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Darf's noch etwas mehr sein?

Age 9. November 2010 - 11:18 — vor 4 Jahren zuletzt aktualisiert
Jeder kennt und liebt sie, die Wurstfachverkäuferin hinter der Fleischtheke im Supermarkt um die Ecke. Immer vermag sie es, einem auf charmante Art statt nur durch die geplanten 500 Gramm Hack, auch noch mit 100 Gramm Extra-Mett das Geld aus den Taschen zu ziehen. Die Spiele-Industrie hat dieses Verkaufsmodell auch für sich entdeckt.
Nach 15 Spielstunden sitzt Hubert R. aus Langenweid-Rieth fassungslos vor seinem Bildschirm  und starrt entgeistert auf den Abspann seines neu erworbenen Top-Titels, den er vorgestern erst für umgerechnet 100 Deutsche Mark beim Elektronik-Schnäppchen-Markt  zwei Ortschaften weiter erworben hatte. Erwin T. hält sich da selber für gerissener, schließlich holt er sich nur Second-Hand-Spiele über Auktionsplattformen im Internet oder beim Gebrauchthändler in der Finkenallee, welchen er mit Buslinie 52 in zehn Minuten erreicht, um den ein oder anderen Euro zu sparen. Als er nach zwei Tagen ein Paket erhält und seine Freunde in einem virtuellen Fußballspiel herausfordern will, kommt es zu unerwarteten Schwierigkeiten. Dass auch Frauen gewalthaltige, sogenannte Egoshooter spielen, beweist Kerstin U. aus Bad Unterlindenbach. Am liebsten misst sie sich dabei über das Internet mit menschlichen Kontrahenten. Um in ihrem aktuellen Lieblingsspiel am Ball zu bleiben, muss sie einige Extrakosten in Kauf nehmen. Wir haben alle drei für fünf Tage bei ihrem Hobby begleitet.

Montag – Begegnung der dritten Art


Langenweid-Rieth ist eine Kleinstadt mit gut 15000 Einwohnern, wir treffen uns in einem Innenstadtcafé mit  Hubert R. Er selber bezeichnet sich als Core-Gamer: "Also ich spiele schon seit dem ich 4 oder 5 bin, oder so. Aber nicht so leichtes, einfaches Zeug. Das muss schon etwas sein das fordert und was bietet, nicht so der Puzzel-Kram den Hausfrauen und Mütter spielen." Gemeint sind damit Casual-Games, also Spiele, welche kaum Einlernzeit benötigen, man wenige Minuten spielen kann und einfach gehalten sind. Damit sind sie auch für nicht computeraffine Menschen attraktiv. Hubert allerdings braucht wieder ein Spiel mit Tiefgang und anspruchsvoller Spielmechanik: "Diese Woche habe ich Urlaub und da kann ich mich wieder vollkommen einem Spiel widmen. Deswegen werde ich auch später zum Medien Bazar fahren und mir La Familia 2 kaufen."
 
So ein Spiel kostet ja neu 50 oder 60 Euro
und einen Monat
später bekomme ich
es für die Hälfte.
In der Zwischenzeit sitzt Sportspiele-Fan Erwin T. vor seinem Netbook und tummelt sich auf der Suche nach einem neuen Titel in einer Auktionsplattform. Schnell fasst er die zwei Monate alte Fußball-Simulation UEFA 11 der großen Vertriebsfirma Electricity Design ins Auge: "Ich bin ein ziemlich großer Fan von Profi-Fußball und da gibt es doch nichts Schöneres, als mit seiner Lieblingsmannschaft Tore zu schießen. Vor allem wenn man dann noch im Internet die Kumpels abziehen kann, drei haben das Spiel schon, deswegen will ich es mir auch holen." Den vollen Preis zahlt er für Spiele allerdings schon lange nicht mehr, er wartet lieber etwas ab und schlägt dann bei gebrauchten Spielen zu: "So ein Spiel kostet ja neu 50 oder 60 Euro und einen Monat später bekomme ich es für die Hälfte. Ich bin jetzt nicht der Typ der immer alles direkt haben muss und spare dafür lieber Geld."
 
