Test: Schieß' auf die Moral

Modern Warfare 2 Test

Noch etwas realistisch-beklemmender ist Teil 2 geworden. Aber ist Modern Warfare 2 spielerisch so genial wie der Vorgänger? Nach geschätzt 8.000 gezielt getöteten Pixelfiguren, sieben willentlich gemeuchelten Schäferhunden und zwei abgemurksten Hühnern (versehentlich!) sind wir schlauer. Unsere Antwort ist ein klares „Ja, aber ...“
Harald Fränkel 9. November 2009 - 11:36 — vor 7 Jahren aktualisiert
PC 360 PS3
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"Aufwachen, los! Die kommen, um dich zu holen!“, brüllt Captain Soap MacTavish seinem Schützling Gary „Roach“ Sanderson zu. Der liegt benommen zwischen Müll und Dreck in einem Elendsviertel von Rio de Janeiro, nachdem er einen Sprung von einem Dach vergeigt hat. Durch einen blutigen Schleier sehen wir mit den Augen des Sergeanten, dass in einer Gasse mehrere bedrohliche Schatten an der Wand tanzen. „Es sind zu viele!“, kommentiert unser Captain vom Dach aus das Anrücken der Miliz. Zu hören ist Sandersons schweres Atmen. Herzklopfen. Angst kommt auf, jetzt heißt's wohl Beine in die Hand nehmen! Wir sprinten durch eine versiffte Wohnung, über eine Treppe wieder nach oben auf die Dächer. Kugeln sirren und schlagen hinter uns ein. Doch nicht nur der Tod im Nacken treibt uns – die dramatische Musik von Filmkomponist Hans Zimmer (u.a. Gladiator, Last Samurai, Pearl Harbor) macht zusätzlich Feuer unterm Spielerhintern.
 
Weiter geht’s über schmutzige Wellblechdächer. Wäre jetzt Zeit dazu, wir könnten den malerischen Zuckerhut in der Ferne bewundern. Dummerweise verticken auf unserem Bildschirm 30 Sekunden. Also besser darauf konzentrieren, nicht wieder irgendwo runterzupurzeln! Ein kurzes Stück der waghalsigen Flucht rutscht der Protagonist plötzlich unkontrolliert auf dem Hosenboden eine Schräge hinab. Schrecksekunde! Es sind auch kleine vorherbestimmte Einlagen wie diese, die Modern Warfare 2 so fesselnd machen. Als wir kurz vor Ablauf der Zeit auf eine Terrasse gelangen, sehen wir einen Helikopter in der Luft stehen. „Spring!“, kreischt MacTavish. Ramirez spurtet bis zum Veranda-Ende, drückt sich knapp vor dem Abgrund ab, fliegt … und kriegt gerade so ein Stück Strickleiter zu fassen. Gerettet! Zurück bleiben Erleichterung und -- angesichts der Hatz in Schwindel erregender Höhe -- ein Gefühl von Uncharted 2. Was klasse ist!

Eingangs erwartet euch eine Menge Action in diesem Elendsviertel von Rio. Im Hintergrund: die riesenhafte Jesus-Statue auf dem Corcovado.

Abwechslungsreiche Schauplätze

Abwechslung: Oben fahren wir im Schlauchboot, unten ducken wir uns hinter einen Riot Shield.
Wir wollen den Uncharted-2-Vergleich sofort wieder kassieren: Die Hauptstärke von Modern Warfare 2 sind natürlich wieder die teils beklemmend authentisch wirkenden, gleichzeitig popcornkinoreifen Massenschlachten. In Infinity Wards Nachfolger von Call of Duty 4 tanzen die Adrenalinhormone den Samba auch nicht nur in Brasilien: In einer nur noch mit "James Bond" zu vergleichenden Tour de Force verschlägt es erwachsene Ego-Shooter-Fans nach Afghanistan, Moskau und Washington. Sie tauchen zu einer Bohrinsel und gelangen bis in die tiefste russische Pampa. Mehr Abwechslung ist selbst in einem Reisebüro kaum buchbar! 

Variantenreichtum kredenzen ferner die Missionen: Ihr erlebt Verfolgungsjagden mit Jeeps, in einem Boot oder auf Motorschlitten, wobei es in letzterem Fall zeitweise derart halsbrecherisch steil bergab geht, dass einem das Herz in die Hose rutscht. Luftabwehrstellungen sprengen, Daten von einem Computer klauen, mit Eispickeln einen Gletscher erklimmen, Drohnen der US-Luftwaffe fernsteuern und auf Panzerwagen ansetzen, einen Promi schützen, Geiseln befreien, eine Festung mit dem Geschütz eines Kampfhubschraubers perforieren, vorbei an Patrouillen mit Hundeführern durch pulverfeinen Schnee schleichen, im Kugelhagel ums virtuelle Leben bibbern undsoweiterundsofort – dieses Spiel zieht in Sachen Abwechslung wieder alle Register. Dabei ist alles auf euch zentriert, und Skriptsequenzen ersetzen oft eine überzeugende KI. Merken werdet ihr es, außer ihr zwingt euch dazu, kaum.
 
Gerade die Befreiung von Gefangenen haben die Entwickler mitreißend visualisiert: In Zeitlupe blickt ihr nach dem Sprengen der Tür zunächst auf den sich langsam verflüchtigenden Rauch und sowohl auf Geiselnehmer als auch Opfer. Nun kommt es darauf an, schnell zu reagieren: Ihr dürft trotz schlechter Sicht keinen Gefangenen erschießen, müsst aber gleichzeitig die Täter daran hindern, ebensolches zu tun. Wahnsinnig cool! Und dennoch: Wie will man die legendären Scharfschützenmissionen aus Teil 1 übertreffen? Oder jene denkwürdige Szene, bei der wir in der Ich-Perspektive an den Folgen einer Kernwaffenexplosion langsam verreckt sind? Was kann erschütternder sein als ein Atomschlag? Zwei Atomschläge, mögen Zyniker trocken erwidern. Wobei dieser Punkt demonstriert, dass die Entwickler förmlich scheitern mussten. Ja, Modern Warfare 2 ist eine Art Scheitern an den eigenen Vorgaben. Ein Scheitern auf hohem Niveau. Gleichzeitig präsentiert sich der Nachfolger des Actionüberfliegers von 2007 spielerisch absolut überzeugend. Das lässt sich nur nicht mehr so drastisch fühlen, weil mit der Fortsetzung keine weitere Evolution stattgefunden hat. Den Atomschlag-Schocklevel scheint Infinity Ward mit einem emotional noch widerlicheren Erlebnis kompensieren zu wollen -- mehr dazu auf der nächsten Seite.
 
Attacke der "Fliegenden Kavallerie" auf ein russisches Straflager. Mit dabei ist „Soap“ MacTavish, der mit seinem an den Autoren dieses Artikels erinnernden Haarschnitt eigentlich ziemlich frieren müsste! (Herstellerbild)
Porter 05 Spieler - 2981 - 9. November 2009 - 14:31 #

Fränkel testet, yeah!

hmm den letzten Abschnitt zu lesen enttäuscht dann aber doch, naja so bleiben meine Erwartungen bis Dienstag wenigstens wieder unten :-)

Eine Frage hätte ich noch, auf einen Coop Modus wurde jetzt nicht eingegangen, gibts den jetzt doch nicht oder zählt das zum Multiplayer Test?

Vipery (unregistriert) 9. November 2009 - 14:45 #

Es gibt keinen Coop Modus, in dem du die Kampagne durchspielen kannst.
Du kannst aber bestimmte Abschnitte oder spezielle Missionen im Coop spielen.

Porter 05 Spieler - 2981 - 9. November 2009 - 14:49 #

ok danke

Stefan1904 30 Pro-Gamer - P - 128500 - 9. November 2009 - 14:33 #

Schöner Test. Werde mir die PS3-Version morgen bei GameStop abholen.

PS: Den Spruch "wenn der Wind heftiger bläst als bestimmte Schauspielerinnen" muss ich mir merken. ;)

Vin 18 Doppel-Voter - 11829 - 9. November 2009 - 15:58 #

also, bei uns ists heute schon angekommen, ich würd da nochmal nachfragen

Harald Fränkel Freier Redakteur - 6436 - 9. November 2009 - 14:36 #

@Porter
Ich zitiere den Text zum Thema Arcademodus: "Ihr könnt die Aufgaben übrigens auch kooperativ angehen (zwei Spieler online oder am geteilten Bildschirm)". Im Grunde ist das aber Multiplayer und sollte morgen behandelt werden ;)

Thema letzter Absatz: Wer nicht mit überzogenen Erwartungen herangeht, wird bestimmt nicht enttäuscht.

Porter 05 Spieler - 2981 - 9. November 2009 - 14:48 #

ahh, überlesen danke!

rastaxx 16 Übertalent - 4663 - 9. November 2009 - 15:13 #

Toller toller toller Test!!!!!

Allerdings steht im Online-Gamestar-Test, dass die Gegnerwellen nicht mehr unendlich sind. Ja was denn nun? Oder ist das einfach eine Definitionssache, wie viel "unendlich" ist in Korrelation mit den Ausdrücken Geduld und Pixelmord-Vergnügen?

Anonymous (unregistriert) 9. November 2009 - 15:25 #

Toller Test aber der Typ heist nicht Gary „Roach“ Ramirez sondern Gary "Roach" Sanderson.

Porter 05 Spieler - 2981 - 9. November 2009 - 15:33 #

ah, und der Typ im Hubschauber heisst garantiert "Harald Fränkel" und nicht "„Soap“ MacTavish"

Harald Fränkel Freier Redakteur - 6436 - 9. November 2009 - 15:42 #

@Anonym: Du hast Recht, ich werde das korrigieren lassen. Das ist gleich der Beweis, wie mich die Zwischensequenzen verwirrt haben, vor dem Abschnitt hat man von Ramirez zu Sanderson gewechselt und ich hab einen lustigen Kombinamen draus gemacht. Ich = doof. ;)

Harald Fränkel Freier Redakteur - 6436 - 9. November 2009 - 15:59 #

@rastaxx: Ich hatte das extra noch mal getestet, und zwar im Rio-Level, wo man sich die Slum-Hütten nach oben kämpfen muss, um irgendeinen Heini zu fangen. Ich stand bestimmt 20 bis 30 Minuten ganz unten an den Autowracks und hab Miliz-Heinis abgeballtert. Als dann unten keine mehr auftauchten (auf den Ebenen weiter oben rannten aber immer noch welche rum), bin ich weiter gegangen, zwischen die Hütten. Weil hier wieder eine dieser Script-Schwellen war, wimmelte es plötzlich wieder vor Feinden. Jetzt könnte man natürlich sagen, dass die mittlerweile von oben nach unten gewandert sind, faktisch wurden die aber durchs Übertreten der Schwelle reingespawnt. Die Entwickler haben das abgeschwächt, aber nicht ganz abgestellt, das war jedenfalls mein Eindruck. Selbst wenn man das anders interpretiert, sind es sehr, sehr, sehr viele Feinde, sodass der grundsätzliche Kritikpunkt übertriebener Massen auf jeden Fall erhalten bleibt. Derlei Geballer hält ewig auf und ist irgendwann fast schon langweilig. Mir haben die Spezialeinsätze diesmal ohnehin besser gefallen. :)

TattooZett (unregistriert) 9. November 2009 - 15:53 #

Alles in allem freue ich mich auf´s Spiel. Auch wenn einige der genannten Kritikpunkte auch mich immer wieder stören, so dürfte es trotzdem den Weg in mein DVD-Laufwerk finden. Insbesondere nach dem Test jetzt hier, steht für mich fest, das ich es mir holen werde, da man sich auf die Test des Herrn Fränkel eigentlich immer verlassen kann...durchs Lesen wurde bei mir so eine "ich kann´s nicht mehr abwarten Spannung" erzeugt...zum Glück dauerts nicht mehr lang bis zum Verkaufsstart...(PC)

SynTetic (unregistriert) 9. November 2009 - 18:59 #

Das Spiel zieht im SP einfach eine super "Show" ab, da kann man nichts gegen sagen. Solche Skripts suchen immer noch ihresgleichen. Wer CoD 4 mochte, wird auch MW 2 mögen.

