Im Westen was Neues?

Strategic Command - The Great War Test

Nachdem sich die Strategic-Command-Serie seit 2002 dem Zweiten Weltkrieg in Europa, später im Pazifik und zuletzt global widmete, geht der neuste Ableger in den Ersten Weltkrieg, auch als Großer Krieg bekannt. Dem altbekannten Spielprinzip wurden Detailänderungen wie Nationale Moral, Artillerie-Trommelfeuer und Grabenbau spendiert.
Jörg Langer 12. April 2011 - 12:34 — vor 6 Jahren aktualisiert
PC
Alle Screenshots im Artikel wurden von uns selbst erstellt, wie bei fast allen Tests und vielen Previews.

Weihnachten und Ostern gleichzeitig für Strategen? Nur ein Jahr nach dem von uns mit 7.5 gut bewerteten Strategic Command WW2 Global Conflict ist bereits der Nachfolger erschienen, der offiziell auf den noch längeren Titel Strategic Command WW1 The Great War 1914-1918 hört. Erster Weltkrieg also statt Zweitem, Mittelmächte (inklusive Türkei) statt Achse. Entente (England, Frankreich, Russland, später noch Italien und Nordamerika) statt Alliierte. Grabenkrieg statt Blitzkrieg.

Der Erste Weltkrieg
Die Tat eines bosnischen Serben, Gavrilo Princip, wurde zum Auslöser des Ersten Weltkriegs: Nachdem Princip am 28.6.1914 in Sarajewo den Thronfolger Österreich-Ungarns ermordet hatte, wollte die k.u.k. Monarchie Serbien für das Attentat bestrafen und "verkleinern". Aufgrund der europäischen Bündnisse wurde aus der regionalen Krise ein Weltkrieg.
 
Da die Militärplaner die größten Heere der Geschichte mobilisieren und an die Front bringen und deshalb strikte Zeitpläne einhalten mussten, kam es zu einem verhängnisvollen Automatismus: Österreich-Ungarn erklärte, vom deutschen Kaiser Wilhelm II. seiner bedingungslosen Bündnistreue versichert, am 28.7. Serbien den Krieg. Russland befahl am 27.7. die Teil- und am 30.7. die Generalmobilmachung. Nun "musste" das Deutsche Reich, seiner Militärdoktrin folgend, den Kriegszustand ausrufen (31.7.) und Frankreich den Krieg erklären (am 1.8.). Ziel war, Frankreich zu besiegen, bevor die Russen mit ihrem  riesigen Heer Deutschland vom Osten her erobern konnten. Da der deutsche Plan Belgien als Aufmarschgebiet vorsah, fielen die Deutschen dort ein -- so wurde sofort Großbritannien in den Konflikt gezogen, das Belgiens Neutralität garantierte. Anfang August standen fast alle europäischen Staaten im Krieg, dazu deren Übersee-Gebiete und weitere Länder. Im Oktober 1914 trat das Osmanische Reich auf Seiten der Mittelmächte in den Konflikt ein, Italien erklärte im Mai 1915 Österreich-Ungarn den Krieg und stieß somit zur Triple Entente hinzu. Spätestens mit dem Kriegseintritt der USA am 6.4.1917 wurde die Lage der Mittelmächte chancenlos.