Am Abend besuchen wir Kerstin U. Dass ihr Hobby argwöhnisch betrachtet wird stört sie kaum: "Warum soll ich denn keine Shooter spielen? Nur weil ich eine Frau bin? Ich sag doch auch nichts dagegen, wenn Männer in ihrer Freizeit fürs Ballet üben." Kerstin ist sogar in einem Clan aktiv, also einem Verbund von Video-Spielern, welche sich in Turnieren mit anderen Clans messen und dafür sogar trainieren. Ihr Hobby braucht daher ähnlich viel Zeit wie Vereinssport: „Wir trainieren zweimal die Woche und haben dann je nachdem ob Saison ist oder nicht noch ein Ligaspiel.“ Aktuell wird im Team Recent Battlecraft 2 gespielt, ein Militärshooter der in einer fiktiven Gegenwart spielt und deshalb auf aktuell typische Waffen und Ausrüstungen der virtuellen Soldaten setzt: „Das Setting ist doch eigentlich egal, es geht hier nur um den Wettkampf; einfach die besseren zu sein und deshalb muss ich jetzt auch erst mal ins Training.“
 
Dienstag – Alles wie gehabt

Hubert R. befindet sich in der Installationsphase seines Neukaufs: „So ein Topptitel für 55 Euro ist schon nicht günstig. Aber die Preise sind nun einmal wie sie sind und dafür bekommt man ja auch ein komplettes Produkt, mit dem man sehr viele Stunden seinen Spaß hat. Wenn man ins Kino geht, bezahlt man ja auch zehn Euro für vielleicht zwei Stunden und muss dann noch Werbung schauen.“ Es dauert ungefähr 15 Minuten bis das Hersteller-Logo über den Bildschirm rauscht. Danach führt ein computergeneriertes Anfangsvideo in die Geschichte ein und soll Neugier wecken: „Ich hatte mich bereits auf der Webseite PlayersWorldwide über das Spiel informiert, die ist von diesem Jörn Kurzer, da ist man eigentlich immer gut informiert und das Intro hier bestätigt mir das schon ein bisschen.“
 
Derweil wartet Erwin T. auf sein Paket: „Es dauert schon immer ungefähr zwei Tage bis das Spiel dann eintrifft. Aber auf die kommt es ja nun auch nicht an, ich habe den Tag heute sowieso mit Vorlesungen voll, gehe dann ins Fitnessstudio und treffe mich später noch mit ein paar Freunden.“
 
In Langenweid-Rieth hat Hubert bereits zum Gamepad gegriffen und befindet sich mitten im Tutorial, einer interaktiven Anleitung, welche ihm unter anderen die Steuerung vermittelt: „Das Auto fährt sich etwas schwammig, dafür kann man ganz gut zielen wenn man so umher läuft. Aber es ist schon toll wie man bereits hier in die Geschichte gesogen wird.“
 
„Zwei von links hinter dem Hofeingang. Ok einen hab ich, der andere hat mich erwischt.“ Kerstin U. befindet sich in einem Trainingsspiel und ist dabei per Headset mit ihren Kollegen verbunden. Absprachen über die taktische Vorgehensweise, Sichtung von Gegnern oder benötigte Hilfe sind das A und O beim gemeinschaftlichen Pixelkampf. Sie wirkt konzentriert aber nicht angespannt: „Ja ich muss jetzt warten bis ich wieder spawnen kann also wieder in Spiel einsteigen. Das ist quasi eine Strafzeit dafür, dass ich abgeschossen wurde. Wir trainieren heute nochmal die alten Karten denn am Freitag wird ein Map-Pack veröffentlicht, das neue Karten enthält auf die wir uns dann erst mal konzentrieren müssen.“ Die Umgebung kennenlernen, Taktiken einstudieren, optimale Wegpunkte finden. Im Clan zu spielen ist mehr als stupides Ballern -- der Begriff eSport kommt deswegen nicht von ungefähr.
TwentY3 14 Komm-Experte - P - 2410 - 9. November 2010 - 11:56 #

Brave new world. Solange es gekauft wird, wird es weiterlaufen. Man muss durch sein Kaufverhalten bestimmen, wie es in Zukunft wird.

Ähnlich fies fand ich die Demo für N4S:Hot Pursuit, bei der man das zweite Demolevel nur spielen kann, wenn ein Freund auch die Demo hat; erzwungenes virales Marketing...

