Police Tactics - Imperio Test

Das Syndikat schlägt zurück

Thomas Schmitz / 8. September 2016 - 20:21 — vor 33 Wochen aktualisiert
Steckbrief
MacOSXPC
Strategie
Echtzeit-Strategie
ab 6 freigegeben
12
Cyberphobx
Astragon Entertainment
07.09.2016
Link
Amazon (€): 13,94 (PC)
Als junger Polizeichef sollt ihr in einer US-amerikanischen Stadt für Recht und Ordnung sorgen. Doch das ist einfacher gesagt als getan. Wir sind auf Verbrecherjagd gegangen.
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Alle Screenshots stammen von GamersGlobal

"Eine Messerstecherei im Stadtzentrum." – "Ein Aufruhr in der Altstadt." – "Eine Geschwindigkeitsübertretung wurde gemeldet." – "Raubüberfall im Randbezirk." Die Einsatzmeldungen plärren pausenlos durch unser Funkgerät, die Leitstelle hat eine Menge zu tun in dieser namenlosen US-amerikanischen Stadt, in der wir für Recht und Ordnung sorgen müssen – und durch die wir seltsamerweise auch deutsche Polizeiautos schicken dürfen. Police Tactics - Imperio, das neueste Spiel des ungarischen Entwicklungsstudios CyberphobX,  hält uns ganz schön auf Trab.

Wir spielen den jungen Harvey Croft, der nach einem Attentat auf Bürgermeister Peterson die Nachfolge des beim Anschlag getöteten Polizeichefs Reese antritt. Harveys Vater, John Croft, starb vor 20 Jahren beim Einsatz gegen das Verbrechersyndikat Imperio. In den vergangenen 16 Jahren war Ruhe in der Stadt, doch die Kriminalitätsrate steigt, die Bürger sind verunsichert. Jetzt sind wir an der Reihe. Diese Geschiche wird uns zu Beginn des Spiels in einem Comic erzählt. Das ist nicht unbedingt eine neue Idee, funktioniert aber.

Tutor Aaron Smith

Diese Einbrecher haben wir auf frischer Tat ertappt und festgenommen.
Nach dem Spielstart sehen wir zunächst unsere Polizeiwache im Bezirk Stadtmitte. Der freundliche Polizist Aaron Smith nimmt uns unter seine Fittiche und lehrt uns im umfangreichen, manchmal überfordernden Tutorial erst einmal, wie wir Nachwuchspolizisten rekrutieren, Fahrzeuge kaufen, Patrouillen einrichten und – ganz wichtig – Verbrecher schnappen. Möchten wir einen der Tutorial-Texte später noch mal nachlesen, müssten wir allerdings ein neues Spiel starten, denn ein Glossar gibt es nicht und das Handbuch, das es bei Steam im PDF-Format gibt, ist auch nicht sehr aussagekräftig.

Das Geschehen in Police Tactics - Imperio, das wir wie in einem Echtzeitstrategie-Spiel üblich mit Maus und Tastatur kontrollieren, wird in einer Draufsicht gezeigt, die wir drehen und zoomen können – jedoch nicht immer weit genug heraus. Für eine bessere Übersicht bietet sich die Strategiekarte an, die wir im späteren Spielverlauf vor jedem Einsatz nutzen. Nur in ihr erkennen wir problemlos, welche Einheit dem Tatort am nächsten ist. So zu spielen ist zwar nicht hübsch, aber wirklich schön ist die Spielgrafik ja auch nicht.

Im Norden herrscht Unsicherheit, das erkennen wir auf der Strategiekarte.
Unsere Jungpolizisten schicken wir erstmal auf Streife, entweder zu Fuß oder mit dem Auto. Mit wenigen Mausklicks legen wir ein Wegenetz für Patrouillen an. Entdecken die entlang der Route ein Verbrechen, handeln sie selbstständig und kehren hinterher auf ihre Route zurück. Ziehen wir unsere Polizisten händisch von der Streife zu einem Einsatzort ab, müssen wir ihnen später auch wieder diese Patrouille zuweisen. Das geschieht dann nicht mehr automatisch. Durch jedes gelöste Verbrechen verbessern sich unsere Angestellten. Erreichen sie eine neue Stufe, sollten wir sie befördern. Dann verdienen sie zwar mehr Geld, aber sie sind auch schlagkräftiger. Spätestens nach der dritten Beförderung, nämlich beim Übergang von Stufe drei auf vier, müssen wir die Einheit spezialisieren. Wir haben die Auswahl zwischen Streifenpolizist, Spurensicherung, Kriminalpolizist, Bereitschaftspolizist, SEK-Mitglied und verdecktem Ermittler.

