Test: Cartoon-Action à la Pixar

Ratchet&Clank - A Crack in Time Test

Wer hat an der Uhr gedreht, warum ist es schon so spät? Das hier ist so ein richtiger Süchtigmacher: Nur noch ein Level, noch eine neue Waffe freischalten, ach komm, einer geht noch! Dazu kommt eine Cartoon-Grafik wie aus einem Pixar-Film. Es war dann auch 3 Uhr nachts, als die Abschlusssequenz dieser Gagparade über den Screen raste…
Mister G 9. November 2009 - 23:45 — vor 7 Jahren aktualisiert
PS3
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Und dabei fängt doch alles so harmlos an. Es dreht sich um den einen Ring, pardon, die Eine Große Uhr. Geschaffen, um Jahrtausende zu überleben, mitten im Weltall. Also „Plusminus 15-Meter“ wie Oberbösewicht Dr. Nefarious korrekterweise entgegnet. Und das obwohl „der Kerl doch sicher gar keinen Doktortitel hat. In was will der den einen Doktortitel haben? In Bösologie, in Stumpfsinnigkeit? In Tyrannei?“, wie Superheld Captain Quwark fragt. Ach so, haben wir schon erwähnt das die Eine Große Uhr von den „Zonys“ gebaut wurde? Ihr seid verwirrt, könnt diesen Humor noch nicht verdauen? Das ändert sich! Willkommen bei Ratchet und Clank - A Crack in Time. Am besten schaut ihr euch erstmal unseren wilden Video-Mitschnitt an:

Unser (ausnahmsweise nicht kommentiertes) Video zeigt einen sehr vielseitigen Level inklusive "Rückblenden" in die Vergangenheit: Dr. Nefarious greift einen Außenposten der Zonys an. Die haben urspürnglich für ihn mal die Eine Große Uhr gebaut -- nun will er sie aus dem Weg räumen.

 
Captain Quwark: Der Möchtegern-Held im Interview

Die Geschichte des mittlerweile siebten Serienablegers knüpft nahtlos an „Tools of Destruction“ und „Quest for Booty“ an. Es dreht sich also alles um einen Oberbösewicht, der die Welt unterjochen will, und ein Duo aus schieß- und hüpfwütigem Lombax-Fuchs (das ist Ratchet) und gewitztem Roboter (das ist Clank). Die Rolle des Oberböserichs reißt erneut das grimmige Großhirn Dr. Nefarious an sich, tatkräftig unterstützt von Lord Vorselon und seinen Vasallen. Schön: Die Macher von Insomniac Games skizzieren in einer richtig witzigen Interviewsitzung mit Möchtegern-Superheld Captain Quwark die Ereignisse vor „A Crack in Time“. Robo-Clank wurde nämlich von seinem Papa Dr. Nefarious entführt und Captain Quwark sucht nach Entschuldigungen, warum er ihn noch nicht gerettet hat. „Tja wissen Sie, als Superheld habe ich viele Verpflichtungen. Ich muss, ähm, die Welt retten, äh also im Film, Groupies Autogramme geben und sie so vor der Ohnmacht retten. Sie verstehen schon. Und ich musste ja meinen Film Holo-Mann drehen. Wollen wir nicht lieber darüber reden?“. Nein Danke, Mr. Möchtegern-Held! Das gibt er sogar zu, denn bald stürzt Quwark zusammen mit Ratchet auf einem Planeten ab. Leise murmelnder Kommentar des Captains: „Wie gut das Mutti mir eine Unterhose zum Wechseln eingepackt hat."

Wenn allles explodiert, aber kein Blut sondern mechanische Innereien spritzen – dann ist das feinste Familienunterhaltung.


