Test: Wasser statt Headshot

Real Heroes - Firefighter Test

Seid ehrlich: Wer von euch wollte als kleines Kind nicht auch Feuerwehrmann werden? Nichts draus geworden? Halb so schlimm, denn auf der Wii könnt ihr euch nun ausmalen, wie ein Leben im Dienst der Brandbekämpfer ausgesehen hätte. Doch ist das Ergebnis gelungen oder ein Spielspaß-Inferno? Wir haben uns der Feuerprobe gestellt.
Philipp Spilker 8. Dezember 2009 - 22:42 — vor 7 Jahren aktualisiert
Wii
Ruß und Asche fliegen durch die brennend heiße Luft, als wir im Malibu Canyon aus unserem Einsatzwagen steigen. In der Nähe ist ein Flächenbrand ausgebrochen, Familien verlassen fluchtartig ihre Häuser, Kinder schreien um Hilfe. Wir eilen durch Vorgärten dem Feuerherd entgegen und gelangen schon nach kurzer Zeit zu einem brennenden Gebäude. Eine Frau rennt uns entgegen, ruft: „Meine drei Kinder sind noch da drin! Bitte rettet sie!“ Wir lassen uns das nicht zweimal sagen, zücken unseren Schlauch und lassen die Flammen Wasser fressen. Langsam bahnen wir uns einen kleinen Pfad durch die roten Zungen und eilen in das obere Stockwerk, in dem die Kinderzimmer liegen. Dort oben, am Ende der Treppe, warten zwei Welpen, die sich vor Panik die Seele aus dem Leib kläffen. Kein Problem, denken wir uns. Wir werden uns gleich die Kinder schnappen und dann retten wir auch noch die Haustiere. Wäre doch gelacht, wenn wir das nicht schaffen … Was ist denn jetzt bitte los? Wir kommen nicht an den Hunden vorbei! Dabei sind sie gerade mal so groß wie unsere Stiefel. Solcherart zur bedingunglosen Tierliebe gezwungen, kehren wir ins Erdgeschoss zurück, entdecken Hundefutter in der Küche, bestechen die Kläffer. Jetzt erst ist der Weg frei. Zum Glück haben die Kinder überlebt ...

Noch geht es den Kindern an unserer Seite gut, aber die Flammen im Wohnzimmer kommen näher ...
 
Bestens gerüstet für ungewöhnliche Missionen
 
„Rettungsaktion scheitert fast an Welpen“. Das klingt so absurd, dass es eigentlich nur einem Spiel entsprungen sein kann. Und so ist es auch. Denn damit die Missionen in Real Heroes - Firefighter, dem ersten Retail-Spiel der Epicenter Studios, nicht zu monoton werden, stößt ihr mehrmals auf Aufgaben, die so im Leben eines echten Feuerwehrmannes wohl kaum vorkommen würden. Weil euer Job sonst wohl zu einfach wäre, nehmt ihr euch beispielsweise in einem lichterloh brennenden Kino noch die Zeit, einige Lieblingsfilme des Vorführers zu retten. Und gerne rennt ihr für eine Nachrichtenfrau todesverachtend noch ein zweites Mal in ein lichterloch brennendes Fernsehstudio -- um eine Kollegin zu retten? Nein, sie hätte gerne eine ihrer Trophäen. Realistisch ist das sicher nicht und ab und an schadet es auch der ansonsten gelungenen Atmosphäre, aber in der Tat: Es lockert den Spielablauf angenehm auf. Der nämlich besteht einen Großteil der Zeit vor allem daraus, dass ihr eifrig die B-Taste auf der Wii-Remote drückt.
 