Kompetente Polizisten

Ständig passiert in der Stadt etwas. Wir bekämpfen Drogendealer, Vandalen und Messerstecher, müssen nach Raubüberfällen oder Einbrüchen Spuren sammeln und Zeugen befragen, mit verdeckten Ermittlern Informanten aushorchen oder mit den schwer gepanzerten Bereitschaftspolizisten Unruhen eindämmen. Die Einsätze laufen immer nach dem gleichen Muster ab. Per Funkspruch erhalten wir Kenntnis von einer Straftat, ein farbiges Symbol zeigt uns, wo das Verbrechen stattfindet und welche Einheiten benötigt werden. Ist das Symbol beispielsweise blau, sollten wir Streifenpolizisten schicken, bei Rot ist die Spurensicherung gefragt.

Sogenannte Kompetenzpunkte zeigen uns sofort, wie unsere Chancen auf den Erfolg stehen. Schicken wir Frischlinge zu einem Raubüberfall, könnte es sein, dass der Fall nicht gelöst wird. Es bringt auch nichts, den Spurensicherer Zeugen befragen zu lassen, weil er darin nicht ausgebildet ist. Bei Auseinandersetzungen können unsere Polizisten verletzt werden, schlimmstenfalls sind sie sogar eine Zeitlang dienstunfähig. Spätestens bei den aufkeimenden Unruhen wird man damit Bekanntschaft machen, denn das Spiel erlaubt uns nur eine viel zu kleine Bereitschaftspolizei-Einheit. Um solche Unruhen zu beenden, schicken wir also unsere komplette Belegschaft in den Kampf – mit der Folge, dass hinterher die Hälfte im Krankenhaus liegt, und das sogar schon auf dem niedrigsten der drei Schwierigkeitsgrade.
 
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Die Spurensicherung (rot) untersucht den Tatort eines Raubes, die Kripobeamtin (braun) befragt anschließend Zeugen.
 
Christoph Vent Redakteur - P - 130578 - 8. September 2016 - 20:21 #

Viel Spaß beim Lesen!

doom-o-matic 15 Kenner - P - 3983 - 8. September 2016 - 21:37 #

Dazu faellt mir nur ein "whoop whoop - it's tha sound of tha police!"

Peter Peter (unregistriert) 8. September 2016 - 22:01 #

Und warum? Weißt du worum es in dem Lied geht? Ich unterstelle dir nicht, dass du es nicht weißt. Aber ich habe den Test auch gerade gelesen und frage mich ernsthaft, warum dir (nur) das dazu einfällt?

OTK 10 Kommunikator - P - 472 - 8. September 2016 - 23:21 #

Das Thema "Polizei" hat so viel Potenzial. Trotzdem gibt es zu diesem Thema bislang nur den letzten Schrott auf dem Markt. Für mich nicht nachvollziehbar. Zurzeit sind ja viele Polizei-Spiele in Planung/Arbeit, die mehr oder weniger hoffen lassen: "Police 1013", "Responding", "Identity" oder "Modern Law". Bis vor Kurzem hatte ich auch noch Police Tactics Imperio auf dieser Liste, das sich nun leider auch in die Schrott-Riege einreiht.

Noodles 22 AAA-Gamer - P - 33154 - 9. September 2016 - 0:54 #

L.A. Noire ist ein gutes Polizeispiel.

Harry67 14 Komm-Experte - P - 2471 - 9. September 2016 - 5:47 #

Jupp!

Kirkegard 19 Megatalent - 15643 - 9. September 2016 - 8:45 #

So isses!

OTK 10 Kommunikator - P - 472 - 9. September 2016 - 9:44 #

Stimmt. Ich meine auch eher Spiele, die den Polizei-Alltag widerspiegeln. In denen du Streife fährst oder Funkwagen auf Patrouille schicken kannst und im Laufe des Spiel auf zufällige, mehr oder weniger herausfordernde Callouts oder unerwartete Geschehen reagieren musst. Solche Spiele gibt es nicht. Jedenfalls keine, die wirklich gut sind.

Thomas Schmitz Freier Redakteur - 3082 - 9. September 2016 - 1:01 #

Naja, als Schrott würde ich es nicht bezeichnen. Es macht durchaus Spaß, wie ich ja auch schrieb. Und wenn man die Bugs und die schwache Bedienung verschmerzen kann, wird man echt gut unterhalten.

Lencer 14 Komm-Experte - P - 2565 - 9. September 2016 - 7:43 #

Aber Du hast Deine Gründe, dem Teil eine 6.0 zu geben. Damit ist es definitiv nur Mittelmaß und nur für die größten "Polizei-Freunde" interessant. Daher kommt es leider auch für mich nicht in Frage.

Mersar 13 Koop-Gamer - P - 1355 - 14. September 2016 - 15:54 #

Versuch Dir die Police-Quest Reihe (1-4) anzuschaffen (laufen alle einwandfrei im DOS-Emulator). Wenn Du auf neueste Grafik verzichten kannst, dann hast Du hier vier Spiele mit großartigem Spielerlebnis (wobei PQ4 gegenüber den drei Vorgängern schon ziemlich abfällt).

