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Die Bioware-Story User-Artikel

Benjamin Ginkel 21. März 2010 - 22:19 — vor 5 Wochen zuletzt aktualisiert
Nur wenige Hersteller schaffen es, sich über Jahre hinweg einen guten Namen zu erhalten: Die Entwickler von Bioware gehören mit Sicherheit dazu: Kein echter Rollenspieler kommt an den Spielen aus Kanada vorbei, zumindest im Singleplayer-Bereich. Doch auch im Online-Rollenspielemarkt will Bioware künftig kräftig mitmischen.
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Wagen wir eine kleine Zeitreise zurück in die Anfangsjahre. 1995. Im kanadischen Edmonton gehen die drei Ärzte Greg Zeschuk, Ray Muzyka und Augustine Yip ihrer alltäglichen Arbeit nach, behandeln vom Armbruch über Erkältungen und Blinddarmbeschwerden jedes Zipperlein ihrer Patienten. Offensichtlich mit mäßiger Begeisterung, denn die drei Doktoren wollen sich fortan der Erschaffung virtueller Welten widmen. Schon in den vergangenen Jahren sammelten Zeschuck, Muzyka und Yip ihre ersten Erfahrungen im Bereich der Programm-Entwicklung und programmierten Lernsoftware für Medizinstudenten. Das Geschäft florierte und so konnten die Drei ein ansehnliches Startkapital ansammeln um ein Videospiel-Entwicklungsstudio zu gründen: die Bioware Corporation. Nachdem eine Demoversion des ersten Spiels der jungen Spieleschmiede, Shattered Steel, an verschiedene Publisher versand wurde, machte Interplay das Rennen und nahm Bioware unter Vertrag. Über Interplay entstand zu der Zeit auch ein Kontakt zu den Pyrotek Game Studios, die Bioware bei der Fertigstellung ihres Debuttitels tatkräftig unterstützten. Der futuristische Mech-Action-Titel Shattered Steel verkaufte sich 1996 ganz ordentlich und heimste gute Wertungen von der Fachpresse ein - erstmal konnte in einem PC-Spiel die Landschaft verändert werden (so rissen etwa Raketentreffer Krater in den Boden). Bis zu diesem Zeitpunkt arbeiteten die drei Doktoren noch in ihren regulären Jobs als Mediziner, und während sich Zeschuk gemeinsam mit Muzyka voller Elan mitten in der Entwicklung ihres zweiten PC-Spiels befanden, verabschiedete sich Mitgründer Yip wieder ins geregelte Krankenhausleben als Arzt.

Baldur's Gate - ein glücklicher Zufall Dass man sich bei der Publisherwahl auf Interplay einigte, machte sich schon beim zweiten Projekt bezahlt: Angekündigt als Battleground: Infinity wollte Bioware ein eigenes Rollenspiel entwickeln. Glücklicherweise lagen damals die Rechte der zweiten Edition des Regelwerks von Advanced Dungeons & Dragons (AD&D) bei Interplay und so kam es dazu, dass Battleground: Infinity kurzerhand umgestellt und 1998 als Baldur’s Gate veröffentlicht wurde. Auf dem Gerüst der selbstentwickelten Infinity-Grafik-Engine schuf Bioware einen Meilenstein, der das Rollenspielgenre wieder salonfähig machte und Spieler wie Presse jauchzen ließ. Auf der Grundlage der lizenzierten Infinity-Engine wurden von den Black Isle Studios Icewind Dale und Planescape: Torment veröffentlicht. Ohne große Pause widmete man sich bei Bioware prompt dem Addon zu Baldurs Gate, Legenden der Schwertküste erschien 1999 mit neuen Gebieten, einem angehobenen Levelcap und ein paar Spielverbesserungen. Fast gleichzeitig dazu entwickelte Bioware den Nachfolger des hochgelobten, aber finanziell erfolglosen MDK von Shiny Entertainment. Interplay erhoffte sich, durch eine MDK-Fortsetzung sein Portfolio auf damaligen Next-Gen-Konsolen zu stärken. Das Actionspiel MDK 2 wurde im Jahr 2000 für den PC und Segas Dreamcast veröffentlicht, später wurde noch eine Playstation-2-Variante nachgereicht. Es sollte der bislang letzte Ausflug Biowares in das Actionspiel-Genre werden.
 
Gleich mehrere Bedeutungen werden dem Titel des Spiels MDK zugeschrieben: Murder Death Kill; Max, Dr. Hawkins and Kurt; My Dog Ken; Million Dollar KO; Maim Death Kill; Massive Dollops of Ketchup -- um nur einige zu nennen.