Klausmensch 14 Komm-Experte - 2203 - 9. November 2010 - 22:28 #

Du musst aber zugeben dass die Idee (bei der NFS Demo) aber wirklich sehr genial ist um Werbung zu machen ^^

Azzi (unregistriert) 9. November 2010 - 12:19 #

Jo die neuen Praktiken der Spielehersteller sind teils schon sehr unverschämt. Nicht schon genug das man heutzutage ausser ner DVD Hülle und der DVD nix mehr mitgeliefert bekommt, nein das Spiel heute ist auch noch unfertig.

Oft fühlt man sich in Singleplayer Spielen wie in MMOs in denen man ständig Geld ausgeben muss.
Bestes Beispiel Mafia 2 wo man einfach an manchen Ecken merkt das hier mutwillig etwas aus dem Spiel entfernt wurde was man sich nun extra kaufen muss. Auch merkt man in Mafia 2 das es ursprünglich ähnlich wie in GTA angedacht war Nebenaufgaben in der freien Welt zu haben, diese wurden aber unter Zeitdruck oder auf Grund des DLCs gestrichen.

Und MW2 und andere Karten Packs sag ich mal lieber nix zu, da bekommt man für sein Geld sogut wie nix. Früher gabs Karten gratis man hätte gelacht wenn irgendwer auf die Idee käme die zu verkaufen.

Naja ich werde in Zukunft vorsichtiger sein was ich kaufe und gegebenenfalls irgendwann zur Gold Edition kaufen...

JakillSlavik 17 Shapeshifter - 7072 - 9. November 2010 - 12:33 #

Relativ interessant geschriebene kleine Beobachtungen. Relativ deswegen, weil ich wie immer feststelle, dass ich keinem Archetypen auch nur ähnlich bin. *sfz*

Trotzdem Kudos und Thumbs up = )

DanceingBlade 10 Kommunikator - 540 - 9. November 2010 - 13:25 #

Es ist schon sehr heftig wie sehr sich die Spielebranche verändert hat. Als Spieler erster Stunde ( Atari 2600) kann ich mich noch an Spiele wie Ultima V erinnern (würde heute locker als Collectors Edition durchgehen), oder an die Handbücher von Simulationen.

Nun ja als Konsequenz warte ich heute eben wie bei Fallout NW auf die Gold Edition.

Tamttai der nicht einloggen kann (unregistriert) 9. November 2010 - 13:37 #

Gerade beim neuen Fallout würde ich behaupten, dass es NICHT in das Schema des "Inhalt raus für mehr Euros später" fällt. Ich habe jetzt ca. 30h Spielzeit, bin auf lvl 16 und gerade mal in new vegas angekommen. von abstürzen bin ich bis eine ausnahme verschont geblieben. aber vllt. bin ich auch nur ein kleiner bethesda-fanboy :)

Jamison Wolf 17 Shapeshifter - P - 8110 - 9. November 2010 - 13:47 #

Ich finds witzig geschrieben, thumbs up! Zu Programmenoptimierung (sachen rausschneiden & als DLC verkaufen) und Action-Orientiertes-Skripting (< 2h Durchgespielt) ist ja alles gesagt worden. D00000M!

fragpad 13 Koop-Gamer - P - 1487 - 9. November 2010 - 13:56 #

Früher waren unter den Spieleentwickler viele Freaks, heute viele BWLer. Was will man erwarten im Rattenrennen um die dickste Rendite.

CrazyChemist 14 Komm-Experte - P - 2040 - 9. November 2010 - 14:16 #

Grosartig geschriebener Artikel! Thumbs up! YMMD!

Koffeinpumpe 15 Kenner - 3254 - 9. November 2010 - 14:18 #

Früher kauften sie Klingeltöne, heute DLCs. Mit Schulterzucken und einem „kann man eh nichts dran ändern“, wandern die Scheine brav über die (virtuelle) Theke.

Die Magazine spielen fleißig mit und vergeben für einen Kurzzeit-Shooter, für den schon im Vorfeld massenhaft DLCs angekündigt wurden, 90+% Wertungen. Man darf es sich mit der Industrie ja nicht verscherzen, ohne Exklusivgeschichten könnte man den Laden ja gleich dichtmachen. Also werden DRM, DLCs, Onlinepässe, Spielzeiten usw. größtenteils einfach ausgeblendet.

