User-Artikel: Xbox One

Gedanken zur neuen Konsole von Microsoft

6Star 10. Juni 2013 - 9:54 — vor 3 Jahren zuletzt aktualisiert
21. Mai 2013: Gespannt sitze ich vor meinem Samsung-Fernseher und meine Xbox 360 zeigt mir die letzten Sekunden des Countdowns für die anstehende Präsentation des Nachfolgers meiner Lieblingskonsole der aktuellen Konsolen-Generation. Gerüchte gab es viele nun endlich, gibt es Fakten.
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Wie wird sie heißen: Xbox Fusion, Xbox Infinity oder doch Xbox 8. Nein – nach nicht ganz sechs Minuten war die Katze bezüglich des Namens aus dem Sack, die neue Xbox heisst Xbox One. Man kann jetzt darüber philosophieren, ob es geschickt ist, gegen den vermutlich stärksten Mitbewerber, der eine Vier im Namen trägt, mit einer Eins anzutreten, aber das würde den Rahmen des Artikels sprengen. Für mich jedoch ist der Name der neuen Xbox am Ende noch das Geringste, was mich zum Nachdenken brachte. Ich greife in diesem Artikel die für mich drei wichtigsten Merkmale der Xbox One auf.
 
Design der Konsole und des Controllers
 
Kurz nach Beginn der Präsentation war die Xbox One das erste Mal im Bild und was ich sah, erinnerte mich an Vorzeiten der Unterhaltungselektronik als wir Filme noch mittels VHS-Kassetten konsumierten. Mein alter VHS-Recorder ähnelt der Xbox One doch sehr – für mich eine Designkatastrophe. Zumindest ließ Microsoft, den für mich besten Controller der aktuellen Konsolengeneration fast unangetastet. Etwas stört mich, dass der Guide-Button soweit nach oben gerutscht ist, weshalb ich mich frage, ob dieser nun ohne umgreifen noch zu erreichen ist. Aber der Controller der Xbox One wird, nach kurzer Eingewöhnung, wohl ähnlich komfortabel in der Hand liegen, wie der aktuelle Xbox-360-Controller.
 
Sprach- und Bewegungssteuerung – Kinect 2.0
 
Die Xbox One kommt inklusive Kinect in den Handel. Kinect 2.0 wurde verbessert und mit einer 1080p-Kamera ausgestattet, sodass Kinect sogar erkennen soll, wenn ich den Controller in die Hand nehme oder ihn ablege. Aber wer versichert mir, dass Microsoft-Mitarbeiter mich mit Kinect 2.0 nicht ausspionieren? Genau wie Skype-Protokolle, wie kürzlich erst bekannt wurde, mitgelesen werden? Ich besitze bereits Kinect und finde es deshalb unnötig, Kinect 2.0 mit der Xbox One zu verbinden. Eine Wahlfreiheit, auf das verbesserte Kinect bei Bedarf zu aktualisieren, wäre mir lieber gewesen. Zudem können einige neue Fernseher von Hause aus bereits Sprache und Gesten erkennen. Positiv zu werten ist, dass sich der Kinect-Sensor ausschalten oder pausieren lässt, wie Microsoft noch kurz vor der E3 in einer FAQ mitgeteilt hat. Der Spieler muss dann allerdings auf einige Funktionen, Apps und Spiele verzichten. Jeder mögliche Xbox-One-Käufer sollte sich auch vor dem Kauf überlegen, ob er die Aufnahmen von Fotos, Videos und Gesichtsausdrücken durch Kinect, falls eingeschaltet, akzeptieren kann und den Versprechungen von Microsoft Glauben schenkt, dass diese doch sehr persönlichen Informationen nicht ohne explizite Erlaubnis die eigene Xbox One verlassen werden. 

Das Bild zeigt den Sensor von Kinect 2.0, der zusammen mit der Konsole ausgeliefert wird.

