CCG, F2P und trotzdem gut?

Faszination Hearthstone User-Artikel

Nachtfischer 5. März 2014 - 12:23 — vor 3 Jahren zuletzt aktualisiert
Nach Echtzeitstrategie, Hack-and-Slay und Multiplayer-Rollenspiel schickt Blizzard Entertainment sich an, ein weiteres Genre im Sturm zu erobern: Das der Sammelkartenspiele. Erfahrt im Folgenden, warum der spielmechanische Umschwung nicht wirklich überrascht und das Spiel sich trotz der Free-to-play-Querelen erstaunlich gut schlägt.
Seit Januar dieses Jahres befindet sich Blizzards Sammelkartenspiel Hearthstone in der offenen Betaphase. Somit kann jeder Interessierte den Free-to-play-Titel herunterladen und anspielen. Obwohl ein endgültiger Release noch eine Weile auf sich warten lassen dürfte, hat sich schon jetzt eine beachtliche Fanszene um das Spiel gebildet. Duelle zwischen bekannten Streamern werden im großen Stil inszeniert. Sogar ganz offizielle Hearthstone-Profis gibt es bereits. Im Folgenden soll die Faszination, die der Titel auf seine Spieler ausübt, näher beleuchtet werden. Im Rahmen dessen wird zunächst erläutert, weshalb das Gameplay unter der gewaltigen Last, die jedes „Collectible Card Game" (CCG) naturgemäßg zu tragen hat, nicht zusammenbricht. Des Weiteren wird jedoch auch auf die Stärken des Spiels jenseits des Game-Designs an sich eingegangen, die dafür sorgen, dass es letzten Endes eine rundum sehr gelungene kompetitve Erfahrung bietet.

Ein überraschender Schneesturm?

Bei Blizzard Entertainment handelt es sich um eines der bekanntesten Entwicklerstudios der Welt. Zumindest von ihren großen Reihen Diablo, Starcraft und Warcraft dürfte jeder passionierte Spieler schon einiges gehört haben. Das Spieleuniversum letzteren Titels diente zudem bereits als Vorlage für den immens erfolgreichen und medienwirksamen MMO-Ableger World of Warcraft. Auch für ihr neustes Werk haben die Kalifornier thematisch wieder in Azeroth gewildert. Der volle Titel trägt daher passenderweise den Zusatz „Heroes of Warcraft". Und so begegnen dem Spieler schon in den ersten Minuten des Tutorials zahlreiche mehr oder weniger liebgewonnene Charaktere, Monster und Zaubersprüche. Allerdings wird auch sofort klar, dass es diesmal nicht um wilde Action oder bombastisches Fantasyspektakel geht: Hearthstone ist ein digitales Kartenspiel. Somit bringt es all die Eigenschaften mit, die auch von einem typischen physischen Vertreter dieser Kategorie zu erwarten wären. Es ist rundenbasiert, enorm klar in seiner Mechanik und eher zurückhaltend, was große Effekthascherei angeht.

Auch wenn es auf den ersten Blick damit nicht so recht zu Blizzards vorhergehenden Titeln passen mag, kommt der scheinbare Umschwung nicht ganz überraschend. Zwischen 2006 und 2013 erschienen insgesamt über 21 Sets des mittlerweile eingestellten World of Warcraft Trading Card Games (kurz: WoW TCG). Erwartungsgemäß bedient sich Hearthstone bei diesem sowohl in Sachen Artwork als auch Spielmechanik an einigen Stellen sehr deutlich. Obwohl nicht alle langjährigen Fans des Echtkartenspiels glücklich mit dem Übergang sind, bringt die Digitalisierung auf lange Sicht einen eindeutigen Potenzialvorteil in Form der Online-Funktionalität mit sich. Nicht zuletzt deshalb erfreuen sich digitale CCGs in jüngster Vergangenheit auch immer größer werdender Beliebtheit. Es folgt für alle, die nicht mit dem WoW TCG beziehungsweise der „Mutter aller CCGs” Magic: The Gathering oder ähnlichen Titeln vertraut sind, ein Abriss des Spielablaufs.