Den Herstellern machen keinen Vorwurf, hätte ich solche Schafe als Kunden, ich würde ihnen wahrscheinlich genauso die Hosen runterziehen…

Persönlich kann ich nur auf die Zukunft hoffen. Bis dahin bleibt mein Geldbeutel zu.

Aber witzig geschrieben, der Artikel. :)

pepsodent 13 Koop-Gamer - P - 1467 - 9. November 2010 - 14:41 #

Ich finde diesen "witzig" geschriebenen Artikel leider gar nicht witzig.
Vermutlich weil ich ein alter Sack bin, der ersthafte Artikel auch ersthaft geschrieben haben möchte. Der Montag hat mir somit gerecht. Weiter habe ich nicht gelesen.
Sorry. Interessantes Thema, aber die Umsetzung ist nix für mich.

thurius (unregistriert) 9. November 2010 - 14:52 #

"Wir verlassen Erwin mit dem Hinweis, dass die Mulitplayer-Server für Sportspiele des Herstellers in der Regel nach zwei Jahren abgeschaltet werden"
Da XBL auf der Xbox generell nicht mehr verfügbar ist, nützen auch die dedizierten Server von EA nichts mehr.

oh noes es werden server von spielen abgeschaltet die 3-7 jahre alt sind ,sind das aber pösen buben
komisch auch das sie nur server abgestellt haben auf den relativ wenig gespielt wird
es ist ja wirtschaftlich und umweltschonend günstiger eine paar server weiterlaufen zulassen wo nur ein handvoll drauf spielt

„kann man eh nichts dran ändern“

Es ist ja niemand gezwungen die neuen Karten zu kaufen auch wenn natürlich Clanspieler wie ich am Ende schon irgendwie dazu gezwungen sind.“
wenn man sich den gruppenzwang beugen muss sind also die firmen schuld
genau so gut hätte der satz lauten können
"eigentlich trinke ich ja keinen alk,aber alle anderen haben ja alk getrunken"
auch als "clan" kann man auch sagen "nö wir kaufen die maps nicht,fertig" aber wenn mich ein "clan" zwingt mir ein mappack zukaufen muss ich mir doch die frage stellen ab dieser "clan" das richige für mich ist,wenn sie mich aber dewegen ausschliessen,waren es wollen keine richtigen"guten/wahren freunde mit den man gern zusammen ist
eher ein polemischer Artikel wie böse doch die publischer alle sind gemischt mit subjektiven erinnerungen ala "früher war alles besser"

"wenn der Vorgänger locker 20 Stunden geboten hat“.
eher eine subjektive erinnerungen damals hatenn auch nicht alle spiele +10-+20 stunden spielzeit bis auf rollenspiele war damals kein spiel länger als 5 stundenn spielzeit

wenn man so "speedgame" videos anschaut die in 2-60 min durch sind wie kommt man dann drauf das damals spiele eine spielzeit von +20 stunden hatten?

Frohgemuet 13 Koop-Gamer - 1294 - 9. November 2010 - 16:58 #

Wann war denn "damals", wenn die spiele schon nicht länger als 5 Stunden waren??

Ich kann mich noch gut erinnern, da waren eben nicht nur RPGs 15 + h lang.

Jamison Wolf 17 Shapeshifter - P - 8110 - 9. November 2010 - 17:08 #

1.) Speedruns, netter Vergleich. Das ist als wenn ich sage: Hey ich bin die 100m in 6 Sekunden - Universumsrekord - gelaufen und verschweige dabei, das ich aber vorher 10 Jahre meines Lebens damit verbracht habe, auf diesen Tag hin zu trainieren. Den so kommt nämlich ein Speedrun hin: Man trainiert und trainiert und trainiert - dann wird das Video angesetzt und losgehts.
Davon ab... ich kann mich daran erinnern das sogar Shooter wie D[][]M mehr Stunden brauchten als ein MW2 heute.

2.) Es sind schon Spiele nach 3 Monaten abgeschaltet worden, jüngstes Beispiel All Point Bulletin ( und das als MMO - krass^2 ) - andere Beispiele lassen sich ebenso finden.

3.) Wie man im e-Sport keine Maps nehmen will, auf dennen evtl der Wettkampf stattfinden um darauf zu trainieren, dann kann man auch gleich Clans sausen lassen.