Noch mehr AD&D-Titel
 
Schöner, bunter, größer: Baldur's Gate 2 war die konsequente Weiterentwicklung des Vorgängers.
Schon mit dem nächsten Titel kehrte Bioware zum AD&D-Regelwerk zurück. Baldur’s Gate 2: Schatten von Amn fand Ende 2000 den Weg in die Händlerregale, mit noch größerer Welt, noch mehr Aufgaben und noch mehr Geschichten. Das Spiel ist bis heute in vielen Bestenlisten zu finden. Zu der Zeit hatte Publisher Interplay eine Menge finanzielle Probleme – trotz sehr guter Verkäufe von MDK 2 und vor allem Baldur’s Gate 2. Bioware trennte sich nach dem Baldur’s-Gate-2-Addon Thron des Bhaal von Interplay und damit auch von den Rechten der Baldur’s-Gate-Serie. In Infogrames (heute Atari) fand Bioware einen neuen Publisher für seine Spiele. Mit ihrem nächsten Spiel wollte die Mannschaft um Zeschuk und Muzyka dem originalen Pen-&-Paper-Spielgefühl so nah wie nur möglich kommen und Spielleitern ermöglichen, eigene spannende Geschichten zu erzählen. So erblickte Neverwinter Nights im Juni 2002 das Licht der Computerspielewelt – ebenfalls auf den Regeln von Advanced Dungeons & Dragons basierend, diesmal denen der dritten Edition. Das Spiel basiert auf der Aurora-Grafikengine, mit der Bioware den Sprung von einer 2D- auf eine 3D-Spielegrafik schaffte. Bis heute sorgt die umtriebige Neverwinter Nights Community für regen Karten- und Abenteuernachschub. Das obligatorische Addon Der Schatten von Undernzit wurde nicht direkt von Bioware entwickelt, sondern als Auftragsarbeit von Floodgate Entertainment, und erschien 2003.
 
Die ersten Gehversuche in einer 3D-Welt machte Bioware mit Neverwinter Nights, der Map- und Modsupport von der Community hält bis heute an.
Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29860 - 21. März 2010 - 22:44 #

Klasse Artikel, tolle Infos, geniale Firma - passt :D ..

BiGLo0seR 21 Motivator - 29236 - 21. März 2010 - 22:57 #

Sehr schöner und vor allem interessanter Artikel zu einem tollen Entwicklerstudio, was will man mehr und vielen Dank dafür!

Eine Anmerkung/Bemerkung: Neverwinter Nights hat nicht nur ein Add-On, sondern meines Wissens sogar 2 Add-Ons spendiert bekommen. Zum einen das von dir genannte "Der Schatten von Undernitz" und dann gab es noch eins mit dem Namen "Die Horden des Unterreichs". Außerdem erschien auch noch Neverwinter Nights 2, wobei das glaub ich nicht mehr von Bioware war sondern von Obsidian Entertainment (wie KOTOR 2) oder?

Rechen 19 Megatalent - 16014 - 21. März 2010 - 23:07 #

ja, teil 2 war nicht mehr von bioware.

Andreas Peter 11 Forenversteher - 660 - 21. März 2010 - 23:04 #

Grossartiger Artikel, gut recherchiert!

morphme 13 Koop-Gamer - 1219 - 21. März 2010 - 23:17 #

Toller Artikel, sehr interessant und gut zu lesen :)

Anonymous (unregistriert) 21. März 2010 - 23:18 #

Klasse Firma!
Klasse Artikel!

Anym 16 Übertalent - 4962 - 21. März 2010 - 23:24 #

Nicht schlecht. Alles Wichtige war drinnen und keine größeren Fehler. Höchstens etwas arg unkritisch. Allerdings sollte der Artikel nochmal gründlich auf Tipp- und Rechtschreibfehler untersucht werden. Und das BioWare durchgehend ohne Binnenmajuskel hat mich zwar etwas irritiert, aber wenigstens war's konsequent. :-P

Limper 16 Übertalent - P - 5446 - 21. März 2010 - 23:32 #

Schöner Artikel!

flow7 (unregistriert) 21. März 2010 - 23:34 #

^^word kann ich nur zustimmen....top artikel

McStroke 14 Komm-Experte - 2276 - 21. März 2010 - 23:40 #

Schöner Artikel, gefällt mir sehr gut!

Aber wieso hat Jade Empire denn enttäuscht...ich selbst habe es sehr gerne gespielt und wenn man sich mal die Foren von Bioware anschaut sind auch viele Spieler davon begeistert.

Ich finds auch ein klein wenig schade, dass Dragon Age und Baldurs Gate so breit behandelt werden, die Mass Effect Reihe und zum Teil auch Kotor eher weniger...aber sont gefällt er mir sehr gut der Artikel!

