehen. Aber wer bereit ist, grundlegende Freiheiten (und von solcher sprechen wir ja hier in dieser Diskussion, nämlich von der *grundsätzlichen* Freiheit, selbst entscheiden zu können) für begrenzte Sicherheit aufzugeben, hat, wie wir wissen, beides nicht verdient ;)
(Frei nach Benjamin Franklin)

Ähnlich wie bei Assassin's Creed wird das Thema übrigens auch bei Matrix behandelt. Nur, dass wir da quasi schon einen Schritt weiter sind und die Templer gewonnen haben :)

Moriarty1779 15 Kenner - P - 3018 - 24. Januar 2012 - 10:49 #

Sehr schöner Artikel, der zum Nachdenken anregt!

Aber eines muss ich hinzufügen: Warum muss denn definitiv eine Seite die "Böse" sein? Beide Parteien haben eine gewisse Philosophie und Zielsetzung - der Spieler ist ein Assassine - nur logisch, dass er versucht, deren Ziele umzusetzen. Dem Spieler vor der Konsole bleibt es überlassen, dies zu bewerten - vielleicht würde er sich in einer realen Situation eher den Templern anschliessen, hier im Spiel ist es aber seine Aufgabe, in die Rolle des Assassinen zu schlüpfen. Wie ein Schauspieler, der den Schurken im James Bond-Film spielt - der wird sich auch an sein Drehbuch halten. Spielen ist in gewisser Weise immer das Annehmen einer Rolle (daher ja auch "Rollenspiel").

Wem das alles zu theoretisch und zu weit von der Realität entfernt ist, der möge sich mal unsere heutige, aufgeklärte und von vergangenen Kriegen geprägte westliche Gesellschaft anschauen.
Es bedarf für eine riesen Zahl junger Leute lediglich einen mittelmäßigen finanziellen Anreiz, ein viel zu allgemeines, unklares Bild von "böser terroristischer Bedrohung" und schon werden Feldzüge in fremde Länder unternommen und Menschen umgebracht.
Ob da in manchen Fällen mehr Reflektion stattfindet als nach dem Spielen eines Actionspiels?

Sind diese jungen Leute alle von Grund auf böse Menschen? Sicher nicht...

faldnd 12 Trollwächter - 971 - 24. Januar 2012 - 11:25 #

Schöner Artikel. Erkenntnistheoretisch könnte man da mehr draus machen. Würde aber sicher den Rahmen sprengen. Vielleicht als Promotionsarbeit nicht verkehrt :-)
Die Frage nach dem Potential und Massentauglichkeit im letzten Absatz stellt sich für mich dabei aber so gar nicht. Letztendlich ist jedes Spiel eine geschlossene Welt in der wir in eine vorbestimmte Rolle schlüpfen. Ezio/Altair brauchen sich gar nicht mit der Frage belasten was gut und was schlecht ist. Als Spieler sehen wir die Welt durch ihre Augen. Das Design der Welt/Motivation der Charactere und damit die Spielerfahrung sind soweit schlüssig. Natürlich könnte man den Spieler noch auf einer weiteren Ebene fordern und ihn herausfordern selbst Entscheidungen zu treffen aber das dies erhöht die Komplexität der Erzählstrukturen enorm.

dark_palladin 12 Trollwächter - 1035 - 24. Januar 2012 - 11:28 #

Hm,gab es nicht mal eine ähnliche Diskussion zum Thema Hitman?

Makariel 19 Megatalent - P - 13454 - 24. Januar 2012 - 11:45 #

"Aber wer ist der Spieler, dass er darüber ein Urteil fällt? Er selbst zieht los und tötet einen Templer nach dem anderen, weil er seine eigene Denkweise als besser empfindet."

Ich stelle die umgekehrte Frage: wer sind die Templer, dass sie sich einbilden zu wissen was das beste für die Menschheit ist? Klar jodeln sie ständig, das sie es nur für den "Frieden" tun. Ich denke aber nicht das sie mit solch einem "Frieden" zufrieden wären, wenn sie nicht selbst in einer Position der Macht sitzen würden.

Anders gesagt:
"Um das wieder auf Assassin's Creed zurückzuführen, würdet ihr unter Kontrolle der Templer nicht einmal merken, dass ihr eigentlich etwas anderes wollt als das, zu dem ihr dann gezwungen werdet."