Wann hattest du deinen letzten Realitycheck?

patchnotes 13 Koop-Gamer - 1741 - 9. November 2010 - 18:33 #

Ich hab zwar kein MW2, sondern nur MW1 gespielt, aber fairerweise muss man doch sagen, dass MW1 deutlich abwechslungsreicher ist als D00m.

Ich meine, D00m besteht aus haufenweise Füller-Leveln ohne größere Besonderheiten. Und D00m 2 war im Prinzip nur ein Addon als vollwertiges Spiel. Ich glaube, Füller zu generieren (nur Gegner, kein Skripting) wäre heutzutage auch kein Aufwand. Aber da sind wir alle mittlerweile doch etwas zu verwöhnt, oder?

Jamison Wolf 17 Shapeshifter - P - 8110 - 9. November 2010 - 19:55 #

Ich rede natürlich von einer Zeit, wo D**M das MAß aller Dinge war. Das war packend, das war Scary und es war verdammt Actionreich... Heute? Würd ich mir nicht mal mehr nen Video auf YouTube von geben, klar.

patchnotes 13 Koop-Gamer - 1741 - 10. November 2010 - 13:06 #

Ich wollte darauf hinaus, dass ein MW Level wahrscheinlich extrem mehr Aufwand bedeutet (weil abwechslungsreicher, viele Skripte, ...) und es schwierig ist, die Spieldauer zu vergleichen.

Im Prinzip ist der Vergleich ja 20 Stunden Spielzeit in ziemlich gleich aussehenden Leveln gegen 5 Stunden Spielzeit, die aber wie ein Actionfilm aufgebaut und spannend inszeniert sind. Man könnte auch fragen: Schaut man sich lieber einen 10-stündigen Zusammenschnitt aller Dolph Lundgren-Kampfszenen an oder aber einen zweistündigen "The Expendables"?

Aber ich will hier nicht gegen D**m lästern. War toll damals und ich hab es im Netzwerk auch ewig gespielt. Ich finde es nur falsch, wenn man reine Zeiten vergleicht.

Jamison Wolf 17 Shapeshifter - P - 8110 - 10. November 2010 - 21:39 #

Der Vergleicht zielte ab auf: Shooter Damals, Shooter Heute. Jeweils gemessen an Ihren Werten. Das Ding damals zu Coden, ist das Equivalent zum MW von Heute - würde ich einfach mal sagen. Da gabs halt noch Sound-Coder, heute gehst du zu nem Orchester. Grafik wurde per Hand gepixelt, jetzt gibts Zeug von der Renderfarmen - oder Grafikengine XY spuckt für Spiel #1024 die Bilder aus.

Da find ich es legitim, die Zeiten zu vergleichen. ;) Wahrscheinlich müsste man aber eher MW2 mit Rebel Assault vergleichen...

thurius (unregistriert) 9. November 2010 - 18:58 #

"2.) Es sind schon Spiele nach 3 Monaten abgeschaltet worden, jüngstes Beispiel All Point Bulletin ( und das als MMO - krass^2 ) - andere Beispiele lassen sich ebenso finden."
bitte mal ankreuzen

[] ich kenne den grund
[] ich kenne den grund nicht

„All Points Bulletin“ wird eingestellt
18.09.2010 10:40
Spiele

http://www.computerbase.de/news/software/spiele/actionspiele/2010/september/all-points-bulletin-wird-eingestellt/
Die Spatzen pfiffen es bereits seit einiger Zeit vom Dach – nun ist es offiziell: Der Entwickler(Realtime Worlds) des Action-MMO „All Points Bulletin“ geht in die Insolvenz und die Server somit höchstwahrscheinlich nach nicht einmal drei Monaten Betrieb offline.

ach sind die jetzt böse weil sie pleite sind und deshalb den server abschalten?

Jamison Wolf 17 Shapeshifter - P - 8110 - 9. November 2010 - 19:53 #

Achso, stimmt, wenn ich als nicht Hardcore Gamer im Laden ein Spiel kaufe, wälze ich natürlich erst mal alle Seiten ob und wie es um den Entwickler bestellt ist. Findest du die Ironie?

Wenn man nicht die nötige Kohle hat um ein MMO über eine längere Zeit laufen zu lassen (definitiv länger als 3 Monate) - sollte man gar nicht erst anfangen. In dem Fall, ja, der Kunde wurde quasi geprellt.