Drugh 15 Kenner - P - 2991 - 9. September 2016 - 6:22 #

Als ich "Das Syndikat schlägt zurück" im Titel las, dazu die isometrische Sicht vom Teaserbild sah, keimte in mir für einen Moment die Hoffnung auf, das wäre ein Syndicate ähnlicher Titel in der Moderne. Naja, leider nicht, aber der Test war gut.

Gaznash (unregistriert) 9. September 2016 - 7:43 #

Wenn du ein ähnliches Spiel wie Syndicate suchst, schau dir mal "Satellite Reign" an.

Zaunpfahl 19 Megatalent - P - 14771 - 9. September 2016 - 10:12 #

Danke für den Test, ich hatte schon mit so einem Ergebnis gerechnet. Ich werd mal noch 2-3 Wochen mit dem Kauf warten, vielleicht patchen sie die gröbsten Macken ja noch raus. Auch wenn Astragon bislang nicht für die beste Produktpflege bekannt ist, hoffen kann man ja mal.
Ich würde mich als Fan der Emergency-Serie jedenfalls mal in die Kategorie der Wertungs-Aufwerter zählen und bei einem 20€ Titel bin ich auch durchaus bereit ein paar Macken zu verschmerzen.

PraetorCreech 15 Kenner - P - 3546 - 9. September 2016 - 10:54 #

Ich sehe es genauso wie Du. Anscheinend gibt es ja ein paar störende Punkte, die relativ einfach abzustellen sind, hoffentlich wird es gemacht. Die Designschnitzer wie fehlender Wiederspielwert und Missionen nach Schema F verschmerze ich bei einem 15-20€ Titel. Ich muss das Spiel ja nicht durchspielen und vor allem nicht am Stück, wenn ich 5 bis 10 Stunden über ein paar Wochen verteilt richtig Spaß habe, lohnt sich die Investition doch schon.

Thomas Schmitz Freier Redakteur - 3082 - 9. September 2016 - 11:02 #

Das Durchspielen geht aber eigentlich recht flott, wenn man dranbleibt. Ich empfehle dennoch, zunächst das Spiel im einfachen Modus zu starten, damit man frustfrei versteht, was man machen muss. Nach zwei, drei Stunden kann man dann ja nochmal von vorne anfangen im höheren Schwierigkeitsgrad. Dann wird es stellenweise echt fordernd.

Ich werde es auf jeden Fall noch nicht von der Platte löschen und bestimmt zwischendurch immer wieder mal ein halbes Stündchen spielen.

PraetorCreech 15 Kenner - P - 3546 - 9. September 2016 - 16:57 #

Mir reicht ganz sicher der unterste Schwierigkeitsgrad. Meine Tochter reduziert seit 1 1/2 Jahren meine freie Spielzeit ganz erheblich, ein Spiel, das ich stundenweise über mehrere Wochen verteilt spielen kann, kommt mir da gerade recht. Ob es dann beendet wird, oder ob ich in Woche drei nach effektiven 10 Stunden Spielzeit aufhöre, ist eigentlich auch egal :)

Triton 16 Übertalent - P - 5596 - 9. September 2016 - 12:22 #

Also ich habe es mir gleich zum Release gekauft und habe das bekommen womit ich gerechnet habe. Die Wertung finde ich schon ein wenig zu niedrig. Ich spiele auf Mittel und komme recht gut klar. So unterstützte ich die Bereitschaftspolizei mit Streifenpolizisten, so habe ich selten Verletzte.

Viele Bugs sind mir auch nicht aufgefallen, mal eine Straftat die in einem Haus "steckt" und daher die Polizei nicht eingreift. Auch finde ich die Einleitung auch nicht nervig, wobei ich einiges nur überflogen habe. Dennoch komme ich gut klar mit dem Management des Spiels.

Thomas Schmitz Freier Redakteur - 3082 - 9. September 2016 - 17:20 #

Kann es vielleicht sein, dass du bei der "Straftat, die im Haus steckst" eine meinst, bei der die Täter schon abgehauen sind? Dann einfach in der Nähe des Tatorts eine Straßensperre errichten. Mit etwas Glück gehen dir die offenbar sehr dummen Täter doch noch in die Falle.

Falls es das ist: Das wird im Spiel einfach nicht gut erklärt.

Triton 16 Übertalent - P - 5596 - 9. September 2016 - 20:08 #

Habe es mal getestet und Du hat recht, Straßensperre und dann kam er wieder und wurde geschnappt. Gut das es noch dumme Täter gibt. ;)

akoehn 14 Komm-Experte - P - 2580 - 9. September 2016 - 19:39 #

Danke für
- den sehr schönen Test
- die Anmerkungen in den Kommentaren

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