Budget-Titel wieder im Test

Für'n Appel und 'n Ei #2

Maximilian John 20. Juni 2011 - 14:46 — vor 5 Jahren zuletzt aktualisiert
Sparfüchse aufgepasst. Für wenig Geld könnte ihr viel Spielspaß erwerben. Den Beweis bringt erneut Maximilian John, der euch in diesem Artikel wieder vier Budget-Titel vorstellt, die ihr "Für'n Appel und 'n Ei" erwerben könnt.
Das Teaserbild wurde von Jonas der Gamer erstellt.

Das Sprichwort „Für'n Appel und 'n Ei“ leitet sich daher ab, dass im Mittelalter die meist eher ärmeren Bauern Äpfel und Eier im Überfluss hatten. Das heißt, dass Äpfel und Eier für sie nicht viel wert waren. Heute wird der Ausdruck verwendet, um ausdrücken, dass etwas sehr günstig ist. Dies gilt auch für Spiele. Besonders günstige Spiele sind oft sogenannten Budget-Titel. Das sind Titel, die bereits etwas älter und somit oft für weniger als 20€ erhältlich sind. Oft lässt sich dort alte Software finden, die es noch mit heutigen AAA-Titeln aufnehmen kann. Hinter diesen Spielen stehen meistens Firmen wie Software Pyramide oder Green Pepper, die dafür sorgen dass diese Perlen noch einmal veröffentlicht werden. Manchmal sind es allerdings auch übrig gebliebene Restposten, die der Publisher nur noch loswerden will. In diesem Artikel erfahrt ihr, wie gut fünf zufällig ausgewählte Budget-Spiele sind, und ob sich er Kauf lohnt oder selbst ein Apfel und ein Ei für das Spiel zu viel wären.
 
Just Cause
  • System: PC
  • Genre: Open World-Spiel
  • Erscheinungsdatum: 22.9.2006
  • Entwickler: Avalanche Studios
  • Publisher: Eidos
  • USK-Freigabe: Ab 16 Jahren
  • Nachfolger: Just Cause 2 (2010)
  • Preis Einzelhandel: 4,99€
  • Preis Amazon: 4,99€
  • Preis Steam: 12,99€
  • Preis Gamesload: 9,95€ (8,95 für GG-Abonnenten)
  • Empfehlung: Der Einzelhandel ist das günstigste Angebot.
 
„Nieder mit El Presidente“. Das muss dem Spieler im Open World-Titel Just Cause nicht zweimal gesagt werden. Als Undercover-Agent Rico Rodriguez habt ihr vom Militär den Befehl erhalten den neuen Diktator von San Esperito, Präsdident Mendoza, zu stürzen. Die Story klingt einfallslos? Das wäre sie auch, hätte sie nicht eine tolle Inszenierung und einen großartigen Humor. Während Möchtegern-Gangster Carl Johnson in GTA - San Andreas gemütlich aus dem Flieger aussteigt und zu seinem Haus schlendert, geht Rodriguez auf die Vollen. Während der im Flugzeug noch etwas philosophiert zieht er sich seinen Fallschirm an und springt sofort, als sich die Ladeluke öffnet. Und dann öffnet sich dem Spieler ein selbst heute noch recht ansehnliches Grafik-Bild Bis auf die Bodentexturen, die ihr allerdings aus dieser Höhe noch nicht erkennen könnt, ist die Insel ein einziger malerischer Dschungel, einzig durchzogen von Flüssen, Straßen und ein paar Städten. Die Weichmaler-Effekte unterstützen die Stimmung sehr stark. Allerdings habt ihr nicht lange Zeit, den ihr müsst noch ein Stück bis zum Ufer fliegen wenn ihr nicht erst noch einen langen Weg zum Strand schwimmen wollt. Kaum seid ihr am Strand angekommen beginnt auch schon die Action, denn El. Presidentes Truppen erwarten euch schon dort. Also zieht eure beiden Pistolen und schießt was das Zeug hält. Wenn ihr die Soldaten am Strand erledigt habt ist aber noch lange nicht Schluss, den ihr müsst ja noch an der eurer Basis ankommen. Also dürft euch hinter das Geschütz das Autos klemmen und die Fahrzeuge der Verfolger sprengen. Zwischenzeitlich jagt ihr dann noch eine Straßensperre in die Luft bis ihr endlich an einem halbwegs sicheren Stützpunkt angekommen seid. Die Action hat begonnen und wird bis zum Abspann fortgesetzt, Pausen gibt es nur in den zwischenzeitlichen Fahrsequenzen.
 