Ganesh 16 Übertalent - 4946 - 9. November 2010 - 14:51 #

Schöner Artikel.

Ich kann den Ärger über DLC, Online-Pässe und so zwar ein wenig verstehen, aber halt eben nur ein wenig. Die (zwar fiktiven) Beispiele funktionieren unter anderem nur deswegen so gut, weil sie auf Genres bzw. Serien verweisen, die allesamt im Mainstream angesiedelt sind: Wer Open-World-Spiele, Sportspiele und/oder Ego-Shooter in aktueller Grafik konsumieren will, macht sich notwendig von der großen Industrie abhängig, die dank breiter Massen uninformierter (oder einfach williger) Käufer machen kann, was sie will.
Die Hersteller, die gut aufgestellte (aber meist vergleichsweise kleine) Communities hinter sich haben, gehen in der Regel ganz anders vor oder bekommen diese Unterstützung halt entzogen, wenn sie den Erwartungen nicht entsprechen. Sowohl die breite Masse an Spielern als auch die meisten Medien wollen jedoch von diesen "Nischen"-Titeln nichts wissen: Erstere weil die Grafik schlecht und die Spiele oft kompliziert sind, letztere weil es verhältnismäßig wenig experimentierfreudige Spieler gibt und Tests, für die man sich in ein Spiel einarbeiten muss, lange dauern.

Woldeus 14 Komm-Experte - P - 1890 - 9. November 2010 - 15:16 #

ganz meine meinung.
so viele spiele werden heute noch von der community am leben gehalten und man hört, wenn überhaupt, nur von1-2 spielen was davon. mainstream ist nicht alles, was die spielewelt zu bieten hat!

randomdude (unregistriert) 9. November 2010 - 16:07 #

Nett geschrieben, aber die Charaktere sind allesamt schwach.
Kerstin ist sich der Problematik gar nicht richtig bewußt, Erwin zieht die falschen Konsequenzen und Hubert raucht.

Age 19 Megatalent - P - 13984 - 9. November 2010 - 16:11 #

Sind wir nicht alle ein bisschen Bluna? :)

Ketzerfreund 16 Übertalent - 5978 - 9. November 2010 - 16:51 #

Ein schöner Überblick über das, was den modernen Spieler so alles beutelt.
Ein Fehlerchen aber noch: "Das sie damit die Praktiken des Herstellers..." - Dass. ;)

Gamaxy 19 Megatalent - P - 13400 - 9. November 2010 - 22:22 #

Der Fehler taucht noch ein paarmal auf, auch umgekehrt (dass anstatt das).

Kommata fehlen auch ein paar.

Ansonsten aber netter Text :-) Ich kaufe DLCs nur, wenn ich den Eindruck habe, das Hauptspiel sei den Preis ebenfalls wert gewesen. Beispiel Trials HD. Wenn ich den Eindruck habe, dass ich über den Tisch gezogen werden soll, werde ich ziemlich schnell ziemlich stur. Ein Pet für 30 Euro oder ein paar Multiplayer-Maps für 15 Euro, ja bin ich denn bescheuert?

Bei CS 1.6 konnte man sich auch auf Custom Maps einigen - und haben die nicht sogar den meisten Spaß gemacht?

Eigentlich sollte man gar kein Spiel mehr kaufen, das keine Custom Maps ermöglicht. Ist natürlich schwierig, wenn man auf Konsole spielt.

Und unkomplette Spiele sollte man auch boykottieren. Gut, dass mich dieser Mafia-Kram sowieso nicht interessiert...

Age 19 Megatalent - P - 13984 - 10. November 2010 - 0:12 #

Hallo Gamaxy auch an dich die Bitte wie an Larnak, schickt mir die Fehler oder postet sie hier. Ich freue mich immer wenn sie ausgemerzt werden können. :)

John of Gaunt Community-Moderator - P - 59241 - 9. November 2010 - 17:31 #

Schön wirklich geschriebener Artikel, der die Unarten aufzeigt, die man sich als Spieler heute gefallen lassen "muss". Muss in Anführungszeichen, weil immer noch niemand gezwungen wird, sich die Zusatzinhalte zu kaufen. Das ist auch der Grund, warum ich das Geschrei der Communitys bei der Ankündigung von DLCs nicht ganz verstehen kann. Wer das Zeug will, kauft es, wem das Geld dafür zu schade ist, lässt es eben einfach.

