RPG Light um den Heiligen Gral

The First Templar Test

Das Zeitalter Kreuzzüge hat schon für einige spannende Filme und Spiele hergehalten, man denke nur an Assassin's Creed. Mit First Templar wagt sich der Strategiespezialist Haemimont Games erstmals in die Welt der Rollenspiele. Ob das Spiel eher "Last Templar" heißen müsste, oder ob weitere Teile folgen dürften, lest ihr im Test.
Benjamin Braun 6. Mai 2011 - 21:46 — vor 5 Jahren aktualisiert
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von Benjamin Braun

Der Templerorden sollte ursprünglich gläubige Wallfahrer auf ihrem Weg ins Heilige Land beschützen, doch nicht nur seit Peitschenschwinger Indiana Jones ranken sich viele Legenden um die Ritter mit dem Tatzenkreuz auf der Brust. Zu ihnen zählt auch die Suche nach dem Kelch Christi, dem heiligen Gral, den die Tempelritter angeblich seit seiner Entdeckung während des ersten Kreuzzugs hüten sollen. Die Gralslegende und mit Schwert und Schild bewaffnete Ritter bieten guten Stoff für ein Action-Rollenspiel – dachte sich Entwickler Haemimont Games und verknüpft in The First Templar historische Fakten mit Fiktion und einiger Action.

Wahrheit und Dichtung

Das Abenteuer beginnt im Jahre 1291. Celian von Arestide ist seit Jahren auf der Suche nach dem heiligen Gral. Der Templer hofft, auf der Mittelmeerinsel Zypern Hinweise auf den Verbleib des urchristlichen Artefakts zu erhalten. Er erfährt, dass die in Europa wütende Inquisition ebenfalls nach dem Gral fahndet und diesen für ihre Zwecke einsetzen will. Also so ein bisschen wie die bösen Nazis im dritten Indiana-Jones-Film. Die Suche verschlägt Celian zu verschiedenen Orten in Frankreich und im Heiligen Land. Unter anderem wird er Zeuge der historisch belegten Belagerung von Akkon und muss erleben, wie sich König Philipp IV von Frankreich vom Templerorden abwendet.

Celian steht in dem für ein Rollenspiel mit rund zwölf Stunden eher kurzen Abenteuer stets einer von zwei fest vorgegebenen Begleitern zur Seite. Einzelspieler dürfen dabei jederzeit zwischen den Charakteren wechseln, während der andere von der KI gesteuert wird. Wer möchte, darf die Kampagne aber auch im Splitscreen oder online kooperativ angehen. Wie immer, kann das Spiel zusammen mit dem passenden Partner nur gewinnen. The First Templar ist sehr linear angelegt. In den oft schlauchartigen Spielabschnitten gibt es aber immer wieder Wegzweigungen, an deren Ende Bonusaufgaben oder spielerisch kaum relevante Sammelobjekte auf uns warten.

Celian und sein erster Begleiter Roland ahnen geradezu hellsichtig, was sie erwartet.

Fähigkeiten- statt klassisches RPG-System

Im Fähigkeitenbaum können wir Erfahrungspunkte gegen neue Spezialfertigkeiten eintauschen. 
Das Spiel verzichtet weitestgehend auf eine klassische Charakterentwicklung. Stufenaufstiege oder Attribute wie Stärke und Geschicklichkeit gibt es genauso wenig wie unterschiedliche starke Ausrüstungsgegenstände. Stattdessen erhält unser Held Erfahrungspunkte für gelöste Quests und besiegte Gegner, die er in einem Fähigkeitenbaum investiert. Dadurch kann er seine Lebensenergie steigern und Inbrunst-Punkte erwerben. Inbrunst-Punkte benötigen wir, um Spezialfähigkeiten auszuführen, die ebenfalls erst freigeschaltet werden müssen. Dazu zählen sowohl Kampffertigkeiten wie besonders mächtige Attacken als auch Heilfähigkeiten. Wir können uns aber auch anderweitig verarzten, an bestimmten Stellen warten dazu Wasser oder Nahrungsmittel.

Das Repertoire an Spezialfähigkeiten bleibt überschaubar. The First Templar kommt insgesamt nicht auf mehr als ein Dutzend davon, später können vor allem stärkere Varianten bereits bekannter Fähigkeiten erworben werden. Insgesamt gleicht First Templar damit mehr einem Action-Adventure als einem RPG, vielleicht sollte man auch von einem "Rollenspiel Ultralight" sprechen.

Celian und sein Begleiter müssen nicht nur kämpfen, sondern auch schleichen oder (wie hier) tödliche Fallen umgehen.
Marcelkagi 10 Kommunikator - 457 - 6. Mai 2011 - 22:51 #

Also mein gamerhertz hat es nicht berührte, sehe ich dann

Tassadar 17 Shapeshifter - 7747 - 7. Mai 2011 - 3:52 #

Die doppelten Leerzeichen sind noch drin, also sind die absichtlich?

Jörg Langer Chefredakteur - P - 323799 - 8. Mai 2011 - 0:30 #

Nein, aber es gibt Grenzen beim Perfektionsgrad, den wir anstreben. Doppelte Leerzeichen befinden sich jenseits dieser Grenzen :-)

Tassadar 17 Shapeshifter - 7747 - 9. Mai 2011 - 19:52 #

*g* Okay, dann werde ich sie in Zukunft nicht mehr melden, obwohl das kein Problem wäre.