Ratchet – Traum aller Schwiegermütter

Ratchet, der letzte der Lombax, ein Elitekrieger, strahlender Held und Traum aller Schwiegermütter rettet im ersten Level die Bewohner der Zolar-Wälder vom Planeten Quantos: Das mögen ein paar Phantasiebegriffe zuviel sein, doch die zugehörigen Charaktere und Schauplätze sind einfach nur wunderschön designt. Nicht wegen gestochen scharfer Texturen und fotorealistischer Umgebung wie bei Uncharted 2, sondern quietschbunt. Aber mindestens so atmosphärisch wie die guten unter den Pixarfilmen: Pralle Bäume, glitzerndes Wasser, eine Sintflut an Eindrücken. Mittendrin greifen die fiesen Zyphoiden den Stamm der harmlosen kleinen Fongoiden mit ihren Knubbelnasen und Zauberhüten an. Da fackelt Ratchet nicht lange -- gleich mal dem Gesocks mit dem Omni-Schraubenschlüssel einen drüber braten und Feinde mit der Partikelpistole zerstäuben. Serientypisch ist das ganze familiengerecht aufgemacht: Blut und Gedärme bleiben hier im Körper, stattdessen explodieren die Roboterfeinde und hinterlassen einen ganzen Haufen Bolts. Das sind Schrauben, Muttern und andere mechanische Teile -- manche von ihnen dienen als Munition, wieder andere sind Medipacks, die meisten aber schlicht Geld, mit dem ihr euch nach und nach zur Ein-Fuchs-Armee auszubauen. Nur, was hat es mit den bläulichen Blasen auf sich, in denen Plattformen wie in Zeitlupe bröseln und Vögel wie paralysiert in der Luft schweben? Ist tatsächlich die Zeit beschädigt, wie es der Titel vermuten lässt? Welcher Strolch hat an der Uhr gedreht? Wir werden es während der rund 12 Stunden dauernden Gagparade erfahren.
 
Dieses 3D-Jump&Run ist geprägt von Gags und erhebenden Momenten. Etwa, wenn Ratchet die Stadt der Fongoiden betritt. Zwischen kolossalen Mauern schlendern Bewohner durch die Gassen, tratschen, spielen auf allerlei abstrusen Musikinstrumenten. Einige wenige Augenblicke bleiben euch zum Herumlaufen und Entdecken, dann schiebt sich die Raumschiff-Armada des Lord Vorselon ins Bild. Roboter landen, feuern Sprengbomben, verbreiten Angst und Schrecken. Und wir sind als Ratchet mittendrin. Eine wilde Ballerei beginnt, mit der L1-Schultertaste zoomen wir heran, mit R1 drücken wir ab, Na ja, ein bisschen präziser dürfte das schon sein, die Shooter-Steuerung fühlt sich doch etwas  schwammig an. Da heißt es eher draufhalten und runterholen, was nicht von alleine auf den Boden der Tatsachen kommt. Oder eben den Schraubenschlüssel durch Drücken von L2 und gleichzeitiges Drücken von Quadrat wie einen Bumerang abfeuern. Aber obwohl das alles sich nicht so richtig kontrollierbar anfühlt, macht es einen riesen Spaß. Warum? Weil es ständig kracht, die zahlreichen Gegner in 1000 Einzelteile zerfallen und so Punkte bringen. Das entfaltet den gleichen Charme wie die Lego Indiana Jones-Spiele.


Die Zyphoiden – schwer bewaffnet und clever

Schön auch, dass die Angreifer keinen IQ von 5 haben, sondern meistens recht clever agieren. Sie wechseln ihre Angriffsmuster, merken, wenn wir ständig nur mit dem Schraubenschlüssel um uns hauen und verlagern ihre Einheiten dann eher in die Luft. Das nötigt zum Anpassen der eigenen Taktik, auch wenn die Gegner und späteren Bosse in keinem der drei Schwierigkeitsgrade unmenschlich schwer werden. GamersGlobal-Lesern empfehlen wir von Anfang an den höchsten Schwierigkeitsgrad, Nicht-Genre-Fans wählen mutig Mittel. Der leichteste Grad ist für alle, die gerade bei den Multimediamärkten dieser Welt für 239 Euro für eine PS3-Slim erstanden haben und Ratchet & Clank ihr erstes Konsolenspiel nennen. Mit anderne Worten: Übertrieben schwer ist dieses Spiel nicht.

Dr. Nefarious Armee besteht auf den unterschiedlichsten Robotern. Die einen rammen euch, die nächsten wollen euch mit der Kreissäge eine kostenlose Rasur verpassen. Natürlich nicht ohne permanent „Wir sind Freunde. Wir haben friedliche Absichten. Die Nachhut bringt den Kuchen mit“ in leicht abgehacktem Robotisch zu rufen. Da heißt es: Situation analysieren, klug reagieren, Deckung nutzen und immer wieder schauen, wo sich die Laser-Lasso-Fähigkeiten des Schraubenschlüssel-Bumerangs nützlich machen können. Die öffnet Türen, zieht Plattformen heran oder aktiviert Energiebarrieren, die nachrückende Roboterscharen grillt.

Was ist denn hier passiert? Dr. Nefarious schickt uns geklonte Quwarks entgegen…
Stefan1904 30 Pro-Gamer - P - 128500 - 10. November 2009 - 10:48 #

Der erste Teil war schon genial und die beiden Demos von Crack in Time haben auch viel Spaß gemacht, vor allem die Zeiträtsel.

