Test: Ein ungleiches Paar

Of Orcs and Men Test

Orks gelten als finstere, immer schlecht gelaunte Gesellen. Deshalb halten sie in Videospielen häufig als das ideale Feindbild her. In Of Orcs and Men sollen wir ausgerechnet eine dieser Grünhäute spielen – zusammen mit einem grimmigen Goblin als Sidekick. Warum das trotzdem Spaß macht, erfahrt ihr in unserem Test.
Christoph Vent 19. Oktober 2012 - 8:46 — vor 5 Jahren aktualisiert
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Alle Screenshots stammen von GamersGlobal

Nach dem letzten, verheerenden Krieg mit den Orks lässt Imperator Damokles zum Schutz der Menschheit eine riesige Mauer errichten. Damokles ist aber nicht etwa der Gute auf dem iserischen Kontinent, sondern der Aggressor, der alles versucht, um die grünen Gesellen auszurotten und sein Reich in den Süden zu erweitern. Zudem versucht er, die Zwerge und die Elfen als Unterstützer seines grausamen Vorhabens zu gewinnen. Die Orks hingegen möchten genau das verhindern und fassen einen Plan, der von der Grundidee kaum einfacher sein könnte: Der Imperator muss sterben.

An dieser Stelle beginnt Of Orcs and Men, das neue Action-Rollenspiel der französischen Cyanide Studios, die zuletzt mit dem RPG zu Game of Thrones (GG-Test: 6.5) auf sich aufmerksam machten. Als Ork Arkail aus dem Stamm der Blutkiefer sollt ihr auf die andere Seite der Mauer gelangen und euch bis auf die Insel der Klagen vorkämpfen, den Sitz des Imperators. Leichter gesagt als getan, denn kurz mal an die Tür klopfen und um Durchlass bitten, lässt nicht auf Erfolg hoffen. Daher trefft ihr euch nach einem ersten kurzen Tutorial mit Styx, der fortan euer Begleiter sein wird und zu dem ihr jederzeit per Tastendruck wechseln könnt. Styx ist ein kleiner Goblin, der allerdings bis auf die Optik nicht viel mit anderen Geschöpfen seiner Art gemein hat. Als vielleicht einziger Zivilisierter seiner Art bewegt er sich nicht auf allen Vieren fort und kann darüber hinaus sprechen. Trotzdem sind sich die beiden trotz der gemeinsamen Hautfarbe von Anfang an nicht grün: Arkail möchte die Mauer passieren und den Imperator töten, Styx hingegen nur seine Belohnung kassieren.

Indirektes KampfsystemDas Kampfsystem in Of Orcs and Men gestaltet sich indirekt. Aus Kreismenüs wählt ihr in den Kategorien Offensive, Verteidigung und Spezial für jeden der beiden Antihelden bis zu vier (aus je sechs) Attacken aus, die sie im Folgenden ausführen. Öffnet ihr eines der Menüs, wird das Geschehen stark verlangsamt, aber trödeln solltet ihr trotzdem nicht, sonst führen eure Helden Standardattacken aus. Angriffs- und Abwehraktionen plant ihr für beide Protagonisten unabhängig voneinander, Aktionen aus der Spezialkategorie erfordern hingegen Teamwork. Damit Arkail sich etwa heilen kann, benötigt er von Styx die nötige Medizin. Liegt der Goblin also gerade bewusstlos am Boden, müsst ihr ihn mit Arkail zunächst wiederbeleben, damit der Ork sich schließlich selbst heilen kann.

Arkail und Styx weisen deutliche Unterschiede auf. Der Ork ist fürs Grobe zuständig und stellt den idealen Frontkämpfer dar. Sein Repertoire besteht aus schnellen und starken Nahkampfangriffen sowie einem Rundumschlag, der mehrere Feinde in einem gewissen Umkreis gleichzeitig schwächt – sofern sie den Angriff nicht blocken. Darüber hinaus verfügt er über eine Wutleiste, die sich im Kampf kontinuierlich füllt. Ist das Maximum erreicht, verfällt er ohne euer Zutun in einen Berserkermodus, in dem er mehr Schaden als gewöhnlich austeilt. Aber Vorsicht: Er macht dabei auch vor Styx nicht Halt, wenn der zu nah bei ihm ist. Während seines Blutrauschs lässt sich Arkail zudem nicht mehr kontrollieren und wehrt feindliche Angriffe nicht mehr ab. Schlimmer noch: Hat er sich beruhigt, ist er für wenige Sekunden kampfunfähig. Zwar stehen über das Auswahlmenü Aktionen zur Auswahl, die seine Wut senken. Sind allerdings nur noch wenige Gegner übrig, solltet ihr der Wut im wahrsten Sinne des Wortes freien Lauf lassen.