Das grundlegende Gameplay

In einer Partie Hearthstone duellieren sich zwei Spieler, indem sie abwechselnd Karten aus ihrer Hand ausspielen. Bei diesen handelt es sich in der Regel entweder um Zauber, die unmittelbar Auswirkungen auf das Spiel haben, oder Diener, die zunächst auf das Spielfeld – auf den virtuellen „Tisch” – abelegt werden. Diener haben grundsätzlich einen Angriffswert und einen Vorrat an Lebenspunkten. Einige bringen auch Spezialfähigkeiten mit, die sich direkt dem Kartentext entnehmen lassen. Bekämpfen sich zwei Diener, so fügen sie sich gegenseitig jeweils ihren Angriffswert als Schaden zu. Sollten dabei die Lebenspunkte eines Dieners auf null sinken, ist er permanent aus dem Spiel. Selbstverständlich gibt es stärkere und schwächere Karten, weshalb jede ihrer ungefähren Stärke entsprechende Manakosten zugeordnet werden. Der Manavorrat des Spielers steigert sich von einem Punkt zu Spielbeginn jede Runde um eins bis zu einem Maximalwert von zehn Manapunkten und wird jeweils zu Rundenbeginn vollständig aufgefüllt. Daraus ergibt sich in jeder Partie eine natürliche Spannungskurve ganz nach dem Motto: „Hinten wird die Ente fett!”
Beispielhaft ein Diener (links) und ein Zauber (rechts).

Das Ziel des Spiels besteht jedoch nicht im Vernichten der feindlichen Diener, sondern dem des gegnerischen Helden selbst. Auch dieser ist mit 30 Lebenspunkten beständiger Teil des „Spielbretts” und kann – sofern keine speziellen Effekte es verhindern – jederzeit attackiert werden. Wie aus zahlreichen anderen CCGs bekannt, gilt beim Angreifen jedoch die Regel der Einsatzverzögerung („Summoning Sickness”), das heißt Diener können nicht unmittelbar angreifen, sondern erst in der nächsten Runde des jeweiligen Spielers. Es sei denn, sie haben die Fähigkeit „Sturmangriff”, mit Hilfe derer sie sofort zuschlagen können. Dieses Muster der „regelbrechenden” Spezialfähigkeiten zieht sich durch das gesamte Spiel und sorgt letzten Endes für dessen Interessantheit: Die optimale Nutzung der mit der aktuellen Kartenhand gegebenen Möglichkeiten ist eine teils äußerst komplexe Angelegenheit. Alle vorhandenen Fähigkeiten wollen in möglichst vollem Umfang ausgenutzt, keine Karten suboptimal beziehungsweise verfrüht ausgespielt oder gar unnötig verheizt werden.
 
Dennis Hillor 22 AAA-Gamer - P - 32953 - 5. März 2014 - 12:58 #

Schöner Bericht! Kann ich soweit zustimmen.

immerwütend 22 AAA-Gamer - P - 31831 - 5. März 2014 - 13:00 #

Eine gewisse Faszination muss ich zugeben, obwohl ich es vermutlich nie spielen werde... aber das war bei Magic auch schon so ;-)

Kaplan_Ralf 11 Forenversteher - 638 - 5. März 2014 - 13:03 #

Sehr guter Artikel.
Das Problem mit den mangelnden neuen Inhalten, bzw. dem etwaigen Überfluss, könnten sie einfacher umschiffen wenn sie das Diablo und Starcraft Universum in Hearthstone integrieren würden. Das würde zu ihrem Konzept der Verschmelzung der Universen, wie es ja auch im kommenden HotS sein wird, passen.
Zumindest vorerst, es wird immer Leute geben die schnell alle neuen Karten haben. Für mich als eher "Ab-und An"-Hearthstone Spieler ist es aber eh noch ein weiter Weg bis ich keine neuen Karten mehr in den Packs habe ;)

Das Glück beim "Draw" finde ich aber sehr ausschlaggebend (deswegen bin ich mit "Können:Glück -> 80:20" nicht ganz einverstanden). Es gab schon einige Runden in denen ich bis Runde 5 nichts machen konnte weil ich nur Buff-Zauber oder Kreaturen auf Stufe 5 und höher gezogen habe. Währenddessen hat mein Gegenüber das Feld geflutet, weil er das exakt richtige auf der Hand hatte.
Aber es ist nunmal nur ein Kartenspiel ;)

rapidthor 14 Komm-Experte - 2668 - 5. März 2014 - 19:08 #

Wenn man häufig bis Runde 5 keine brauchbare Karte zieht, sollte man vielleicht sein Deck überdenken. Das Deckbauen ist auch eine Kunst für sich und erfordert Können.