McFareless 16 Übertalent - 5556 - 16. Juli 2011 - 4:22 #

Das stimmt :)

Deadly Engineer (unregistriert) 9. November 2009 - 19:10 #

Ich hatte das "Glück" das Spiel von meinem übereifrigen Versandhändler schon am Freitag zu bekommen und habe es inzwischen durch.
Und somit kann ich sagen daß ich diese Wertung in keinster Weise nachvollziehen kann.
Das Spiel ist eine einzige Skripthölle, die immer wieder in dümmlichster KI gipfelt wenn Freund und Feind aneinander vorbeirennen nur weil man mal ein wenig schneller war als die KI-Kumpane. Dazu ist das Spiel auch noch unfair bis zum Gehtnichtmehr. Man selbst trifft kaum, aber es kommen Gegner in vollem Lauf um die Ecke und treffen einen zielsicher mit einem Schuß. Die tausend Tode frusten ohne Ende, zumal bei Treffern das eigene Zielkreuz unglaublich verreißt und der Bildschirm sofort rot wird, so daß man die halbe Zeit von der gelungenen Grafik kaum etwas sieht.
Die Inszenierung ist gekonnt und routiniert durchgezogen, mehr aber auch nicht. Highlights wie sie Teil 4 noch unvergessen gemacht haben fehlen fast völlig.
Zumal es spielerisch äußerst dünne ist und nur die gewohnt gute Inszenierung das Teil vor der kompletten Belanglosigkeit rettet. Die wirkt nämlich nur beim ersten mal und nach dem ersten Durchgang, der maximal 5-6 Stunden gedauert haben dürfte, besitzt das Spiel keinerlei widerspielwert, da man es ja eh genau so machen muß wie die Entwickler vorgesehen haben. Das gipfelt sogar so weit daß in einem Level in dem der Schlauch mal ein bißchen breiter ist und man sich scheinbar ein wenig freier bewegen kann nur dann Checkpunkte kommen wenn man dem vorgegebenen Weg folgt. erbärmlich!
Die Fahrzeugsequenzen sind spielerisch total belanglos, und steuern sich zudem entsetzlich schlecht.

Der Knaller ist aber die unglaublich miese und unglaubwürdige Story die vor Hurra-Patriotismus nur so strotzt. Das unterstreicht noch wie unglaublich schlecht und unnötig diese Flughafenszene ist. Die wird uns Spielern, gerade in Deutschland noch viel Ärger bereiten. Denn ab jetzt haben die "Killerspiel"-Gegner recht und müssen sich noch nicht mal irgendwelche Szenen zusammenlügen. Unnötig und widerlich, und dabei bin ich bei "Kriegsspielen" noch nie zimperlich gewesen. Aber hier ist die Grenze weit überschritten. Was kommt dann in CoD7? Darf man da dann den Amoklauf von Columbine nachspielen?

Ich kann wirklich nicht verstehen wie ihr diesem Machwerk eine so hohe Wertung verpassen könnt.

Harald Fränkel Freier Redakteur - 6436 - 10. November 2009 - 3:26 #

Ui, mit dieser krassen Meinung, was den Spielspaß betrifft, wirst du wohl ziemlich alleine dastehen. Aber es zeigt, WIE verschieden Geschmäcker offensichtlich sein können. Stimmt schon, auch MW2 hat wieder Schlauchlevel, wenn man es supernegativ ausdrücken will. Mir aber sagt ein lineares Leveldesign mehr zu, weil da immer was passiert. Es wird sicher eines Tages ein Open-World-Spiel geben, das ähnlich genial inszenziert ist, dann werde ich wohl eventuell auch umschwenken ;)

McFareless 16 Übertalent - 5556 - 16. Juli 2011 - 4:23 #

Hat ja auch Vorteile zu wissen so man hin muss

Gameplayer (unregistriert) 9. November 2009 - 19:40 #

Ohne den Müll selber schon gespielt zu haben, kann ich nur meinem Vorposter zustimmen. Vom letzten Teil dieser strunzdoofen Morhunhjagd auf Gewalttrip haben mir schon 10 Minuten gereicht, um gleichsam angewidert wie zu Tode gelangweilt zu sein.

Spiele wie dieses sind es jedenfalls, die die Killerspiel-Debatten auch weiterhin nicht abreißen lassen. Und schlimm ist dabei nicht mal, dass so ein Schrot produziert wird. Schlimm ist vor allem, dass selbiger von der 'Fachpresse' immer und immer wieder zu Meisterwerken hochgejubelt wird. Was dann (zu recht) dem Unbedarften den Eindruck vermittelt, Computerspieler seien allesamt eine Horde gewaltgeiler Freaks, die - zumindest geistig - scheinbar irgendwie in der Pubertät steckengeblieben sind.

Übertragen auf die Filmindustrie wäre dieses Hochjazzen und jubelperserartige Hypen derartiger Spiele etwa gleichzusetzen mit Oscars als bester Film für Saw, Hostel oder ähnliche Machwerke. Was ganz nett demonstriert, wie weit entfernt Spiele (und Spielepresse) tatsächlich davon sind, ein wertvolles und respektiertes Kulturgut zu sein. Und das ganz ohne fremde Schuld.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 323795 - 9. November 2009 - 20:34 #

Uiuiui. "Ohne den Müll selber schon gespielt zu haben", so beginnen natürlich in aller Regel argumentativ starke Diskussionsbeiträge. Ich habe persönlich eine vielschichtige Meinung zu dem Thema, und werde darüber auch in wenigen Tagen eine Kolumne schreiben. Aber ein in vielerlei Hinsicht extrem gut gemachtes Spiel als "Strunzdoofe Moorhuhnjagd" zu beschreiben, hat doch einfach nichts mit der Realität zu tun. Sind also die Millionen und Abermillionen Fans der Serie alle fehlgeleitet, womöglich selbst strunzdoof? Macht das Spiel nichts gut?

Übrigens: Eine der gefeiertesten (und mittlerweile langlebigsten) Premium-TV-Serien aus USA, 24, hat ständig Szenen wie die am Flughafen, ist extrem brutal, hat einen Helden, der alle paar Folgen jemanden foltert und danach regelmäßig argumentieren darf, dass der Zweck die Mittel heilige. Was wiederum intelligente Zuschauer durchaus zum Nachdenken anregen kann. Für dich sicherlich auch nur Schund, oder? Und wegen 24 sind TV-Serien kein wertvolles und respektiertes Kulturgut, richtig?

Carstenrog 16 Übertalent - 4795 - 9. November 2009 - 21:38 #

Genau deiner Meinung!

Gameplayer (unregistriert) 10. November 2009 - 3:20 #

Im Gegensatz zu Modern Warfare, das peinlicher Weise (für uns Spieler) wohl das erfolgreichste Spiel des Jahres werden wird, ist 24 allerdings nicht mehr als ein Randgruppenprogramm. Am wenigsten noch in den USA, wo aber in einem extrem fragmentierten TV-Markt selbst erfolgreiche 'Premium'-Serien letztlich doch nur Nischen im einstelligen Prozentbereich bedienen. Erst recht aber hier, wo die Serie, soweit ich mich erinnere, mit kaum messbaren Einschaltquoten auf irgendeinem drittklassigen Gurkensender versendet wird.

Zum Moorhuhnjagd-Vergleich, der ja durchaus gängig ist: Natürlich ist dass alles extrem aufwändig verpackt, aber das Spielprinzip ist in weiten Teilen exakt das selbe: Stupides Ballern auf alles, was sich bewegt - und sonst gar nichts.

Wenn das auch weiterhin die 'Meisterwerke' der Spielezunft bleiben, dann wird es ganz sicher auch zukünftig nichts mit von so vielen sehnlichst herbei gesehnten Status als Kulturgut. So viel ist sicher.

monokit 14 Komm-Experte - 2098 - 10. November 2009 - 15:25 #

Mit dem letzten Satz hast du allerdings recht. Mir machen die ganzen CoDs und MoH schon seit langem keinen Spaß mehr, weils doch immer wieder nur das Gleiche ist. In wievielen Weltkriegen muß man den noch mitspielen? Und wann kommt endlich mal ein Anti-Kriegsspiel?

Ich denke auch, daß dieses Spiel nur einmal mehr das "Killerspiel" Image unseres Hobbies "Gaming" fördert und so dermaßen von der Presse ausgeschlachtet werden wird. Da tut sich die Gaming Presse mit einer hohen Wertung und unreflektiertem Hurra Schreien auch selbst keinen Gefallen. Wobei mir der kritische 4Players Kommentar zu der Terroristen Szene ganz gut gefallen hat. Aber 4Players und auch Gamersglobal liest doch kaum der BLÖD Leser.

Lord (unregistriert) 10. November 2009 - 16:06 #

Na ja, er nimmt ja auch Bezug auf den Vorgänger ("Vom letzten Teil dieser strunzdoofen Morhunhjagd auf Gewalttrip haben mir schon 10 Minuten gereicht, um gleichsam angewidert wie zu Tode gelangweilt zu sein."), da kann man entsprechende Schlüsse auf den Nachfolger ziehen; vor allem, wenn dies auch im hier vorliegenden Testbericht immer wieder getan wird.
Insofern muss man sich den neuen Teil nicht zwingend antun, um mit jemand anderem einer Meinung zu sein.

Im Übrigen bin ich zwar ein Shooter-Fan (spiele momentan z.B. "OPF-Dragon Rising"), dabei aber kein "Call of Duty"-Fan; mir hat sogar das aktuelle Wolfenstein mehr Spaß gemacht als das erste "Modern Warfare". Ich kann also sehr gut nachvollziehen, wenn Spieler sich abfällig über die CoD-Serie äußern - ich persönlich finde diese Spiele nämlich auch "ziemlich doof". Aber das liegt wirklich daran, dass ich die Inszenierung dem Gameplay hintenan stelle. Wenn man die Inszenierung weglässt, bleibt nämlich tatsächlich ein Fließband-Abschießen übrig - keine Abzweigungen, keine alternativen Routen, keine Taktiken, nichts. Gegner, Gegner, Gegner. Laufen, Laufen, Laufen. Gegner, Gegner, Gegner. Geschmackssache.

Nebenbei habe ich nur die Pilotfolge von "24" gesehen und dann entschieden, dass die Serie an meinem Geschmack vorbei geht.

Ich möchte aber unterschiedliche Geschmäcker nicht zu einer Intelligenz-Diskussion ausarten lassen. Denn wie gesagt, ich spiele auch Shooter. Aber ob die nun unterschiedliche Intelligenzschichten ansprechen ...?

Jf (unregistriert) 11. November 2009 - 18:27 #

24 ist eine Fernsehserie.Die "sieht" mann sich an und spielt nicht eine Rolle dabei.nur meine 2 Cents dazu.

Carsten 18 Doppel-Voter - 12131 - 9. November 2009 - 21:00 #

Willkommen im 21. Jahrhundert! Ich glaube, du wirst dich hier nicht zu recht finden.

Porter 05 Spieler - 2981 - 10. November 2009 - 14:14 #

verdammte Amerikaner!
aber wenn sie was drauf haben, dann ist es Unterhaltung!
von Soziales und Politik bis Krieg(s Gründe), alles Show bei denen :-)

aber das Spieldesign felst einfach(nicht nur wegen der Musik)!

tobzzzzn 11 Forenversteher - 795 - 9. November 2009 - 22:03 #

Zum Spiel / Test / erhofften Wundertitel:
Hr. Fränkel hat vollkommen Recht, wenn er sagt, dass der Titel Schwächen hat, aber auch diese ausradierende (ok, nicht ganz, etwas Bleistift bleibt auf dem Papier zurück) Stärken, also eigentlich hat Infinity Ward damit alles richtig gemacht. Es wird noch mehr über den Titel gesprochen, die Flughafenmission sorgt für Zunder und das Spiel für Begeisterung. Der (übernächste) CoD-Titel hat wieder die Möglichkeit alles in den Schatten zu stellen, schon ganz schön gerissen, wenn das jetzt alles geplant gewesen wäre. Ich freu mich über einen weiteren, nicht ganz perfekten, aber vor allem spannungsgeladenen Action-Titel.

Eine Frage habe ich allerdings, bevor ich zum allgemeinen Teil komme: Wie geht die Steuerung mit dem Controller von der Hand? Sorgt der für noch mehr Frustmomente oder ist das Spielgefühl so gelungen, dass das gar nicht schwer ins Gewicht fällt?

