Through the Woods Test

Indie-Test: Gruseln im finsteren Wald

Benjamin Braun / 30. Oktober 2016 - 17:08 — vor 10 Wochen aktualisiert
Steckbrief
PC
Survival-Horror
16
Antagonist
1C Company
27.10.2016
Link
Amazon (€): 25,90 (PC-Spiel)
GMG (€): 16,99 (STEAM), 15,29 (Premium)
In unserem Indie-Test des Monats Oktober stellen wir euch ein Horror-Abenteuer aus Norwegen vor, das Gruselspielchen im Wald mit nordischer Mythologie vermischt. Grusel garantiert?
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Alle Screenshots stammen von GamersGlobal

Urlaub in Norwegen ist doch was Feines! Eine heimelige, geheizte Hütte im Wald, ein See mit kristallklarem Wasser, der nicht von Touristen überflutet, sondern praktisch nur für uns da ist. Gut, das Toilettenhäuschen draußen vor der Hütte würden wir jederzeit gegen eine vorgewärmte aus Keramik eintauschen, aber man kann eben nicht immer alles haben. Wir, das sind im Gruselabenteuer Through the Woods der kleine Espen und seine alleinerziehende Mutter. Angeln, Faulenzen, Pizza futtern – die beiden haben eine gute Zeit.
 

Espen verschwindet

Allerdings ändert sich die Situation schon bald. Denn als Espen eines Morgens nicht in der Hütte ist und wir ihn in der Rolle seiner Mutter am See suchen, beobachten wir aus der Ferne, wie der Junge gerade von einem Mann verschleppt wird. Ohne zu zögern springen wir in den eiskalten See und schwimmen dem Boot hinterher. Wir können es jedoch einfach nicht erreichen. Am anderen Ufer angekommen, entdecken wir Sonderbares: Überall stehen seltsame Steinkonstellationen herum und Bauten, die offenbar aus der Wikinger-Zeit stammen.

Aber es wird noch viel schrecklicher, denn in den Hütten liegen halbverweste Leichen. Schriftstücke zeugen davon, dass Espen nicht das einzige Kind ist, das spurlos in der Nacht verschwand. Und dann wird es auch noch dunkel in diesem seltsamen Wald, in dem menschenfressende Riesen und mordlustig kreischende Kreaturen ihr Unwesen treiben…


Atmosphärisch rätselhaft

Wir versuchen alles, aber die Entführung von Espen können wir nicht verhindern.
Atmosphärisch gelingt dem norwegischen Indie-Studio Antagonist ein guter Einstieg. Schon vor der Entführung von Espen wecken sie Interesse an den Charakteren und spielen gekonnt mit Audiologbotschaften der Mutter. Die berichtet darin rückblickend über die Ereignisse im Wald und die Dinge, die lange Zeit davor geschehen sind.

Die enge Bindung zwischen ihr und Espen bestand nämlich nicht immer, sondern litt während ihrer scheiternden Ehe. Was genau der Ehemann getan hat, was Mutter und Sohn ihm nicht verzeihen konnten, das sind Fragen, die die Entwickler geschickt aufwerfen. Dabei hatten wir nie den Eindruck, dabei nur eine Karotte ohne tieferen Sinn vorgehalten zu bekommen.
 

Orientierungslos im Wald

Für Atmosphäre sorgt in Through the Woods aber auch die Grafik mit ihren gelungenen Licht- und Schatteneffekten. Als Hilfsmittel können wir eine Taschenlampe einschalten, die die recht detaillierten Umgebungen realistisch beleuchtet. Dass so manche Textur nicht den höchsten Qualitätsansprüchen genügt, ist egal. Auch die teils hakeligen Animationen machen unserem Genuss keinen Strich durch die Rechnung. Vielmehr spielt Through the Woods seine akustischen Stärken aus. Neben den guten englischen Sprechern und der dezent, genau an den richtigen Stellen eingesetzten Musik sind es vor allem die Soundeffekte, mit denen das Spiel glänzt. Donnergrollen, ein kleiner Fluss, der sich lautstark seinen Weg durch das mit großen Steinen durchsetzte Flussbett bahnt.

