Styx - Shards of Darkness Test+

Gutes Schleich-Abenteuer mit dummer KI

Benjamin Braun / 23. März 2017 - 22:33 — vor 4 Wochen aktualisiert
Premium-Streams: 1080p (mp4, 440 MB)
Steckbrief
PCPS4Xbox One
Action
Schleich-Action
ab 16 freigegeben
16
Cyanide
Focus Home Interactive
14.03.2017
Link
Amazon (€): 34,99 (PC), 31,94 (Playstation 4), 41,00 (Xbox One)
Styx - Shards of Darkness
Der Vorgänger ließ selbst das schwächelnde Thief alt aussehen. Nun steht der Nachfolger mit dem vorlauten Goblin-Held im Handel, der manches besser, aber auch ein paar Dinge schlechter macht als der gelungene Vorläufer.
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Alle Screenshots stammen von GamersGlobal.

Tipp: Schaut euch auch obiges Video an!


Das Schleich-Abenteuer Styx - Master of Shadows glänzte vor einigen Jahren vor allem deshalb innerhalb des Genres, weil Stealth-Ikone Garrett im Square-Enix-Reboot Thief (im Test: Note 7.0) nicht in jeder Hinsicht eine gute Figur machte. Seit letzter Woche steht mit Styx - Shards of Darkness der Nachfolger für PC, PlayStation 4 und Xbox One im Handel.

Es fügt der Formel des Vorgängers mit neuen Fähigkeiten und Crafting-Optionen einige frische Facetten hinzu und tut deutlich mehr für die Inszenierung der Handlung. Allerdings macht das zuständige Studio Cyanide auch beinahe genauso viele Schritte nach hinten wie nach vorne, sodass am Ende doch nicht ganz der erhoffte Schleich-Hit steht.
 

Wie Schall und Rauch

Wir könnten euch hier theoretisch auch im Detail beschreiben, um was sich die Haupthandlung von Styx – Shards of Darkness dreht. Aber so dünn, wie Story und Charaktere im Spiel ausfallen, wäre letztlich jedes Wort darüber zu viel. Ja, ihr habt eine Mission, es gibt sogar Verbündete, aber die Geschichte ist am Ende nur eines: ein Mittel um die acht Missionen (meist auf drei Levels aufgeteilt) irgendwie zu verbinden.

Immerhin ist die Inszenierung geglückt. Zu Beginn und praktisch vor jedem neuen Level gibt es eine Zwischensequenz, die meist sehr ansprechend die Hauptfigur Styx ins Zentrum rückt. Der kleine Goblin tauchte bekanntlich bereits vor einigen Jahren erstmals als Sidekick von Ork Argail in Of Orcs and Men (im Test: Note 7.0) auf und war schon damals für seine schnippisch-derbe Ausdrucksweise bekannt. Dennoch ist er nicht – wie viele der jüngsten Charaktere aus den Ubisoft-Spielen – auf „Kantigkeit“ getrimmt.
 
Die Story ist ansprechend inszeniert, sonst aber nicht der Rede wert.
Styx wirkt auch längst nicht so gekünstelt. Der eine oder andere könnte seine Art dennoch als übertrieben erleben. Styx kratzt sich beispielsweise, wenn wir ihn lange genug im Level warten lassen, am Allerwertesten. Besonders in den Cutscenes stellt er zudem regelmäßig unter Beweis, dass ihm die Verwendung von Schimpfwörtern nicht fremd ist. Sterben wir während des Abenteuers, erfolgt sogar eine kurze Zwischensequenz, in der uns der Goblin verhöhnt.  Davon gibt es etliche, in einer hält er wie Hamlet einen Totenschädel in der Hand und sagt etwas wie „Skilled or not skilled, that's the question“ (fähig oder unfähig, das ist die Frage).

Das muss man natürlich nicht mögen, aber wer Styx bereits in sein Herz geschlossen hat (insofern das bei einem solchen Typen möglich ist), wird sich kaum daran stoßen. Bei Bedarf können diese Videosequenzen aber auch übersprungen werden. Nur: Wieso spielt ihr dann überhaupt ein Schleichspiel als Goblin...?
Ganz so derb wie im deutschen Untertitel (es gibt nur englische Sprachausgabe) drückt sich Styx im Original nicht aus.
 

Viele Wege führen zum Ziel

Ähnlich wie der Vorgänger setzt Styx - Shards of Darkness auf ein stark vertikal ausgerichtetes Leveldesign. Es gibt auch generell viele Pfade, die zum Ziel führen. Hier klettern wir an einer Wand entlang und schwingen uns per Seil von Balkon zu Balkon. Genauso gut können wir jedoch auch den geheimen unterirdischen Pfad nehmen. Diese Alternativen sind auch aufgrund der zahlreichen in den Levels patrouillierenden Wachen wichtig. Denn nicht jeder Bereich ist so streng bewacht wie der andere. Hilfreich bei der Wegfindung ist die sogenannte Vision, eine Art Detektivsicht, mit der ihr interaktive Objekte wie Kletterhilfen hervorhebt. Auch die Gegner selbst erkennt ihr damit besser, inklusive ihrer Blickrichtung. Ziele gibt es gleich mehrere in den Levels, wobei ihr am meist sehr zielstrebigen Marker erkennt, ob es sich um eine obligatorische Aufgabe oder eine optionale handelt.
 