Accountbindung und Always-on
 
Ich persönlich kaufe oder verkaufe nie gebrauchte Spiele und deshalb könnte mir die Accountbindung egal sein. Allerdings kann ich jeden ohne Steam-Account verstehen, der davon nicht begeistert ist, dass nun ein ähnliches Modell seinen Weg in die Konsolenwelt findet. Denn die Xbox-One-Spiele werden nach der Installation auf die interne Festplatte an mein Xbox-Live-Konto gebunden, diese Spiele sind danach auch ohne Disc im Laufwerk für mich auf meiner eigenen Xbox One spielbar. Ein Weiterverkauf ist dann überhaupt nicht mehr oder nur erschwert möglich. Hinzu kommt eine maximale Offline-Spielzeit von 24 Stunden am Stück, denn wenn die Konsole nicht mindestens einmal am Tag nach Hause telefonieren kann, ist meine Spielebibliothek für mich nicht nutzbar, also bringt die Xbox One fast Always-on mit sich.

Interessant hinsichtlich der Always-on-Thematik ist zudem, dass den Entwicklern eine Cloud für rechenintensive Aufgaben zur Verfügung steht. Wird diese Cloud also vom Spiel genutzt, reicht eine kurze Internetverbindung alle 24 Stunden nicht mehr aus, sondern man muss ständig online sein. In Anbetracht dessen, dass ich in meinem Alltag fast ständig ein Gerät nutze, dass eine Internetverbindung verwendet – sei es ein Computer, Tablet oder Smartphone – und diese auch meist bis auf Wartungsarbeiten während der Schlafenszeit verfügbar ist, kann ich mit der Auflage der ständigen Onlineverbindung gut leben.  Für mich ist dieses Thema deshalb kein Argument gegen die Xbox One.
 
Fazit

Microsoft präsentierte mir mit der Xbox One keine reine Spielekonsole, was ich auch nicht erwartet habe, sondern eine Entertainmentbox. Als langjähriger Konsolenspieler schätzte ich bisher, dass ich einfach ein Spiel einlegen und zocken konnte, aber dass ist nun definitiv vorbei. Sind Patches am Erscheinungstag bereits auf der aktuellen Konsolengeneration die Regel statt die Ausnahme, kommt mit der Xbox One ein System, das durch Accountbindung und Always-on die letzten Unterschiede zwischen Konsole und PC verschwinden lässt. Diesen Umstand bedaure ich sehr. Jedoch denke ich ebenso, dass die nächste Konsolengeneration sowieso die Letzte mit optischem Laufwerk sein wird. Die jüngere Generation ist bereits heute gewohnt, im speziellen durch den Musikmarkt, keine physischen Datenträger mehr zu besitzen oder Spiele auf ihren Smartphones nur noch als Download zu erwerben. Ebenso kaufen bereits viele Leser ihren Lesestoff als E-Book.

Ich habe mir die Xbox One vorbestellt und gehe davon aus, dass sich der Shitstorm, der sich aktuell über Microsoft im Internet ergießt, am Releasetag als laues Lüftchen entpuppen wird. Ähnlich wie bei der Markteinführung von Steam auf dem PC – dies wird somit vermutlich bei der Xbox One nicht anders sein.
6Star 10. Juni 2013 - 9:54 — vor 3 Jahren zuletzt aktualisiert
Roland 18 Doppel-Voter - 10802 - 10. Juni 2013 - 10:36 #

Ein guter Artikel, wenngleich ich deine Meinung beim Always-On definitiv nicht teile, da sich dieser Punkt aus meiner Sicht zwischen kritisch bis hin zu äußerst fragwürdig situiert. Dennoch eine gute andere Perspektive - dafür schätze ich GG.

6Star 21 Motivator - P - 27876 - 10. Juni 2013 - 11:18 #

Vielen Dank.

Zottel 16 Übertalent - 4060 - 10. Juni 2013 - 11:05 #

Nix für ungut und ich schätze auch deine Arbeit an dem Artikel, aber das Internet ist voll mit Meinungen zur Xbox_go_home! Einen extra Artikel hat es eigentlich nicht nötig um zu entscheiden ob einem diese ganze Entwicklung weg von der einfachen Spielkonsole hin multimedia Gerät mit viel Schnickschnack drum rum egal ist oder ob man das Gerät boykotiert und auf die Konkurenz hofft.