BruderSamedi 16 Übertalent - P - 4840 - 5. März 2014 - 19:24 #

Leider passiert das auch gerne mal mit dem vorgefertigten Standarddeck, das vielleicht nicht das Non-Plus-Ultra, aber immerhin eine ausgewogene Balance darstellt. Der Glücksfaktor ist hierbei einfach zu hoch.

rapidthor 14 Komm-Experte - 2668 - 5. März 2014 - 20:31 #

Die vorgefertigten Standarddecks sind auch kaum zu gebrauchen. Höchstens um die KI zu schlagen. Man sollte schon relativ früh ein anständiges Deck bauen.

Jamison Wolf 17 Shapeshifter - P - 8265 - 6. März 2014 - 0:35 #

Evtl ist 5 auch nicht gerade die Zahl um eine Statistik aufzustellen. Wenn du 100 Spiele runter hast, kannst du ja noch mal Zahlen nachlegen.

Es gibt auch Tage, da würfelt man auch mit einem echten Würfel 5x ne 1 hintereinander - da kann man dann nur den natürlichen RNG anbrüllen. :)

Lorion 17 Shapeshifter - 7641 - 6. März 2014 - 5:22 #

Von 5 Spielen hat er nichts geschrieben.

Jamison Wolf 17 Shapeshifter - P - 8265 - 7. März 2014 - 2:29 #

Stimmt, hab ich mich verlesen.

Hm, was für nen Deck muss man sich da basteln, dass das gehäuft vorkommen kann? Eine von diesen "Glaskanonen"? Entweder man siegt mit Krabumm & Bämm oder geht in 88 von 100 Spielen unter? :)

Darth Spengler 18 Doppel-Voter - 9291 - 7. März 2014 - 7:58 #

Schlecht ziehen oder wie bei Magic Flooded oder screwed sein gehört tastächlich zu Kartenspielen dazu. Aber der Mensch merkt sich die Runden in der er schlecht gezogen hat stärker, als die 3 Runden die er mühelos den Gegner besiegte weil dieser schlecht zog.

Man kann es ausgleichende Gerechtigkeit nennen ^^

Paydriver 13 Koop-Gamer - P - 1638 - 5. März 2014 - 13:16 #

Mich hat es schon in seinen Bann gezogen.

BruderSamedi 16 Übertalent - P - 4840 - 5. März 2014 - 13:43 #

Schöner Artikel, der das Spiel sehr gut beschreibt.

Ich selbst habe in der ClosedBeta-Phase ein wenig gespielt und festgestellt, dass ich mit dem Spiel überhaupt nichts anfangen kann. Nach meinem Eindruck beträgt das Verhältnis von Können zu Glück nicht 80 zu 20, sondern vielleicht 1 zu 99. In einer Runde fängt man nur mit hohen Karten an (trotz Austausch) und kann in den ersten 3 Runden nur eine Karte spielen, in der nächsten Runde kommen am Ende nur die 1-Punkt-Karten, die zu diesem Zeitpunkt recht nutzlos sind.
Wie im Artikel gut beschrieben fehlt vor allem das Feedback, was nun falsch gelaufen ist - selbst in den Übungsmatches gegen den Computer gibt es hier nichts dergleichen. Vielleicht ist sowas ja mittlerweile drin, aber eine "Selbes Spiel nochmal versuchen" (mit identischen Zufallsparametern) fehlt. So steht man ziemlich verloren da: War mein Deck falsch, obwohl als Standarddeck empfohlen? Habe ich falsch gespielt? Hatte ich einfach nur Pech? Es war für mich keine Lernkurve erkennbar, da die Ursache für Sieg oder Niederlage einfach nicht kommuniziert wurde. Das Besiegen der anfänglichen Computergegner war für mich vor allem Glückssache und daher einfach nur Frust. Wie soll man sich über einen Erfolg freuen, wenn man ihn (jedenfalls gefühlt) nur glücklichen Umständen zu verdanken hat? Abseits der gelungenen Präsentation habe ich in dem Spiel daher keinen Sinn gesehen, und das sogar ohne die Berücksichtigung von P2W-Aspekten. Aber wahrscheinlich ist es für mich einfach das falsche Genre.