Im Ersten Weltkrieg siegte fast immer die Defensive über die Offensive, dafür sorgte vor allem das Maschinengewehr in Verbindung mit tief gestaffelten Grabensystemen und Artillerie-Sperrfeuer. Extrem  verlustreiche Stellungskämpfe mit teils Zehn- und Hunderttausenden Toten, oft ohne nennenswerten Geländegewinn, waren die Folge. Selbst Giftgas-Angriffe, Trommelfeuer aus Tausenden von schweren Geschützen auf begrenzte Frontabschnitte oder der Einsatz neuer Waffen wie Bomber und Panzer änderten daran nichts. Als ab 11.11.1918 offiziell die Waffen schwiegen, waren 17 Millionen Menschen gestorben, davon rund 7,5 Millionen Zivilisten. Im Friedensvertrag von Versailles musste das Deutsche Reich und damit ihr Rechtsnachfolger, die Weimarer Republik, die alleinige Kriegsschuld übernehmen, dazu kamen die Beschneidung der Streitkräfte, große territoriale Verluste und hohe Reparationszahlungen.
Den Faschismus gibt es noch nicht, übersteigerter Nationalismus auf allen Seiten reicht aus, um die Welt an den Abgrund zu führen. Während an der Front in nie dagewesener Zahl gestorben wird, brechen, oft noch während des Kriegs, reihenweise die alten Mächte zusammen: In Russland verbannen und ermorden die Kommunisten den letzten Zaren, die Sowjetunion entsteht. Die "kaiserliche und königliche Monarchie" Österreich-Ungarn zerfällt, Jugoslawien bildet sich. Polen erhält seine Unabhängigkeit zurück. Vom Osmanischen Reich bleibt nur das türkische Kernland übrig. Aus dem "zweiten" Deutschen Kaiserreich wird die Weimarer Republik, sämtliche deutschen Kolonialgebiete gehen verloren. Der "Große Krieg" stellt in vielerlei Hinsicht eine historische Zäsur dar – nicht zuletzt legte er die Saat für den noch grausameren Zweiten Weltkrieg.
 
Wird Strategic Command The Great War diesem großem Thema gerecht, stellt es die nächste Evolutionsstufe der bei Insidern heißbegehrten Serie dar? Zur ersten Frage kommen wir noch, die zweite können wir sofort beantworten: Nein, das eigentliche Spielsystem ist weitgehend dasselbe geblieben. Wir sparen uns deshalb dessen ausführliche Erklärung und verweisen auf unseren nicht einmal ein Jahr alten Vorgänger-Test. Im folgenden soll es um die Neuerungen gehen, das Szenario sowie die Frage, wie sich die KI im Spiel schlägt.
 
Andere Truppentypen,
andere Strategien
 
Kenner der Vorgängerspiele müssen sich auf einige Änderungen bei den Truppentypen einstellen: Weder Jäger noch Bomber haben die gewohnte Effizienz, Flugzeugträger dienen eher der Aufklärung als dem Kampfeinsatz. Die neuen Luftschiffe führen wenig effektive Bombenangriffe durch, Fallschirmjäger oder Kommandoeinheiten sind unbekannt. Panzer gibt es zu Beginn noch nicht, die beweglichste Kampfeinheit ist die Kavallerie. Und "Marines" sind keine Elitesoldaten, sondern hastig bewaffnete Seeleute. Doch der Großteil der Armeen besteht aus Infanteriekorps. Diese teilen im Vergleich zu Global Conflict wesentlich stärker aus – die Verluste insbesondere im Grabenkrieg sind enorm. Apropos: Konnten in den Vorgängern nur Pionier-Einheiten umständlich und zeitraubend Befestigungen anlegen, darf dies in The Great War jede Infanterie- und Kavallerieeinheit jederzeit tun: Per Rechtsklick "Entrench" ausgewählt, schon hat die Einheit zu einer oder zwei Seiten hin schicke Stacheldraht-Zäune angelegt. Die eigentlichen Pioniereinheiten bauen nun ausgewachsene Festungen.

Von oben: deutsche, englische und französische Infanterie sowie Panzer in ihren drei Upgradestufen (Tech 0, 1, 2).