FLOGGER 17 Shapeshifter - 8926 - 10. Juni 2013 - 11:09 #

Für meinen Geschmack ist der Artikel zu einseitig und unkritisch. In dieser Generation habe ich die Xbox auch am häufigsten verwendet und die meisten Titel dafür gekauft – vor allem weil sie meistens die Leadplattform war. Aber die One ist in meinen Augen ein Schlag ins Gesicht der Gruppe der Core-Zocker, die das System insbesondere so erfolgreich werden ließen. Bei der Xbox One hat man nicht das Gefühl, dass der Kunde König ist, sondern Microsoft jetzt die Wurst vorwirft und man diese fressen soll, auch wenn sie nicht nach dem Spieler-Geschmack zubereitet ist.

Hoffe Sony verkackt es nicht auch noch. Immerhin freu ich mich auf die Neuigkeiten für die WiiU.

6Star 21 Motivator - P - 27876 - 10. Juni 2013 - 11:33 #

Vielen Dank für dein Feedback. Ich sehe die kritischen Punkte der Xbox One, Privatsphäre, Always-on und Gebrauchtspiele, sehr wohl und habe mich bemüht meine Sicht dieser Punkte sachlich darzulegen und warum ich mir die Xbox One trotzdem vorbestellt habe. Einen weiteren "Xbox One Haudrauf Artikel" um es etwas salopp zu formulieren wollte ich nicht schreiben.
Ich sehe die Xbox One auch nicht als Schlag ins Gesicht von Spielern, sondern die Konsole bringt halt Dinge die man bisher nur vom PC Kante in die Konsolenwelt. Wie schon im Artikel geschrieben, finde ich das auch sehr schade, aber Microsoft hat sich dafür entschieden. Man kann dies mit einem Kauf akzeptieren oder mit einem Nichtkauf eben nicht, aber das darf und soll jeder Spieler für sich selber entscheiden. Und allenfalls auf PS4 oder die WiiU ausweichen.

volcatius (unregistriert) 10. Juni 2013 - 11:52 #

"die man bisher nur vom PC Kante in die Konsolenwelt"§

Dann kanntest du bisher also weder XBoxLive noch das PSN.

FLOGGER 17 Shapeshifter - 8926 - 10. Juni 2013 - 12:44 #

Zum Controller hättest du noch die neuen Schultertasten erwähnen können. Das ist für mich eine der interessantesten Änderungen zum alten Pad.

Geist (unregistriert) 10. Juni 2013 - 11:26 #

Wie kann man nur so kritiklos, blauäugig sein?

Internet fällt aus (Server Problem M$, Provider Probleme, Bagger/Kabel kaputt, Handwerker ...)
-Kein spielen möglich.

Datenschnüffelei.... NSA / PRISM

VikingBK1981 19 Megatalent - P - 13185 - 10. Juni 2013 - 13:00 #

Sehr schöner Artikel, stimme dir bei fast jedem Punkt zu. Mich stört nur die Gebrauchtspielesperre etwas, aber da werde ich einfach meine Kaufgewohnheiten anpassen.

GG-Anonymous (unregistriert) 10. Juni 2013 - 14:39 #

Also ich persönlich erwarte ehrlich gesagt schon, dass eine X-Box des Namen entsprechend auch wirklich wie eine Box aussieht. Die X-Box 360 war doch eine eher ziemlich hässliche Box, viel zu rund und viel zu weichgespült. Diese Rückbesinnung auf das Design der ursprünglichen X-Box ist doch der richtige Weg.

Auch das sich das Controller Design mehr Paralellen zum Original X-Box Pad als zur 360 Verschandelung orientiert, halte ich persönlich ebenfalls für die richtige Entscheidung. X-Box One -> Alles zurück auf Anfang. Daher finde ich das was Microsoft in Sachen Design macht absolut richtig.

