Über Einfallslosigkeit in RPGs

Allein unter Wildschweinen und Zombies User-Artikel

Eldest 6. August 2009 - 13:16 — vor 7 Jahren zuletzt aktualisiert
Egal ob Divinity, Drakensang, Elder Scrolls, Gothic oder auch Neverwinter Nights - Man kämpft ständig gegen die austauschbaren, völlig belanglosen Fließbandgegner. Von Wildschweinen über Ratten bis hin zu Zombies begegnet man allen Rollenspielklischees. Hauptsache sie sind seelenlos und geraten schnell in Vergessenheit.
Vor gut einer Woche kam das heiß erwartete Paket, mit dem heiß erwarteten Inhalt Divinity 2 bei mir an. Viele Jahre Entwicklungszeit, viele Wochen und Monate Wartezeit für einen nach Spaß gierenden Rollenspieler wie mich. Und all diese Zeit um gegen, nun ja, Wildschweine und Goblins zu kämpfen? Ich wusste es ja eigentlich im voraus. Am Anfang eines jedes Rollenspiels stehen und krabbeln die Ratten, Wildschweine, Spinnen, Goblins, Skelette und Zombies. Jedes Rollenspiel, was im entferntesten mit Fantasy zu tun hat, setzt mir die immer gleichen, immer gleich dämlichen und charakterlosen 0815-Gegner vor die Nase. Warum?

Nun, diese Frage aus der Sicht eines Entwicklers und Publishers anzugehen ist eigentlich ganz einfach. Seelenlose und blöde Wildschweine sind halt sehr viel weniger aufwändig in der Entwicklung, als ein einzigartiger Gegner. Deshalb gibt es auch in jedem Rollenspiel das Totkloppen von diesen langweiligen Kreaturen, das ab und zu durch das Auftauchen eines großen Gegners, einem Unikum, unterbrochen wird.
Nachdem man diesen Welten zerstörenden Feind besiegt hat, geht es von vorne los. Und bevor man den Zwischengegner überhaupt angehen kann, heißt es noch oftmals seine treu ergebenen Begleiter zu erledigen. Richtig, das sind dann Skelette, Zombies und Goblins.

Bei allem Verständnis für die finanziell nicht gerade gesegneten Entwicklerstudios, es nervt mich. Es nervt mich gewaltig, in jedem Rollenspiel gegen die gleichen Monsterhorden zu kämpfen.
Drakensang ist mit seinen Nebenquests geschlagene 80 Stunden lang. In diesen 80 Stunden läuft man von Skelett zu Skelett, von Zombie zu Zombie, von Räuber zu Räuber und von Ort zu Ort. Sicher unterhalten mich die häufigen Unterbrechungen durch die Story und Zwischengegner immer wieder. Aber ich hätte viel lieber 20 oder 30 Stunden gegen Gegner mit Hintergrund und Charakter gekämpft. Gegen Ungeheuer die von ihrem Gewissen geplagt werden, weil sie immerzu Appetit auf Menschenfleisch verspüren. Oder gegen hundsgemeine, kleine Giftzwerge die mit ihrem Intellekt versuchen die Massen auf ihre Seiten zu bringen. Ich hätte gegen alles gerne gekämpft, nur nicht gegen diese austauschbaren Massengegner.

Doch die Liste der schlagkräftigen Argumente für diese Gegnervervielfältigung nimmt noch gar kein Ende. Rollenspiele hegen meistens den Anspruch eine nachvollziehbare und logische Welt zu simulieren. Da stellt sich natürlich die Frage, wie soll man diese Welt "sinnvoll" füllen? Gegner braucht man immer. Da ist es einfach zu erklären, warum man gegen Wildschweine kämpft. Das sind schließlich total aggressive Tiere. Und Bären sind natürlich mindestens genau so angriffslustig.
Und warum sollte man keine Skelette, Zombies und Geister bekämpfen? Die sind schließlich die Ausgeburt des Bösen und gruselig noch dazu.