Nur weil eine Person nichts von der Manipulation merkt, macht es daraus nichts positives. Aber ich stimme ohnehin nicht mit Thomas Hobbes überein. Ich finde nämlich nicht, dass eine starke, zentrale Autorität notwendig ist um Bürgerkriege zu verhindern. Anfang des letzten Jahrhunderts hatten wir eine Reihe von starken Autoritätspersonen an der Macht, keiner von denen hat irgendwelche Kriege verhindert. Ich stimme hingegen mit Baron Acton überein:

"I cannot accept your canon that we are to judge Pope and King unlike other men, with a favorable presumption that they did not wrong. If there is any presumption it is the other way against holders of power, increasing as the power increases. Historic responsibility has to make up for the want of legal responsibility. Power tends to corrupt and absolute power corrupts absolutely. Great men are almost always bad men, even when they exercise influence and not authority: still more when you superadd the tendency or the certainty of corruption by authority. There is no worse heresy than that the office sanctifies the holder of it."

In diesem Sinne werd ich fröhlich weiter Templer schnetzeln :)

Crizzo 18 Doppel-Voter - P - 11025 - 24. Januar 2012 - 12:03 #

Vor allem hat man keine Engel ermordert, denkt nur an diesen Arzt in AC1, der seine "Patienten" als Versuchskaninchen missbraucht hat und einem geknappten Flüchtling kurzer Hand die Beine brechen lies.

marshel87 16 Übertalent - 5584 - 24. Januar 2012 - 12:23 #

Ich mag Sichtweisen der anderen Seiten, super! Und schön geschrieben :)
Leider habe ich aber noch keinen Teil davon gespielt, kenn die Story auch nur wage, aber dennoch versteh ich gut auf was du hinaus willst!

bigboulder 13 Koop-Gamer - 1207 - 24. Januar 2012 - 12:41 #

Ich finds gut das du Deus Ex in deinen Artikel miteinbezogen hast.

Nicht nur das es dabei um eines meiner philosphischen Lieblingsthemen dreht; dem Transhumanismus, sondern dort habe ich auch die Wahl habe größtenteils gewaltlos vorzugehen.

Assasins Creed verfolgt keinerlei philosophische Ansätze meiner Meinung nach. Es ist eben kein "Königreich der Himmel" (auch wenn die dortige Gesellschaftskritik nicht unbedingt zur Assasins Creed- Reihe passen würde). Es ist halt ein Sommerblockbuster unter den Spielen...der Dan Brown Roman wenn man so will.

Labrador Nelson 27 Spiele-Experte - - 86537 - 24. Januar 2012 - 16:55 #

Was ich auch relativ störend fand ist, dass Ubisoft neben ihrem Anspruch auf stimmige historische Zusammenhänge die Templer und Assassinen Thematik komplett verwirbelt, verknotet und faktisch total falsch dargestellt hat. Weder die Templer noch die Assassinen entsprechen geschichtlich bekannten Fakten. Das mag ja noch mit künstlerischer oder kreativer Freiheit erklärt werden können, die schwarz-weiss Darstellung ist aber geradezu albern, wenn nicht sogar bedenklich für einfachere Gemüter... Eine richtige Identifikation hat sich bei mir nie einstellen können, in keinem der Teile. Die Story habe ich jedes Mal als notwendiges Übel in Kauf genommen. Ich weiss, viele würden sagen, nimm das mal nicht so ernst alles, aber ich denke da wird unterschwellig viel mehr transportiert als einem gleich klar ist, oder lieb sein kann...