Die Levels bieten viele Schleichpfade und sind stark vertikal designt.
Hier klaut ihr einer Wache ein Schriftstück, dort müsst ihr ein Objekt manipulieren, um das Levelziel zu erreichen. Das Hauptziel kann sich im Zuge eures Vorgehens auch ändern. Beispielweise gibt es in einem der frühen Levels, wo ihr an Bord eines Luftschiffs gelangen müsst, die Option, euch in einer Transportkiste zu verstecken. Damit bringen euch die Wachen selbst an Bord, ohne etwas zu ahnen.

Die Voraussetzung dafür ist jedoch, dass ihr die Kiste unbemerkt erreicht. Werdet ihr erwischt, scheitert nicht die Mission selbst. Haben die Wachen jedoch einmal Lunte gerochen, fällt die Kistenoption flach und ihr müsst den Zielpunkt auf anderem Wege erreichen. Ein Alarm unter den Wachen (mehr dazu im Abschnitt zur KI) führt generell nur in manchen Missionen zum Scheitern, nämlich in denen, wo Styx nicht entdeckt werden darf.
 

Selbst craftet der Goblin

Haupt- und Nebenaufgaben spülen euch Erfahrungs- beziehungsweise Lernpunkte aufs Konto, die ihr später in zusätzliche Fähigkeiten investiert. Außerdem erwarten euch freiwillige Sammelaufgaben. Die versteckten Objekte bringen ebenfalls Punkte und Medaillen, bieten aber nur Perfektionisten einen Mehrwert.

Einsammeln könnt ihr in Shards of Darkness noch mehr. Denn neuerdings gibt es auch ein Crafting-System. Pfeile, mit denen ihr Gegner aus der Distanz ausschaltet, Amber-Tränke zum Einsatz der Spezialfähigkeiten oder Heiltränke, mit denen ihr nach einem Kampf oder einem Sturz eure Gesundheit wieder auffrischt: all das und noch einiges mehr könnt ihr nun an so etwas wie Alechmie-Tischen zum Levelstart und teils auch in den Levels selbst manuell herstellen. Auch wenn die zur Herstellung notwendigen Ressourcen wie Flaschen, Giftsporen und Co. wahllos in den Levels verteilt wurden: Es handelt sich um neue Spielmechaniken, die eine längere Verweildauer in den Levels rechtfertigen, den Spieler aber niemals dazu zwingen, sich länger irgendwo aufzuhalten.
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Noch ahnt der Elf nicht, dass wir ihm gleich beweisen werden: dass Unsterblichkeit nicht vor dem Tod durch einen Sturz schützt.
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Hier nur nötige inhaltliche Infos, nicht richtige Schreibweise oder Positionsangabe
Benjamin Braun Redakteur - 297210 - 23. März 2017 - 17:46 #

Viel Spaß beim Lesen!

Noodles 22 AAA-Gamer - P - 33022 - 23. März 2017 - 22:53 #

Da es nicht erwähnt wurde: Sind in Shards of Darkness alle Level einzigartig? Denn im Vorgänger gab es ja ab der Hälfte des Spiels massives Level-Recycling, viele Level hat man ein zweites und manche sogar ein drittes Mal besucht.

Ansonsten klingt es nach einem Spiel, das mir wie schon Teil 1 sicher gefallen wird. Die Schwächen der KI stören mich nicht so. Dass die Wachen bei Entdeckung nicht ordentlich suchen, find ich nicht schlimm, da ich bei Entdeckung eh direkt neu lade. :D Und dass die Wachen ziemlich blind sind, ist gefühlt bei fast allen Stealth-Spielen so, realistische Blickwinkel würden solche Spiele sicher viel zu schwer machen.

Sven Gellersen Community-Moderator - P - 23263 - 23. März 2017 - 23:03 #

Deinen ersten Absatz wollte ich auch gerade formulieren :)

rammmses 18 Doppel-Voter - P - 12352 - 24. März 2017 - 8:04 #

Laut ign test wird massiv recycelt.

Noodles 22 AAA-Gamer - P - 33022 - 24. März 2017 - 15:27 #

Schade.

Sven Gellersen Community-Moderator - P - 23263 - 23. März 2017 - 23:03 #

Klingt gut, das Spiel landet sicherlich in meine Sammlung.

almay 11 Forenversteher - 716 - 24. März 2017 - 0:22 #

Ich liebe ja diese Art von Spiel, aber blinde Wachen törnen mich dann doch ab. Das war es auch, was mich beim letzten Thief so genervt hat. Hört sich nach einem typischen Fall für einen Sale an.