Das ist auch nur logisch. Denn "B" bedeutet "Wasser Marsch“. Damit geht es dann durch Zielen mit der Fernbedienung den Flammen an den Kragen. Die A-Taste schaltet bei Bedarf zwischen Voll- und Nebenstrahl um. Ersterer eignet sich für den "Fernkampf", letzterer vor allem für das Nahgeplänkel mit der Feuersbrunst. Zusätzlich tragt ihr für Notsituationen auch noch einen Feuerlöscher mit euch, der jedoch nur halb so effektiv ist. Weitere Ausrüstungsgegenstände sind die Axt und das Halligan-Werkzeug. Erstere zerschmettert Gegenstände, letzteres stemmt Türen auf. Mit dem Steuerkreuz schaltet ihr jederzeit komfortabel durch euer Inventar. Und in besonderen Situationen überwindet ihr per Rettungssäge besonders hartnäckige Hindernisse oder hebelt mit einem hydraulischen Spreizer verklemmte Autotüren auf. Mit dem Nunchuk bewegt und duckt ihr euch währenddessen und ruft mit Hilfe der Minus-Taste laut „Feuerwehr“, um rettungsbedürftige Menschen zu orten und nicht minutenlang in der falschen Richtung zu suchen.
 
Wo guckst du?

Halligan, Spreizer und Schlauch machten uns nur selten Probleme bei der Bedienung, und sonderlich komplex sind die Steuerungsmöglichkeiten nicht gerade. Dennoch sieht optimale Kontrolle anders aus: Wann immer wir nämlich im Test unsere Axt benutzen mussten, um Bretter, Fenster oder Seile zu zerschmettern, taumelten wir danach zunächst für mehrere Sekunden unkontrolliert herum. Diese Sekunden brauchten wir, um unsere Fernbedienung nach den Schlagbewegungen wieder ruhig auf den Bildschirm zu zentrieren. Wenn das inmitten einer Feuersbrunst geschieht, ist das ein eher unpraktischer Nebeneffekt. Noch viel saurer aufgestoßen aber ist uns die Bedienung der Rettungssäge. Damit müsst ihr entlang von Pfeilen sägen, die auf dem Bildschirm erscheinen. Ob euch das schnell gelingt, ist allerdings aufgrund der sehr frickeligen Bewegungssteuerung eher eine Sache des Glücks als des Könnens. Mehrmals sind wir deshalb an missionskritischen Zielen gescheitert: nicht gerade ein befriedigendes Gefühl. Aber, immerhin, die Checkpoints waren fair gesetzt, wir konnten es bald erneut versuchen. Und das lohnte sich aufgrund der nicht unspannenden Missionen, über die wir auf der nächsten Seite berichten, auch.

Gute Steuerung, schlechte Steuerung:  Während uns links die Befreiung von Zivilisten aus Autos mit dem hydraulischen Spreizer gut gelingt, ist die Bewegungssteuerung der Kreissäge eine mittlere Katastrophe.

Pro4you 18 Doppel-Voter - 11630 - 10. Dezember 2009 - 1:25 #

Interessantes Game für zwischen durch würde ich mal aus dem Test entnehmen.

McFareless 16 Übertalent - 5556 - 10. Dezember 2009 - 2:58 #

Ja, hört sich nicht schlecht an, mein Geld würde ich dafür aber nicht ausgeben.

Christoph Hofmann Redakteur - 55130 - 10. Dezember 2009 - 6:24 #

Wenns eine PC-Version gäbe, würde ich mir das tatsächlich einmal anschauen. Tja, Chance verschenkt :).

Martin Thumann (unregistriert) 10. Dezember 2009 - 9:59 #

Die PC-Version hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel. Ist damals ziemlich zeitgleich mit Emergency 3 oder 4 erschienen. Letztere sind am PC dem Firefighter aber eindeutig vorzuziehen!

ichus 15 Kenner - 2987 - 10. Dezember 2009 - 21:04 #

Was mich immer auf der Wii stört ist die Grafik. Aber ich werde trotzdem mal reinschauen.

Jürgen (unregistriert) 19. Dezember 2009 - 17:36 #

Geiles Spiel macht echt Laune. Dass Ende eher gewöhnungsbedürftig. Cool sind die Sprüche.

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