Aber ich frage die Entwickler: Wo kommen diese Gegner eigentlich alle her? Warum bedeutet jeder verlassene Friedhof und jede verlassene Kirche automatisch, dass darin Zombies und Skelette ruhen? Warum schlummert in jedem unterirdischen Gewölbe ein Geist? Und warum sind diese Kreaturen alle so schrecklich böse?
Ausrede A lautet: Ist halt so. Ausrede B lautet: Ein böser Magier hat sie erschaffen/gezwungen. Und natürlich hat ein böser Magier nichts Besseres drauf als eintönige Skelette und Zombies. Sehr nachvollziehbar.
Skelette sind in der Lage zu laufen, (teilweise) zu zaubern und sogar zum Bogenschießen. Warum können sie keinen Charakter besitzen? Warum kann mir in Divinity 2 jede Hausfrau ihre Lebensgeschichte erzählen und (dank einem Zauber) mir ihre Gedanken offenbaren, aber kein normaler Gegner eine Bemerkung abgeben? Oder gar eine Entscheidung fällen?

Höchstwahrscheinlich ist die Spielmechanik die Antwort. Die einfache und gut zu entwickelnde Spielmechanik. Warum ein Risiko eingehen und dem Spieler Ungewohntes vorsetzen, und ihn nicht jede wehrlose Kreatur totprügeln lassen?

Aber gerade dieses Risiko erwarte ich von Spieleentwicklern. Gerade die Independentszene mit ihren Hits wie Braid und World of Goo beweisen, dass Spieler gerne Ungewöhnliches spielen. Und was ist das wohl beste Level in Oblivion? Das Ölgemälde. Die Gegner bleiben zwar seelenlose Hüllen, aber man braucht einen entscheidenden, wortwörtlich auflösenden Zusatz, um die Gegner zu besiegen. Allein diese Gameplayvariation macht den Unterschied. Gut, der Grafikstil natürlich auch.

Gerade bei ungewöhnlichen Ideen können sich die Entwickler von Rollenspielen eine fette Scheibe bei den Adventures abschneiden. In The Book of Unwritten Tales begegnet man einem an sich selbst zweifelnden Tod, freundlichen Zombies und Gras rauchenden Tauren.
Das ginge nicht in Millionen verschlingenden Rollenspielen? Warum nicht? Ich behaupte, es geht. Venetica von Deck 13, den Ankh und Jack Keane Machern, ist auf einem recht guten Weg. Es nimmt nämlich die Adventuretugend mit, interessante Charaktere zu präsentieren.
Ich wünsche mir, dass ich mich nicht mehr nur gerne an die Zwischen- und Engegner in Rollenspielen erinnere, sondern an den Rollenspielalltag. An den raumfüllenden Inhalt, der mich im Level steigen lässt und mich auf das Finale vorbereitet.

Und es soll niemand sagen, das wäre nicht möglich.
Eldest 6. August 2009 - 13:16 — vor 7 Jahren zuletzt aktualisiert
Freeks 16 Übertalent - 5530 - 6. August 2009 - 15:22 #

Schön geschrieben, aber ich denke du hast die MMO-RPGs vernachlässigt. All die armen Bären, Wölfe, Wildschweine, Skelette (die zumindest in WoW n bissl erklärt sind :P ) usw. welche zu tausenden tagtäglich abgeschlachtet werden (und sich optisch von stärkeren Ausführungen nur durch die Farbgebung unterscheiden)...

Bin mal gespannt was die Meister zu deinem Artikel sagen, dann weiß ich woran ich mich orientieren kann, hab da was für Deus Ex im Hinterkopf :P

Eldest 13 Koop-Gamer - 1718 - 6. August 2009 - 15:27 #

Die MMOS habe ich bewusst außen vor gelassen. Bei denen geht es ja eh nicht um Story, provokant gesagt. Ich denke, da gibt es keine andere Lösung als tausend Wölfe, Kühe, Kojoten und Orks zu töten ^^.
Naja, vielleicht beweist Star Wars: The Old Republic das Gegenteil. Hoffentlich...

Jörg Langer Chefredakteur - P - 343023 - 6. August 2009 - 22:01 #

Hallo Eldes, Gratualtion zum Schreiben des allerersten User-Artikels auf www.gamersglobal.de. Anders als redaktionelle Artikel haben wir deinen nicht bearbeitet, aber ich möchte dir dennoch einige Verbesserungsvorschläge geben:

- du hast zuviele Absätze drin. Mach weniger, setze aber hinter die dann jeweils noch eine Lerzeile

- auch wenn du als U1-User nur den News-Texteditor verwenden darfst (als U2-User sieht das anders aus), könntest du deinen Text besser strukturieren. Nimm einfach die Fettungsfunktion und füge darüber ca. 3 "Zwischenüberschriften" ein

- Bitte alle Spielenamen und Personennamen, nicht aber Firmennamen, bei der ersten Erwähnung fetten

Inhaltlich spricht dein Artikel ein interessantes Thema an, über das wir uns wohl alle schon mal geärgert haben, und führt die Argumentation auch nachvollziehbar. Weiter so!

