User-Test

Candy Crush Saga für Android

Dennis Hillor 27. Juni 2013 - 15:35 — vor 3 Jahren zuletzt aktualisiert
In der Bahn, im Bus, bei Freunden und Kollegen auf den Smartphones. Candy Crush Saga begegnete mir in letzter Zeit überall. Anfangs von mir als Pay-to-Win-Mist abgetan, gab ich aber schließlich doch nach und es wurde aufs Handy geladen. Nach langer Testphase hier mein Résumé zur kunterbunten Bonbonschubserei.
"Mit dem Essen spielt man nicht!". Wie oft durften viele von uns diesen Satz in ihrer Kindheit hören? In Candy Crush Saga dürften Mama und Papa aber eine Ausnahme machen, da die bunten Bonbons, die ihr durch die Gegend schiebt, nur virtuell sind. Aber abgesehen von der Grafik, die alleine schon Diabetes verursachen könnte: Was macht das Spiel so beliebt und worum geht's eigentlich?

Der erste Kontakt

Nachdem ich die App das erste Mal gestartet hatte, zeigte sich das recht spartanisch gehaltene Hauptmenü und die Frage nach der Facebook-Anmeldung. Ich hatte mitbekommen, dass die Verknüpfung des Spiels mit dem sozialen Netzwerk von Vorteil wäre, da man sonst ab gewissen Punkten nicht weiterkommt. Also habe ich diese vorgenommen, was auch definitiv nicht geschadet hat, dazu jedoch später mehr. Im Titelbildschirm stehen die Optionen "Spielen" und ein kleiner Pfeil zur Verfügung, der euch ins Optionsmenü bringt. Durch einen Druck auf Spielen kommt ihr hingegen auf die Karte. Die Gebiete haben zuckersüße Namen wie "Schokoberge" und "Limonadensee". Die Geschichte, die dazu erzählt wird, kann getrost außer Acht gelassen werden. Also direkt das erste Level starten und los geht's.

Das Spielprinzip

Nach der Einführung meiner Aufgabe merke ich, dass mir das Spielprinzip erstaunlich bekannt vorkommt. Es gibt ein Spielfeld voller verschiedenfarbiger Süßigkeiten und es gilt drei der selben Farbe zu kombinieren, sodass diese sich auflösen. Das erinnert erstaunlich stark an den Klassiker Bejeweled. Ist jetzt nicht der erste Titel, der sich an dem Spielprinzip bedient, macht das Ganze aber zumindest ganz gut. Die Steuerung ist schnell "erlernt": Einfach mit dem Finger in die Richtung über das Bonbon wischen, in die es bewegt werden soll. Nur reines Bonbon-Schieben reicht aber ab späteren Levels nicht mehr aus. Dort gibt es Spezialblöcke, die aufgelöst werden müssen, damit ihr euer Ziel erreichen könnt. Kombiniert ihr eine bestimmte Anzahl an Süßigkeiten, oder diese einer gewissen Konstellation, entstehen Spezialblöcke, die euch ungemein weiter helfen werden. Alle aufzuzählen würden hier jedoch jeglichen Rahmen sprengen. Was zu erwähnen ist: Ihr habt in Candy Crush Saga fünf Leben. Jedes Mal, wenn ihr in einem Level versagt, wird euch eines abgezogen. Jede halbe Stunde bekommt ihr wieder ein neues Leben. Sollten die Anzahl auf Null sinken, heißt es entweder warten, von Freunden via Facebook neue Leben schicken lassen oder diese käuflich erwerben. Wenn ihr euch ganz beliebt machen wollt, könnt ihr auch Bettel-Nachrichten schicken. Das System ist natürlich darauf ausgelegt, die Spieler dazu zu bewegen, Geld für Leben zu zahlen. Auf diesen Aspekt gehe ich im nächsten Abschnitt genauer ein.

Einige Spezialblöcke und das „Striped Candy“ in Aktion

Facebook-Integration und Pay-2-Win

Das Thema Facebook-Integration werde ich hier noch einmal im Detail ansprechen. Nein, es ist keine Pflicht sich anzumelden. Aber ja, es ist sehr sinnvoll. Nicht, weil ihr eure Freundin auf der Map seht, oder diese euch Leben schicken können. Sondern deshalb, da das Spiel in mehrere Episoden unterteilt ist. Diese bestehen aus jeweils 15 Levels. Wenn ihr am Ende einer Episode angekommen seid, braucht ihr die Hilfe von drei Freunden. Soll heißen: Ihr fragt per Facebook an und sie schicken euch dann Ingame den "Pass" für die nächste Episode. Alternativ besteht die Möglichkeit, sich die Episode freizukaufen oder 3 Rätsel zu lösen. Insofern ist die Bezeichnung Pay-to-Win auch ein bisschen daneben, zumindest auf diesen Punkt bezogen. Sehr wohl möglich ist es allerdings, sich neue, übermächtige Items zu kaufen. Das fällt ganz klar unter die Kategorie "Pay-to-Win".