Da die Luftstreitkräfte, zumindest ohne umfangreiche Verbesserung durch Forschung, nicht viel ausrichten, erzielt ihr Vorstöße vor allem durch massierten Einsatz von Infanterie, die unter großen Verlusten angreifen, sich zurückziehen und weiteren Angreifern Platz machen. Idealerweise setzt ihr vorher schwere Artillerie ein. Deren berüchtigtes Trommelfeuer, das im Ersten Weltkrieg die immer selben Frontabschnitte in mondähnliche Kraterlandschaften verwandelte, wird im Spiel wie folgt simuliert: Jede Artillerieeinheit muss zunächst Munition ansparen (1 pro Runde, durch Forschung steigerbar), bis zu maximal 10 Salven – die weniger effektiven, ans Schienennetz gebundenen Eisenbahngeschütze können maximal 5 Salven bunkern und zudem nicht geupgradet werden. Diese Salven könnt ihr, wenn ihr wollt, in einer einzigen Runde abfeuern, wenn ihr wollt, aufs immer gleiche Ziel – das senkt Moral, Kampfbereitschaft, Verschanzungswert und irgendwann auch die Ist-Stärke. Spart ihr Salven auf, hilft die Artillerie auch in der Verteidigung (was sich auch unterbinden lässt). Alles in allem ist die Kriegsführung zu Lande also auf wenig mobile Abnutzungsschlachten ausgelegt.
 
Das Cambrai-Szenario behandelt die erste größere Panzerschlacht der Militärgeschichte, die 1917 stattfand.
Tank oder Land Raider?

Nur bei einer Kampfeinheit wirkt The Great War seltsam modern, zumindest optisch: Die Tanks (Panzer), die historisch zunächst auf alliierter Seite zum Einsatz kamen, ähneln stark den Land Raidern aus Warhammer 40K. Natürlich verhält es sich in Wahrheit umgekehrt: Die Games-Workshop-Designer entwarfen ihre SF-Schwergewichte nach dem optischen Vorbild der britischen Mark-II-Tanks, inklusive seitlich angebrachter Geschütze (in 40K: Laserkanonen). Die deutschen A7V-Panzer hingegen ähnelten eher einem fahrenden Stahl-Container. Überhaupt waren die frühen Stahlkolosse noch nicht vergleichbar mit der Durchschlagskraft der Panzerwaffe im Zweiten Weltkrieg – es fehlte ihnen vor allem an Geschwindigkeit und Reichweite. Aufgrund der ungefähr gleichen Kosten würden wir euch jederzeit empfehlen, lieber auf schwere Artillerie statt auf Panzer zu setzen. Auch Infanterie verändert bei Upgrades (auf die ihr im Forschungsmenü durch MPP-Einsatz quasi würfelt) ihr Aussehen, so werden aus deutschen Pickelhauben-Trägern Soldaten im Landser-Look. Die Einheitengrafiken sehen überwiegend nur semiprofessionell aus, die schwächeren Detachments werden größer dargestellt als die Korps. Auch bringt längst nicht jedes Upgrade neue Einheiten-Icons mit sich, am meisten Vielfalt gibt es bei den Flugzeugen.

Die Westfront 1916: Unsere überwiegend bereits aufgewerteten Infanteriekorps (grüner Look statt gelbe Pickelhauben) haben die französische Front im Süden aufgelöst und im Norden durchbrochen, Paris (gelb umkreist) ist nicht mehr fern.
JakillSlavik 17 Shapeshifter - 7100 - 12. April 2011 - 13:38 #

Irgendwie stehe ich dem ganzen Spiel relativ shizophren: Obwohl mir das Spielprinzip von jeher nie zugesagt hat und der erste Weltkrieg auch nicht so die Neuerung ist, so reitzt es mich. Zum Einen, weil die Begrenzung der Einheiten(vielfalt) aus historischen Gründen auch etwas für sich hat, zum anderen weil das Setting in meinen Augen nicht so überreizt ist, wie WWII, Vietnam oder aktuellere Themen.

Was mich genauso zwiegespalten trifft, ist die Grafik. Ich kann den Minecraft-Look oder Retro-Einlagen verzeihen, aber bei diesem Spiel 'graut' es mir wortwörtlich. Das Interface ist so gar nicht meins, sowie der Rest des Spiels. Da ich bei erstem Absatz schon so ins Wanken gekommen bin, mir das doch einmal anzuschauen, weiß ich jetzt wieder, warum ich mich von der Serie fern halte ~ die Präsentation.