Eldest 13 Koop-Gamer - 1718 - 6. August 2009 - 22:04 #

Danke fürs Lob. Das mit den Zwischenüberschriften werde ich (spätestens) das nächste Mal beherzigen. Sämtliche andere Dinge natürlich auch.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29724 - 6. August 2009 - 22:32 #

Sehr schön beobachtet und kommentiert :) . Bei solchen Artikeln freue ich mich sehr über die User-Report-Rubrik!

Und ich muss gestehen - als langjähriger Spielleiter mehrerer Pen&Paper-Rollenspielrunden habe ich auch schon öfter 0815-Gegner eingebaut. Und das, obwohl ich immer versuche, möglichst kreative Abenteuer zu gestalten, bei denen meist nichts so ist, wie es scheint. Ab und an ist ein Friedhofsabenteuer mit Ghoulgegnern und einem wahnsinnigen Priester trotzdem mal ganz reizvoll.

bolle 17 Shapeshifter - 7615 - 6. August 2009 - 22:48 #

Find ich auch net schlecht. Vielleicht schaff ichs auch mal, sowas zu schreiben ;)

Kommentare zum Inhalt: Drakensang basiert auf DSA, von daher haben die sich an der Vorlage bedient. Und die bedient sich wiederum an der Realität.

Und lies mal Terry Pratchett, da findest du den selbstkritischen Tod und ähnliches wieder.

Eldest 13 Koop-Gamer - 1718 - 6. August 2009 - 22:53 #

Das mit DSA stimmt natürlich. Aber selbst das würde sicherlich erlauben, die Gegner interessanter zu gestalten. Es wurden ja auch ganze Landstriche bzw. Städte kartographiert, die vorher nicht so genau beschrieben waren.

Terry Pratchett. Der Name begegnet mir häufiger in letzter Zeit. Sollte ich wirklich mal lesen.
Danke für den Hinweis mit dem selbstkritischen Tod. Sowas interessiert mich.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29724 - 6. August 2009 - 22:58 #

Wenn du Fantasy magst, Humor besitzt und Pratchett nicht kennst dann hast du jetzt die nächsten Monate viel zu tun - du wirst dir nämlich mit Sicherheit *sehr* viele Bücher kaufen :D ..

Freeks 16 Übertalent - 5530 - 6. August 2009 - 23:29 #

Pratchett ist ein (halb)Gott mit Hut. Besonders für Einsteiger zu Empfehlen sind die Rincewind- und die Tod-Bücher (such mal nach "Ankh Morpork" is ne gute Pratchettseite). Viel spaß und ich hoffe du hast wenig zu tun, sonst gerät das in Vergessenheit :P

DerMitDemBlunt 14 Komm-Experte - 2483 - 6. August 2009 - 23:06 #

Die Discworld Romane sollte man sich als Fantasyfan unbedingt gelesen haben ^^ Der Tod ist einfach der Hammer ! =P

bolle 17 Shapeshifter - 7615 - 7. August 2009 - 0:02 #

Du bist der Tod, und dein Pferd heißt "Binky" ??
Ja, mir gefiel der Name. Ist der nicht richtig?
Naja, solltest du nicht ein Skelettpferd oder sowas haben?
Ich habs versucht, aber der Kopf ist immer abgefallen

Mir fiel der Einstig mit dem ersten Band "The Color of Magic" sehr leicht.

Ich muss unbedingt noch "Guards!" lesen, das Buch ist im Vorwort "All den tapferen, namenlosen Gardisten, welche in unzähligen Fantasywerken ihr Leben gaben" gewidmet, oder sowas. Passt dann auch zu deinem Artikel

Karsten Vetter (unregistriert) 7. August 2009 - 9:35 #

Hallo Bolle,
Tod redet aber nicht so. Seine Stimme klingt vielmehr SO.;)
MIEP sagte der Rattentod und er meinte JA DU HAST RECHT.

bolle 17 Shapeshifter - 7615 - 7. August 2009 - 13:27 #

Stimmt, hatte ich total vergessen. Ich muss mir mal noch eins holen. Zum Glück gibts die auf Englisch um die Ecke. "Morte" soll toll sein...