Neben den notorischen Nörglern reihe ich mich jetzt auch ein. So, "es geht sich da um folgendes": Nach Dragon Age Origins und (nun wohl auch) CoD:MW2 erwarte ich mit Assassin's Creed 2 den nächsten Toptitel, der ebenfalls nicht das erhoffte Wunder vollbringen wird. Ok, ich werde um keinen der drei Titel vorbeikommen, was auch gut so ist, weil es allesamt grandiose Spiele sind, aber keiner der Titel wird - das klingt jetzt unfassbar bescheuert - perfekt. Jeder der drei Titel hat seine Schwachstellen. Ganz nebenbei wurde bei Forza Motorsports 3 auch nicht alles richtig gemacht, gerade bei der Langzeitmotivation gibt es da Mängel. Nun gut, warum ich das jetzt hier als Kommentar reinhaue, weiß ich auch nicht... ich hab nix gesagt, echt nicht! ;)

Harald Fränkel Freier Redakteur - 6436 - 10. November 2009 - 3:19 #

@tobzzzzn Die Xbox-Steuerung mit Pad ist sehr klasse. Bin da als langjähriger PC-Spieler sehr empfindlich. Bei Killzone 2 musste ich mich lang eingewöhnen, bei MW2 hier hat's sofort geflutscht.

bolle 17 Shapeshifter - 7613 - 9. November 2009 - 23:43 #

"man stelle sich nur einen Shooter vor, der authentische Levels einer deutschen Stadt enthält und Scharmützel im Bundestag ermöglicht."

Gabs schon, in Call of Duty 1 ;)

Jörg Langer Chefredakteur - P - 323795 - 10. November 2009 - 0:31 #

Du meinst jetzt aber nicht den BUNDEStag...

Carsten 18 Doppel-Voter - 12131 - 10. November 2009 - 0:45 #

Der Bundestag ist nur das Parlament, das Gebäude heißt seit jeher Reichstag, auch heute noch.

Harald Fränkel Freier Redakteur - 6436 - 10. November 2009 - 3:16 #

@bolle: Ich hab das natürlich auf eine deutsche Stadt der Gegenwart bezogen ... aber dein Smilie zeigt ja, dass du das ganze genau weißt, gelle? ;)

Harald Fränkel Freier Redakteur - 6436 - 10. November 2009 - 3:36 #

Da fällt mir ein, es gab sogar schon mal einen Ego-Shooter, bei dem man im Reichstag der Gegenwart um sich ballern konnte. Titel ist mir grad entfallen. Alien irgendwas? Allerdings war er comicmäßig gemacht und man schoss mit Farbe, war also auf witzig getrimmt. Das Geschrei war trotzdem groß.

Christoph 17 Shapeshifter - P - 6483 - 10. November 2009 - 9:57 #

Toller Test! Coole Schreibe, intelligente Gedanken, locker, aber nicht "zu billig" oder "platt", vor allem nicht bei einem offensichtlich streitbaren Spiel. Danke dafür!

@Jörg: "...so beginnen natürlich in aller Regel argumentativ starke Diskussionsbeiträge" - ich liebe diese lakonische Art, mit so etwas umzugehen! ;)

@Gameplayer: "...[ist] '24' allerdings nicht mehr als ein Randgruppenprogramm" - ja klar, mit Golden Globe, Verkaufsrang 200 bei Amazon und Millionen von Zuschauern und DVD-Käufern.

Aber richtig ist: Ich finde auch bedenklich, daß und wie Jack Bauer "gerechtes Foltern" praktiziert, und ich teile auch Harald Fränkels Bedenken zur "Mitläufer-Szene" in MW2.

monokit 14 Komm-Experte - 2098 - 10. November 2009 - 15:27 #

Deswegen guck ich auch kein 24. Doofe Serie mit fragwürdiger Moral.

McFareless 16 Übertalent - 5556 - 16. Juli 2011 - 4:24 #

Ach, die Serie hatte Moral?

jaspajones 11 Forenversteher - 593 - 10. November 2009 - 10:58 #

Habs gerade durch gespielt und bin relativ begeistert...man ist wirklich verwöhnt von den vorgängern oder story-starken cineasitschen spielen wie uncharted 2
aber finde das dieses spiel in seiner gesamtheit mit dem multiplayer und den coop kampagnen der spieleserie das entscheidene i-tüpfelchen aufsetzt und in meinen augen keinen wunsch offen lässt dadurch :
fesselnder soloplayer und guter Multiplayer + Coop Kampagnen im sehr unterhaltsamen Special Ops-Modus ...

Damit erfüllt COD alle Wünsche die man an einen Shooter legt und erfüllt weitmehr als die Konkurrenz, die bisher immer nur Teile der genannten Modi anbieten.

Für mich eine klare 10/10

Deadly Engineer (unregistriert) 10. November 2009 - 13:16 #

@Jörg Langer:
Ich habe ja die Vermutung daß viele Leute vor allem wegen dem Multiplayer Fan der CoD-Reihe sind, euer Test und die Wertung 9 bezieht sich aber ausschließlich auf die Kampagne, und da kann ich sie absolut nicht nachvollziehen.
Ja, das Spiel zieht eine tolle Show ab, da steht es einem Michael Bay Film in nichts nach, aber genauso leider auch nicht im übelsten USA-Hurra-Patriotimus den man sich überhaupt vorstellen kann.

Dazu die für die Serie ja leider schon typische miese KI und das an vielen Stellen äußerst unfaire Gameplay das in so manchem Level nur für Frust sorgt und als Krönung eine Story die an Dümmlichkeit jeden B-Movie um Längen unterbietet (das kriegt selbst Michael Bay so schlecht nicht hin).
Das alles ist euch eine 9 wert? Da kann ich nur den Kopf schütteln.

Beim keinen Deut weniger kürzeren Halo ODST habt ihr den Singleplayer verbal übelst abgestraft, obwohl dort das Gameplay um Klassen besser funktioniert und es teilweise in den Missionen auch gewaltig rumst und kracht, dort aber völlig ungescriptet, es eine grandiose KI hat und die Fahrzeugsequenzen im Vergleich zu CoD6 sogar gut funktionieren und Spaß machen.

Dazu kommt noch daß dieses Spiel mit der Flughafenszene dem Ansehen unseres Hobbies ein ganz dickes Kuckucksei (ich sollte wohl lieber Straußenei sagen) ins Nest gelegt hat.
Wartet es nur ab, im nächsten Frontal 21 oder einer ähnlichen Sendung wird das bestimmt grandios ausgeschlachtet, und natürlich wird man auch sicher darauf hinweisen daß das von solchen Fachmagazinen und Testseiten im I-Net zum Hit hochgejubelt wurde.
Und dieses Mal gibt es keine Begründungen daß das ja aus dem zusammenhang gerissen wurde oder alles nur eine Parodie ist. Dieses Spiel nimmt sich todernst, und damit gibt es keinerlei Entschuldigung oder Rechtfertigung für diesen geschmacklosen und widerlichen Fehlgriff der Spieldesigner.

Dann jammert bitte nicht wenn wieder von üblichen Verdächtigen die Moralkeule geschwungen wird, denn dieses Mal habt ihr mitgeholfen.

Beim nächsten Mal bitte mal auch darüber nachdenken und ein bißchen mehr Fingerspitzengefühl.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 323795 - 10. November 2009 - 21:58 #

Wobei haben wir mitgeholfen? Am "Fehlgriff der Spieldesigner"? Daran, dass irgendwelche Unwissenden bald wieder über Spiele herziehen könnten?

Ein sehr gutes Spiel sehr gut zu bewerten, ohne dabei eine scheinheilige Moralkeule zu schwingen, mag dir nicht passen. Aber wie würde denn dein Fingerspitzengefühl aussehen? Man kann nicht "Moral" und Spielspaß verrechnen, und am Ende kommt eine 6.5 raus. Entweder, man testet das Spiel, oder nicht. Wir haben uns dazu entschieden, es zu testen. Wenn man es testet, hat dieses Spiel für Multiplayer und Singleplayer gleichermaßen aus Sicht unserer Tester eine 9.0 verdient. Das mag dir nicht gefallen, aber es ist so.

Glaub mir, ich habe, was diese Thematik anbelangt, tatsächlich "mal nachgedacht", und sogar schon ein paar Jahre, bevor du mich dazu ermuntert hast mit deinem Kommentar. Ich habe erstaunlicherweise eine eigene Meinung zu diesem Thema. Nur gehört die in eine Kolumne, nicht in einen Spieletest. Die Kolumne ist übrigens längst angekündigt.

Deadly Engineer (unregistriert) 11. November 2009 - 8:28 #

Man will dass Spiele als KULTURGUT angesehen werden, dann sollten die selbsternannten Kritiker aber auch mal was dafür tun und gleiche Maßstäbe bei den Tests anlegen wie bei Büchern und Filmen angewandt werden. Da schaut man nämlich sehr wohl auch auf solche Punkte.

Wenn die Kolumne nur "angekündigt" ist hat das natürlich eine enorme Wirkung, wenn dann müssen kritische Worte vorangestellt werden und nicht mal beiläufig nachgereicht werden. (Auf die Kolumne bin ich trotzdem gespannt, ich bezweifle nur daß sie bei anderen die gleiche Aufmerksamkeit bekommt wie der Test).

Sich weiter darauf zu versteifen daß so etwas bei Videospiel-Bewertungen keine Rolle spielt nur weil die pubertäre und pubertär gebliebene Klientel das nicht lesen möchte trägt jedenfalls nicht dazu bei daß unser Hobby als Kultur wahrgenommen wird.

Und um Deine Eingangsfrage zu beantworten:
Ihr habt mitgeholfen weil in solchen Sendungen auch immer reflektiert wird wie die Magazine auf solche Szenen eingehen und wie kritisch sie damit umgehen. Und von "Unwissenden" kann in diesem Fall überhaupt nicht die Rede sein, denn an dieser Szene muß man nichts verfälschen, man muß sie nicht aus dem Zusammenhang reißen, sie ist wie sie ist einfach unnötig.
Wenn man sie in den Zusammenhang mit dem restlichen Spiel setzt wird sie sogar vermutlich nur noch schlimmer, denn der Rest ist Kriegsverherrlichung und das Zelebrieren von Gewalt vom feinsten. Und mal ganz abgesehen von der Moralkeule (die ich auch nicht unbedingt mag, aber hier trotzdem mal absolut angemessen wäre) ist auch das Spiel ansonsten nicht so toll daß eine 9 gerechtfertigt wäre. Habe ich oben ja schön begründet. Das Gameplay ist von vor- vorgestern, die KI nicht existent oder voller Bugs, der Blutfilter extrem nervig und einige der Levels einfach nur extrem frustrierend und Spaßfrei. Dazu kommt daß der Wiederspielwert gleich null ist, was umso schwerer wiegt weil man das Spiel auf leicht in maximal 5 Stunden durch hat, und selbst auf Veteran braucht man dieses Mal nur für ein paar Level etwas länger.

Und nochmal der Vergleich mit ODST: Da wurde die Kampagne zumindest verbal übelst abgestraft, die war aber spielerisch wesentlich abwechslungsreicher und spaßiger zu spielen als die von CoD.
Wofür also die 9 für die Kampagne? Weil die Grafik einen Tacken besser (aber lange nicht Referenz) ist und es die ganze Zeit so schön kracht? Sorry, das mag für einen Popcorn-Film reichen aber ein SPIEL sollte noch andere Tugenden mitbringen.

Porter 05 Spieler - 2981 - 10. November 2009 - 14:18 #

http://www.gametrailers.com/video/review-hd-modern-warfare/58370

na wenn das doch keine Lust macht?