Danke für den Artikel.

Vaedian (unregistriert) 12. April 2011 - 13:52 #

Wenn schon Retro-Look Strategiespiele dann doch bitte so: http://www.gamershell.com/static/screenshots/3870/59752_full.jpg

Diesem Strategic Command Gedöns kann ich mit seiner absichtlich biederen Grafik nichts abgewinnen, genauso wenig wie Hearts of Iron. Als wenns Preise dafür geben würde, extra häßlich und unzugänglich zu sein.

Ganesh 16 Übertalent - 5012 - 12. April 2011 - 14:18 #

Ich vermute mal, dass es bei SC ähnlich ist wie bei Paradox-Spielen: Die Ressourcen fließen einfach in andere Dinge: Historische Authenzität, komplexes Spielsystem und eine KI, die damit zurechtkommen soll. Von 'Absicht' kann also keineswegs die Rede sein, sondern von begrenzten Mitteln.

canuck97 11 Forenversteher - 685 - 12. April 2011 - 15:09 #

Also besonders unzugänglich ist es nun wirklich nicht. In vielerlei Hinsicht ist es gar deutlich simpler als zB das alte Panzer General. Die Komplexität entsteht in erster Linie aus den historischen Entscheidungen.

Vaedian (unregistriert) 12. April 2011 - 18:26 #

Äh... simpler als das alte Panzer General? Das geht nicht, denn dann wärs ja schon Starcraft! ;)

Klausmensch 14 Komm-Experte - 2206 - 12. April 2011 - 16:00 #

Auch 2D Grafik kann sehr schön sein. Das war hier aber wohl nicht beabsichtigt.

DaSt 09 Triple-Talent - 270 - 12. April 2011 - 17:41 #

so was hab ich mir auch grade gedacht. schade eigentlich

gnal 12 Trollwächter - 1080 - 12. April 2011 - 16:12 #

Die Serie braucht DRINGEND einen Enginewechsel. Da hatte sogar das Panzer General 2 von Anno 97 mehr zu bieten.

Rondidon 15 Kenner - 2899 - 12. April 2011 - 16:44 #

Die bräuchten nur einen neuen Grafiker. Eine 3D Engine wäre bei so einem Spiel nur störend.

Claus 29 Meinungsführer - - 119792 - 12. April 2011 - 21:48 #

1)
Ich würde die Level 1 Schlachtschiffe als "Dreadnoughts" bezeichnen, nicht aber als Schlachtkreuzer. Das sind eigentlich die Level 1 Kreuzer. Die korrekte Unterteilung ist also
Battleship level 0: Pre-Dreadnought Schlachtschiff (veraltetes Schlachtschiff)
Battleship level 1: Dreadnought-Schlachtschiff (modernes Schlachtschiff)
Cruiser level 0: Kreuzer / Panzerschiff
Cruiser level 1: Schlachtkreuzer

2)
die Preisgabe von Trient und Triest nimmt Italien keineswegs Final aus dem Spiel, es ist durchaus möglich, dass Italien im Verlauf des Spiels wieder "Blut leckt" bzw. nochmals sich dem Kriegseintritt nähert. Die Preisgabe ist also für die Mittelmächte alles andere als eine Garantie, dass von Italien keine Gefahr mehr ausgeht.
Gleichzeitig wird die Österreich-Ungarische Moral massiv durch die Gebietsabtretung beschädigt, so dass diese Entscheidung eigentlich kaum eine sinnvolle Strategie darstellen kann, als vielmehr eher ein Akt der reinen Verzweiflung. :)

3)
nach wenigen Spielen eine Aussage über die mangelnden finanziellen Mitteln zu machen ist, man möge es mir verzeihen, ist ein verzeihlicher Anfängerfehler. Auch wenn man in späteren Partien sicher ebenfalls nicht im Geld schwimmen wird, werden die beschränkten Ressourcen insbesondere in den ersten Partien zusätzlich und nachvollziehbarer Weise noch dadurch gebeutelt, dass man sich noch nicht in der neuen, 1914-1918 Realität eingefunden hat. Zumindestens ist das meine persönliche Erfahrung.