Goddess 05 Spieler - 59 - 7. August 2009 - 0:08 #

Deine Kritik, es gäbe immer nur die selben Gegner, kann ich verstehen teile sie aber nicht. Es gibt zahlreiche Rollenspiele, in denen die Gegner nicht zur Standardkost zählen, sondern jeder für sich etwas besonderes ist.

Ich brauche nur an Knights of the Old Republic, Jade Empire, Albion, Ravenloft, The Bards Tale, The Witcher, Baldurs Gate, World of Qin, Silverfall, The Fall, The Revenant, Grandia, Entomorph, Might & Magic, Final Fantasy 7 und 8 oder The Summoner zu denken. Beinahe alle beinhalten das, was du im Test kritisierst, individuelle Gegner, intelligente Gegner die ihre Ziele verfolgen, kurzum kaum Standardkost.

Aber auch gegen Standardkost habe ich im Allgemeinen nichts einzuwenden. Gegen die dummen Gegnermassen, wie sie in Spielen wie Dungeon Siege, Titan Quest, Diablo, Oblivion oder NWN vorkommen. Sie sollten nur schmückendes Beiwerk sein, und Schwertfutter, um im Level aufzusteigen.

Das wichtigste an einem Rollenspiel sollte der eigene Charakter sein, und eine gute Storyline, die mich in die Welt hineinzieht. Das hat bei mir, bei NWN 1, aber auch zahlreichen anderen Titeln, bisher wunderbar geklappt. Es muß einfach ein ausgewogenes Verhältnis zwischen dem Monster mätzeln, und dem eigentlichen Vorantreiben der Geschichte, dem erfüllen von Questen, und der Suche nach dem Obermotz geboten werden. Mehr kann sich mein Rollenspiel-Herz garnicht wünschen. ;-)

Liam 13 Koop-Gamer - 1229 - 7. August 2009 - 8:35 #

Hmm sicher, dass wir die gleichen Spiele gespielt haben Goddess? Kenne den Großteil der Spiele und intelligente Gegner die ihre eigenen Ziele verfolgen? Nicht so wirklich, außer du definierst eigenes Ziel als "warte an Platz x bis Heldengruppe Y auftaucht und stirb" und wenns ein wichtiger Zwischenendgegner war vielleicht noch "halte Monolog über deine Ziele oder lasse Dokument mit Erklärung in unverschlossener Truhe liegen".

Wirklich intelligente Monster die versuchen unabhängig zu agieren oder gar an den meißt auch kaum mehr als rudimentären Lebenssimulationsteil von NPCs beteiligt sind, wüßte ich so ziemlich keine.

Wobei immerhin hat Wizardry 7 damals was in der Art versucht. In der Welt haben die Hauptvölker ihre eigenen recht starken Abenteurergruppen, die dasselbe Ziel haben wie man selbst und wenig Skrupel vor dir wichtige Sachen zu erlangen.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29724 - 7. August 2009 - 10:44 #

Wizardry7 ist mir in diesem Punkt auch positiv in Erinnerung geblieben. War schon fies wenn man sich durch eine feindliche Gegend gekämpft hat und am Ende eine leere Truhe gefunden hat.

Bei Wiz7 gabs auch eine der mir immer noch am besten im Gedächnis gebliebenen Monsterbegegnungen. Und warum? Weil es keine 0815-Gegner waren sondern sie sinnvoll platziert und fantasievoll dargestellt waren. Ist nur schon so lange her, ich bekomme den Namen nicht mehr so recht zusammen. Meine Truppe ist da jedenfalls durch eine Höhle gestolpert, wo sich überall Abenteurerer-Reste auf dem Boden befunden haben (Rüstungen, Knochen, etc.). Irgendwann trafen wir auf ein fast schon übermächtiges Vieh und haben es unter großen Verlusten und in einem langen Kampf besiegt. Kurz darauf stellte sich heraus, daß wir gerade im *Kinderzimmer* der Monsterfamilie den Sohnemann getötet haben. Glaube mir, meine Helden sind in ihrem Leben noch nie so schnell gerannt, auf eine Begegnung mit den Eltern hatte keiner mehr Lust :D ..