Earl iGrey 16 Übertalent - 5042 - 10. November 2009 - 23:59 #

Ich bin schon ein wenig ungerührt von diesem moralischen Gerede, das teils ins dezent hysterische hinübergleitet. Es gibt Krieg, der ist unglaublich brutal und geht an die Nerven der Beteiligten. Es gibt Terror, der ist so schlimm, daß sich ein normaler Mensch, der wohlbehütet aufwächst womöglich nicht vorstellen kann, warum Menschen so etwas tun. Es sind zehntausende junge Amerikaner und nochmal so viele Briten, Niederländer, Polen, Kanadier, Deutsche und Soldaten aller Herren Länder im weltweiten Kampf gegen den Terror beteiligt. Es ist leider typisch für viele der zu Hause gebliebenen, die Augen davor weitgehend zu verschließen, was das tatsächlich bedeutet, wie sich das anfühlt und wie es aussieht. Ob der Entwickler dieses Spiels das gut darstellt ist eine ganz andere Frage, ich finde aber, daß Leute, die die Gewaltdarstellungen in diesem Spiel (auch die Flughafenszene) deshalb ablehnen, weil sie die Darstellung von Gewalt (auch in diesem speziellen Fall) an sich ablehnen, offenbar die Augen vor der Realität verschließen.

Anonymous2 (unregistriert) 20. November 2009 - 8:35 #

Absurdester Kommentar ever.
Die Spieler sind es doch gerade die jeden Realtätsbezug verloren haben und zur Gefahr für die Gesllschaft werden.
Wer ein bißchen was vom Leben versteht würtde sich so ein Spiel nie kaufen!

TattooZett (unregistriert) 11. November 2009 - 10:41 #

Leute, ich weiss garnicht, was ihr euch so aufregt. Antikriegsfilme zeigen auch explizite Gewaltdarstellungen gegen Zivilisten. Solche Filme bekommen sogar Oscars etc.! Kriegsspiele sind von mir seit jeher als Antikriegsspiele gesehen worden, da ich dort eine Situation erlebe, die ich im Real-Life niemals erleben möchte.

Gameplayer (unregistriert) 11. November 2009 - 13:20 #

Deine Sichtweise - das meine ich ehrlich - in allen Ehren, aber sie erfordert eine Projektion von Dingen in das Spiel hinein, die dort nicht einmal ansatzweise vorhanden sind.

Der alles entscheidende Unterschied zwischen einem Antikriegsfilm und der Gewalt in CoD-Spielen ist der, dass solche Filme eine Einordnung dieser Gewalt vornehmen, irgendeine Haltung ausdrücken. Idealerweise bei guten Vertretern nicht onkelhaft mit erhobenem Zeigefinger, sodern durch den Film, seine Handlung selbst. Das kann auf unterschiedlichste Art und Weise passieren, etwa durch plakatives Zeigen des Leids der Opfer, subtiler durch innerlich zerrissene Akteure, ironische Brechung oder wie auch immer.

Fehlt so etwas oder wird es gar durch verherrlichende Bilder und Texte ersetzt, ist es eben kein Antikriegsfilm, sondern ein kriegsverherrlichender Film. Punkt.

Exakt dieser extrem simple Maßstab muss auch für Spiele gelten. Und daran gemessen ist Call of Duty (zumindest den allerersten Teil habe ich vor Jahren etwas länger gespielt) schon seit jeher sehr, sehr nahe an der Kriegsverherrlichung. Das beginnt mit der martialischen Sprche in Missionsbriefings und endet mit der alles mögliche, aber bestimmt keine Empathie auslösenden Gewaltdarstellung.

Klar, dass so etwas allzu vielen Jungmännern großen Spaß bereitet. Und sei es nur, um in der heutigen Zeit allgemein eher überflüssige Testosteron- und Adrenalinüberschüsse abzubauen. Aber es ist und bleibt deswegen trotzdem alles andere ein Antikriegsspiel.

Schön, wenn es im Einzelfall so funktioniert, aber das dürfte wohl bei den wenigsten der Fall sein.

Nebenbei: Ähnlich wie Deadly Engineer nevt es mich schon seit Ewigkeiten, dass derartige Dinge nicht in die Wertungen einfließen. Dem Selbstverständis eines Kritikers im Sinne eines Film- oder Literaturkritikers kann so etwas in der Tat nicht mal ansatzweise entsprechen, es widerspricht im eigentlich diametral. Und die Begründungen dafür ('wir testen nur den Spielspaß') oder Ähnliches sind alles andere als überzeugend, eigentlich sogar ein äußerst peinliches Armutszeugnis. Erst recht für Menschen, die Dinge für eine große, oftmals altersbedingt nicht gerade gefestigte, Öffentlichkeit beurteilen und bewerten.

Sind Grafik und Kawumm-Faktor für die Bewertung eines Spieles wirklich wichtiger als z.B. die moralische Einordnung. Hinter diese gnadenlos veraltete Sichtweise, mutmaßlich aus einer Zeit stammend, in der das Bildschirmgeschehen mit Realität nun wirklich noch nichts zu tun hatte, würde ich doch mal ein sehr, sehr großes Fragezeichen setzen.

Harald Fränkel Freier Redakteur - 6436 - 11. November 2009 - 13:51 #

Hi Gameplayer,

ich Sachen Antikriegsspiel bin ich deiner Meinung. Darüber hinaus finde ich, dass jeder Antikriegsfilm auch ein kriegsverherrlichender Film ist. Es wird zig Leute geben, die nicht mal onkelhafte Winke mit dem Zaun spüren und den Streifen einfach nur "geiiiiil" finden, weil er entsprechende Gewalt zeigt.

Es ist wohl übrigens unmöglich, eine moralische Grenze zu ziehen, mit der jeder glücklich ist. Moral lässt sich sehr schwer festsetzen.

Zum Spieletest: Hier bin ich Jörgs Meinung. Und es ist ja nicht so, dass wir was verschwiegen hätten und Leute zu Hause plötzlich einer Gewalt ausgesetzt sind, die sie völlig überrascht. Wer solche Spiele nicht mag, muss sie nicht spielen - so wie du das für dich entschieden hast. Ich kann das sogar verstehen, gar kein Thema. Aber letztlich ist die Zahl, die unter einem Test steht, in Sachen Moral unerheblich, weil der Leser weiß, was auf ihn zukommt.

Sollte sich nun ein "gewaltgeiler" Mensch dieses Spiel ausgerechnet wegen dieses Tests gekauft haben: Er hätte es erst recht gekauft, wenn wir beispielsweise eine Wertung von 6 vergeben und dies auch noch mit den moralisch fragwürdigen Inhalten begründet hätten. MW 2 wäre mindestens genauso reizvoll gewesen, denke ich.

Ferner hat die USK das Spiel geprüft und die machen ihren Job sehr sorgfältig. Gerade deshalb ist der Flughafen-Level ja entschärft, ob man das jetzt gut oder als Zensur empfindet. Wäre das Spiel gewaltverrlichend (wobei das natürlich wieder eine Frage der Moralgrenze ist), hätte es keinen 18er-Stempel bekommen und würde beschlagnahmt werden. Wäre es jugendgefährdend, würde es höchstwahrscheinlich zumindest indiziert.

Oder glaubst du, eine 6 unter dem Test würde die Entwickler dazu bewegen, im nächsten Spiel weniger Gewalt unterzubringen? Ich glaube das nicht. Für mich ist dieses Spiel ein Spiel. Nicht mehr oder weniger.

Just my 2 cents ;)
Gruß
Harald

Edit: Meinungsbeitrag in Form einer Kolumne ist ja wie gesagt angekündigt. Stay tuned.

Gameplayer (unregistriert) 11. November 2009 - 14:36 #

Klar ist es nur ein Spiel. Ich halte auch wenig von Verboten, das nur sicherheisthalber.

Und ganz gewiss wird es es auch Menschen geben, die bei einem Film wie Platoon, um mal ein etwas älteres Beispiel zu nennen, das mich sicher ein wenig geprägt hat, 'geil, geil, geil.' schreien. Gar keine Frage. Aber das ist vermutlich doch eine Minderheit.

Es geht auch nicht darum, irgendwem moralische Grenzen aufzuzwingen, die bewegen und verschieben in allen Lebensbereichen immerzu, und das ist natürlich auch gut so. Wer würde etwa allen Ernstes freiwillig im moralischen Korsett der 1950er Jahre leben wollen?

In Sachen Gewalt, genauer Krieg würde ich es aber schon sehr begrüßen, wenn es wirklich niemals mehr zu einem gesellschaftlichen Klima käme in dem sich zahllose Menschen, und sei aus gedankenloser Begeisterung, an irgendeiner sinnfreien Front verheizen ließen. Soweit zur übergreifenden Einordnung meiner Meinung. Und da kann man nun in der Tat geteilter Meinung sein inwieweit etwa ein Modern Warfare sozusagen eine Schippe Asphalt auf der Straße zu so einem Klima darstellt oder nicht.

Bezogen auf Spielekritik(er) würde ich es als Akteur in diesem Bereich als große Chance und Herausforderung sehen, wenn man versuchte die doch arg technokratisch angehauchte und manchmal kindische 'Spielspaßbewertung' durch einen, mir fällt gerade kein besseres Wort ein, etwas ganzheitlicheren Ansatz zu ersetzen. Film- und Literaturkritik bieten da ja seit Jahrzehnten beste Vorlagen.

Bei einem Spiel wie Call of Duty, würde das für mich bedeuten, dass in einem Spieletest eben auch solche Dinge wie fehlende Einordung der Gewalt mit bewertet werden müssten. Sicher mit unterschiedlichen Ergebnissen bei verschiedenen Kritikern, aber das gehört eben auch zum Spiel. Und in manchen Fällen, CoD gehört für mich dazu, überlagert es auch andere Faktoren.

Das alles ist sicher schwer bis gar nicht in Eure üblichen Prozent-Schemata zu pressen, aber das zeigt ja eigentlich nur, wie ungeeignet diese starren Kriterien sind.

Also kurzum: Schön wäre es, wenn derartige Dinge mehr Berücksichtigung fänden. Diese doch immer arg nach Feigenblatt aussehenden Halbsätze, mit denen derartige, eigentlich ja hochspannende und brisante Themen, in der Regel abgefrühstückt werden, sind sicher nicht der Weisheit letzter Schluss. Und auch die Auslagerung in Kolumnen ist in Wahrheit doch eher eine Ausklammerung aus dem Test, wo das Thema eigentlich hingehört.

Zu welchem Ergebnis man bei einer solchen Einbeziehung in die Bewertung kommt ist erstmal zweitrangig. Das wird es sicher (und zum Glück) zu individuell ganz unterschiedliche Urteile kommen. Wichtig wäre, dass es passiert.

Es ist nur ein Spiel und daher eigenlich egal, was darin passiert, solange die Grafik auf dem neuesten Stand ist und es Spaß macht, ist für mich aber nicht wirklich eine akzeptable Haltung für einen erwachsenen Menschen. Und, sorry, erst recht nicht für einen Kritiker. ;-)

Harald Fränkel Freier Redakteur - 6436 - 11. November 2009 - 15:01 #

Naaaaaaaa ... zum Glück ist da ein Smilie hinter dem letzten Satz - SO hab ich das natürlich nicht gemeint.

Wie gesagt, unsere Meinungen gehen da offensichtlich auseinander. Deine ist aber hiermit bei mir angekommen, ist auch ein interessanter Ansatz - bin jetzt nur wegen Zeitmangels ein bisschen kurz angebunden.

Lass das Spiel links liegen. ;)

Deadly Engineer (unregistriert) 11. November 2009 - 16:22 #

Ich finde Du machst Dir die Einteilung etwas leicht. Klar, die "Geil, SPLATTER!!!!" Fraktion werdet ihr auch mit einem kritischen Test nicht bekehren, und irgendwelche Blümchenpflücker kaufen das Spiel eh nicht, auch wenn ihr eine 11 gebt.

Aber dazwischen gibt es auch eine Grauzone an unentschlossenen, die dümmliche Kriegsverherrlichung und Hurra-USA-Patriotismus sicher kritisch sehen und vielleicht dann doch lieber auf ein solches Spiel verzichten. Dazu noch die große Masse an Leuten die eh nur auf die Zahl unter dem Test schielen... wenn da dann eine 5 oder 6 von 10 steht lesen sie dann den Test vielleicht doch malund sehen möglicherweise auch von einem Kauf ab.