Die Storymissionen sind sehr abwechselungsreich, so müsst ihr einmal eine Fabrik inflitrieren, ein Gebäude beschützen oder eine Koka-Plantage abbrenen. Leider gilt diese Abweschselung nicht für die Nebenmissionen, denn hier hinkt Just Cause dem Konkurrenten aus dem Hause Rockstar weiter hinther, denn die Missionen sind allesamt nach dem Schema-F: Töte diesen Soldaten, klaue diesen Wagen oder
Explosionen und viel Staub gehören in Just Cause zum Alltag.
bringe diesen Gegenstand zu diesem Punkt. Daneben gibt es noch die Städteeroberung. Für diese müsst ihr euch durch eine Stadt durch schießen, Barrikaden sprengen und dann entweder eine Flagge erobern (für die Guerillia-Kämpfer) oder ein hohes Tier des Montana-Kartells erledigen. Denn wenn ihr nicht gerade für die Freiheitskämpfer arbeitet, könnt ihr Missionen für ein Drogenkartell absolvieren. In beiden Fraktionen erhaltet ihr Punkte für erledigte Missionen und steigt damit Rufränge auf. Diese bieten euch dann mehr Verstecke sowie bessere Waffen und Autos in diesen. Ein sehr schönes Feature ist der Helikopter, denn ihr entweder anfordern könnt, damit er euch zu einem Versteck bringt oder damit er euch ein Fahrzeug abwirft. Doch vor allem der Jeep, den ihr schon früh im Spiel anfordern dürft, ist sehr übermächtig. Mit ihm könnt ihr Raketen abfeuern, die jede Barrikade mit einem Schuss sprengen. Gutes Balancing sieht anders aus.
 
Spieler, die GTA kennen, müssen sich Steuerungstechnisch etwas um gewöhnen. Neben einer leicht anderen Tastaturbelegung, die sich allerdings frei ändern lässt, ist es beispielsweise nicht möglich sich zu ducken, oder aus einem Auto heraus zuschießen. Auch sonst hapert es an der Steuerung, so ist die Bedienung von Schusswaffen teilweise sehr hackelig und ungenau. Auch die Fahrzeug-Physik ist etwas misslungen, so kann es durchaus sein, dass euer Auto sehr leicht über steuert oder sehr schnell ins schleudern kommt. Allerdings gilt dies nicht für Flugzeuge und Helikopter. Diese lassen sich, im Gegensatz zu GTA - San Andreas, auch mit Maus und Tastatur ohne große Übung gut steuern. Auch Boote könnt ihr in Los Esperita finden, und durch die großen und häufig auftretenden Flüsse sind sie sogar nicht ganz so sinnlos wie in manchen anderen Spielen.

Just Cause nimmt sich selbst nicht ernst. Das erkennt ihr zum Beispiel daran, dass eine Partnerin von Rico ein Buch liest, das den Titel „How to change a Regime in seven Days“ trägt, was auf deutsch zu viel bedeutet wie „Wie man ein Regime in sieben Tage ändert“. Auch sonst ist das Spiel voll von kleinen Gags, die auch in der deutschen Version gut zünden. Den die Sprecher sind allesamt gut gewählt, auch wenn sie, wie so häufig, nicht ganz an das englische Original heran reichen. Das Handbuch ist wie eine Zeitung gestaltet, und erklärt zum Beispiel wie man ein Auto stiehlt in Form eines kurzen Artikels über Autodiebstähle. Außerdem erklärt es Story-Hintergründe und ist somit, trotz anständigem Tutorial und permanenter Anzeige der Möglichen Aktionen, durchaus einen Blick wert.
 
Fazit:
Just Cause ist von Beginn an sehr actionreich und versucht gar nicht, den Spieler langsam in Geschehen einzuführen. Dies dürfte manche Spieler nicht schon am Anfang vergraulen, wie es die GTA-Serie tut. Die Hauptmissionen sind sehr schön gestaltet und abwechslungsreich, jedoch wiederholen sich die Nebenmissionen sehr schnell. Dennoch ist das Spiel sehr kurzweilig und für gerade einmal 10€ durchaus einen Blick wert.