PatrickH. 17 Shapeshifter - 6169 - 5. März 2014 - 14:59 #

Sehr schöner Artikel.
Ich habe ebenfalls in der Beta gespielt und hatte das teilweise auch. Irgendwie kam nie die richtige Karte. ODER: Ich hatte das Match schon fast in der tasche und der Computergegner bekam genau die Karten auf die Hand, um das Spiel umzudrehen. Gerade als Anfänger sehr ärgerlich.

Nachtfischer 16 Übertalent - 5495 - 5. März 2014 - 15:39 #

Als ich anfing zu spielen, kam es mir auch so vor. Mit der Zeit bekommt man aber schon mit, dass (etwas) mehr Skill dahinter steckt als man zunächst vermuten mag. Insbesondere merkt man das beim Zuschauen bei ein paar "Pro-Gamer"-Matches oder deren Arena-Runs. Es gibt schon einige weniger offensichtliche Faktoren, die sie alle in ihre Entscheidungen einbeziehen. Spieler wie Trump oder Vivafringe beispielsweise haben (Arena-)Siegquoten von über 70%. Und das bei tausenden Spielen. Nur Glück ist es also nicht. Natürlich gibt es leider trotzdem viel zu viele Situationen, in denen das Glück bzw. Pech entscheidend mitwirkt.

Guthwulf 15 Kenner - 3798 - 5. März 2014 - 13:56 #

Das World Of Warcraft TCG war das deutlich tiefere, flexiblere und interessantere Spiel. Mit etwas mehr Support seitens Blizzard als Lizenzgeber hätte man daraus eine dauerhafte Konkurrenz zu Magic The Gathering machen können. Leider wurde (die Lizenz) von Blizzard eingestellt. Einer der Gründe dafür war der Wunsch, mit Heartsone selbst ein eigenes digitales Produkt zu platzieren. Insofern ist Heartstone indirekt mit Schuld daran, dass das TCG eingestellt wurde. Das macht mir Heartstone madig, insb. da es gegenüber dem TCG auch inhaltlich deutlich abfällt. Einsteigerfreundlichkeit und Massenmarkt hin oder her. Hier wurde mir doch zu viel geopfert. Insofern ist es nix für mich.

Orschler77 16 Übertalent - 4490 - 5. März 2014 - 13:57 #

Ich habe es bis jetzt nur ca. 10 Minuten angespielt und mir hat es recht gut gefallen, aber ich hatte auch das Gefühl, das dass Prinzip Glück bei den Siegen eher entscheidend war, als die Taktik. Aber das war ja auch nur ein kurzer Einblick, ich werde hoffentlich die nächsten Wochen mal etwas Luft haben um Hearthstone mal etwas länger zu spielen.

mihawk 19 Megatalent - P - 13205 - 5. März 2014 - 14:15 #

Super Artikel, wenn ich die Zeit hätte, würde ich Hearthstone auch gerne mal anspielen ...

Lacerator 16 Übertalent - 4418 - 5. März 2014 - 14:53 #

Das wurde mit letztens von einem Kumpel empfohlen. Ich hab's bisher aber noch nicht probiert, weil ich in meinem Leben noch nie etwas mit dieser Art Spiel zu tun hatte.

Was würde denn da für eine Download-Größe auf mich zukommen (Hab' Volumenbegrenzung)?

Nachtfischer 16 Übertalent - 5495 - 5. März 2014 - 15:09 #

Etwa 2 GB.

vetterka 12 Trollwächter - 887 - 5. März 2014 - 14:57 #

Die verquastete Schreibe ist schon in den spieltheoretischen Artikeln schon fast unerträglich. In einem Spieletest ist sie einfach nur öde. Obwohl ich Sachlichkeit schätze ist mir das zu verkopft. Ich glaube aber das ein Video Review in dem Ton gefallen könnte.