Zumindest regt es die Leser vielleicht zum Nachdenken an wenn ein Spiel auch mal nach dem Inhalt und nicht nur nach der "Verpackung" beurteilt wird. Genau das ist aber bei den ganzen Tests von MW2 gerade der Fall: Alles jubelt weil die Verpackung so schick ist und alles so schön glänzt, aber rein schaut keiner. Und das trifft bei MW2 ja nicht nur auf die moralische Fragwürdigkeit zu, sondern durchaus auch aufs Spieldesign das alles andere als Perfekt ist. (Wie weiter oben gesagt, damit meine ich ausdrücklich die Kampagne, der MP ist eine ganz andere Sache. Aber ihr habt ja auch ausdrücklich die Kampagne mit einer 9 bewertet)

Ein Buch wird ja auch nicht danach bewertet ob die Papierqualität gut ist und auf dem Umschlag ein hübsches Bild prangt, das macht eben den Unterschied zwischen einem Kulturgut und einem Konsumartikel.

Und wenn euch Moral wichtig ist und ihr das in dem Test nicht durchblicken laßt wirft das im Zweifelsfall nicht unbedingt ein gutes Licht auf euch. Ich schätze euch jedenfalls nicht als Mitglieder der "Geil SPLATTER!!!" Fraktion ein. Damit habe ich doch wohl hoffentlich recht, oder?

Harald Fränkel Freier Redakteur - 6436 - 11. November 2009 - 17:08 #

@Deadly Engineer: Ich bin beruflich grade etwas im Stress, kann das alles leider nicht komplett ausdiskutieren. Aber das Spiel wurde nicht nach Verpackung bewertet, sondern nach Spielspaß. Außerdem steht im Text, dass das Spiel hart ist und auch einigen Patriotismuskram enthält. Wenn jemandem das nicht zusagt wie dir, braucht er es ja nicht kaufen. Das Spieldesign ist nicht perfekt, korrekt. Deshalb hat die Kampagne ja auch eine 9 und keine 10.

Edit: Warum kommen du und Gameplayer nicht morgen in den Chat, da könnte man das Thema ja anreissen.

Deadly Engineer (unregistriert) 12. November 2009 - 14:20 #

Komisch, ich verstehe unter Spielspaß etwas anderes als im Sekundentakt abgeknallt zu werden und dabei nicht mal zu sehen woher der Schuß jetzt wieder kam. Das ging mir in CoD6 unzählige Male so, da regiert eher Frust als Spaß. Genausowenig Spaß hatte ich an der Hanebüchenden Story, der nicht vorhandenen KI die ständig für merkwürdige Situationen sorgt. (Wie oft bin ich einem Kameraden nachgelaufen und von einem Gegner abgeknallt worden den der Kamerad komplett ignoriert hat...)
Also alleine spielerisch kann ich diese 9 schon nicht nachvollziehen.

Ganz abgesehen davon daß dieses abgedroschene "wir werten nur nach Spielspaß" genau das ist was ich absolut nicht nachvollziehen kann. Ein Spiel ist inzwischen die Summe vieler Teilaspekte, und da gehört eine Reflexion die über die technische und spielerische Seite hinausgeht einfach dazu. CoD6 befriedigt gekonnt pubertäre Gewaltphantasien, und wenn ich den Test und Deine Rechtfertigung dazu lese muß ich mich schon wundern. Nicht daß man daran keinen Spaß haben kann oder sollte, trotzdem sollte man hinterher vielleicht auch mal mit Abstand darüber reflektieren.

Ansonsten seid ihre keine Spieletester, geschweige denn Kritiker sondern nur Spieler die ihre Meinung kundtun.

Russvik 07 Dual-Talent - 123 - 11. November 2009 - 12:29 #

Ich hab CoD:MW2 nun durch nach ca. 6h 30min auf dem Schwierigkeitsgrad Soldat... und ich muss ehrlich sagen die Flughafenszene ist lächerlich im vergleich zu ein paar Sachen die später in dem Spiel noch kommen, aber ich will hier keinem was vorwegnehmen.

Filme und Games "mit happyend" kommen aus der Mode... BadEndings... das scheint die Zukunft zu sein und auch mehr die Realität... so schmerzlich dies auch sein mag...

Gameplayer (unregistriert) 11. November 2009 - 15:08 #

Also in der Welt, in der ich lebe, bedeutet 'Ist auch ein interessanter Ansatz' in aller Regel irgendwas zwischen 'Ist mir doch egal' und 'Leck mich am Arsch'.

Da muss ich wohl leider zumindest den Smilie hinter de letzten Satz zurückziehen.

Nichts für ungut.

Harald Fränkel Freier Redakteur - 6436 - 11. November 2009 - 17:03 #

Ich habe zu deiner Kritik Stellung bezogen, in meinem ersten Posting sogar sehr ausführlich, da wirst du doch bitte so fair sein, mir nichts in den Mund zu legen. Also noch mal: Ich habe geschrieben, dass ich deinen Ansatz interessant finde, anderer Meinung bin und ich leider keine Zeit habe, das komplett auszudiskutieren. Und genau das meinte ich auch so.

Gameplayer (unregistriert) 11. November 2009 - 17:27 #

OK. Ich kenne die besagte Formulierung praktisch ausschließlich mit der beschriebenen Bedeutung. Ist vermerkt, dass das in diesem Falle wörtlich gemeint war.

Earl iGrey 16 Übertalent - 5042 - 11. November 2009 - 18:25 #

@ Deadly Engineer, @ Gameplayer, @ Harald Fränkel

Ich bin eben nicht sicher, ob eine "moralische Einordnung" und Bewertung zwingend mit der Darstellung abstoßender Bilder einhergehen muss. Diese Frage stellt sich ja grundsätzlich schon seit Langem. Auch im User-Artikel zu "Syndicate Wars" war ich auf diese Frage eingegangen. Natürlich ohne sie zu beantworten. Das würde ich mir nicht anmaßen. Genauso wenig, wie die Behauptung, "die richtige Antwort" zu kennen oder einem Kritiker, Autor oder Spiel-Designer vorzuschreiben was er zu tun und zu lassen hat.
Was wäre, wenn uns Syndicate oder MW2 nur Möglichkeiten zeigen? Ist das dann bereits unmoralisch?

Gameplayer (unregistriert) 11. November 2009 - 23:03 #

Bist Du dir sicher, dass die Dinge, von denen in Call of Duty erzählt, dort wirklich in irgendeiner Art und Weise als abstossend dargestellt sind? Ich habe da so meine Zweifel.

Im Übrigen schreibt auch niemand jemandem etwas vor. Wer eine begründete Meinung zu etwas hat, kann und sollte diese aber jederzeit auch verteten. Das ist etwas anderes als jemandem etwas vorzuschreiben und es ganz gewiss keine Anmaßung.

Gegenseitige Toleranz ist wichtig, nicht nur im Hinblick auf PC-Spiele. Aber Toleranz ohne Meinung und daraus resultierend ganz sicher immer auch Reibung und Diskussion, ist keine Toleranz, sondern gleichgültige Beliebigkeit.

Und um nochmal etwas konkreter zu werden: Mein ganz persönlicher Hauptkritikpunkt an MW2, bzw. dessen Machern ist übrigens die Art und Weise, mit der bei jedem Spiel aufs neue ganz bewusst irgendeine Grenzüberschreitung genutzt wird, um sich ins Gespräch zu bringen. Das ist dumm, billig und meiner Meinung nach zynisch bis in Letzte. Aber das nur ganz nebenbei.

Ansonsten würde ich allerdings auch als Liebhaber der Serie, glaube ich, geringfügig ins Grübeln kommen, wenn selbst in Ländern, in denen die Gewaltdebatte normalerweise eigentlich keine Rolle spielt, dieses Mal - siehe England - eine gewisse Aufregung entsteht. Vielleicht liegen ausnahmweise doch nicht immer nur die Anderen falsch.

Earl iGrey 16 Übertalent - 5042 - 12. November 2009 - 0:00 #

Es geht entweder nur um eine Frage des persönlichen Gschmacks, oder um etwas höheres wie Moral. Für den letzteren Fall sollten wir aber die Frage klären, ob nur das Töten von Menschen unmoralisch ist, oder auch die Darstellung des Tötens von Menschen. Ob es einen Unterschied gibt, zu der bloßen Darstellung im Film (die in der Regel keine breite Entrüstung auslöst) oder der interaktiven Darstellung im Spiel.

Auch ob Provokation ein uneingeschränkt probates Mittel der Vermarktung ist, muss natürlich gefragt werden. Und wo ggf die Grenzen liegen oder wer sie festsetzt. Sehe ich genauso.

Geht es Dir nur um eine Geschmacksfrage oder um Moral?

Gameplayer (unregistriert) 12. November 2009 - 0:22 #

Mir geht es, die Antwort mag vielleicht überraschen, vor allem darum, dass möglichst jeder, der so etwas spielt, so wie Du das tust, mit dem was er da spielt, inhaltlich auseinandersetzt. Damit wäre mehr erreicht als man mit allen Vorschriften und Verboten überhaupt erreichen kann.

Und dafür wiederum wäre es eine riesengroße Hilfe, wenn die Spielepresse nicht regelmässig die inhaltliche Auseinandersetzung schlicht ausblenden würde. Warum sie das überhaupt tut, darüber kann man aus der Ferne ohnehin nur einigermaßen verwundert spekulieren. Will man die Leser nicht nerven? Hält man sie für zu blöd? SInd die Verflechtungen mit den Produzenten vielleicht doch einen Tick zu eng? Ist es eigene Gedankenlosigkeit?

Wer weiß.

Da Du imer wieder darauf kommst, dass man sich dieses und jenes fragen muss, hier noch eine kleine Alte-Säcke-Lebensweisheit: Manchmal sollte man auf all die Fragen, die man sich stellt, auch Antworten finden.

;-)

deLuxe 04 Talent - 22 - 11. November 2009 - 19:14 #

Wow... ich stehe mit meiner Meinung also nicht alleine da...
damit hätte ich (auf einer Spielehomepage) nicht gerechnet.

Ich habe bisher jeden Teil von CoD gespielt und finde die Gewaltdarstellung jedesmal erschreckend. Wenn ich hier von realistischer Darstellung spreche, dann natürlich nicht das Verhalten von Waffen o.ä., sondern dieses "mittendrin im Krieg und nichts kann passieren, also ist Krieg nicht schlimm"-Gefühl was sich bei den meisten Spielern wohl einstellt. Denn sonst wäre die Serie nicht so erfolgreich.

Bei den CoD-Titeln mit dem 2. Weltkrieg als Thema habe ich mich immer gefragt, wie man "Spaß" an etwas haben kann, dass die eigenen Vorfahren zum Großteil nicht überlebt haben.
Mein Großvater war beim D-Day dabei und ist einer der wenigen gewesen die diesen Tagen auf deutscher Seite überlebt haben. Nur ein Bruchteil von Soldaten seiner Einheit hat überlebt und bei CoD (u.a. Spielen dieser Art) spielt man "mal eben" diesen Tag so durch... in ein paar Minuten... so ganz locker.

Und damit man sich noch steigern kann, setzt man dem ganzen jetzt noch eins drauf und fügt diese angesprochenen Level ein.
Wo endet die Grenze des guten Geschmacks?
Die Frage stellt sich nicht nur in Spielen, sondern auch in anderen Bereichen. Übertragungen vom Tod Robert Enkes "live von der Unfallstelle" mit blitzenden Blaulichtern im Hintergrund... ja wir wollen anscheinend alle alles haben.... jedes kleinste Detail.
Geschmack und Anstand? Egal.

"Kulturgut" ist das aktuelle Schlagwort um selbst widerlichste Spielinhalte zu erlauben. Das hört ja nicht bei CoDMW2 auf, das geht ja mit Manhunt 2 u.a. weiter.
Im GSPB gibt es nicht weniger User die einen "Vergewaltigung von Frauen Simulator" richtig klasse finden würden und auch nicht einsehen, warum solche Spiele in Deutschland verboten werden sollen.
Spiele sind halt Kulturgut und in der Kultur ist alles erlaubt, alles andere ist ja Zensur und Zensur ist ja nur dazu da, dem eigenen Spaß am Leben einzuschränken.
Weil die Politik generell böse ist.

Natürlich kann man nicht den Moralfaktor in eine Spielewertung mit einbeziehen. Und für Redakteure ist es ein zweischneidiges Schwert. Die Mehrheit der (meist pubertären... bei einigen hört das nicht mit 18 auf) Leser findet Gewalt "geil".
Warum Leser bzw. Käufer verschrecken? Gerade in der heutigen Zeit.
Klicks sind Geld, Auflagen erst recht.
Machen wir uns doch nichts vor.