PS: Beim Fazit im Wertungskasten haben sich zwei Fehler eingeschlichen. Beim Wertungsinfo steht "sorft" statt "sorgt", beim Fazit ist im letzten Satz glaube ich das "verwehren" zuviel. Im Einleitungstext ist ein "ist" zuviel ("Das ist hier ist..").

Jörg Langer Chefredakteur - P - 323796 - 10. November 2009 - 10:49 #

Danke, wir haben es korrigiert.

Robert Stiehl 17 Shapeshifter - 6035 - 10. November 2009 - 10:54 #

"A Crack in Time" läuft nativ nicht in 720p, dafür aber in konstanten 60 Frames pro Sekunde, was für solch ein Spiel heutzutage recht ungewöhnlich ist (sich dafür aber beim Spielen umso besser anfühlt).

Richard Leadbetter schreibt dazu in einem Insomniac-Special auf Eurogamer: "Similar to the last Ratchet game, we peg A Crack in Time at 960x704 in the final analysis, but the proprietary AA buffer merging technique does an astonishingly good job of creating the effect of native 720p, albeit with a slight blur."

Insomniac hat verkündet, dass zukünftige Titel nicht mehr in 60 FPS sondern 30 FPS laufen werden. Die Frame-Halbierung sei für die Ratchet-Serie nicht spielentscheidend und würde der nativen Auflösung und anderen Post-Processing-Effekten zu gute kommen.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 323796 - 10. November 2009 - 10:55 #

Danke für den Hinweis, aber da es keine 960x704-Displays gibt: Ist die Aussage relevant beziehungsweise unsere Aussage deshalb falsch? Es geht ja darum, dass das Spiel mit 720p besser aussieht als mit 1080p.

Robert Stiehl 17 Shapeshifter - 6035 - 10. November 2009 - 20:52 #

Eure Aussage ist nicht falsch. Meine Aussage liefert lediglich einen Grund (von einer ganzen Reihe), warum das Spiel mit 720p besser aussieht als mit 1080p.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 323796 - 10. November 2009 - 22:28 #

OK :-) Hab deine Info übrigens schon heute morgen in den Testkasten noch eingebaut.

Faticanus 10 Kommunikator - 391 - 10. November 2009 - 11:20 #

Irgendwas stimmt mit dem Satz nicht, da fehlt doch was: "Anschließend wird der rauchende Schädel mit explosiven Ballereien und Hüpfeinlagen von Ratchet. "

Jörg Langer Chefredakteur - P - 323796 - 10. November 2009 - 12:04 #

Habe das Spiel nicht gespielt, denke aber, ein "wieder abgekühlt." passt gut :-)

Anonymous (unregistriert) 10. November 2009 - 12:01 #

Ich glaube statt "Es dreht sich also alles um einen Oberbösewicht, der die Welt unterjochen will und einem Duo" sollte da
"... und ein Duo ..." stehen.

Ice Age ist nicht von Pixar, sondern von Blue Sky Studios.
(Ice Age erreicht keine Pixar-Qualität, so wie auch
Grosse Haie - kleine Fische von Dreamworks sie nicht erreicht).

Ratchet, der Traum aller Schwiegermütter? Ein Haustier
als Schwiegersohn?

Mr. Zurkon ist schon seit Tools of Destructions mit dabei, daher
irritiert mich der Absatz über ihn.

Mit etwas Glück kann das Spiel nachher spielen, das Paket aus
England ist unterwegs zur Auslieferung. Hoffentlich bleibt
es nicht bei einer Abholkarte für morgen.
(Obwohl - auf der PS3 ist gar kein Plattenplatz mehr frei, arghhh).

Hoffentlich keine Abholkarte für morgen ...

Jörg Langer Chefredakteur - P - 323796 - 10. November 2009 - 12:04 #

Ice Age und den Grammatikfehler habe ich korrigert, besten Dank!

Deine Schwiergsohn-Anmerkung kann ich nicht ganz nachvollziehen, seit wann ist das wörtlich zu verstehen? Und zum Zurkon-Abschnitt: Du darfst nicht von dir ausgehen, als jemand, der offensichtlich die Serie sehr gut kennt. Der Text muss auch für Neueinsteiger verständlich sein.

JoeMeek 10 Kommunikator - 384 - 17. November 2009 - 15:05 #

Und noch so ein Spiel, das ich auf meiner neuen PS3 ausprobieren muss (ich hoffe, es gibt ne Demo!) - wenn ich nur mehr Zeit hätte...

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