Lego Star Wars – Die komplette Saga
  • System: PC
  • Genre: Action-Adventure
  • Erscheinungsdatum: 6.11.2007
  • Entwickler: Traveller's Tales
  • Publisher: LucasArts
  • USK-Freigabe: Ab 6 Jahren
  • Vorgänger: Lego Star Wars 2 – Die klassische Triologie (2006)
  • Nachfolger: Lego Star Wars 3 – The Clone Wars (2011)
  • Preis Einzelhandel: 10€
  • Preis Amazon: 11,39€
  • Preis Steam: 19,99€
  • Empfehlung: Der Einzelhandel bietet mit einigem Abstand das günstigste Angebot.

„Es war einmal vor langer, langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis“. Nur wenige Filmreihen schaffen es über einen so langen Zeitraum Jugendliche zu interessieren wie Star Wars. Egal ob im Jahre 1980, 1990 oder 2000 geboren, jeder kennt Star Wars, kann das Theme mit summen und fieberte mit als, Achtung Spoiler, Darth Vader zu Luke sagte: „Luke, ich bin dein Vater“. Eine ähnliche Faszination haben die Lego-Bausteine auf Kinder und Jugendliche von heute und gestern, und wahrscheinlich auch von morgen. Das einfache zusammenbauen mehrerer Klötzen fasziniert allerdings altersunabhängig, wie jüngst der Indie-Hit Minecraft bewies. Was nun dabei herauskommt wenn Lego und Star Wars aufeinander treffen? Neben einer großen Anzahl an Bausätzen wurde 2005 Lego Star Wars - Das Videospiel von Entwickler Traveller's Tales veröffentlicht. Der Titel gab dem Spieler die Möglichkeit die 3 neuen Star Wars-Episoden in Lego zu spielen. Herauskam ein gutes Action-Adventure, dass zwar sehr für Kinder ausgelegt war, aber auch Erwachsene zu begeistern wusste. Ein Jahr später erschien die Fortsetzung, die die klassische Trilogie behandelte. Neben neuen Levels gab es aber auch einige spielerische Neuerungen. Wieder ein Jahr später erschien Lego Star Wars – Die komplette Saga und enthielt neben allen Levels der zwei Vorgänger noch weitere Bonuslevel. Außerdem wurden die Levels leicht bearbeitet, so wurden die Levels der ersten drei Episoden auf die Standards des zweiten Spiels angehoben. Dieses Spiel ist mittlerweile als Budget-Titel erhältlich.
 
Das Spiel beginnt in der Kantina auf Tattoine, die bereits aus dem zweiten Teil der Reihe bekannt ist. Diese
Die Filmcharaktere lassen sich größtenteils leicht wiedererkennen.
wurde jedoch um die Türe zu den Räumen der ersten drei Episoden erweitert, von denen ihr Anfangs nur Episode 1 auswählen könnt. Also begebt ihr euch in diesen Raum und wählt das erste Level aus. Nun hättet ihr die Wahl zwischen Story-Modus und Freies Spiel, wäre zweiteres nicht noch verschlossen. Der Storymodus führt euch durch die Handlung der diversen Star Wars-Filme. So kämpft ihr Episode 1 gegen Darth Maul oder fliegt in Episode 3 die Rettungsmission des obersten Kanzlers. Hierbei spielt ihr größtenteils die Figuren aus dem Film. Diese haben alle unterschiedliche Spezialfähigkeiten, so können Jedis mithilfe der Macht Gegenstände manipulieren wohingegen Blasterschützen an bestimmten Stellen des Levels mithilfe eines Drahtzug höher liegende Positionen erreichen kann. Dies bietet einige Knobelleien, die allerdings alle sehr leicht zu lösen sind. Aufgelockert wird das ganze durch unvertone Zwischensequenzen, die allerdings sehr viel Humor zeigen, denn jedoch Spieler, die die Filme nicht kennen, nicht ganz verstehen werden.