Eine Karte gibt es in Through the Woods nicht. Wo wir lang müssen, gilt es im Alleingang rauszufinden. An einigen Stellen gibt es mehrere Routen, die zum Zielpunkt (sprich: Levelausgang in den nächsten Bereich) führen. Aufgrund der Dunkelheit, ohne Übersichtskarte oder Minimap kommt es deshalb immer wieder mal vor, dass wir in eine ganz falsche Richtung laufen und wieder am Startpunkt ankommen. Hier und dort marschieren wir auch in Sackgassen hinein, was beim Versuch, unsere Schritte bis zur letzten Abzweigung zurückzuverfolgen, die Orientierung zusätzlich erschwert.
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Sieht nicht nur furchteinflößend aus, sondern jagt und tötet uns, wenn wir nicht schnell genug das Weite suchen: ein Riese.
Benjamin Braun Freier Redakteur - P - 361186 - 28. Oktober 2016 - 16:02 #

Viel Spaß beim Lesen!

Drapondur 27 Spiele-Experte - - 78472 - 30. Oktober 2016 - 17:25 #

Hört sich interessant an aber diese Zufallselemente schrecken mich ab, ich mag so etwas nicht.

Onwine 13 Koop-Gamer - P - 1226 - 30. Oktober 2016 - 17:26 #

Danke für den Test, dann werde ich es mal nicht kaufen........

rammmses 19 Megatalent - P - 13449 - 30. Oktober 2016 - 17:39 #

Interessiert mich sehr, hoffe kommt irgendwann auch für PS4, klingt ganz nach meinem Geschmack :)

immerwütend 22 AAA-Gamer - P - 31845 - 30. Oktober 2016 - 17:43 #

Hätte beinahe was sein können...^^

Maverick 30 Pro-Gamer - - 283678 - 30. Oktober 2016 - 18:54 #

Trial&Error-Passagen, weitzurückliegende Speicherpunkte: Da gruselt es mich ja jetzt schon, wenn ich das lese. ^^

EvilNobody 14 Komm-Experte - P - 1917 - 30. Oktober 2016 - 20:19 #

Das Spiel hat wohl auch einige technische Macken, wie extreme Framedrops selbst auf starken Rechnern.
Sieht aber cool aus, Trashtazmani hat schon ein Let´s Play dazu, falls jemand mal reinschauen möchte.

Sven Gellersen Community-Moderator - P - 25194 - 30. Oktober 2016 - 22:13 #

Schade. Auf Zufall, ob ich sterbe oder nicht, kann ich gerade in Horrorspielen bestens verzichten.

Harry67 16 Übertalent - P - 4791 - 31. Oktober 2016 - 7:47 #

War auch mein Gedanke.

TSH-Lightning 19 Megatalent - P - 13085 - 31. Oktober 2016 - 14:49 #

Geht mir auch so. Ist echt ärgerlich wenn ein Teewagen den Weg versperrt.

LeeRobo 16 Übertalent - P - 4109 - 31. Oktober 2016 - 8:02 #

Habe es mir im Steam Sale geholt.
Habe ca. eine Stunde gespielt und finde es bisher richtig gut.
Bin gespannt was noch so kommt.
Danke für den Test.

Warmwasserboiler 06 Bewerter - 90 - 31. Oktober 2016 - 22:11 #

Danke für den schönen, ausführlichen und kritisch verfassten Text. Sehr gut zu lesen und das Gesamtbild entspricht dem, was ich auch beim Spielen gehabt habe.

Ganon 23 Langzeituser - P - 40379 - 1. November 2016 - 16:09 #

Da hatte ich bisher noch gar nichts von gehört. Spricht mich aber auch nicht an.

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