Harald Fränkel gehört für mich zwar zu den Redakteuren die ... sagen wir sich im Vergleich zu anderen sich relativ wenig um moralische Fragen kümmern, aber ob jemand Schlauchlevel toll findet oder nicht... ist Geschmackssache. Der Test spiegelt seine Meinung wieder und ist ja auch begründet... daher sind die 9.0 auch ok.
Er schreibt ja keinem vor das man die gleiche Meinung haben muss.

Mir persönlich reicht aber auch nicht alleine der Hinweis auf eine Kolumne zu dem Thema.
Ich erschrecke oft vor der geistigen Armut (Beispiel Vergewaltigungssimulator) von Spielen und frage mich wann aus der Spielerecke mal endlich ein (deutliches) Signal kommt das wir selbst auch nicht jeden scheiss Spielen wollen.
Mich kotzt es an als Spieler in eine Ecke geschoben zu werden in der ich nicht stehe. Ich kann differenzieren und finde einige Spiele total unnötig und brauche auch nicht jeden bescheuerten Spielinhalt, nur weil er irgendwo im Ausland drin ist.
Ich fühle mich auch nicht in meiner Freiheit eingeschränkt, weil Selbstmordeinheiten in einem Spiel fehlen.

Vielleicht gehöre ich (bzw. mit sehr großer Sicherheit) zu einer der Ausnahmen... ich fand es schon immer ziemlich blöde ein Teamspiel wie CS auf öffentlichen Servern wie einen Solo-Shooter zu spielen und Gewaltorgien haben mich noch nie interessiert.

Jetzt kann man natürlich wieder sagen: "Hey, halts M**l. Das sind Spiele für Erwachsene und jeder Erwachsene muss selbst entscheiden was er spielt."
Klar, weil jeder "Erwachsene" mit Punkt 18 plötzlich reif wird, gibt es ja auch keine Regeln im Straßenverkehr und jeder hält sich dran. Es gibt keine Leute die einfach nicht geeignet zum Fahren eines Fahrzeugs sind.

Und CoD-MW2 hat noch keiner meiner erwachsenen Freunde, aber schon 3 Personen im Alter zwischen 12 und 14. Bzw. sie kriegen es gerade. Rapidshare sei dank.

Porter 05 Spieler - 2981 - 12. November 2009 - 1:24 #

wie ihr abgeht, ihr könnt doch von einer Kritik zu einem Spiel welche sich rein um den Unterhaltungswert für einen "Erwachsenen" dreht nicht erwarten das darin noch groß und breit auf Dinge wie Moral, Anstand und Sitte eingegangen wird.

Das sind Dinge die jeder von seinem Elternhaus oder sonstiger Erziehungseinrichtung hätte mitbekommen sollen, von daher sollte doch für jeden klar sein, was richtig und was falsch, was Real und Fiktion und was Spiel und was Ernst ist, bevor er sich das Spiel zu gemüte führt.

als in Rambo die Fetzen geflogen sind hat auch "jeder" geschluckt aber es war unterhaltung, und als in Saw/Hostel/wtf die Gedärme und Extremitäten genüsslich abgesägt oder rausgerissen wurden hat auch "jeder" geschluckt aber es als Unterhaltung empfunden, zumindest jeder der der sich sowas von vornherein antun wollte.

Ihr spielt bei MW2 einen Shooter, da wird zu einem bestimmten Prozentsatz eben mal auch auf Männlein/Weiblein geschossen, aber weil der Großteil der Bevölkerung nicht nur aus Räuber und Gendarm besteht kommt da auch mal (wie im real life) ein Zivilist ins Kreuzfeuer, das nun aufgrund der Story es etwas Ausartet war aber nun, gewollt oder nicht, auch schon vorher klar für die Käufer.

und ja, das Spiel wurde von Amerikanern entwickelt und zufälligerweise zeigen die gerne ihre Sarts&Stripes rum, wenn euch das eben nicht gefällt das die trotz unchristlicher Geschichte weiterhin auf Ihr Land Stolz sind, dann müsst ihr eben das Spiel, jeden Hollywood Film und US Serie meiden.
Nein besser noch ihr haltet euch von der gesammten Menscheit fern!

jetzt mal Butter bei die Fische ihr Leut, euer künstliches Aufregen ist echt lächerlich.

Das einzige was mich etwas verwundert oder gestört hat ist das in der besagten Terminal Szene die Heinzel da absolut gemütlich und echt Eiskalt durchmaschiert sind anstatt den Weg zum Fluchtfahrzeug im Laufschritt zu absolvieren... aber naja da haben wir eben wieder die unvereinbarkeit von Spiel und Wirklichkeit.

Christoph 17 Shapeshifter - P - 6483 - 12. Dezember 2009 - 13:46 #

Der Unterschied ist glaube ich, daß man bei "Saw" von vornherein unmißverständlich weiß, was einen erwarten würde, wenn man es sich ansieht, und daß man es daher gar nicht erst ausleiht oder kauft, wenn man nicht will. Und die extremen Filme habe ich in der Videothek hinter einem extra-Vorhang "ab 18".

Auf der anderen Seite steht Call of Duty als Spiel des Jahres mit Riesenwerbung bei Saturn neben dem Guitar Hero-Zeug und wird als große Unterhaltung vor allem für die Kids verkauft, die ihre meist ahnungslosen Eltern da hinschleppen und sagen "kauf mir dies, kauf mir das, bittebitte!" - man muß es sich nur mal ansehen, wie die Mütter mit den 10jährigen bei Müller oder Saturn vor den Spieleregalen stehen und hilflos irgendwas nehmen.

Klar kann man nicht realistisch erwarten, daß "groß und breit auf Moral, Anstand und Sitte eingegangen" wird - aber gehören würde es sich, daß der Anstand schlicht und einfach gewahrt bleibt. Oder daß die Spiele halt "hinterm Vorhang" sind.

Ich halte mich für liberal und tolerant, und dazu gehört auch, daß man sehr viel produzieren und verkaufen können soll, was ich nie haben wollte; aber man muß es dann nicht mit großen Pappaufstellern und Werbetafeln den Kids auf 1 m Augenhöhe vor die Nase stellen.

Und ich sehe - nicht schon immer, aber inzwischen - auch einen Unterschied darin, daß im Gegensatz zu früher der Wolfenstein-Hitler nicht mehr aus zwei Sprites mit vier Farben besteht, sondern in modernen Spielen mit absolut realistischer Optik und Akustik aus Egoperspektive gemordet wird. Die "selbstschützende Abstraktion" im Kopf der Kinder ist damit nicht mehr so gut möglich wie früher.

deLuxe 04 Talent - 22 - 12. November 2009 - 9:52 #

Genau das meine ich... danke Porter für dein Beispiel von jemanden der gar keine Moral mehr hat und dem es scheiss egal ist was er spielt.
Und da fragen sich echt noch Leute ob es negative Folgen von Gewaltspielen gibt.
Ja, nicht in Amokläufen.... sondern in Gleichgültigkeit gegenüber Gewalt.
Nur weil es "Unterhaltung" ist, gibt es keine Grenzen die man übertreten darf und sollte.

Porter 05 Spieler - 2981 - 12. November 2009 - 11:07 #

Du lehnst dich ziemlich weit aus dem Fenster Junge, nur weil du anscheinend deinen Denkvorgang abgekürzt hast und es deiner beschränkten Moralvorstellungen nicht in den Kram passt was die Gesellschaft zu konsumieren bereit ist, kannst du hier nicht von Gleichgültigkeit reden, dich zwingt keiner das Spiel zu Spielen aber du meinst hier wieder alle die nicht deine Meinung teilen verurteilen zu müssen, schwingst plump mit der Moralkeule rum und gibst dich damit selbst als absolut intollerant.

Gameplayer (unregistriert) 12. November 2009 - 11:38 #

Um Dich mal ganz schnell inhaltlich auf den Boden der Tatsachen zu bringen, empfehle ich etwa zum Thema "Saw" einen kurzen Blick auf metacritic. Es hat keineswegs jeder geschluckt und es dann als Unterhaltung empfunden. Tatsächlich reicht die Bewertungsskala von 'klasse Horrorfilm' bis 'kranker Sadismus'.

Und verständlicherweise genauso unterschiedlich sind halt auch die Bewertungen von Spielen wie Modern Warfare.

Abgesehen natürlich von der Fachpresse, wo man lieber kindische Pünktchenvergabe auf Grafik, Sound und Rumms-Faktor spielt, statt sich (mit gerne unterschiedlichen Bewertungen) inhaltlich mit zu besprechenden Sujet zu beschäftigen.

Christoph 17 Shapeshifter - P - 6483 - 12. November 2009 - 12:26 #

Aber sind nicht die Hinweise der Rezensenten, die Kommentare der Chefredakteure (z.B. gamestar/gamepro) und die ganze teils sehr ernsthafte und mit guten Argumenten geführte Diskussion in den jeweiligen Foren und Kommentaren gerade ein Hinweis auf erwachsene und ernsthafte Auseinandersetzung? Ich glaube schon.

Gameplayer (unregistriert) 12. November 2009 - 13:22 #

Will ich gar nicht widersprechen. Auch im Testtext wird das Thema Gewalt ja nicht völlig verschwiegen. Wobei aber so manche aggresive Verteidigung von Gewalt aller Art doch mehr Anlass zur Sorge liefert als dass sie zur Beruhigung beitragen würde. Aber das wirklich nur am Rande.

Was mich - unabhängig von meiner Meinung zum Spiel - konkret an diesem Test mal wieder stört, ist, dass derartige Dinge bei der endgültigen Bewertung, die letztlich für viele ein extrem wichtiges Kriterium ist (das zeigen ja die meist sehr merkwürdigen Debatten darüber, ob es nun eine 9,0 oder eine 9,5 sein sollte) dann so gar keine Rolle mehr spielen. Das ist doch völlig widersinnig. Man kann doch nicht wichtige, durchaus als vorhanden erkannte, Spielelemente für eine abschließende Bewertung völlig ausblenden.

Das gängige, mehr als fadenscheinigen Argument, dadurch irgendeine Pseudoobjektivität herstellen zu wollen, sticht wirklich überhaupt nicht. Von - wie oben schon mal erwähnt - merkwürdigen Ausreden à la "Wir testen nur den Spielspaß" mal ganz zu schweigen.

Porter 05 Spieler - 2981 - 12. November 2009 - 14:17 #

ja es ist jetzt wohl bei jedem angekommen das du dir wünscht zusätzlich und unabhängig zur Spielspass Bewertung beim Spieletest einen: "Ist das Spiel für den durchschnittlichen Mitteleuropäer moralisch und etisch vertretbar" Indikator haben willst, musst dich nicht ständig wiederholen.

Gameplayer (unregistriert) 12. November 2009 - 14:25 #

repetitio mater studiorum est (Wiederhoung ist die Mutter allen Lernens)

;-)

Gameplayer (unregistriert) 12. November 2009 - 14:33 #

...und unabhängig zur Spielspass Bewertung beim Spieletest einen: "Ist das Spiel für den durchschnittlichen Mitteleuropäer moralisch und etisch vertretbar" Indikator haben willst...

---

Das ist natürlich, ganz nebenbei, grober Unfug. Wo genau meinst Du das herausgelesen zu haben?

Wiederhole mich aber extra für dich gerne noch einmal: Wünschenswert wäre eine professionelle Spielekritik, die sich wegbewegt von einer seltsamen, pseudo-objektiven Stiftung-Warentest-Simulation hin zu einer gerne ehrlich subjektiven Kritik, wie sie in allen anderen Bereich des Kulturbetriebs seit jeher gang und gäbe ist.

Carsten 18 Doppel-Voter - 12131 - 12. November 2009 - 14:30 #

Dass solche Dinge diskutiert werden müssen, steht außer Frage. Aber ich teile deine Auffassung nicht, dass sie in Tests und Testurteile gehört, sondern viel mehr begleitend geführt werden müssen. Und ich sage dir auch warum. Ich finde nämlich, das wir Spieler in Sachen Fachpresse und Kritikern um einiges besser bedient sind als die Film- und Bücheridustrie. Denn dort, wie du selbst schreibt, wird auch mal die vermittelte Moralvorstellug mit in die Rezension einbezogen.

