The Inner World - Der letzte Windmönch Test

Hilfsmission in Asposien

Thomas Schmitz / 1. Oktober 2017 - 0:00 — vor 3 Wochen aktualisiert
Vier Jahre nach Teil eins müssen wir erneut der Flötennase Robert helfen. Diesmal geht es gegen einen rassistischen Diktator namens Emil, der alle Flötennasen deportieren und töten lässt.
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Alle Screenshots stammen von GamersGlobal

Wenn man so will, erscheint dieses Spiel einen Monat zu spät. Denn die Bundestagswahl in Deutschland ist gelaufen und erstmals seit mehr als 70 Jahren ist wieder eine Partei mit eindeutig rechter Gesinnung im Parlament vertreten.

Was das jetzt mit The Inner World - Der letzte Windmönch zu tun hat? Eine ganze Menge. Denn der Entwickler, Studio Fizbin aus Ludwigsburg, packt hier eine ganze Menge Kritik an Faschismus, Rassismus und Diktaturen in ein nur rund sechs Stunden langes Point-and-Click-Adventure. Symbolik und Ton der fanatischen Conroyalisten, die die harmlosen und liebenswerten Flötennasen deportieren und exekutieren lassen, erinnern klar an die Nationalsozialisten. Statt eines Hakenkreuzes prangen auf den rot-weißen Flaggen aber Brezeln. Um die geistigen Fähigkeiten der Anhänger zu beschreiben, reicht der Satz eines Conroyalisten: "Verwirr Foggo nicht mit Tatsachen." Fake News lassen grüßen.

Doch kann man angesichts dieser pessimistischen, geradezu politischen Hintergrundgeschichte ein lebensbejahendes, Mut machendes Spiel erstellen? Auf jeden Fall, wie das Studio Fizbin zeigt. Selbst der Humor kommt, wie beim ersten Teil, der 2013 erschien, nicht zu kurz. Dazu später mehr.
 

Taube rettet Flötennase

Ihr spielt auch Laura (in Grün), die hier aus dem Gefängnis entkommen muss.
Hauptfigur in Der letzte Windmönch ist wieder die Flötennase Robert, der rechtmäßige Thronerbe der Spielwelt Asposien. Robert ist aber zu Beginn des Spiels etwas eingeschränkt in seiner Bewegung, denn er wurde nach der Rettung Asposiens im ersten Teil versteinert. Seit drei Jahren harrt er nun aus und wartet auf die Befreiung. Die naht in Form der Taube Hack, deren Steuerung ihr zunächst übernehmt und die – als erste Aufgabe – dafür sorgen muss, dass Robert entsteinert wird. Die Flötennase und die Taube sind übrigens nicht die einzigen Figuren, die ihr im zweiten Teil von The Inner World steuert. Im Laufe des Spiels kommt auch noch die aus Teil eins bekannte Diebin Laura hinzu. Problemlos schaltet ihr zwischen den verfügbaren Charakteren im Inventar hin und her, in einem Kapitel sind sogar alle drei Figuren auswählbar. Dadurch erlangt das Spiel natürlich auch eine größere Spieltiefe als so mancher Genrevertreter, denn jede Figur hat bestimmte Fähigkeiten, die auch eingesetzt werden müssen.

Ziel des Spiels ist es, den im Titel genannten letzten Windmönch zu finden und damit die Herrschaft der fiesen Conroyalisten, die vom gefährlichen Emil angeführt werden, zu beenden. Dummerweise lebt dieser Windmönch in Alt-Asposien, was auf der anderen Seite der Welt liegt. Es gibt also eine Menge zu tun für Robert, Laura und Hack. In sechs Kapitel teilt sich Der letztze Windmönch auf, alle spielen an unterschiedlichen Schauplätzen, die sich folglich durchschnittlich in einer Stunde lösen lassen. Gefühlt ist The Inner World - Der letzte Windmönch ein sehr kurzes Spiel, weil sich die Kapitel so angenehm kurzweilig spielen.

Wer Teil eins nicht gespielt hat, muss übrigens keine Bedenken haben, etwas nicht zu verstehen: Auch wenn Der letzte Windmönch auf den Ereignissen des Vorgängers aufbaut, sind Vorkenntnisse nicht notwendig. Denn zum einen gibt es einen Rückblick gleich zu Beginn des Spiels (und im Laufe des Spiels wird immer wieder auf die Heldentaten in der Vergangenheit hingewiesen). Zum anderen ist das neue Adventure eigenständig genug. Andersherum dürften Kenner des Erstlings aber einen Atmosphäre-Bonus in die Wertung einrechnen, denn sie treffen auf alte Bekannte, darunter den ebenso tödlichen wie gebildeten und sympathischen Schrof, der in den letzten Jahren nicht untätig gewesen ist.
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Nein, wir haben uns nicht vertan – am Flughafen steht die Welt teilweise Kopf.
Benjamin Braun Redakteur - P - 355077 - 30. September 2017 - 12:26 #

Viel Spaß beim Lesen!

funrox 09 Triple-Talent - 293 - 1. Oktober 2017 - 0:03 #

Danke. Freue mich schon, es zu spielen. Teil 1 war schon richtig toll.

Slaytanic 23 Langzeituser - P - 40288 - 1. Oktober 2017 - 0:15 #

Habe es doch sofort auf meine Steam-Wunschliste gesetzt!

Der Saarländer 13 Koop-Gamer - 1721 - 1. Oktober 2017 - 0:44 #

Klingt doch super (bis auf die Steuerungsdefizite).

Noodles 22 AAA-Gamer - P - 37548 - 1. Oktober 2017 - 1:05 #

Freut mich, dass auch Teil 2 gelungen ist. Vor allem die Welt Asposien hat mir beim ersten Teil gut gefallen und war für mich das Highlight. Aber schade, dass es wieder nur ein relativ kurzes Spiel ist und sie weiterhin auf die umständliche Touch-optimierte Steuerung setzen. Aber alles kein Nicht-Kaufgrund. ;)

andreas1806 16 Übertalent - P - 5267 - 1. Oktober 2017 - 8:54 #

Der erste Teil hat mich nicht wirklich überzeugt. Danke für den Test.

Tyntose 14 Komm-Experte - 1837 - 1. Oktober 2017 - 10:33 #

Flatulenz! ;)

EddieDean 14 Komm-Experte - P - 2588 - 1. Oktober 2017 - 10:59 #

Sollte man den ersten Teil zuvor gespielt haben?

Tasmanius 16 Übertalent - P - 5537 - 1. Oktober 2017 - 14:00 #

Steht im Test, nein muss man nicht. Sorgt aber für ein Atmosphäreplus.

TheRaffer 16 Übertalent - - 5010 - 1. Oktober 2017 - 11:01 #

Schöner Test. :)
Denke das Spiel setze ich, zusammen mit Teil 1, mal auf meine Wunschliste.

Tasmanius 16 Übertalent - P - 5537 - 1. Oktober 2017 - 14:01 #

"Diesmal geht es gegen einen rassistischen Diktator namens Emil, der alle Flötennasen deportieren und töten lässt."

Wow, das ist ja mal ganz schön düster!

Admiral Anger 24 Trolljäger - P - 49742 - 1. Oktober 2017 - 15:54 #

Schade, dass es noch so lange bis zum Release dauert. Teil 1 war eines der wenigen Adventures in der letzten Zeit, bei dem ich echt mal wieder lachen musste.

thatgui 11 Forenversteher - 627 - 2. Oktober 2017 - 23:53 #

Ach, wenn es denn nur auf gog.com rauskommen würde...

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