4)
bei dem Infokasten "Neue Truppentypen" fehlen die Pioniere, die nun nicht mehr Gräben (wie in den vorhergehenden Strategic Command Programmen) sondern regelrechte Festungen (a la Verdun) bauen.

5)
Die Entente ist meiner Meinung nach nicht bevorteilt. Das Problem für die Mittelmächte beginnt dann, wenn sie ihre Flotte "für nix" verheizt, was in allen Vorgängerspielen ja auch bislang noch kein Problem war.
Als Mittelmacht muss man hier (wie in Wirklichkeit ja auch) aber sehr, sehr gut überlegen, wann und unter welchen Umständen man seine Flotte gegen die Entente aussendet. Verlieren die Mittelmächte nicht "für nix" ihre Flotte, so kann die Nationale Moral sehr wohl reichen, erst Russland und anschließend Frankreich niederzuringen.
Das Auslaufen der deutschen Hochseeflotte will daher wohl überlegt sein. Das sich das Auslaufen dabei lohnen kann, ist ohne Frage. Nur muss man das Risiko gut kalkulieren. Gerne verweise ich dabei auf den von Battlefront veröffentlichten After-Action Report von der Partie eines gewissen Xwormwood gegen den Spieler Happycat.
http://www.battlefront.com/index.php?option=com_content&task=view&id=1791&Itemid=418
;)

6)
Es ist ja etwas gemein (pfui!) den Entwicklern tatsächlich vorzuwerfen, dass diese den Editor zusätzlich auch mit einer 2. Weltkriegs-Engine ausgerüstet haben. Man bekommt ein zusätzliches Feature ("Zitat: zwei Kriege zum Pres von einem"), so dass Modder die neuste und bislang beste Game-Engine auch für Ihre 1940er Weltkriegskampagnen verwenden könnnen, ohne dabei mit "Erster Weltkriegs"-Regelwerk genervt zu werden.
Durch diese Option müssen die jetzt nämlich nicht für jeden Einheitentyp etc. Änderungen manuel einfummeln, damit die Realitäten des 1940er Jahre auch korrekt wiedergegeben werden, sondern sie können ganz einfach zu Beginn ihrer Arbeit mit einem "klick" einfach ein Schalter betätigen, der dann alle Änderungen automatisch vornimmt. Der Editor mag ja sperrig sein, aber dieses Feature ist nun wirklich ein echtes Geschenk an die Modder-Szene.
Dazu gibt es ja demnächst per Patch auch noch eine "offizielle" 2. Weltkriegskampagne.
Daraus nun aber eine Art Vorwurf "...Offenbar traut Fury Software dem neuen Szenario selbst nicht so richtig..." zu konstruieren - in meinen Augen etwas zu harter Tobak.

Persönlich hätte ich das Programm nicht schlechter benotet als den Vorgänger. Dafür gibt es hier diesesmal einfach viel zu viele Detailverbesserung.

Was mir besonders gefällt:

Durch die Regeländerungen fühlt es sich wirklich wie "Erster Weltkrieg" an. Viele andere Spiele und Mods zu diesem Thema haben genau das nicht hinbekommen.
Die vielen, vielen historischen (teils unbekannten) Bilder und Informationen.
Die teilweise liebevoll auf alt getrimmten Soundeffekte (Spionage-Nachrichten werden jetzt beispielsweise von einem zittrigen, sehr alt klingenden "Biep-bi-bi-biep" begleit, und die Italienische Nationalhymne klingt, als würde sie grade von einer Schellack-Platte abgespielt.
Artillerie-Munition (bum-bum-bum, hignarhihi).
Die neuartigen Aufklärungsflüge.
RÜCKZUG-Kampfergebnisse (wie kann man die, MAN!, bloß als belanglos bezeichnen, nachdem genau dieser Möglichkeit seit Beginn der Strategic Command Reihe von vielen Spielern explizit gefordert wurde?
Der unbeschränkte U-Boot Krieg (einfach mal ausprobieren, das lohnt sich, hihi.
Die Nationale Moral (ja, perfekt ausjustiert mag das noch nicht sein, aber jetzt erst zählt jede Einheit wirklich was, während man in Vorgängerspielen überschüssige Einheiten gerne auch mal verheizt oder aufgelöst hat).