Ansonsten fällt mir zum Thema "realistische Welt" und "Gegner mit Zielen" noch Ultima ein. Zumindest die diversen siebten Teile waren da recht nah dran.

floxyz 16 Übertalent - P - 4853 - 7. August 2009 - 10:39 #

Sehr guter erster Artikel. Ich hab mich schon oft gefragt wann ein Rollenspiel rauskommt ohne Goblins insbesondere. Ich habe mir dann gedacht: Toll Sacred 2 hat keine Goblins, dann aber die Ernüchterung: Sie heißen hier Gnome.
Leider haben sich diese Viecher so festgefressen in der Fantasy dass viele Spieler sie schon erwarten.
Wenn nun ein Spiel andere Gegener hat oder sogar welche mit Charakter wie du sie beschreibst, dann wird sich dieses Spiel sehr schlecht bis gar nicht verkaufen weil alle Spieler etwas anderes erwarten.

Anonymous (unregistriert) 4. Dezember 2009 - 22:01 #

Ich finde Goblins sind so ziemlich die besten Gegner im Fantasy-Genre. Als ehemaliger MTG-Spieler muss man die Viecher einfach gern haben, was nicht heißt, dass man irgendwelche Skrupel haben müsste sie zu töten, denn...es gibt immer einen noch größeren Haufen Goblins. :)

melone 06 Bewerter - 1512 - 7. August 2009 - 11:31 #

Ich find's öde immer den gleichen Stereotypen zu begegnen, aber manch Hersteller argumentiert, daß genau dies von der Fangemeinde gefordert werden würde; ob's stimmt?

Gerade das monströs spannende Töten von Ratten wurde zumindest in dem wunderbar lustigen The Bard's Tale schön verulkt.

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29724 - 7. August 2009 - 12:15 #

Oh, Notebookhersteller beteuern auch, sie würden auf matte Displays verzichten, weil ihre Kunden das fordern. Ich habe nun täglich teilweise fast einhundert Notebookkunden (zumindest in der Weihnachtszeit), von denen will NIEMAND ein Glaredisplay. Soviel zum Thema "die Kunden fordern es!".

Maulwurfn Community-Moderator - P - 15297 - 7. August 2009 - 13:35 #

Ratten gehören zu Rollenspielen, wie Wurst auf die Stulle. Selbst das eher monotone Oblivion hat seine kreativen Momente. Ich erinnere da an ein Kämpfergilden-Quest in dem man eben nicht die Ratten töten, sondern beschützen muss, gegen Berglöwen....usw.
Die Rollenspiele sind so umfangreich in ihrer Herstellung, da kann ich durchaus verstehn, das für EXP/Skill Steigerung auch mal die Skelettzombierattenwerwildsau herhalten muss. Guter Artikel!

Eldest 13 Koop-Gamer - 1718 - 7. August 2009 - 14:08 #

Danke.
Aber wenn es denn eben nur ein paar mal wäre. Aber das ist es ja leider nicht. Oblivion, Drakensang, NWN das sind alles super Rollenspiele. Aber originell sind sie nun nicht wirklich.

Tom_82 (unregistriert) 7. August 2009 - 14:40 #

Hallo Eldest wie schön dich hier zu sehen. Und wie schön, dass ich sagen kann ich kannte dich und deine Artikel schon vorher. :D

Eldest 13 Koop-Gamer - 1718 - 7. August 2009 - 15:01 #

Wie schön dich hier zu lesen^^. Hast du dich auch mal hierher getraut? :D

Junkfoot 13 Koop-Gamer - 1533 - 7. August 2009 - 17:38 #

Schöner Artikel. ;)

Zum Thema Originell, gerade bei Rollenspielen... hm... mal sehen... was ist das originiellste RP, das ich jemals gespielt habe? Richtig! Planescape Torment. War das erfolgreich? Nein.

Auf gut Deutsch: Es ist möglich, aber der Markt scheint es nicht dringend genug zu verlangen.