Styx spielt sich im Gegenzug deutlich agiler, aber auch defensiver. Mit seinen Dolchen, die er auch als Wurfgeschosse einsetzt, solltet ihr bevorzugt aus der zweiten Reihe oder gegen schwach gepanzerte Gegner wie Armbrustschützen kämpfen. Befinden sich diese auf einer erhöhten Position, die Styx eigentlich nicht erreichen kann, kommt das Teamwork der beiden Protagonisten zum Tragen. Dann schnappt sich Arkail Styx und wirft ihn auf einen weit entfernten Gegner. Im Idealfall ist der Feind jetzt betäubt, aber selbst wenn nicht, macht ihr mit ihm kurzen Prozess. Solche Aktionen könnt ihr aber nicht spammen, denn der Goblin verbraucht bei jedem stärkeren Angriff Konzentration. Ist die aufgebraucht, müsst ihr notgedrungen auf Standard- oder Defensivattacken ausweichen. Auch wenn sich Styx' Konzentrationsleiste schnell wieder auffüllt, bringt dieser Aspekt taktische Finesse in die Kämpfe, da ihr nicht eine starke Attacke nach der anderen ausführen könnt. Das führt dazu, dass ihr mit Styx von vornherein – und damit gänzlich anders als mit Arkail – defensiver vorgehen müsst.

Taktische Stealth-Einlagen
Mit Styx schleichen wir uns unbemerkt an Wachen heran. (360)
Insgesamt gestalten sich die Kämpfe gegen Menschen, wilde Goblins und sogar versklavte Orks nicht nur taktisch, sondern schon auf dem zweiten der vier Schwierigkeitsgrade fordernd. Das liegt aber nicht an einer besonders ausgeklügelten KI: Eure Gegner stürmen zumeist stupide auf euch zu und lassen sich häufig durch simples Weglaufen austricksen. Der Anspruch in den Kämpfen entsteht viel mehr durch die Masse der Feinde. Des Öfteren trefft ihr auf bis zu zehn oder mehr von ihnen gleichzeitig. Blindes Hineinstürmen in die Gruppe endet daher sehr schnell mit dem Tod des Heldenduos. Ärgerlich sind sporadische Bugs, so können euch die Bolzen eines Armbrustschützen manchmal durch Wände oder andere Hindernisse hindurch treffen.

Styx darf sich tarnen, um sich nahezu unsichtbar durch die Gebiete zu bewegen. Arkail bleibt währenddessen an seiner Position zurück, um nicht unfreiwillig für Aufmerksamkeit zu sorgen. Getarnt schleicht ihr euch unbemerkt von hinten an Wachen heran und meuchelt sie hinterrücks wie Sam Fisher. Ganz gefahrlos ist das lautlose Töten aber nicht: Während des hinterhältigen Dolchangriffs wird Styx kurz sichtbar, zudem können patrouillierende Hunde ihn riechen und aufspüren. Ihr solltet euch also vorher einen Überblick verschaffen und geplant vorgehen. Einige wenige Gebiete lassen sich auf diese Weise komplett freiräumen, früher oder später werdet ihr aber me
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ist doch erwischt und wechselt in den offenen Kampf.

Wie auch in anderen Action-Rollenspielen erhaltet ihr nach der erfolgreichen Säuberung eines Areals Punkte, die Arkail und Styx im Level aufsteigen lassen. Mit Attributspunkten erhöht ihr beispielsweise die Kampfstärke von Arkail oder die Ausdauer von Styx. Und mit Fähigkeitspunkten bringt ihr den beiden neue Aktionen für den Kampf bei. Stehen euch zu Spielbeginn nur wenige Offensiv- und Verteidigungsaktionen zur Verfügung, erhöht ihr die Anzahl schnell mit jedem Rangaufstieg. Darüber hinaus lassen sich einmal erlernte Fähigkeiten verbessern. Entscheidet ihr euch für die Aufwertung eines Angriffs, müsst ihr euch entscheiden: es stehen zwei Möglichkeiten zur Verfügung. Oft habt ihr die Wahl zwischen einer höheren Wahrscheinlichkeit zur Destabilisierung beziehungsweise der Betäubung eines Gegners oder einem höheren Schaden. Die Entscheidung ist endgültig. Deshalb solltet ihr möglichst früh im Spiel die unterschiedlichen Vorgehensweisen abwägen und darauf basierend eure Entscheidungen in der Charakterentwicklung treffen.
Im Kampf füllt sich Arkails Wutleiste. Ist diese voll, verfällt er in den Berserkermodus, in dem er die Kontrolle verliert. (360)
Jörg Langer Chefredakteur - P - 349052 - 19. Oktober 2012 - 9:03 #

Viel Spaß beim Lesen!

mihawk 19 Megatalent - P - 13329 - 19. Oktober 2012 - 11:42 #

Of Orks and Men -> Of Orcs and Men
Repititives -> Repetitives

Iceblueeye 15 Kenner - - 2935 - 19. Oktober 2012 - 19:10 #

Seite 2 Bildunterschrift des Grafikvergleichs: Die beiden Versionen geben sich kaum etwas > die beiden Versionen "nehmen" sich kaum etwas.