Makariel 19 Megatalent - P - 13454 - 25. Januar 2012 - 12:00 #

Hat dich bei z.B. der Akte X auch gestört das die Aliens und FBI-Themaik komplett verknotet und faktisch total falsch dargestellt wurde? :)

Anonymous (unregistriert) 24. Januar 2012 - 18:42 #

Tut mir leid für die harsche Kritik, aber: Als ob es nicht schon genug Hobby-Philosophen da draußen gäbe. Es hat schon einen Grund, warum es dafür über viele viele Jahre ausgebildete Fachleute gibt.
Das Problem mit dem "Leviathan" ist nämlich: Er existiert einfach nicht. Einige Menschen sollen die anderen davon abhalten, Böses zu tun. Aber auch diese Menschen sind dem Mensch ein Wolf. Bringt also nix. Da bräuchte es schon ein übermenschliches Wesen, aber das müsste man erstmal finden.
Die Entwickler von AC haben sich schon erstaunlich viel und gut mit der Materie auseinandergesetzt, vor allem im Vergleich zu anderen Computerspielen. Es wird dem Spieler ja immer vor Augen geführt, wie korrupt, egoistisch, letzlich menschlich die Templer sind, und wie ungeeignet sie dadurch als Leviathan wären.

Larnak 21 Motivator - P - 25595 - 24. Januar 2012 - 19:55 #

Schönes Thema. Ich finde der Artikel spricht Dinge an, die man tatsächlich kritisieren müsste (beispielsweise die Wege, wie beide Seiten(!) ihre Ziele erreichen wollen), ist aber in vielen Fällen auch wiederum – quasi genau entgegengesetzt zum eigentlichen Spiel – zu einseitig betrachtend.
Leider fehlt mir momentan die Zeit für eine detailliertere Diskussion. Vielleicht könnt ihr euch einfach ein "Ja, aber ..." als Kernaussage meiner Kritik merken :P

Anonymous (unregistriert) 24. Januar 2012 - 21:58 #

Man kann das Ganze auch einfach herunterbrechen auf: Wer keinen Meuchelmörder spielen will, der lässt es einfach bleiben.. Ich spiele so einen $hit auch nicht mehr. Aber vielleicht ist das einfach nur eine Altersfrage.

Anonymous (unregistriert) 2. Februar 2012 - 11:38 #

Ich wollte als Kind schon immer cool, schleichend unerkannt und mit Armbrust oder Pfeil und Bogen andere abballern. AC ist nichts weiter als ein Videospiel.

Erst wollen wir tolle Grafik, dann muss die Story und die Umsetzung bombastisch sein und nun wird sogar die Frage nach dem "politisch Korrektem" gestellt? Ubisoft hat versagt, weil irgendein Zocker mit Blähungen den Sinn der Templer in einem Videospiel nicht rafft?

Au weia....

Hat irgendwer mal hinterfragt, wieso man bei Defender einfach alles abballert? Oder ob die Typen die ich in Fort Apocalypse einsammele nicht vielleicht verkappte Neonazis sind?

Ich bin dann mal weg. Muss mich mit meinem Kumpel darüber aufregen, dass die Zigarettenindustrie nur so rassistische weisse Blättchen produziert...

debuday 08 Versteher - 152 - 18. März 2012 - 1:25 #

Ich hab mir 2007 wegen und für Assassins Creed 1 eine Xbox 360 angeschafft. Das Spiel war unbestritten richtungsweisend - großartige Grafik, eine Steuerung, die Spaß macht, eine altertümlich-exotische, doch glaubwürdige, lebendige, weitgehend frei begehbare Spielwelt mit verspielten Interaktionsmöglichkeiten wie "auf hohe Türme klettern", "auf dem Pferd über die weite Landschaft galoppieren" und "über die Dächer der Stadt laufen und springen können". - AC1 wurde technisch völlig zurecht als "Spiel der nächsten Generation" gefeiert. Intellektuell ist es jedoch peinlich. Ein Killerspiel, dass sich dem harten, primitiven und gewissenlosen Mainstream anbiedert.

Ich glaube auch, dass das Spiel gewinnen würden, wenn die Templer-Seite teilweise durch positive oder zumindest zwiespältige Charaktere vertreten wäre. Keine Schwarz-Weiß-Malerei, sondern, wie etwa in The Witcher 2, eine Spielwelt aus Grauschattierungen, in der die Entscheidungen der Heldenfigur durch unglückliche Verkettungen auch Leid über Andere bringen können.

Die Macher von AC hätten ein respektables Epos erschaffen können, ihr Gang durch die Geschichte sieht blendend aus und zieht die spielenden Zuhörer in Scharen an. Man lernt sogar das eine oder andere aus der Menschheitsgeschichte. Aber was sie uns verkünden, die Story, hat keine Substanz. Es ist der mühsam verknotete rote Faden, der die Serie der Metzeleien, um die es - mainstreamgerecht - eigentlich geht, verbindet. Der Mehrwert der Serie beschränkt sich auf den kurzweiligen Spaß an der Flucht vor den Wachen über die Dächer der Stadt.