Larnak 21 Motivator - P - 25830 - 9. November 2010 - 23:07 #

Toller Artikel, macht wirklich Spaß zu lesen :D
Vor allem die Sache mit den Namen ist super gelungen ;)
Sind aber noch eine ganze Reihe an Kommata- bzw. "dass-das"-Fehler und andere kleine Fehlerchen drin.

Age 19 Megatalent - P - 13984 - 10. November 2010 - 0:11 #

Immer her damit, man wird leider irgendwann blind für den eigenen Text... Freue mich, dass er dir trotzdem gefallen hat. :)

Han Solo (unregistriert) 10. November 2010 - 17:31 #

Jeder der sich vor dem Kauf halbwegs oberflächlich über Umfang und Spielzeit informiert hat doch eigentlich gar keinen Grund ständig und immer wieder rum zu jammern. Und da wird auch immer alles schön über einen Kamm geschert: Alle neuen Spiele sind zu kurz, buggy, Inhalte raus genommen, teures Geld für winzige DLCs und nichts Neues gibt es generell. Schwachsinn!

Es gibt einige Spiele, die sind sehr kurz. Es gibt einige Spiele, die sind buggy. Es gibt einige Spiele, wo winzige DLCs relativ viel Geld kosten. Es gibt einige Spiele, die nichts Neues präsentieren. Es gibt sogar einige Spiele, wo alles zu trifft. Es gibt aber auch Spiele, die sehr lang, bugfrei und innovativ sind. Dafür gibt es Tests (unterschiedlicher Qualität) und Foren. Wer blind in den nächsten Laden/Website rennt und irgendwas kauft ist selbst schuld - und zwar immer, bei alle Produkten.

Und ich möchte mal wissen, woher das Gerücht kommt, dass alle DLCs aus dem ursprünglichen Spiel stammen. Natürlich sollte sich ein Entwickler schon während der Konzeptionsphase darüber Gedanken machen, wo und wie er nachträglich optionale Inhalte einfügt. Jedes Spiel könnte man unendlich in die Länge ziehen. Aber irgendwann muss jeder Entwickler zum Ende kommen. Danach kann man sein Werk durch Fortsetzungen, Addons oder DLCs ergänzen.

Für mich sind DLCs kleine Addons, die günstiger und häufiger erscheinen. Wer Rüstungen oder Maps für relativ viel Geld kauft, ist selbst dran schuld. Spieler von Mass Effect 2 oder Borderlands werden wohl kein Problem mit den DLCs haben. Zum einen ist die Hauptgeschichte Genre-typisch ausreichend lang, zufriedenstellend erzählt und die meisten DLCs bieten den passenden Mehrwert für ihre Kosten. Again: Alles optional, keiner muss.

Also Serien-Fan kann ich der Happen-Taktik auch einiges abgewinnen. Statt einem großen Spiel (=Spielfilm) bekomme ich kleinere Einzelteile (=Serie). Ich würde mir sogar wünschen, wenn ein Entwickler das mal voll durchzieht: Man kreiert ein Basisspiel (=Pilot) und erweitert das monatlich durch neue Teile. Das aber regelmäßig und über einen längeren Zeitraum. Das Spiel als Serie. Sollte ja nicht so schwer sein.

Außerdem muss man feststellen, dass wir uns in einer Zeit des Umbruchs befinden. Der digitale Vertrieb kommt ins Rollen, Micro-Paymentsysteme funktionieren, man muss sich mit Raubkopien auseinander setzen, Entwickler werden unabhängig von den großen Publishern, Computerspiele sind ein Milliardengeschäft und Spieler werden immer anspruchsvoller und mündiger. Die Hersteller probieren also aus, was geht. Wie kommt der digitale Vertrieb an? Wie weit kann ein Kopierschutz gehen? Wie viel sind User bereit, für Content zu zahlen? Wie kann am Second-Hand-Markt noch etwas verdient werden? etc. pp. Und dass da die Interessenten von Publisher, Entwickler und Kunde ganz andere sind, brauche ich wohl keinem zu erzählen.

Ich suche mir meine Spiele gut aus und freue mich, wenn sie weiterentwickelt werden.