BFBeast666 14 Komm-Experte - 2062 - 19. Oktober 2012 - 9:06 #

"Entscheidet ihr euch für die Aufwertung eines Angriffs, müsst ihr euch stehen euch zwei Möglichkeiten zur Verfügun"

Maulwurfn Community-Moderator - P - 15537 - 19. Oktober 2012 - 9:08 #

Könnte etwas sein für das nächste Sommerloch.

BruderSamedi 16 Übertalent - P - 4863 - 19. Oktober 2012 - 9:24 #

Danke für den Test. 12 Stunden Spielzeit klingen hier eher wie ein Vorteil nach dem Motto "kurz und schmerzlos", außerdem steigert das die Chance auf einen zweiten Durchlauf mit anderer Skillung. Ich werd's mal im Hinterkopf behalten für eine der nächsten Verkaufsaktionen.

Kirkegard 19 Megatalent - 15837 - 19. Oktober 2012 - 9:30 #

Cyanide wird immer besser, sie haben sich jetzt schon auf eine 7.0 Wertung hochgekämpft. Steigerungsfähig ;-)

Maik 20 Gold-Gamer - - 22043 - 19. Oktober 2012 - 10:08 #

Gut Ding will Weile haben. Also könnte es noch ein paar Jährchen dauern, bevor eine 9.0 bei GG rauskommt.

mpa 13 Koop-Gamer - P - 1587 - 19. Oktober 2012 - 10:10 #

Sie sind um 0,5 Punkte abgefallen.
http://www.gamersglobal.de/test/blood-bowl

Pitzilla 18 Doppel-Voter - - 11573 - 19. Oktober 2012 - 9:38 #

Hört sich besser an, als vermutet. Im Moment erscheint zu viel besseres, aber das nächste Sommerloch kommt bestimmmt.

VanillaMike 14 Komm-Experte - 1875 - 19. Oktober 2012 - 9:51 #

Das kommt auf meine "To-Play" Liste!!

mihawk 19 Megatalent - P - 13329 - 19. Oktober 2012 - 11:44 #

Hört sich ganz spaßig an, aber momentan hab ich eh keine Zeit dafür. Vielleicht beim nächsten Sale auf Steam :)

Guldan 17 Shapeshifter - P - 8355 - 19. Oktober 2012 - 12:00 #

Auf der Liste hatte ich es aber momentan hab ich genug zu tun, wird wie Game of Thrones für 10 Euro im Sale geholt.

Darth Spengler 18 Doppel-Voter - 9293 - 19. Oktober 2012 - 16:15 #

Die Story riecht extrem nach Warcraft ^^

Iceblueeye 15 Kenner - - 2935 - 19. Oktober 2012 - 19:07 #

Seh ich ähnlich wie die meisten hier. Wird gekauft wenns mal günstiger ist. Ich hatte es zwar schon auf dem Schirm seit es angekündigt wurde weil ich die Grundidee cool finde. Aber 12 Stunden Spielzeit find ich nen bisschen kurz für nen RPG.

floppi 22 AAA-Gamer - P - 34343 - 19. Oktober 2012 - 20:01 #

Seit langer Zeit mal wieder ein Titel, den ich zu Release kaufen würde, wenn ich mehr Zeit hätte. Schade. Sieht sehr spaßig aus, reizt mich sehr.

. 21 Motivator - 27828 - 20. Oktober 2012 - 12:21 #

Danke für den Test. Wollte mir vor Halo4 eigentlich kein Spiel mehr holen, aber hier werde ich wohl nochmals schwach.

Charlie 11 Forenversteher - 610 - 20. Oktober 2012 - 13:39 #

Find ich richtig gut, mal was neues.

Makariel 19 Megatalent - P - 14206 - 21. Oktober 2012 - 6:52 #

Kommt auf meine to-play-liste, aber derzeit saugt XCom 99% meiner Spielzeit auf und ich hab noch nichtmal Dishonored gestartet...

Marcelkagi 10 Kommunikator - 457 - 21. Dezember 2012 - 14:44 #

Ich will daß haben , ist ein muss für Rollenspiel Freunde

Endamon 15 Kenner - 3900 - 5. Mai 2013 - 22:18 #

Ich finde die erste Stunde zwar sehr Dialog-Lastig aber doch auch atmosphärisch, der Test macht auf jeden Fall Lust, das Ganze zu Ende zu spielen.

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