Melangel 14 Komm-Experte - 2412 - 24. März 2017 - 2:26 #

Das wirklich Interessante in einem Stealth-Spiel ist doch die Frage: Kann ich die Missionen lösen, ohne einem Gegner etwas anzutun, einfach nur, indem ich mich falls notwendig Millimeter für Millimeter heran und vorbeischleiche? Das war an der Thief-Reihe immer enorm spannend. Deshalb die Frage an Sie, Herr Braun: Ist dies in "Styx" möglich?
Nicht, dass ich einen zwar sarkastischen aber dennoch charmanten Garrett gegen einen obszönen Goblin eintauschen würde, aber aus reinem Interesse.

Noodles 22 AAA-Gamer - P - 33022 - 24. März 2017 - 2:50 #

Also im Vorgänger ging es, denke mal, hier wird es nicht anders sein.

Epic Fail X 15 Kenner - P - 3670 - 24. März 2017 - 9:55 #

Ja, im Vorgänger gab es für jede Mission ein "No Kill"-Abzeichen zu erringen. Das scheint hier auch wieder gegeben zu sein. Siehe im Video bei Minute 3:00.

Noodles 22 AAA-Gamer - P - 33022 - 24. März 2017 - 15:29 #

Obwohl ich sonst in Stealth-Spielen immer so spiele, dass keiner stirbt, hab ich bei Styx ne Ausnahme gemacht. Das ist so ein fieser Menschen hassender Goblin, da passiert es halt mal, dass jemand umkommt. :D Aber es haben dennoch genügend überlebt bei mir, die Level hatten meistens eine dreistellige Gegneranzahl, die Toten waren bei mir immer einstellig. :D

Tasmanius 14 Komm-Experte - P - 2124 - 24. März 2017 - 7:01 #

Danke für den Test. Merke ich mir für den Sommerurlaub.

Doktorjoe 11 Forenversteher - P - 701 - 24. März 2017 - 14:18 #

Eines der seltenen Beispiele für ein Spiel zwischen AAA und Indie. Ist nicht auch das GoT RPG von denen ?

Noodles 22 AAA-Gamer - P - 33022 - 24. März 2017 - 15:31 #

Ja genau, das war auch von Cyanide.

Tasmanius 14 Komm-Experte - P - 2124 - 24. März 2017 - 22:28 #

Seit einiger Zeit gibt es zum Glück wieder mehr solcher Titel, auch dank Focus, die sich auf diese Spiele spezialisiert zu haben scheinen. Wäre auch echt schade, wenn diese Art Spiel austerben würde (wonach es ja mal aussah).

Renraven 14 Komm-Experte - P - 2217 - 24. März 2017 - 14:27 #

Macht viel Spaß im Coop auch wenn man oft die komplette Mission neu anfangen muss wenn man drauf geht .. Dumme KI konnt ich bisher nich wirklich nachvollziehen sind eher oft entdeckt worden und ham uns gefragt wieso :D Is das dann nich übernatürliche KI ? XD

Vampiro 22 AAA-Gamer - P - 33358 - 24. März 2017 - 15:29 #

Schöner Test! Aber Schleichen ist nicht so meines.

Jadiger 16 Übertalent - 5088 - 25. März 2017 - 5:23 #

Die negativ Punkte stimmen doch fast alle nicht Schwierigkeitsgrad gibt es mehre und ist wechselbar Lange Ladezeiten stimmt auf dem PC auch nicht und
"Entdeckung durch Gegner teils zu schnell" hängt vom Schwierigkeitsgrad ab.
Außerdem ist es nicht mal auf Schwer nicht mal zu schnell, da wirst in Dishonored 2 viel schneller gespottet.
Das Level Design ist richtig gut bei dem Spiel und auf schwer kann man auch die dumme Ki nicht so einfach austricksen weil man nicht Ressourcen ohne Ende hat. Wer das gleiche wenn man Hitman Absolution auf Normal spielt und sagt ich komm ja überall vorbei mit der Mützen runterzieh Taktik.

Da hätte man schon eine 7,5 geben können für ein 40 Euro Spiel das schon sehr nah an große Titel kommt. Außerdem hat es einen verdammt guten Hauptdarsteller da könnten sich einige Spiele mal eine Scheibe abschneiden.

Noodles 22 AAA-Gamer - P - 33022 - 25. März 2017 - 19:14 #

Dass die Ladezeiten auf dem PC überhaupt nicht so lang waren, hab ich als Fehler gemeldet, wollte Benjamin aber wohl nicht ändern. ;) Dabei hatte er das schon in der Preview fälschlicherweise behauptet, dass die Ladezeiten im Vorgänger auf allen Plattformen zu lang gewesen wären.

TheRaffer 13 Koop-Gamer - - 1546 - 26. März 2017 - 17:14 #

Das klingt doch mal positiv und wird wahrscheinlich beizeiten mal ausprobiert. :)

Gareth (unregistriert) 30. März 2017 - 12:48 #

Ich bleib bei TDM - The Dark Mod
Komplett gratis, kein DRM, massig neue Missionen
Für mich das beste Thief, das es nie gab!
Vielleicht kauf ich Styx mal, wenn es bei gog für nen 5er zu haben ist ...

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