Btw. Age: Dass man "dass" am Satzanfang mit doppel-s schreibt, ist kein Geheimtipp ;)

Age 19 Megatalent - P - 13984 - 10. November 2010 - 17:56 #

Es geht nicht um Geheimtipps sondern darum, das Fehler ausgebügelt werden. Wenn man einen eigenen Text immer und immer wieder liest, wird man irgendwann blind und überliest teilweise sogar offensichtliche Fehler. Und nein man schreibt sicher nicht jedes Das am Satzanfang mit Doppel-S...

Gamaxy 19 Megatalent - P - 13400 - 12. November 2010 - 10:41 #

DAS halte ich allerdings auch für ein Gerücht ;-)

Shatter 09 Triple-Talent - 273 - 10. November 2010 - 21:04 #

Mir sagt der Schreibstil leider überhaupt nicht zu, die eigentlich recht kurze Kernaussage wird sehr stark gestreckt. Und den Sinn der ganzen Erklärungen versteh ich beim besten Willen nicht, soll das nen Stilmittel sein?
Die Aussagen an sich sind nun auch nicht neu und können zu dem auf jede andere Branche übertragen werden. Der homo oeconomicus existiert nicht (oder kaum). Diese neue Art Inhalte anzubieten ist letztlich auch die Reaktion auf das veränderte Kauf-, Kopier- und Nutzungsverhalten, der DLC als App des Spielers, die verringerten Anforderungen (an den Spieler) als Zugeständniss an den Massenmarkt.

Age 19 Megatalent - P - 13984 - 11. November 2010 - 18:42 #

Schon mal irgendwelche TV-Reportagen geschaut?..

Shatter 09 Triple-Talent - 273 - 15. November 2010 - 22:36 #

Nö, wer schaut sowas bitte?

GarryJay 04 Talent - 30 - 10. November 2010 - 23:59 #

Sehr unterhaltsamer Artikel.
Was das ganze Thema DLC angeht kann ich nur sagen das, dass Aufschreien gerade in Deutschland sehr gross ist. Gleichzeitig ist der Grundgedanke das man am besten alles Umsonst will noch viel groesser ist.
Viele Leute denken das die Hersteller achsoviele millionen verdienen, ja schade nur das sie auch achso viele millionen Ausgaben haben, aber das interessiert keinen. Raubkopierer sind eh die Seltenheit, aehm, nein, es sind gravierende Schaeden die dadurch entstehen. Wenn ich sehe das Leute die ein gutes Einkommen haben lieber illegal runterladen als zu kaufen wundert mich nichts.
Wie man in den Wald schreit so kommts halt zurueck.
Ich sehe fuer die Zukunft das Spiele kostenlos werden und dann brav Werbung, monatliche Raten und DLCs das Spiel vervollstaendigen. Sehr schade alles, aber nur aus Lust und Laune der Hersteller kommt das alles nicht.

Ridger 18 Doppel-Voter - P - 10058 - 13. November 2010 - 14:46 #

Sehr schön geschriebener Artikel, Age! Weiter so.

Catabu 07 Dual-Talent - 128 - 14. November 2010 - 15:41 #

Sehr gut geschriebener Artikel!
Ich stelle in letzter Zeit immer mehr fest, dass ich vermehrt auf GotY Versionen von Spielen warte oder bei spielen wie Fifa (also Spielen mit online pass) einfach bei einem englischen Händler bestelle.

firstdeathmaker 17 Shapeshifter - P - 6611 - 19. November 2010 - 10:54 #

Also ganz stark hab ich das auch bei Assasins-Creed 2 gemerkt: Da kommt man im Spiel an einer Stadt vorbei, die einfach links liegen gelassen wird. Storymässig wurde sogar schon eine Dame eingeführt, mit der man dann aber erst später was zu tun haben wird, nämlich dann, wenn man das DLC kauft. Man mert von der Atmossphäre einfach, das dort etwas "aus dem Spiel geschnitten" wurde, weil dieser Inhalt später einfach nicht mehr so passt. Jedenfalls werde ich mich in Zukunft hüten, noch weitere DLC zu kaufen, dadurch blähen sich die Kosten ja sowieso nur total auf. Wenn ein Spiel mir in der Standartversion zu wenig Inhalt bietet, werde ich es einfach nicht mehr kaufen. Basta.

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