Auch wenn es sich meineletzten Zeilen möglicherweise wie Krtik angehört haben, so möchte ich dieses doch ausdrücklich von mir weisen.
Es bleibt dabei: ich liebe GamersGlobal dafür, dass hier auch solche Programme vorgestellt UND OBJEKTIV (jawoll!) getestet werden, die am breiten Massenmarkt total vorbeigehen. Für diesen Enthusiasmus UND diesen tollen Test (mein Lieblingssatz war übrigens: "auch das Auge kommandiert mit", ganz großes Kino!) kann ich einfach nur einen tun: den virtuellen Hut sehr tief ziehen und dabei (wieder) ganz, ganz lieb kuckend "Danke" seufzen-flüstern-murmeln.
:)

Jörg Langer Chefredakteur - P - 340524 - 12. April 2011 - 22:20 #

Danke für deinen umfangreichen Kommentar, zumal ich weiß, dass du in das Projekt involviert bist.

zu 1) Das steht ja auch genau so im Artikel :-)

zu 2) Ich hatte kein Problem mit der Triest-Variante. Einige Runden lang waren die Österreicher nicht mehr offensivfähig, und die Nationale Moral hat mir schon Sorgen gemacht. Am Ende aber betrug sie noch rund 30, als Frankreich und Russland kapitulierten. Deine Info, dass Italien trotzdem noch in den Krieg eintreten kann, möchte ich dir gerne glauben, nur betrug zum Kriegsende (Dezember 1916) meiner Partie deren Kriegsbereitschaft exakt 0, sodass ich hier einen Beweis bräuchte.

zu 3) Der relative Mangel liegt nachvollziehbar an dem "+100%"-Malus durch Experte. Ist ja nicht so, dass ich nicht mehrere Partien gestartet hätte, nur länger gespielt habe ich eben "nur" zwei.

zu 4) Korrekt, habe ich ergänzt.

zu 5) In der Theorie. In der Praxis habe ich durch gezieltes Verstärken meiner Flotte, Konzentration der U-Boote in der Nordsee und natürlich das KI-Verhalten die Royal Navy mit sehr geringen Verlusten vernichtet. Die Schiffe waren zwar angeschlagen danach, aber alle reparabel. Es gab ja keine Gegner mehr. Das aber sollte mir, historisch gesehen, nicht gelingen können: Das Deutsche Reich hatte ja bereits seit Jahren die Kriegsmarine dem Heer gegenüber bevorteilt, und war dennoch deutlich der britischen unterlegen. Wenn ich also gewinne, sollte danach meine Flotte ebenfalls so gut wie zerstört sein.