Fozzie 12 Trollwächter - 1015 - 22. März 2010 - 12:05 #

Naja, Geschichte, Atmosphäre und Design von Jade Empire waren top - aber das eigentliche Spiel wurde dabei doch ein wenig vergessen.

Vidar 18 Doppel-Voter - 12862 - 22. März 2010 - 0:19 #

Schöner Artikel!

@ Cookieminee
war eine enttäuschung da es angeblich eifnach ein flopp war (verkäufe)

Tja ich hoffe für die zukunft dass sie sich mal was neues einfallen lassen! das Konzept in Biowarespielen ist seit Kotor immer wieder das gleiche (ausser Jade empire)!

Und ich hoffe dass Dragon Age2 nicht vor 2012 kommt denn so ein Gurkenspiel wie Awakening brauch ich nicht nochmal! hoffe nur dass es EA auch so sieht!
Und nen freundlicheren Ton dürfen sich die Bioware Leute auch mal wieder angewöhnen wie die Teilweise in ihrem Forum kritiker (grade beim addon) anreden ist auch nicht fein...

EDIT: noch was zum Artikel
"Daneben wurden auch die Arbeiten an Mass Effect 3 (vielleicht doch nicht das endgültige Ende der Triologie)"

Das sollte man umformulieren! denn die Trilogie wird definitiv mit teil 3 beendet, also die geschichte rund um shepard!
Weitere ME titel können aber kommen nur halt nichtmerhr mit Shep

Torian Raven 11 Forenversteher - 800 - 22. März 2010 - 0:44 #

Schöner Artikel.

TheWitcher (unregistriert) 22. März 2010 - 8:38 #

Guter Artikel. Hat Spaß gemacht zu lesen :)

Olphas 24 Trolljäger - - 48640 - 22. März 2010 - 12:06 #

Schöner Artikel über meine Lieblingsspielefirma. Ich finde es nur etwas schade, dass "Hordes of the Underdark" unter den Tisch gefallen ist. Meiner Meinung nach war dieses Addon das Sahnehäubchen auf NWN. Drow!!!

Porter 05 Spieler - 2981 - 22. März 2010 - 17:53 #

oh ja das sehe ich genauso, ansonsten hatte mich NWN1 auch mit seinem ersten Addon Storytechnisch sehr enttäuscht.

prohead 09 Triple-Talent - 261 - 22. März 2010 - 13:14 #

Toller Artikel, dass die Firmengründer Mediziner waren wusste ich gar nicht... da macht der Name Bioware schon mehr Sinn ;)

ichus 15 Kenner - 2987 - 22. März 2010 - 15:52 #

Hut ab. Tolle Leistung.

GamerGasse 10 Kommunikator - 431 - 22. März 2010 - 18:10 #

Toller Artikel, sehr informativ.

Was mir noch gefehlt hat, gerade in diesen Zeiten wo es viel Gerede über schlechte Arbeitsbedingungen bei den Entwicklern gibt, ist, dass BioWare seit Jahren immer unter den besten Arbeitgebern in Kanada genannt wird.

Und man sieht ja, dass es funktioniert, man liefert ja seit Jahren kontinuierlich gute Qualität ab. Liebe Publisher, so pflegt man Marken, so baut man sich eine Fangemeinde aus und so verkauft man Spiele.

Marco Büttinghausen 19 Megatalent - P - 19331 - 24. März 2010 - 21:05 #

Ist es Absicht das man aus dem Teaserbild keines der Bilder im Artikel gross klicken kann?

dragon235 18 Doppel-Voter - 11388 - 29. April 2010 - 17:27 #

Toller Artikel über einen genialen Spieleentwickler.
Es ist doch immer wieder eine Freude ein Spiel von BioWare ins Laufwerk zu legen und sich dann einfach in ein Abenteuer zu stürzen.

Tw3ntyThr33 15 Kenner - 3162 - 5. Juni 2010 - 4:29 #

Sehr schöner Artikel =) Ich habe seit KotOR kein einziges Spiel von BioWare verpasst und muss hier gleich sagen, dass Jade Empire tatsächlich ein sehr unterschätztes Spiel ist.
Die Story ist großartig, episch und hat genau wie bei KotOR eine überraschende Wendung zu bieten.
Mir hat es viel Spaß gemacht und sobald ich Dragon Age endlich durch habe, werde ich Jade Empire nochmal spielen =)

Natas2010 04 Talent - 39 - 14. Juli 2010 - 19:31 #

Ja thanx für den super Artikel, Bioware ist die Adresse Nr 1 wenn man Rollenspiele mag.

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