Philipp Spilker 20 Gold-Gamer - P - 22470 - 7. August 2009 - 18:05 #

Eldest, Gratulation zur sehr gut lesbaren Eröffnung der User-Artikel-Rubrik. Ich bin auch sehr gespannt auf Venetica und hoffe, dass sich Deck13 dabei mit gelungenen Innovationen nicht zurückhalten, aber: ganz so kritisch wie du sehe ich die Skelettrattenzombie-Plage nicht. Jedes Genre braucht halt auch irgendwie seine Klischees. ;)

Noch erwähnen könnnen hättest du Bard's Tale, indem anfangs auch gegen Ratten gekämpft wird. Diese allerdings hinterlassen daraufhin einen dermassen übertriebenen Item-Regen, dass ich schon wieder fast dankbar für die Skelettrattenzombiebärhamsterkillermotte-Plage war. Denn: ohne sie hätte Bard's Tale direkt einen guten Gag weniger. :)

Dennis Ziesecke Freier Redakteur - P - 29724 - 7. August 2009 - 21:44 #

Cool waren in einem späteren Level vom neuen Bards Tale auch diese Flossenwassergegnerdinger, die haben Badehosen als Items hinterlassen ;) ..

Vankog 09 Triple-Talent - 256 - 7. August 2009 - 20:20 #

Sehr schöne Kolumne.
Erinnert mich ein wenig an Overlord Raising Hell, was das teilweise ganz gut gelöst hat:
Ich werde nie vergessen, wie das erste auftauchende Exemplar der Geister der Unterwelten (welche mit Umhang und Sense stark an die Personifizierung des Todes erinnern) erstmal ein krachendes Metal-StandOff gibt; auf seiner Sense die "Saiten" krachen lässt, die Skelette rundherum headbangen und im Vordergrund meine Minions im Folk-Stil tänzeln ^^. Und jedesmal wenn in der Folge des Spiels diese Geister auftauchen, kommt die dröhnende Metal-Musik zurück. Solche Gegner besiege ich gerne.

Kobi666 13 Koop-Gamer - 1432 - 7. August 2009 - 22:15 #

Ich finde er hat Recht. Am Anfang sind es immer irgendwelche Tiere die man hauen muss. Das ist glaube ich in so ziemlich jedem RPG so. Ich würde gerne mal anstatt "böse" Tier nervige Wecker verhauen wollen... nein, nicht wirklich aber ich geb im Recht!

Anonymous (unregistriert) 7. August 2009 - 22:28 #

Neben den 50 Millionen standard Gegnern, gibts wirklich kaum was besonderes. ;)

Der Unterschied zu Adventures ist aber, dass man in Adventures meistens nie kämpfen muss und man so die Charaktere viel individueller und interessanter gestalten kann. Oder wer will schon gegen einen netten Zombie kämpfen?

Tom_82 12 Trollwächter - 959 - 7. August 2009 - 23:10 #

Klaro. Ich stöber hier schon seit ein paar Wochen, aber ich habe mich dann heute erst angemeldet. Jetzt wo ich schon Artikelschreiber kenne. ;)

Earl iGrey 16 Übertalent - 5042 - 8. August 2009 - 3:57 #

Wunderbar. Ich habe NWN gespielt und mich ständig genau darüber geärgert. Auch, daß nicht einmal ein tödlich geschwächter Gegner die Flucht ergreift, sondern zwingend wirklich IMMER erschlagen werden muss.
Selbst die listigen Zauberer, die sich kurzzeitig "wegzaubern" werden ja später gestellt und dann eben nachträglich niedergestreckt.
Die nackte Barbarei.

Blacksun84 17 Shapeshifter - P - 7124 - 8. August 2009 - 12:09 #

Meine Meinung zum Thema:

1. Horden von stupiden Gegnern ist genau das, was gerade viele Actions-Rollenspieler seit Diablo wollen. Denn dann kann man brain.exe deaktivieren (siehe Action-Rollenspiele oder auch manches MMOG) und einfach drauflosmetzeln.

2. Ich habe allgemein nichts gegen böse Skelett- oder Orkhorden, aber gerade die Anfänge vieler Spiele in dem Bereich sind atmosphörisch lächerlich wie in z.B. WoW. Da töten man als - natürlich irgendwie namenloser Recke ohne Gedächtnis) Kleinvieh, um immer mächtigeren Gegnern zu begegnen. Warum kann man nicht direkt irgendwo reingeworfen werden, wie z.B. in Dark Messiah, wo man gleich in einer Stadtbelagerung landet. Dort könnte man auch gleich dem Hauptgegner begegnen, der einem das Leben schwer macht, eventuell ein paar geliebte Menschen während des Spiels tötet, aber gleichzeitig sind seine Ziele gar nicht mal so einfach böse?