Das Problem, was dadurch entsteht ist, das diese Bewertungen subjektiver sind als nur irgendwie möglich. Denn man kann die Moral, die etwas/jemand anderes vermittelt nur anhand seiner eigenen Moral beurteilen. Somit entstehen hunderte verschiedene Kritiken, keine gleicht der anderen. Was hat der Buch-/Film-Fan davon, wenn er sich über ein Buch/Film informieren möchte? Erst mal muss er einen Kritiker finden, der den selben Geschmack wie er hat. Wenn er das hat, ist allerdings nicht gesagt, dass das immer zutrifft. Somit wird das ganze ad absurdum geführt, wenn Kritiken als Kaufempfehlung herangezogen werden.

Nun magst du vielleicht sagen, dass Film- und Buchkritiken gar nicht Kaufwarnung oder -empfehlung sein möchten. Kann sein, aber genau das wollen Spieletests sein. Du siehst, wenn man die Moralbewertung mit einfließen lassen würde, man könnte Spieletests komplett sein lassen. Denn eine objektive Bewertung der einzelnen Spielelemente ist dann nicht mehr möglich.

Um das nochmal zu betonen, ich halte solche Diskussionen für absolut nötig. Trotzdem mag ich die komplette CoD-Reihe, da sie seit jeher ein toll inszeniertes, authentisches (nicht realistisches!) fast-pace Actionfeuerwerk ist. Und den, für mich, überzeichnete Patriotismus kann ich nicht ganz ernst nehmen, sondern genieße ihn als Unterhaltung. Mal ehrlich: Wer von uns hat bei Braveheart keine Gänsehaut bekommen, wenn Mel Gibson "Freiheit!" brüllt und wollte nicht direkt an seiner Seite mitkämpfen? Die wenigsten wahrscheinlich.

Abschliessend sage ich: Moralische Bewertung von Spielen im Test? Nein! Abseits der Tests (so wie hier)? Gerne und notwendig!

Gameplayer (unregistriert) 12. November 2009 - 15:05 #

Erst mal muss er einen Kritiker finden, der den selben Geschmack wie er hat. Wenn er das hat, ist allerdings nicht gesagt, dass das immer zutrifft. Somit wird das ganze ad absurdum geführt, wenn Kritiken als Kaufempfehlung herangezogen werden.

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Sehe ich vollkommen anders. Dadurch dass Film-/Buch-/Musikkritiker erst gar nicht so tun, als gäbe es objektive Kriterien, entsteht in den Besprechungen automatisch ein breites Spektrum an Meinungen mit ganz unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen, über das man sich dank Seiten wie Metacritic heutzutage auch noch problemlos einen Überblick verschaffen kann und so in die konkurrenzlos glückliche Lage versetzt wird, sich aus all diesen Meinungen eine EIGENE MEINUNG bilden zu können.

Anders die Lage bei Spielen: Offenbar aus historischen Gründen bewerten fast alle bekannten Publikationen nach einem ähnlichen Schema, das vorgibt irgendwie objektiv zu sein und dabei abgesehen von Teilbereichen wie meinetwegen der Grafik, praktisch automatisch scheitern muss.

Nur wenige Dinge auf Erden dürften in Wahrheit wohl subjektiver sein und sich individuell aus ganz anders gewichteten Faktoren ergeben, als die Frage woran jemand Spaß oder nicht.

Deadly Engineer (unregistriert) 12. November 2009 - 15:52 #

Objektivität ist beim Test eines Spieles doch völliger Humbug. Es wird mit einem Test Objektivität vorgegaukelt die niemals vorhanden ist. Denn das Objekt wird immer von einer Person getestet, und die bringt automatisch eine subjektive Komponente mit in die Bewertung ein, egal ob sie will oder nicht.

Spiele haben eine technische Seite, die man nach nüchternen Zahlenwerten eventuell objektiv bewerten könnte, aber alles andere - Spielspaß, Story, Design, Sound kann immer nur subjektiv sein, wie sollte man so etwas losgelöst vom eigenen geschmack bewerten?

Es ist absolut kindisch darauf zu beharren daß man ein Spiel objektiv testen könnte.

Davon abgesehen ist Moral auch nicht etwas rein persönliches, sondern wird von der Gesellschaft in der man lebt entscheidend geprägt. Eine Moralvorstellung gilt also in erster Linie für einen ganzen Kulturkreis, der einzelne interpretiert sie nur eben auf ganz individuelle Weise.

Carsten 18 Doppel-Voter - 12131 - 12. November 2009 - 16:24 #

Ja ja, das ewige Geplapper, Tests seien nicht objektiv nur weil sich das Ergebnis nicht mit dem deckt, was man selbst dem Spiel gegeben hätte (oder auch nicht, weil man ja pseudo-interlektuelle Spielekritiken verlangt). Was für ein lächerlicher Maßstab...

Dir ist bewusst, das Test in Redaktions-Konferenzen diskutiert werden und man sich auf eine Wertung einigt? Aber klar weisst du das...
Davon abgesehen, wenn man deine Maßstäbe für Objektivität anlegen würde, dann gäbe es so etwas wie objektives Empfinden gar nicht. Aber diese Aufassung findest du wahrscheinlich auch wieder kindisch.

Grundsätzlich würde ich euch beiden empfehlen: Macht doch einfach euer eigenes Spielemagazin. Dann könnt ihr abends gemeinsam vor dem brasselnden Kamin sitzen und pfeiferauchend im Ohrenbackensessel über die moralischen Unzulänglichkeiten eines Bager Simulators 2009 sinnieren. Eure pseudo-belesenen, allwissenden "Kritiken" braucht hier niemand.

Ach und zum Thema Moral: Wie du richtig schreibst, ist die Moralvorstellung natürlich von unserem Kulturkreis geprägt. Aber die Nuancen, die jeder für sich selbst festlegt, haben anscheinend oft eine ungleich größere Auswirkung. Denn ich glaube kaum, das unsere Grundgedanken dahingehend sehr weit auseinander liegen, aber trotzdem findest du das Spiel verwerflich, ich jedoch nicht. Bin ich deswegen ein schlechterer, dümmerer, ungebildeterer, ja unmoralischerer Mensch als du?

Deadly Engineer (unregistriert) 12. November 2009 - 16:46 #

Hier kann man seine Meinung zu dem Artikel und was andere Leute schreiben kundtun, und genau das habe ich getan. Pech für Dich wenn Dir das nicht schmeckt.

Was die Redaktionskonferenzen betrifft: Meinst Du wirklich die machen die Sache objektiver?

Nebenbei: Wo habe ich geschrieben das Spiel wäre VERWERFLICH? Ich habe lediglich darauf hingewiesen daß man in einem Test auch auf solche Dinge eingehen sollte und sie in die Testkriterien miteinbeziehen sollte. Würde ich das Spiel VERWERFLICH finden hätte ich es nicht gespielt.

Aber ja, kindisch finde ich Dein Geschreibsel in der Tat, wenn einem keine vernünftigen Argumente einfallen legt man dem anderen eben Dinge in den Mund und wirft mit Beleidigungen um sich. Netter Stil. - NOT!!!

Carsten 18 Doppel-Voter - 12131 - 12. November 2009 - 17:00 #

Och, hab ich dich beleidigt? Das tut mir natürlich leid. Ich dachte Sarkasmus wäre ein probates Stilmittel in euren Kreisen, welches nicht als Beleidigung aufgefasst wird. Nun ja, wieder mal gettäuscht.

In der Tat finde ich, dass Red-Konferenzen Tests objektiver (nicht objektiv) machen. Aber nun gut, das Thema ist mit dir indiskutabel, da entweder nur du dazu in der Lage bist, objektiv zu urteilen, oder niemand, das konnte ich nicht so klar erkennen. Wenn du das Spiel nicht verwerflich findest, dann etnschuldige ich mich (aufrichtig) für diese Aussage. Man konnte eben den Eindruck gewinnen.

So, weil ich besorgt um dein Nervenkostüm bin und ich ja anscheinend nicht auf einer Ebene diskutiere, die dir ebenbürtig ist, würde ich dir empfehlen, mir nichts mehr zu antworten. Denn du weisst ja: Lass' dich von einem Idioten nicht auf sein Niveau runterziehen, denn dort ist er erfahrener als du. ;)

Gameplayer (unregistriert) 12. November 2009 - 17:12 #

Bin ich deswegen ein schlechterer, dümmerer, ungebildeterer, ja unmoralischerer Mensch als du?

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Niemand hat das behauptet. Warum fühlst du dich ohne Not angegriffen? Warum sind ehrlich subjektive Kritiken pseudo-belesen? Gibt es ein grundsätzliches Problem mit belesenen Menschen? Sind alle Filmkritiker komplett bescheuert, weil sie kein Guck-Spaß-Wertung vergeben? Fragen über Fragen.

In der Tat würde ich, ohne mich lustig machen zu wollen, allerdings behaupten das der Begriff "objektives Empfinden" doch einen gewissen Widerspruch in sich beinhaltet.

Eigentlich wollte ich ganz gerne weg von dem offenbar allzu emotionalen Thema Gewalt, aber nur zur Verdeutlichung: Meine ganz persönliche Spielspaßwertung wird erheblich negativ davon beeinflusst, ob ich in einem Spiel auf (virtuelle) Afghanen schieße oder nicht.

Wie kann das sein? Wo doch das zur Debatte stehende Spiel nach gnadenlos objektiver Betrachtung durch zahllose Fachleute genau 9.0/10 Punkten Spaß beinhaltet?

Und nochmal ohne Sarkasmus: Niemand hat dich in irgendeiner Weise angegriffen. Warum du aggressiv reagierst und ob eine solche grundlos aggressive Reaktion besonders hilfreich ist dabei, gängige Vorurteile gegen 'Killerspiele'-Spieler zu widerlegen, weißt du wohl nur selbst.

Carsten 18 Doppel-Voter - 12131 - 12. November 2009 - 17:42 #

Nein, ich habe mich (bisher) nicht angegriffen gefühlt. Die Frage war rhetorischer Natur, genau wie diejenigen, die du dir stellst. Desweiteren sehe ich leider nicht, inwiefern ich denn aggressiv geworden bin (diesbezüglich scheinst du auch eine "eigene" Auffassung zu haben). Aufgrund meiner sarkastischen Aussagen? Dann müsstest du ja der Alptraum eines jeden Mediatoren sein...

Da ihr beiden ja ganz offensichtlich überzeugte Vertreter der Abjektivität seid, sehe ich auch keinen Sinn mehr darin, noch weiter das Wertungssystem des Spielejournalismus zu diskutieren.

Zu deinem letzten Absatz: Direkt angegriffen hat mich niemand, das stimmt. Aber gerade du, mit deiner aroganten, sarkastischen Art und Weise, Kommentare zu verfassen, greifst zwischen den Zeilen diejenigen an, die das Spiel mögen. Das ich mit dieser Meinung nich alleine stehe, dass kannst du Jörg's Kolumne entnehmen. Dankbar bin ich dir für deinen letzten Satz, der zeigt, dass du wirklich ein ziemlich verschobenes Bild der Realität hast. Diese Unterstellung eine aggressiven Reaktion ist nämlich genau so an den Haaren herbeigezogen, wie das du ein liebenswürdiger Mensch bist. Ob sich selbst so in der Öffentlichkeit darzustellen, erstrebenswert ist, weißt du wohl nur selbst.

Gameplayer (unregistriert) 12. November 2009 - 18:04 #

Sich gegenseitig zu beleidigen ist natürlich auch ganz lustig, spannender war es aber als, natürlich auch mal mit ironischem Unterton, über ein Thema diskutiert wurde.

Sollte ich irgendwo zuerst persönlich geworden sein, war das natürlich ein Fehler, sehe ich aber offen gestanden nirgendwo.

Abgesehen davon ist es natürlich immer so eine Sache mit dem was man schreibt und dem was ein Anderer liest. Was dir arrogant vorkommt, meine ich vielleicht nur milde ironisch. Was auf mich aggressiv wirkt, meinst du vielleicht ganz sachlich. That's life.