Sobald ihr ein Level abschließt, schaltet ihr alle Charaktere, die in diesem Level spielbar waren, für den freien Modus frei. In diesem Modus habt ihr die selben Level wie im Storymodus, habt allerdings eine freie Charakterwahl. In diesem Modus gilt es vor allem Minikits zu sammeln. Diese sind gut versteckt und nur durch geschicktes Einsetzen der verschiedenen Fertigkeiten zu finden. Diese Sammelei beschert euch Lego-Modelle, die ihr euch in der Kantina anschauen könnt. Nebenbei sammelt ihr Steine, mit denen ihr euch Extras sowie Charaktere kaufen könnt, die nicht im Storymodus spielbar sind. Besonders Spaß macht das ganze Spiel im Koop-Modus, wobei der zweite Spieler mit einem Tastendruck ins Spiel hereinkommt und genauso kinderleicht auch wieder beendet. Dann übernimmt der Computer den Partner des Spielers. Die KI ist nicht die aller schlauste, hilft euch aber die Rätsel zu lösen.
 
Fazit:
Kindlicher Look, kindliche Spielidee und doch kein reines Spiel für Kinder. Lego Star Wars – Die komplette Saga ist das perfekte Spiel zum entspannen. Es ist leicht, macht im Koop viel Spaß und eine Freude für jeden Star Wars-Fan.

Klausmensch 14 Komm-Experte - 2203 - 20. Juni 2011 - 15:06 #

Ich mag Lego-Starwars nicht so gerne. Das spielt sich sozusagen von selbst. Man kann nichtmal sterben...

michael2011 13 Koop-Gamer - 1693 - 20. Juni 2011 - 15:11 #

Also wer Portal bis heute nicht gespielt hat, sollte spätestens jetzt unbedingt zugreifen.

Guldan 17 Shapeshifter - P - 8346 - 20. Juni 2011 - 15:24 #

Portal udn Lego Star Wars hab ich und der Rest ist nicht so meisn aber schöner Artikel :)

JakillSlavik 17 Shapeshifter - 7072 - 20. Juni 2011 - 15:25 #

sehr schön rikum = )

Old Lion 26 Spiele-Kenner - P - 67246 - 20. Juni 2011 - 17:13 #

Beim Portal Fazit ist beim Auchh ein h zuviel.

Schöner Artikel, btw.

NedTed 18 Doppel-Voter - P - 11749 - 20. Juni 2011 - 17:41 #

Portal ist ein absolutes Pflichtspiel. Jeder Gamer muss das Spiel mindestens einmal gespielt haben!

furzklemmer 15 Kenner - 3123 - 20. Juni 2011 - 19:02 #

Signed. Eig. auch jeder Nicht-Gamer unter 50.

Dr.Evil 14 Komm-Experte - 2626 - 20. Juni 2011 - 22:54 #

Nope... interessiert mich kein Stück und setzt Steam voraus... hab mir nichtmal überlegt es zu holen, als es das letztes Jahr mal für kurze Zeit umsonst zum Download gab...

Johannes 22 AAA-Gamer - P - 34370 - 20. Juni 2011 - 20:00 #

Schöner Artikel. Just Cause kann ich für den Preis jedem nur empfehlen - ist ein schönes "Bananenrepublik-GTA"; Portal muss man eh gespielt haben (Stichwort Kuchen)und LEGO Star Wars macht vor allem dann Spaß, wenn man es zu zweit spielt. Nur The Conduit ist meines Erachtens Dreck - aber das ist rein subjektiv ;)

Pitzilla 18 Doppel-Voter - - 11304 - 20. Juni 2011 - 20:26 #

Schade, dass es nur PC Empfehlungen sind. Zumindest die vergleichbaren Konsolenpreise wären nett, auch wenn es auf den Plattofrmen keine Schnäppchen sind.

Ketzerfreund 16 Übertalent - 5978 - 21. Juni 2011 - 0:05 #

Bei allem Respekt an den Autor - aber da ist noch ordentliches Fehlerjagen angesagt. "El" ist übrigens ein Artikel, keine Abkürzung, da gehört kein Punkt hin. Ich hatte hier zwar eine Fehlerliste angefangen, aber die wurde einfach zu lang. :(

John of Gaunt Community-Moderator - P - 59208 - 22. Juni 2011 - 13:08 #

Interessante Auswahl und gut geschrieben. Schön!

Torian Raven 11 Forenversteher - 793 - 9. Juli 2011 - 15:32 #

Portal muss ich mir jetzt echt mal anschauen. Habs mir schon so oft vorgenommen, aber irgendwie is nie was daraus geworden.

Cam1llu5_EX 14 Komm-Experte - 2610 - 11. Juli 2011 - 15:53 #

Legos Star Wars war klasse, vorallem im Koop mit dem besten Kumpel.

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