Auch mit Always-On habe ich so nicht das Problem, überall wo man eine Konsole anschließen kann hat man tatsächlich irgendwo eine Internetverbindung. Sei es durch WLAN, Fernsehkabel oder sogar per Satellit.
Das einzige Problem sehe ich aber tatsächlich in dieser Accountbindung und dem Auslöschen des Gebrauchmarktes. Ich persönlich möchte mich weder bei Musik, Filmen, Büchern und auch nicht bei Spielen in irgendwelche Abhängigkeit von Unternehmen begeben und auch noch bis zu 60€ für den "Service" zahlen müssen, dass mir Microsoft in 10 Jahren womöglich die Türen zuschlägt. Gerade wenn ich an das DLC Debakel bei der ersten X-Box zurückdenke... wo uns Kunden schön Geld abgeknöpft wurde und man hinterher keinerlei Zugriff mehr auf die teilweise Singleplayer DLCs bekam, bin ich da eher verdammt Vorsichtig geworden. Da überlege ich es mir das echt mit allen Spielen so machen lasse. Da wird es also interessant zu sehen wie Microsoft sich in den kommenden Jahren bei der X-Box 360 verhält, wo ja Accountbindung ja auch schon zumindest eine optionale Möglichkeit war. Ich denke das komplette 360 Netzwerk inklusive dem ganzen Besitz wird genauso in wenigen Jahren abgeschaltet wie die Registrierungs- und Updateserver für Windows XP. Und dann hat man tatsächlich vielleicht hunderte an Euros für nichts liegen gelassen.

Ganz davon abgesehen, das ich den Großteil meiner 360 Spiele tatsächlich gebraucht gekauft habe. Verstehe allerdings auch den Sammeltrieb der ganzen Leute nicht und weiß nicht, wieso so viele "Hardcore"-Gamer Ihre Spiele nicht verkaufen. Wenn man ein Spiel nicht mehr spielt kann man es doch verkaufen und damit eher jemand anderem eine Freude machen? Wieso sich ganze Regale mit Spielen vollstellen die man vielleicht nie wieder nutzt? Wie viel von der 360 Sammlung wird wirklich noch gespielt, wenn die X-Box One erst da ist? Wie sieht es dann bei der X-Box Two aus? Dann hat man vielleicht ein ganzes Haus voller Spiele die man wegen der Accountbindung nicht einmal mehr los werden kann. Und das man sich bei jeder Generation keinen neuen Account anlegt, sondern die Daten so wie sie sind übernommen werden, ist ja auch klar. Mit Verkauf des Accounts kommt man da entsprechend auch nicht weit.

Maverick 30 Pro-Gamer - - 175143 - 12. Juni 2013 - 8:22 #

Ich kann absolut nachvollziehen, dass man keinen reinen "Hau-drauf" Artikel zur Xbox One schreiben möchte, da ist das Internet ja schon voll genug. Allerdings hätte ich mir vom Autor einen etwas kritischeren Blick auf die neue Konsole von MS gewünscht, das kommt mir einfach zu verharmlosend rüber, was Microsoft uns hier vorsetzt.

Wenn die neue Konsole Dinge vom Pc rüberbringt wie geschrieben wurde, warum setzt man sich dann damit nicht mehr auseinander, indem man z.B. sich Gedanken macht zur Preisgestaltung der XBox One Spiele, schließlich kosten die PC-Spiele ja immer weniger als die Konsolenspiele.

Wäre doch eine gute Diskussionsbasis, ob man die Preisgestaltung nicht an die der Pc-Spiele anpassen sollte, wenn sich die Konsole wie nen Pc verhält mit Accountbindung und eventueller Gebrauchtspielesperre.

Warum dann überhaupt noch für XBOX Live Geld bezahlen, um im Multiplayer zu spielen, wenn es auf dem Pc für umsonst ist ? Solche Gedankengänge vermisse ich einfach in dem Artikel.

6Star 21 Motivator - P - 27876 - 12. Juni 2013 - 11:46 #

Vielen Dank für dein Feedback. Auf die Preise hätte man eingehen können korrekt, aber die stehen aktuell für Xbox One Spiele offiziell noch gar nicht fest. Deshalb wäre das Spekulation und ich wollte mich an bekannte Fakten halten. Zudem soll man Xbox One Spiele bei ausgesuchten Händlern verkaufen können, was bei Steam unmöglich ist. Vielleicht komme ich wenn der Release in die Nähe rückt nochmals dazu einen Artikel über Next Gen Konsolen zu schreiben.

6Star 21 Motivator - P - 27876 - 20. Juni 2013 - 5:44 #

Von der Realität eingeholt nach nicht einmal 2 Wochen, durch die Erklärung von MS auf always-on und Der Einschränkung des Weiterverkaufs. Da gibt man sich solche Mühe mit so einem Artikel und dann das. Naja zumindest kann man sagen, dass es eine Positive Entwicklung ist, die wohl eher positiv für die Zukunft der Xbox One ist.

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