Grafik & Sound

Die Grafik ist, wie vorhin bereits erwähnt, Diabeteserregend bunt und süß, was jedoch nicht als schlecht zu werten ist. Eher als passend zur Spielidee und mit dem einen oder anderen kleinen Detail versehen. Der Vorteil an dieser Zweckmäßigkeit ist allerdings ganz klar, dass der Titel auch auf älteren oder leistungsschwächeren Geräten flüssig läuft. Ich konnte (abgesehen von der Auflösung) keine großartigen Unterschiede zwischen dem Samsung Galaxy Nexus und dem Samsung Galaxy Ace feststellen.

Den Sound kann man ebenfalls als zweckdienlich einstufen, so gibt es beispielsweise einige Effekte, wenn Bonbons aufgelöst oder Spezialblöcke genutzt werden. Die Musik schwankt zwischen nervig und halbwegs erträglich; Musik und Soundeffekte können separat im Hauptmenü deaktiviert werden.

Fazit

Candy Crush Saga basiert auf dem guten, alten Spielprinzip von Bejeweled, das nach wie vor viel Spaß macht. Zudem peppt es das Spielgeschehen um einige Sonderblöcke auf. Was zusätzlich noch an den Bildschirm fesseln kann, ist das "Ein-Level-noch"-Prinzip. Das System mit der Facebook-Integration ist allerdings nicht jedermanns Sache. Dafür gibt es zu viele Alternativen im Play Store, die ohne dieses "Feature" auskommen. Ich für meinen Teil werde trotzdem noch viel Spaß mit Candy Crush Saga haben, da mich persönlich die Integration nicht stört und das Spiel schnell mal für eine Runde zwischendurch angeworfen werden kann.

Candy Crush Saga
Entwickler King.com
Genre Puzzle / Logik
Downloadgröße 39,95 MB
Preis kostenlos
andere Versionen iOS, Browser
Werbung? Nein
Registrierung notwendig? Nein - aber Facebook-Anmeldung empfohlen
Sprache Deutsch
Nutzbarkeit Mit FB-Account Uneingeschränkt
vergleichbare (getestete) Apps Bejeweled
Bedienbarkeit einfach und mühelos über Touchscreen
Levelanzahl 29 Episoden
> 15 Level je Episode (insgesamt 435)
Multiplayer Nein
App nutzt folgende Rechte
(Quelle: PlayStore)
–  Netzkommunikation
– Zugriff auf alle Netzwerke
– Ermöglicht der App die Erstellung von Netzwerk-Sockets und die Verwendung benutzerdefinierter Netzwerkprotokolle. Der Browser und andere Apps bieten die Möglichkeit, Daten über das Internet zu versenden. Daher ist diese Berechtigung nicht erforderlich, um Daten über das Internet versenden zu können.
 
Dennis Hillor 27. Juni 2013 - 15:35 — vor 3 Jahren zuletzt aktualisiert
ChrisL 30 Pro-Gamer - P - 137434 - 2. Juli 2013 - 18:37 #

Viel Spaß beim Lesen! Solltet ihr Fehler finden, schreibt sie bitte unter diesen Kommentar -- danke.

Cohen 16 Übertalent - 4454 - 2. Juli 2013 - 18:53 #

Da bleibe ich bei Scurvy Scallywags, das kann man auch alleine spielen und man muss nicht seine Freunde per Facebook nerven. ;)

Dennis Hillor 22 AAA-Gamer - P - 32414 - 14. Juli 2013 - 11:38 #

fällt auf Android leider aus ;)

jguillemont 21 Motivator - P - 26470 - 2. Juli 2013 - 20:07 #

Super danke für den Androidspieletest! Wäre toll, wenn sich das einbürgen würde. Als weitere Alternative kann ich 1000000 empfehlen. Ähnliches Prinzip, allerdings mehr mit einem Adventure-Setting.

Dennis Hillor 22 AAA-Gamer - P - 32414 - 2. Juli 2013 - 22:35 #

Also wenn daran bedarf besteht: Kein Problem, mach ich! Spiele leidenschaftlich gerne mal zwischendurch auf meinem Nexus und teste auch alles durch. Dann schreib ich einfach öfters mal Tests :)

jguillemont 21 Motivator - P - 26470 - 3. Juli 2013 - 6:15 #

Super, nur her damit! Dann bekommen die Androiduser auch ihre Tests.

Exocius 17 Shapeshifter - P - 7199 - 3. Juli 2013 - 11:04 #

Danke für den Test.
Bedarf besteht natürlich immer, ausserdem wird mit den IOs Tests auch nicht gespart :)

Hendrik -ZG- 25 Platin-Gamer - P - 61515 - 2. Juli 2013 - 20:11 #

Also ich spiele es auch, finde aber das bei dem Spiel grade in späteren Levels ohne Kollege Zufall bzw kaufen kein Blumentopf zu holen ist. Man muss dort schon sehr frustresistent sein, da man schon mal wochenlang an einem Level festhängen kann. Grad bei den Leveln wo die Früchte auf den Boden bugsiert werden sollen, ärgert man sich immer wieder das die letzte Frucht generell zu spät auftaucht. Schade eigentlich da das Spiel doch eigenlich Spaß macht.