CyrrusXIII 11 Forenversteher - 598 - 17. Mai 2011 - 12:49 #

Ich weiß nicht, mit welchem programm ihr die Texte verfasst aber Suchen und Ersetzen klappt auch bei doppelten Leerzeichen (zumindest in Word).
Also nach doppelten Suchen und durch einfache ersetzen.

Lexxington 05 Spieler - 47 - 7. Mai 2011 - 6:17 #

Grüße.

Ich spiele das Spiel jetzt bereits einige Stunden und muss sagen das ich in diesem Titel für mich einen kleinen Geheimtip gefunden habe.
Alle Mängel die in diesem Test aufgezählt wurden stimmen mit dem überein was ich bisher mitbekam. Aber dennoch schaffen es die Macher den Spieler immer wieder zum weitermachen zu motivieren.
Besonders die Gegenstandssucherei spornt dazu an die doch recht linearen Levels genauer zu durchkämmen. Was ich leider noch nicht ausprobieren konnte ist der Coop-Modus, was bei gelegenheit aber nachgeholt wird.
Ich denke das dieser Titel trotz aller seiner (berechtigten) Schwächen für Freunde von unkomplizierten Hack´n´Slays durchaus zu empfehlen ist. Zumindest später in der Budget Version sollte man im eine Chance geben, da man durchaus eine Menge Spass damit haben kann.

Goldfinger72 15 Kenner - 3092 - 7. Mai 2011 - 10:06 #

Exakt diese Wertung hätte ich dem Spiel auch gegeben, welches ich seit gestern in der Xbox Version spiele.

Meinem Vorredner muss ich auch Recht geben: Obwohl das Spiel technisch keinen Blumentopf gewinnt und definitiv Mängel da sind, spielt man es dennoch irgendwie immer weiter, weil die Geschichte schön erzählt wird und auch die meisten Sprecher professionell sind.

Kurzum: Das Spiel funktioniert und wenn man sich etwas für das Setting interessiert, kann man in der Tat Spass mit diesem Titel haben.

Hätte man dem Spiel eine andere Engine spendiert und noch mehr Feinschliff gegönnt, wäre mit Sicherheit noch viel mehr drin gewesen.

Dawn 09 Triple-Talent - 248 - 9. Mai 2011 - 9:58 #

Was ich an dem Test irgendwie nicht kapiere... Das Spiel ist ein Action Adventure, trotzdem wird ständig kritisiert, dass es sich um ein Rollenspiel Light handelt , aber eigentlich kein Rollenspiel ist.
Dann sogar noch die Vergleiche zu Bioware RPGs.
Find ich irgendwie seltsam. Wieso wertet ihr das Spiel nicht einfach als Action Adventure? Nur weil es ein paar RPG Elemente hat? Die hat Assassins Creed doch auch!?

patchnotes 13 Koop-Gamer - 1740 - 9. Mai 2011 - 11:42 #

Ja, das seh ich auch so. Ich glaube nicht, dass einer der Entwickler in First Templar ein RPG sieht, eher ein Action Adventure mit RPG Elementen. Witzigerweise (oder traurigerweise) ist dann die Spielzeit von 12 Stunden gar nicht mehr so schlecht ...

Jörg Langer Chefredakteur - P - 323799 - 10. Mai 2011 - 10:12 #

Wir bewerten First Templar in erster Linie als Spiel. Du scheinst zu glauben, hätten wir es nur als Action-Adventure bezeichnet, hätten wir eine bessere Note gegeben, dem ist aber nicht so. Es hat viele Action-Adventure-Elemente, es hat viele Action-RPG-Elemente (zum Beispiel die dauernden Kämpfe), wir haben uns eben für "RPG Ultralight" entschieden statt für "Action-Adventure mit starken RPG-Elementen". Es geht uns nicht um Schubladen, sondern darum, euch zu schreiben, wieso ein Spiel Spaß macht oder eben nicht.

Anonymous (unregistriert) 11. Mai 2011 - 11:01 #

Fließbandware. Und wieder mal das Problem, dass die Level nur Kulisse sind. Das war schon im letzten Castlevania der größte Schwachpunkt. Grenzgenial designte Gebiete, die aber spielerisch größtenteils völlig wertlos waren (eine Ausnahme bot da die wunderbare Idee der Spieluhr).

Marcelkagi 10 Kommunikator - 457 - 2. Juni 2011 - 11:41 #

Oh ja.das muss sein

Doc Holiday 10 Kommunikator - 412 - 5. Juni 2011 - 14:01 #

Reizt mich im Moment nicht. Liegt aber überwiegend daran, dass ich es nicht so gerne habe, wenn ein an und für sich realitätsverankerter Ansatz (s. historische Tatsachen) dem Game zuliebe mit Metaphysik (s. Heilzauber) gepeppt und arg zum Comic gemacht wird.
Wobei sicherlich eine völlig realitätsbasierte Simulation mittelalterlicher Verhältnisse eher wenig Spaß machen dürfte... ;-)

Wie dem auch sei, auch wenns mal auf der Resterampe liegen sollte, hält sich meine Begeisterung in engen Grenzen.

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