Gabriel Engelhardt 06 Bewerter - 72 - 9. August 2009 - 15:22 #

Es ist schon war das es manchmal am Spielspaß zehrt wenn man immer auf identische Gegner stöst, wie: Bandit, Räuber,Wegelagerer usw. Ich will jetzt nich darauf hinaus das man jedem x-beliebigen Gegner einen individuellen Namen mit besonderen Körpermerkmalen verpassen sollte, sondern dass, man doch einfach mal mehr Vielfalt einbringen könnte. Es würde schon reichen, wenn man bei Gegnern nicht immer schon beim zweiten Antreffen die Muster für Haut, Haar und Kleidung erkennen würde. Oder wie bei Gothic 3 (das muss jetzt leider sein auch wenns nicht der größte eher der kleinste wenn überhaupt ein Patzer ist)wo die Anfangsrüstungen der Orksöldner und der Menschenrebelln bis auf Farbunterschiede identisch sind. Wollten die Entwickler damit etwas andeuten? Ich weiß es nicht. Damit wollte ich nur sagen das man es nichnur immmer wieder mit Fließband-Gegnern sondern auch Kollengen zu tun hat. Die man in ihrer Form zu oft in der Spielwelt antrifft.Das war jetzt das wesendliche was mir zu dem meiner Meinung nach gut gelungenen Bericht eingefallen ist.

Bitte sagt mir was ihr von meinem Kommtentar Haltet, ob gut oder schlecht und was ich, wenn schlecht zutrifft ich beim nächsten mal anders machen sollte.

Eldest 13 Koop-Gamer - 1718 - 9. August 2009 - 16:35 #

Was wir von deinem Kommentar halten? Ein Kommentar darf doch (bis auf einige Ausnahmen) so aussehen wie es will.
Deine Meinung unterstütze ich auch. Wenn schon kein individueller Charakter, wie ich fordere, dann wenigstens individuelles Aussehen. Das wäre schon ein großes Atmosphäreplus.

Rebbot 11 Forenversteher - 575 - 10. August 2009 - 14:39 #

Das ist irgendwie ein Thema, über das ich mich nicht aufregen kann. Die Entwickler müssen sich doch Steigerungsmöglichkeiten offen halten. Wenn ich schon zu beginn spektakuläre Gegner platt mache, die sich von ihren späteren Kollegen nur durch ihre Hitpoints o.ä. unterscheiden, dann ist doch ein nicht unwichtiger Teil des Belohnungseffektes dahin, oder?

Klar kommt es vor, dass die Kämpfe eines Spiels eintönig sind, aber dann liegt es doch eher daran, dass es zu viele dieser Kämpfe (oder gar Zufallsbegegnungen) bzw. zu wenige unterschiedliche Gegnertypen gibt, aber doch nicht daran, dass es sich bei den "einfachen" Gegnern um z.B. Ratten handelt...!?

raumich 16 Übertalent - 4673 - 10. August 2009 - 16:19 #

Also ich kann den Artikel sehr gut nachvollziehen. Mir geht die fehlende Fantasie auch manchmal auf den Senkel. Natürlich muß nicht jeder X-Beliebige Gegner gleich das Non-Plus-Ultra darstellen und natürlich unterliegen auch die Gegner einem Spannungsbogen aber in einem Fantasie Spiel könnten auch die Gegner etwas fantasievoller sein. Habe jetzt endlich mal mit Fallout3 angefangen. Die ersten Gegner die ich töten mußte waren Riesen-Kakerlaken, dann kamen streunende agressive Hunde.

Ok, Kakerlaken sollen ja relativ resistent gegen Radioaktivität sein. Aber Hunde? Der halbe Planet ist ausgelöscht. Es gibt kaum noch Menschen aber zig Hunde streunen durch die Gegend. Wenn die wenigstens in irgendeiner Form mutiert gewesen wären (zwei Köpfe oder 6 Beine)... ich möchte wetten, hätte es dort Wald gegeben, hätten mich verseuchte Wildschweine oder Killerhasen angefallen.

Ist halt etwas einfaltslos das ganze. Zum Glück aber bisher (trotzdem ein gutes Spiel).

Kobi666 13 Koop-Gamer - 1432 - 18. August 2009 - 15:50 #

"Wenn die wenigstens in irgendeiner Form mutiert gewesen wären"
Die sind doch halb verwest und haben kaum noch Haut auf den Knochen, oder irre ich mich da jetzt?