Nachtfischer 16 Übertalent - 5495 - 5. März 2014 - 15:10 #

"Verquastet". Das muss ich gleich in meinen Wortschatz aufnehmen.

immerwütend 22 AAA-Gamer - P - 31831 - 5. März 2014 - 15:31 #

Du kennst das Wort vermutlich nur in der korrekten Schreibweise ;-)

Christoph 17 Shapeshifter - P - 6532 - 5. März 2014 - 16:25 #

Du meinst verquaast mit zwei bis drei "a"? ;-)

Interessante Argumentation: "fast schon unerträglich, aber als Video wär's wohl okay"... egal.

Guter Artikel!!

vetterka 12 Trollwächter - 887 - 5. März 2014 - 17:01 #

Ich mag es sachlich wie z.B. die Retor Snippets. Es wäre halt mal schön im Gegensatz zu den Hektomaten div. Videoformate.

immerwütend 22 AAA-Gamer - P - 31831 - 7. März 2014 - 15:46 #

"verquast" reicht schon - und die Quasten gehören an Omas Sofa ;-)

Kommantator (unregistriert) 5. März 2014 - 15:25 #

Hi Nachtfischer,
als Dein größter Fan und Kritiker muss ich sagen, es wird immer besser. Die Sätze werden kürzer, das heißt aber nicht, dass jetzt auf einmal alle Sätze kurz sein sollen. Egal, Du wirst das richtige Maß finden. Hab noch nicht alles gelesen, aber die folgende Stilblüte ist einfach schon einmal zu schön:

"Das Ziel des Spiels besteht jedoch nicht im Vernichten der feindlichen Diener, sondern dem des gegnerischen Helden selbst. Auch dieser ist mit 30 Lebenspunkten beständiger Teil des „Spielbretts” und kann – sofern keine speziellen Effekte es verhindern – jederzeit attackiert werden."

Willst Du sagen, dass der gegnerische Held Teil des Spielbretts ist? LOL, das muss man sich einmal bildlich vorstellen, ein Gegner, der Teil eines Spielbretts ist...

Kommantator (unregistriert) 5. März 2014 - 15:30 #

Und gleich einer hinterher: "Dieses Muster der „regelbrechenden” Spezialfähigkeiten zieht sich durch das gesamte Spiel und sorgt letzten Endes für dessen Interessantheit..."

Sicher, dass es genau das ist, was das Spiel interessant macht? Nicht die schönen bunten Bildchen vielleicht, die Atmosphäre, das Spieluniversum im Hintergrund?

Nachtfischer 16 Übertalent - 5495 - 5. März 2014 - 15:31 #

Kommt darauf an, wie du "interessant" definierst. Für mich ist das etwas fundamental anderes als z.B. "spaßig" oder "schön" oder "atmosphärisch".

Kommantator (unregistriert) 5. März 2014 - 15:35 #

"Schon eine Reduktion oder Erhöhung eines Angriffswertes um nur einen Punkt kann von entscheidender Bedeutung sein, was wiederum direkt für die Kohärenz des Systems spricht."

Verstehe ich nicht. Was wird an einem System dadurch kohärent?

"Umgekehrt ist auch das Verletzen eigener Diener, um deren „Wutanfall”-Effekt auszulösen, eine valide Taktik."

Was soll eine valide Taktik sein?

Kommantator (unregistriert) 5. März 2014 - 15:39 #

"Die (abgemilderten) Leiden des jungen CCG"

Was hat Goethe damit zu tun?

Nachtfischer 16 Übertalent - 5495 - 5. März 2014 - 15:41 #

http://www.duden.de/rechtschreibung/Anspielung
http://www.duden.de/rechtschreibung/Hommage

Kommantator (unregistriert) 5. März 2014 - 15:46 #

Warum spielst Du auf Goethe an? War Werther deshalb unglücklich verliebt, weil er zu viele Sammelkartenspiele gespielt und ihn das sozial inkompetent gemacht hat?