v3to (unregistriert) 3. Juli 2013 - 12:19 #

was mir auf dem nexus s aufgefallen ist: gerade in späteren spielstufen, wenn viele animierte objekte auf dem screen zu sehen sind, wird das spiel ziemlich instabil. es gibt bestimmte level, die waren auf dem weg regelrecht unspielbar und ließen sich am ende nur über die facebook-version lösen.

ebenfalls ist das prinzip der eigentlich sehr sorgfältig designten spielstufen fluch und segen zugleich. gerade im späteren verlauf gibt es immer mal wieder layouts, welche selbst mit finanziellem einsatz nur mit ganz viel glück zu schaffen sind.

vereinzelt gibt es auch regelrechte dead-ends (bei den drop-leveln kommt das zuweilen vor). imo fehlt dem game eindeutig eine begrenzte level-skip-funktion, ähnlich wie zb bei toki tori.

btw frust: soll durchaus vorkommen, dass man dann wochen auf der stelle tritt. aktuell sitze ich seit etwa 3 wochen an stufe 183 fest in der hoffnung auf ausreichende kettenreaktionen, um die mindestpunktzahl zu erreichen... es spricht schon sehr für das spiel, dass man sich trotz der ärgerlichen punkte weiter dabei bleibt

Hendrik -ZG- 25 Platin-Gamer - P - 61515 - 3. Juli 2013 - 12:46 #

Trotzdem spricht das nicht grade für den Designer wenn man wochenlang auf ebend diese Kettenreaktion warten muß.

Dennis Hillor 22 AAA-Gamer - P - 32414 - 3. Juli 2013 - 12:52 #

Womit unser alter Freund Pay-2-win in die Bresche springt ;) Worauf das dann wohl ausgelegt ist...

Hendrik -ZG- 25 Platin-Gamer - P - 61515 - 3. Juli 2013 - 12:53 #

Tja und das ich diesen Freund nicht mag speziell weil die Preise unverschämt sind, muss ich warten :((

v3to (unregistriert) 3. Juli 2013 - 13:55 #

naja, zum teil. die von mir angesprochene stufe 183 hat an sich das problem, dass der eine part (zwei einzelne gel-felder am oberen rand mit jeweils freifeld um sich rum) mit etwas glück/geschick ohne weiteres, dagegen aber die mindestpunktzahl kaum zu schaffen ist. selbst bei häufigen ketten-reaktionen der marke 'tasty' oder wenn man eine günstige kombo erwischt, dass am ende über 30 züge übrig sind, fehlten im schnitt noch etwa 20-30% der notwendigen punkte.

selbst, wenn man ordentlich (bezahlte) extrazüge im pack hat, ist das kaum zu schaffen. imo hätte man von designerseite hier etwas nachbessern oder solch verkorkste stufen vielleicht gleich kicken sollen...

Ganon 22 AAA-Gamer - P - 33857 - 10. Juli 2013 - 10:43 #

Schöner Test, aber das Spiel werde ich auf keinen Fall anfassen. Diese "Facebook oder zahlen"-Masche geht ja gar nicht.
Aber über weitere Android-Reviews würde ich mich freuen. :-)

Dennis Hillor 22 AAA-Gamer - P - 32414 - 10. Juli 2013 - 11:36 #

Das nächste ist gerade in der Mache, über "Die Simpsons - Springfield"

Freylis 20 Gold-Gamer - 20965 - 10. Juli 2013 - 15:24 #

Erstmal: Dankeschoen fuer den schoenen Review, Psycho! (Uebrigens auch sehr gut geschrieben!) :)

Tja, die Facebook-Einbindung ist schon ganz nett, aber das ganze Pay-2-Win-Prinzip sagt mir persoenlich weniger zu. Da bleibe ich wahrscheinlich bei Bejeweled, der F2P-Version, wo man 60 Sekunden Zeit hat - und es macht trotzdem Spass. Ich bin wohl einfach zu geizig ;)

Marco Büttinghausen 19 Megatalent - P - 19331 - 25. Juli 2013 - 14:25 #

2 Dinge:
Seit wann werden Tests in der Ich-Perspektive geschrieben?

Und das zweite: Neben Facebook (hab ich nicht) und bezahlen (will ich nicht) kann man die nächste Episode auch frei spielen indem man drei Rätsel löst, das sollte man nicht verheimlichen, das ist sonst was unfair.

Dennis Hillor 22 AAA-Gamer - P - 32414 - 25. Juli 2013 - 14:33 #

Das mit der Ich-Perspektive war abgesprochen.
Und das mit den 3 Rätseln war mir nicht bewusst, wird ergänzt

Marco Büttinghausen 19 Megatalent - P - 19331 - 25. Juli 2013 - 14:44 #

Klasse, thx. Find Candy Crush super btw, großer Fan von Bejeweled, aber hier ist es doch öfters was kniffeliger.
Danke für den Test.

Dennis Hillor 22 AAA-Gamer - P - 32414 - 25. Juli 2013 - 14:49 #

Ich danke dir für die Aufklärung ;)
Ich finds auch gut, aber stellenweise hängt man echt extrem lang bei einem Level (gerade seit ungefähr 3 Wochen bei 125)

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