Anonymous (unregistriert) 13. Mai 2012 - 11:55 #

Ich finde die lineare Betrachtungsweise etwas komisch. Beide Seiten entwickeln sich. Die Templer haben in AC1 vielleicht gute Ansätze, aber auch *Achtung Spoiler* Altair fängt an die Beweggründe seines Meisters zu hinterfragen, wenn auch langsam, weil er ja der Beste und somit kaltblütigste von allen war. Vorallem deswegen wird er seine Zeit gebraucht haben und recht langsam realisiert haben, dass er nicht besser ist. Die fehlende Reflektion in AC1 findet man in den Kodexseiten in AC2 wieder.
In AC2 entwickeln sich die Templer aber zunehmend zu machtgierigen Zeitgenossen. Wenn man auch die Besetzung der Verschwörer anschaut, merkt man das es teilweise viele Geistliche gibt, und das zu der Zeit, in der die Religion/Kirche anfängt an Macht zu verlieren, da in der Rennaissance das Individuum in den Vordergrund trat, nicht mehr der Glaube. Die Unterwerfung steht im Vordergrund und wird nicht mehr schleichend und verdeckt sondern aktiv und durch direkte Aufforderung (siehe Savonarola) durchgeführt.
Die eigentlichen Assassinen sind zu der Zeit eigentlich auch ausgelöscht worden und nurnoch eine Idee, die das Aufhalten der Templer in den Mittelpunkt stellt. Ezio ist zudem auf Rachetour und will die Verräter zur Strecke bringen, die allerdings auch gleichzeitig die Feinde der Assassinen sind.

Also beide Parteien entwickeln sich weiter, bzw. schweifen von ihren eigentlichen Kursen ab. Die einen wollen nun totale göttliche Macht, die anderen sehen es als ihre Aufgabe es zu verhindern. Die Hintergründe fangen leicht an zu verschwimmen.
Für die Asssassinen steht jetzt Meinungsbildung und Verhinderung von Bauernfängerrei im Mittelpunkt.

Bei AC2 ist es eben eine eher persönliche Angelegenheit. Die Philosophie dieZiele die von beiden Seiten in AC1 verfolgt wurden, bleiben weitestgehend auch dort.

So sehe ich das :)

Anonymous (unregistriert) 22. August 2012 - 11:22 #

Ein Altair aus AC 1 hatte nie die Wahl etwas anderes zu sein.
Er wurde einfach in den Assassinen-Orden hineingeboren.
Altair will das die Menschen frei sind und selber entscheiden was für sie gut ist obwohl er selber nicht frei ist, weil er selber nie die Wahl hatte etwas anderes zu sein.
Etwas paradox meiner meinung nach oder auch aufopferungsvoll....
In Revelations erfährt man das er sich auch ein anderes Leben vorgestellt hat als normaler Mensch.
Da wird in AC1 zu wenig darauf eingegangen.

Ein Desmond zum beispiel wurde auch in den Assassinen-Orden hineingeboren aber anders als Altair ist er einfach abgehauen.
Er war frei hat jahrelang als Barkeeper in New York gearbeitet und konnte machen was er will aber trotzdem war er unglücklich weil er damals abgehauen ist.(Siehe Desmonds Reise in Revelations)
Danach wurde er von Abstergo entführt und eingesperrt damit er für sie herausfindet wo der Edenapfel ist.
Spätestens dann hat er gemerkt das es ein Riesenfehler war aus der Farm abzuhauen weil er die Unterdrückung der "Templer" am eigenen Leibe erfahren hat.
Denn genau das wollte der Assassinen-Orden ihm klar machen, das die Templer wenn es sein muss auch über Unterdrückung und Mord nicht zurückschrecken um an ihre Ziele zu kommen.
Anders als die Assassinen ,sie töten zwar auch aber unterdrücken die Menschen nicht.
Sie quälen und foltern ihre Attentatsziele ja nicht mal sondern beseitigen sie nur.
Deshalb sind die Assassinen für ihn die Guten und die Templer die Bösen.

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