Nachtfischer 16 Übertalent - 5495 - 5. März 2014 - 15:48 #

Wenn das deine Interpretation ist. :)

Nachtfischer 16 Übertalent - 5495 - 5. März 2014 - 15:30 #

In der Tat ist er Teil des Spielbretts. Der Held sitzt fest in einer dafür vorgesehenen Öffnung. Genau wie die einzelnen "Tiles" bei den Siedlern von Catan Teil des Spielbretts sind, ist es hier eben der Held.

Kommantator (unregistriert) 5. März 2014 - 15:51 #

"Die zuletzt vor allem auf Mobilgeräten populär gewordene Spielweise des asynchronen „Play-by-mail”-Konzepts passt zwar hervorragend zum geschäftigen Zeitplan des modernen Gamers..."

Was hat das mit Hearthstone zu tun?

Kommantator (unregistriert) 5. März 2014 - 15:53 #

"Elo-artiges Bewertungssystem" - wie es beim Schach benutzt wird, hätte man dazu sagen können, wenn man es schon sagen muss :)

Nachtfischer 16 Übertalent - 5495 - 5. März 2014 - 15:57 #

Es würde helfen, mal mehr als einen halben Satz weit zu lesen beziehungsweise zu verstehen. Lustigerweise ist das sogar eine Analogie zum von dir angesprochenen Teil im Text.

Hearthstone folgt - wie geschrieben - eben nicht diesem Konzept, das zwar gut zu einem Tagesplan passt, in dem man immer mal zwischendurch 2-3 Minuten Zeit hat, allerdings wenig Raum für holistische Spieldenke lässt. Der synchrone Spielablauf Hearthstones hingegen erlaubt genau das. Durch die Kürze der Partien und die Geschwindigkeit des Matchmakings überwiegen dabei insgesamt die Vorteile.

Braucht es wirklich so viele einzelne Kommentare für deine Anmerkungen?

Kommantator (unregistriert) 5. März 2014 - 16:01 #

Okay, für den letzten Absatz tut es auch ein Kommentar. Wer soll denn dieser Spieltheoretiker sein, der den "'heiligen Gral' des kompetitiven Spielens" findet, der in "Funktionalität [und] auch in Sachen Design und Gameplay vollkommen überzeugt"? Etwa der Nachtfischer? ;)

Nachtfischer 16 Übertalent - 5495 - 5. März 2014 - 16:04 #

Den werden natürlich alle finden, sobald er erscheint.

(Übrigens ist "Spieltheorie" etwas ganz anderes als "Game-Design-Theorie". Du scheinst die beiden Begriffe für austauschbar zu halten.)

Kommantator (unregistriert) 5. März 2014 - 16:09 #

Bist Du sicher?

Nachtfischer 16 Übertalent - 5495 - 5. März 2014 - 16:12 #

Ja.

Christoph 17 Shapeshifter - P - 6532 - 5. März 2014 - 16:29 #

Guter Artikel, und abgesehen davon auch schönes Spiel! Ich habe es mit großer Skepsis begonnen und war nach 20 Minuten hin und weg. Wenn nach ein paar Tagen mal alle Helden auf ca. Level 10-15 stehen, die naheliegenden Basiskarten freigeschaltet sind und die erste Welle der Euphorie abgeklungen ist, wird sich - nämlich jetzt in den nächsten Tagen und Wochen - zeigen, ob ich als Gelegenheitsspieler weiterhin Spaßp haben kann oder nur noch von den abgezockten Hardcore-Kartlern auf die Nuß bekomme. Aber solange man sogar für's Verlieren noch Erfahrung und neue Karten und für die Tagesquests so viel Gold bekommt, daß man immer wieder umsonst in die Arena kann, macht sogar das - derzeit - noch viel Spaß.

Nachtfischer 16 Übertalent - 5495 - 5. März 2014 - 16:47 #

Danke. Ein Vorteil für Gelegenheitsspieler ist auch wieder das Matchmaking-System. Wenn ich eben nur ab und an spiele, nicht alle wichtigen Karten habe, mir keine Decks aus dem Internet klaue etc., dann bewege ich mich eben "nur" auf Rang 15-20, kriege aber dann dort auch in der Regel gleichwertige Gegner, die es zumeist auch nicht anders halten. Darüber hinaus teilt wie gesagt auch der Casual-Modus jedem Spieler ein (verstecktes) Matchmaking-Rating zu.