Claus 29 Meinungsführer - - 119792 - 12. April 2011 - 23:19 #

1) Au Weia! Ich doof, ich. Wie peinlich! :)
2) Hmm. Also passiert ist mir auf jeden Fall schon mal. Mag sein, dass mein Gegenspieler da mit Diplomatie und einigen glücklichen Diplomatie-Treffern (manchmals gibt es ja auch bis zu 30% Ergebnisse) nachgeholfen hat.
Gegen einen menschlichen Spieler habe ich es auf der anderen Seite nur sehr selten erlebt, dass die Mittelmächte Österreich-Ungarn diese national Katastrophe zugemutet haben. Defür werden die grade in den Angangsjahren des Konflikts in der Regel zu sehr von den Serben und Russen gerupft, als dass die sich dann noch einen so großen Nationalen Moral Verlust erlauben könnten.
3) Ok, ja klar, das erklärt es. Ich spiele meistens (oder fast ausschließlich) nur gegen menschliche Gegner (hierbei trumpft das Spiel wirklich ganz groß auf). Und da hat man es grade am Anfang seiner 1. Weltkriegskarriere gerne mal mit finanzielle Sorgen, da man die Preise für neue Einheiten und Truppennachschub noch nicht so vor Augen hat. Das ändert sich dann aber sehr schnell nach einigen Partien. Man lernt dann Schwerpunkte zu setzten, um die Frontlinie nicht in Gefahr zu bringen, da man unmöglich überall angreifen kann und alle Einheite wieder mit neuen Mannschaften auffüllen kann.
5) Ok, ok, bei der KI kann ich nichts vernünftiges zur Diskussion beitragen, da ich gegen die so gut wie gar nicht spiele bzw. gespielt habe. Ich hatte da mehr die Multiplayer-Sicht vor Augen. Ich spiele in der Regel nur noch Email-Partie) und verharre daher zu diesem Thema ab sofort in Demut und Schweigen. ;)

Jamison Wolf 17 Shapeshifter - P - 8190 - 13. April 2011 - 1:38 #

Ihr zwei seid mir schon ein paar Kriegsschlawiner. :) Macht echt Spass, die Veteranen zahlreicher Schlachten, hier die letzten Feinheiten noch ans Tageslicht zu zerren. Weiter so! ;)

volcatius (unregistriert) 13. April 2011 - 19:16 #

Das Szenario abseits von WK2 ist schon reizvoll, aber mir gefallen die wenigen Einheitentypen nicht.

Wird es auch einen Test zu Panzer Corps geben?

Earl iGrey 16 Übertalent - 5042 - 14. April 2011 - 0:16 #

Entente scheint überlegen? Das ist ein Skandal.

Sieht ansonsten lustig aus für Strategiefüchse. :)

Jörg Langer Chefredakteur - P - 340524 - 14. April 2011 - 8:59 #

Die Aussage steht unter dem Punkt Multiplayer...

Claus 29 Meinungsführer - - 119792 - 14. April 2011 - 20:35 #

einen hab ich noch:

der End-Screen, der lieblose
Zugegeben: ein Feuerwerk wird zum Schluss nun wirklich nicht abgefeuert, aber der End-Screen ist bislang der absolut beste in der gesamten Strategic Command-Reihe.

Da hier (wie an vielen anderen Stellen auch) aber häufig wechselnde Bilder verwendet werden, vermute ich mal, dass bei der / den Testpartien, die auch bis zum Ende gelangt sind, grade mal ein etwas nüchterneres Bild zu sehen war.

Ich hatte bislang ein Gemälde von der Kapitulationsunterzeichnung und das andere Mal einen historischen Zeitungsausschnitt der New York Times.

Fand ich beides eigentlich sehr nett. Insbesondere da vorher (z. B. beim direkten Vorgänger Global Conquest) ausser einer lahmen Mitteilung zum Ende des Spiels gar nix geboten wurde (ich hoffe, dass mich hier meine Erinnerung nicht trügt. Schluck).

:)

Tassadar 17 Shapeshifter - 7778 - 17. April 2011 - 3:59 #

Seite 2: "Wiederum schafft es der neuste Strategic-Command-Teil..." -> neueste

Jörg Langer Chefredakteur - P - 340524 - 17. April 2011 - 14:52 #

Kein Fehler.

Christoph 17 Shapeshifter - P - 6522 - 17. April 2011 - 20:59 #

Danke für diesen Test!

Das Spiel hatte ich gar nicht "auf dem Radar" und bin jetzt daher umso mehr erfreut über ein weiteres Runden-Spiel. Strategic Command 1 ist doch schon langsam alt, und der zweite Teil hatte mich weniger gereizt.

Also alter Erfahrungswert bestätigt: Auf GG vorbeizuschauen lohnt sich immer!

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