DerMilchmann 10 Kommunikator - 507 - 14. August 2009 - 3:16 #

Ich fand deinen Text unterhaltsam zu lesen und grundsätzlich hast du ja auch recht, allerdings ist es bei all der schon da gewesenen Fantasy schwer bei diversen Gegnern im Spiel keine Copyrights zu brechen^^
Andererseits haben sich gewisse Gegnertypen in Rollenspielen einfach bewährt und das Herz eines guten Rollenspiels liegt nicht nur im Gegnerkloppen. Vor Allem in Divinity 2 find ich die Quests und die Storys der Nebenmissionen sehr gut gemacht und die sind neben der Hauptstory einfach ein großer Motivator. In Standard Rollenspielen dienen die Gegner im Prinzip als Erfahrungsbringer und ob mein Gegner jetzt "Goblinschamane 24" oder "Großnasenoger Archibald" heißt ist mir da ziemlich egal, solange die Belohnung stimmt und sich dieselbigen logisch in die Spielwelt einfügen. Wenn sie dann noch stimmig in die Story integriert werden stell ich da keine großen Ansprüche an Gegnerinnovationen

Edam van Oink 07 Dual-Talent - 130 - 7. März 2010 - 16:37 #

Mein Tipp fürs Solo-Rollenspiel: Dragon Quest: Die Reise des verwunschenen Königs. Es handelt sich bei diesem umfangreichen Werk zwar um die Quintessenz des von Aufleveln und rundenbasierten Zufallskämpfen geprägten Japano-Rollenspiels, aber die Kämpfe sind gleichermaßen schwungvoll wie fordernd und die Gegner sind einfach nur umwerfend. Vom markentypischen Slime bis zu Unterhosen schwenkenden Dämonen, trampelnde Statuen, gehörnte Kaninchen, Feuerrülpser um nur einige zu nennen. Diese in perfekten Animationen und quietschbunten Farben auftretenden Gegnerhorden sind von Akira Toriyama ( Dragon Ball Z) designed und tragen enorm zum Spielspaß bei. Es ist schon so, daß etliche Gegner in zahlreichen Folgen der Serie auftauchen, aber dies ist dann eher ein erfreutes Wiedersehen als Frust über einfallslose Wiederholung.

raveneiven 13 Koop-Gamer - 1705 - 28. März 2010 - 3:56 #

Eins der besten Rollenspiele unserer Zeit!

HeadMunk 14 Komm-Experte - 1849 - 14. Juni 2010 - 12:37 #

Die meisten Kommentare haben ja schon eine klare Sprache gesprochen, aber trotzdem noch einmal von mir (kleinem) JRPG-Fanboy:

Final Fantasy, Dragon Quest und Co. halten sich Gott sei Dank mit solchen Rollenspiel-Klischees wie nach Menschenfleisch haschenden Ratten oder böswilligen Waldbewohnern dezent zurück. Generell gehen die Japan RPGs mal andere Wege, auch wenn manche Vertreter ein bisschen durch quietschbunte Desings über ihr Ziel hinausschießen. So kann ich den meisten westlichen Zeitfressern nichts abgewinnen, finde allerdings an einem Final Fantasy immer wieder Nuancen, die ich sehr schätze.

. 21 Motivator - 27826 - 18. Februar 2012 - 19:07 #

Das hat sich wirklich gelohnt einmal ganz an den Anfang der User-Artikel zu gehen. Der Schreiber spricht mir aus der Seele auch mir ist es schon so gegangen, aber in Amalur habe ich bis jetzt noch keinen Zombie gesehen.

Flitzefisch 16 Übertalent - P - 5970 - 15. Oktober 2012 - 1:23 #

Mal schauen, ob ich mit diesem Kommentar meinen Archäologen freischalten kann ...

Chuck Morris 13 Koop-Gamer - 1887 - 24. Dezember 2012 - 14:58 #

Letzter! Archäloge bin ich ja schon.

eQuinOx (unregistriert) 23. Juli 2013 - 22:03 #

Archäologe klingt wie ein Archievment und gleich werd ich es wissen, ob es das gibt :)

vgamer85 15 Kenner - 2748 - 17. November 2016 - 12:27 #

"Lass uns Wildschweine jagen gehen!", Gothic 3 :-) War schon herrlich. Aber die Zombies sind ein Klassiker! :D

Kommentar hinzufügen

Neuen Kommentar abgeben
(Antworten auf andere Comments bitte per "Antwort"-Knopf.)