Christoph 17 Shapeshifter - P - 6532 - 5. März 2014 - 17:55 #

Du meinst das mit dem Hühnchenbild, wo ich noch nie was gewonnen habe, nehme ich an... ;-)
Ich mach' immer nur "spielen" (bis jetzt).

Nachtfischer 16 Übertalent - 5495 - 5. März 2014 - 19:40 #

Das Hühnchen steht für (den niedrigsten) Rang 25. Du kannst bevor du einen Gegner suchen lässt noch auswählen, ob du ein gewertetes Spiel (wo es ums Aufsteigen in den Rängen geht) oder ein ungewertetes (ganz ohne Ränge, aber trotzdem mit Matchmaking im Hintergrund) spielen willst.

Von Rang 25-20 kannst du aber ohnehin nur Sterne gewinnen und keine verlieren (3 Sterne bedeuten dann einen Rangaufstieg).

Darth Spengler 18 Doppel-Voter - 9291 - 5. März 2014 - 18:45 #

Hearthstone ist cool und flott. Allerdings ist man nach 2-3 Wochen bereits durch so das man sein Deck fertig hat und dann gibt es nicht mehr viel zu tun. Anzocken sollte es jeder TCG Liebhaber.

Das du sowas spielst NF, hät ich nicht gedacht ^^

Nachtfischer 16 Übertalent - 5495 - 5. März 2014 - 19:33 #

Inwiefern ist man "durch" und das Deck "fertig"?

In der Not frisst der Teufel Fliegen. :P

vicbrother (unregistriert) 5. März 2014 - 20:44 #

Ich bin ebenfalls fasziniert - gerade Kartenspiele haben soviel Glücksmomente...

Nachtfischer 16 Übertalent - 5495 - 5. März 2014 - 20:49 #

Unbedingt mal Battle For Hill 218 ausprobieren und vom Gegenteil überzeugen.

Darth Spengler 18 Doppel-Voter - 9291 - 6. März 2014 - 18:30 #

Wenn dein Deck Wettbewerbsfähig ist und man bis auf die Spoiler Karten alles wichtige hat, und wenn der Fortschritt kaum mehr spürbar ist, Stichwort Motivation. Damit kennste dich ja gut aus ^^

Labrador Nelson 28 Endgamer - - 100272 - 5. März 2014 - 19:06 #

Danke für die Abhandlung.

supersaidla 16 Übertalent - 4123 - 5. März 2014 - 19:44 #

Schöner Artikel, beschreibt das Spiel ziemlich gut. Ich finde Hearthstone relativ rund nur fehlt mir momentan etwas die Langzeitmotivation. An gute Karten kommt man auch locker ohne das man den Geldbeutel aufmachen muss, man braucht auch nicht vom Start weg gleich das ultimative Siegerdeck, wenn es das überhaupt gibt.
Was mich aber etwas stört ist das man quasi gezwungen ist sich bestimmte Deckarten zusammenzustellen, heisst nach meiner Erfahrung, das man mit einem Rush-Deck eigentlich nie falsch liegt. Mit nem Rush-Deck kann man mMn das Glück etwas auf seine Seite zwingen da man mit vielen niedrigen Karten in jeder Runde etwas spielen kann. Kann man bis zur dritten Runde nichts vernünftiges aufs Brett legen, hat man fast schon verloren, da einen der Gegner einfach mit Kreaturen zuspamt. Nichtsdestotrotz hatte ich schon sehr viele hochinteressante Duelle, die erst mit dem letzten Zug entschieden wurden.
Der Zufall allerdings stört mich etwas an Hearthstone, hat man ein halbwegs passables Deck und macht die offensichtlichsten Fehler nicht, dann bleibt die Kreativität was man als nächstes ausspielt etwas auf der Strecke, da es eigentlich immer offensichtlich ist welche Karte man als nächstes ausspielen muss. Und das kann sehr frustrierend sein wenn man sich das coolste Deck überhaupt zusammengestellt hat, die Karten aber nicht in der passenden Reigenfolge kommen. Alles in allem aber ein sehr kurzweiliges Spiel :)

Desotho 16 Übertalent - 4148 - 5. März 2014 - 21:25 #

"holistisch" - ernsthaft?
Fremdwörter mögen ja "cool" wirken, aber in einem Artikel sollte man doch ein wenig auf die Formulierungen achten.

BriBraMuc 14 Komm-Experte - 2322 - 5. März 2014 - 22:03 #

Aber wirs sind doch beim Spielemagazin für Erwachsene und als solcher sollte einem jedes nur erdenkliche Wort bekannt sein ;-)

Christoph 17 Shapeshifter - P - 6532 - 6. März 2014 - 10:08 #

Genau, Muhme, Grumbiere und schlampampen zum Beispiel ;-)

McSpain 21 Motivator - 27510 - 6. März 2014 - 9:22 #

Ne danke. Mit Kartenspielen wie Magic kann man mich in der Realität schon jagen. Blizzard-Spiele mag ich auch nicht. Ergo mache ich da um Hearthstone einen großen Bogen.

Christoph 17 Shapeshifter - P - 6532 - 6. März 2014 - 10:11 #

Für alle Ausprobierer und Einsteiger (wie mich): mir haben diese beiden Seiten sehr beim Einstieg geholfen (nicht daß ich mit dem Einstieg fertig wäre), zum Beispiel beim Zusammenstellen des allerersten Decks.

http://www.hearthstoneheroes.de/
http://www.icy-veins.com/hearthstone

Wenn man dann ein paar mal dieselbe Klasse spielt, merkt man schon, wo's hakt: wenn man z.B. in den ersten 5 Runden nie Diener rauslegen kann, muß man halt ein, zwei kleine Diener (mit Spott) mehr ins Deck nehmen und ein, zwei 6er- oder 7er-Karten rausnehmen. Ich habe immer nur kleine Veränderungen an ein, zwei Karten gleichzeitig vorgenommen und bin damit ganz gut gefahren im Sinn von ein, zwei Wochen lang besser geworden.

Und wie ich jetzt NOCH besser werde - mal sehen ;-)

Funatic 14 Komm-Experte - P - 2555 - 6. März 2014 - 11:25 #

bin seit ca. 5 wochen dabei und muss sagen das es echt laune macht. vor allem die täglichen quests und die schnellen matches sorgen für akute suchtgefahr. einziger wermutstropfen ist das der, auf dauer am motivierensten, arena-modus geld bzw. gold kostet. aber für ein free to play spiel bekommt man auch ohne zu bezahlen viele stunden spass.

Woldeus 14 Komm-Experte - P - 1976 - 6. März 2014 - 16:16 #

guter artikel, dem ich zustimmen kann.
hs macht spass, viel sogar.
aber, der glücksfaktor ist für mich einfach zu hoch, so dass ich überhaupt keine lust mehr auf das spiel habe. (meine "glückstoleranz" bei brett- und kartenspielen ist im allgemeinen sehr gering)

es passiert einfach zu oft, dass ich nur gewinne, weil ich im richtigen moment die richtigen karten ziehe, oder, noch schlimmer, verliert man gerne, obwohl man zwar 8 karten auf der hand hat, mit denen man aber nichts ausrichten kann.

die klassenbalance finde ich auch noch nicht so recht gelungen - ebenso sind einige der klassenkarten für meinen geschmack zu mächtig.(z.b. die töte ein monster sofort karten, oder die frostsprüche der magier)

Christoph 17 Shapeshifter - P - 6532 - 6. März 2014 - 17:05 #

Normalerweise gebe ich Dir recht, was den Glücksfaktor bei Spielen angeht. Bei Hearthstone aber finde ich das ganz gut, weil man halt umgekehrt auch mal gewinnt und nicht nur diejenigen Spieler Chancen haben, die tagelang Decks analysieren, bauen und in hunderten von Spielen perfektionieren; sondern es können eben auch Gelegenheitsspieler mal einen Stich machen, die nur ab und zu ein paar Stunden in das Spiel stecken.

vicbrother (unregistriert) 2. Juli 2014 - 14:05 #

Ich möchte auf eine interessante Betrachtung in Essay-Form (und auf deutsch!) zum Spiel verweisen: http://videogametourism.at/node/1928

Insgesamt ist der Blog recht lesenswert.

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