Du hast übrigens Glück: Ich habe selten genug Zeit und noch viel seltener Lust mich an derartigen Debatten zu beteiligen. Du wirst mich also nur selten erdulden müssen.

Peace.

Christoph 17 Shapeshifter - P - 6483 - 12. November 2009 - 17:37 #

Der Spruch, zitiert von kaliban.de, heißt "Never argue with an idiot; they'll drag you down to their level, then beat you with experience."

Ich betone, das hat nichts mit den hier "Anwesenden" zu tun, ich finde lediglich den Spruch saucool.

Ansonsten scheint mir die Diskussion verhältnismäßig erschöpfend geführt, ohne daß auf absehbare Zeit noch Erhellendes neues zu erwarten wäre, ohne daß wir uns im Kreis drehen. Nicht daß ich's abwürgen wollte, bin ja auch kein Moderator hier; scheint mir halt einfach nur so.

Gameplayer (unregistriert) 12. November 2009 - 17:45 #

Die Diskussion ist selbstredend erst dann erschöpfend geführt, wenn alle Beteiligten bis aufs letzte Iota exakt meiner Meinung sind. Und keine Sekunde vorher. ;.)

Christoph 17 Shapeshifter - P - 6483 - 12. November 2009 - 21:23 #

Den Eindruck habe ich ehrlich gesagt auch ;)
Deshalb werde ich persönlich mich ab jetzt hier ausklinken, denke ich. Außerdem muß/kann/werde ich ab jetzt Dragon Age spielen. So.

McFareless 16 Übertalent - 5556 - 16. Juli 2011 - 4:26 #

Ist auch ein cooleres Spiel ;) also Dragon Age ;)

Gameplayer (unregistriert) 12. November 2009 - 17:48 #

Jetzt vertippe ich mich schon beim Smilie, sollte natürlich ein Standard-Ironie-Smilie ( ;-) ) sein.

Nicht dass ich jetzt versehentlich durch ein falsches, mir unbekanntes Smilie irgendeine Randgruppe beleidigt habe.

Loco 17 Shapeshifter - 8085 - 13. November 2009 - 12:55 #

Die Flughafen Szene komt mir wieder wie typisches EA Shock Marketing vor hauptsache es kommt in den Nachrichten... finde die Szene nicht so schlimm nur unpassend für CAll of Duty... erinnert mehr an Filme wie Heat oder Spiele wie Kane and Lynch... wie gesagt in Filmen kommen solche Szenen ja auch also sooooo dramatisch finde ich es nicht nur halt extrem unpassend... achso... Hans Zimmer - beste Soundtracks ever!!!

Carsten 18 Doppel-Voter - 12131 - 13. November 2009 - 12:58 #

EA? Wenn schon Activision Blizzard...

Brakiri 08 Versteher - 174 - 14. November 2009 - 9:06 #

Habta schon gelesen?

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Modern-Warfare-2-bricht-Verkaufsrekorde-und-enttaeuscht-Spieler-859522.html

Mir gefiel das Spielprinzip von COD noch nie. Schlauchlevels sind nix für mich, ich brauche Freiheit.
5 Stunden Spielzeit? Dafür kaufe ich KEIN Vollpreisspiel.
Ständiger Respawn? Nichts für mich.

COD repräsentiert so ziemlich alles, was ich in einem Shootern NICHT haben will.

Schade nur, dass man den COD-Fans jetzt auch noch den einzigen Grund weggenommen hat, das Spiel zu kaufen. Den Dedicated Server.

Erklärt vielleicht die 1,5 von 10-Userwertung bei Metacritic.

Enttäuschung pur. Na mal sehen wielange Infinity Ward und Activision mit diesem Prinzip die Kassen klingeln lassen können.
Grade die letzten Nachrichten von EA sollten doch zu denken geben. Die sind nämlich mit dem gleichen "Auslutsch- und Melk"-Verfahren gescheitert, und jetzt machen es welche nach.

Herr wirf Hirn vom Himmel!

Anonymous (unregistriert) 16. November 2009 - 21:38 #

Eines hat die Flughafenszene in MW2 auf jeden Fall erreicht: sie hat eine Diskussion um die Moral oder Nichtmoral der Darstellung von Gewalt angestoßen und bringt eben nicht mehr nur die üblichen Kritiker wie Herrn Pfeiffer und Konsorten, sondern eben auch die (in der Mehrzahl erwachsenen) Spieler zum Nachdenken und Diskutieren - und das ist ganz gut so! Egal in welche Ecke man sich stellt (wahlweise "Ich habe für den ganzen Inhalt bezahlt , also will ich ihn auch komplett spielen.", "War schon komisch, hat aber Spaß gemacht", "Das geht mir zu weit." oder "Ich habe immer daneben geschossen, genau wie mein Opa damals."), wir diskutieren darüber. Klar, schöner und besser wäre es gewesen, wenn dieser Effekt vom IW gewollt gewesen wäre. Aber noch ist nicht Weihnachten und die COD-Reihe hatte noch nie Tiefgang. Ich bin übrigens sehr gespannt, wie die (deutsche!) Einzelspielerkampagne des geplanten Red Orchestra: Heroes of Stalingrad in dieser Hinsicht ankommt. Vieles ließe sich darüber noch sagen. aber das überlasse ich meinen Nachschreibern. Außer vielleicht: Gewalt nimmt in ALLEN Medien zu (egal ob Filme, Spiele, Zeitungen oder Bücher), schaut mal auf die Bestsellerlisten von vor 30 Jahren und von heute!

Und, liebe Community: es hätte schlimmer kommen können. Nein? DOCH! Mal darüber nachgedacht, wie unsere Freunde des Korans (ja genau: die, die sich damals schon so über die Mohammed-Karikaturen gefreut haben) reagiert hätten, wenn die Flughafenszene z.B. in Bagdad gespielt hätte? Das war dann wohl selbst IW zum Glück etwas zu heiß, also mussten diesmal die russischen Terris und Ultranationalisten herhalten, die kennt im Westen ohnehin kaum einer.

Was ich aber eigentlich loswerden wollte: viel mehr stören mich neben den Skriptsequenzen und der äußerst mäßigen KI (mein absoluter Favorit: die Duschräume bei der Festingsmission - die Jungs scheinen beim Anblick russischer Spezialeinheiten eher an andere Dinge zu denken als ans Kämpfen, jedenfalls stehen die seelenruhig in der Gegend rum und glotzen den Russkis auf den unbeschildeten Arsch, während die mich kalt machen. DANKE FÜR NICHTS, KI-KOLLEGEN! Bin ich hier der einzige Hetero oder was???) die immer weiter ins Lächerliche gehenden Stunts (Snowmobil- und Schlauchbootfahrer, DON'T try this at home!, das lieblose Setting (sorry, mir fällt gerade kein passenderer Begriff ein, aber dass sich die Russen mit allen international erhältlichen Waffen eindecken, ehe sie in die U.S.A. einmarschieren, ist ja wohl ein Witz, oder handelt es sich hierbei noch um Beutestücke aus dem nächstes Jahr erscheinenden Prequel "Modern Warfare 1.5 - Makarov auf Shoppingtour in Europa"?) und der kastrierte Mehrspielermodus.

Die Inszenierung erinnert mich an der letzten 007 - man sitzt, legt die Ohren an und wenn man herauskommt, weiß man eigentlich gar nicht mehr was an dieser Achterbahnfahrt so toll war. "Gigantisch!" - "Ja, was denn?" - "Äääh.... keine Ahnung." Vielleicht am ehesten noch das Budget und die Musik. Freuen wir uns also vielleicht auf einen kauzigen "Q"-Verschnitt im nächsten Teil von Ian Fleming's Soap MacTavish. Die Marschrichtung ist ohnehin klar - Filme und Merchandising. COD WIRD irgendwann verfilmt werden, und das klappt mit einer "starken" Marke eben besser als mit einem Nischenprodukt. (Nur Mut, schlimmer als die Boll'schen Machwerke wird so ein COD-Movie schon nicht werden!)

Leider gibt es angesichts des glänzenden Verkaufsstarts NICHT EINEN EINZIGEN Grund für Robert Kot(z)ick, auf irgendwelche Petitionen oder Proteste zu hören, der Erfolg gibt dem Mann Recht mit seiner Meinung, dass es lukrativ ist, Lizenzen zu Tode zu reiten, PC-Spiele auf das grafische (mal die Texturen von nahem angesehen?) und spielerische "Niveau" von Konsolen herunter zu brechen und dafür demnächst auch noch mehr Geld vom Kunden zu verlangen. Es verkauft sich, wenn man es nur genügend hyped.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 323795 - 21. November 2009 - 0:29 #

Nichts gegen deine Meinung, aber das mit dem "(z)" im letzten Absatz muss nicht sein.

Wolsga 13 Koop-Gamer - 1515 - 20. November 2009 - 8:58 #

Ich spiele selbst schon sehr lange und es gibt nichts was ich noch nicht gespielt habe. Aber seit diesem Release und der entsprechenden Reaktion der Spieler betrachte ich das Gros der PC-Spieler als oberflächliche Gewaltfetischisten, ohne jede Empathie.
Diese Mischung aus Proftstreben von AC/BL und unreflektierer Konsumhaltung der Spieler auf der anderen Seite, gibt so eine hässliche Mischung aus Gleichkültigkeit, Gewaltbejahung und Verantwortungslosigkeit. Der Test trägt den Übertitel "Scheiß auf die Moral", dazu würde ich erwiedern "Scheiß auf PC-Spieler", Leute die nichts besseres zu tun haben, als sich für möglichst realstische Tötungsdarstellung am PC einzusetzen braucht die Welt nicht.

Porter 05 Spieler - 2981 - 20. November 2009 - 10:28 #

hah, selbst Olnigg wusste mal was zu einen Shooter zu schreiben:
http://www.gamona.de/games/olniggs-glosse,kolumne-pc:article,1600707.html

Anonymous (unregistriert) 22. November 2009 - 15:21 #

@ Jörg Langer: ebensowenig wie das mit dem "kleine Schwester verhauen" oder "reinste Kinderkacka". Da aber allem Anschein nach Herrn Fränkels und mein Deutschlehrer Studienkollegen waren, sehe ich mich nicht in der Pflicht, mich für die ironisierenden Seite meines Diskussionsbeitrages zu rechtfertigen oder zu entschuldigen.

Trotz jahrelangem (und mitunter exzessivem) Konsum von Computerspielen unterschiedlichsten Gewaltgrades bin ich nämlich durchaus in der Lage, mich zu gegebenem Anlaß einer adäquaten Ausdrucksweise zu befleißigen. Die (Nicht-)Qualität des rezensierten Spieles und die Art und Weise, auf die die Diskussion darüber auf Deiner Seite - die ich ansonsten aufgrund Ihrer "erwachsenen" Art sehr schätze - teilweise geführt wird, lassen allerdings genau diese meine ironisierende Seite stärker ans Tageslicht treten. Im übrigen bin sicher, daß Bobby K.(ich empfehle zu seiner Person den englischen Eintrag bei Wikipedia) entspannt genug wäre, mit dem "(z)" zurechtzukommen. Es wäre nicht das Schlimmste, mit dem er in seinem Leben konfrontiert wurde.

So, und jetzt haben wir uns wieder lieb, gelle? Ich bin zwar zwei Jahre älter als Du, nehme mich aber trotzdem nicht immer ernst. Man lebt einfach besser damit. ;-)

Also BTT: es ist (nicht nur unter Politikern und Rhetoriktrainern) allgemein bekannt, daß je niedriger das Niveau einer Rede, desto mehr Zuhörer oder Leser sich angesprochen fühlen. Sonst hätte die F.A.Z. ja auch mehr Leser als "Bild", welche seit Jahrzehnten erfolgreich die Bigotterie und die Vorurteile der Menschen bedient. Dementsprechend ist es nur konsequent, daß Spiele wie die COD-Reihe oder WoW mehr gekauft und gespielt werden als "anspruchsvollere" Titel.

Überhaupt ist es m.E. nach schwierig, ein SPIEL moralisch einzuordnen. Muß bzw. darf man das überhaupt tun? Sind PC- und Konsolenspiele Kunst im eigentlichen Sinne oder Kulturprodukte und dürfen demzufolge wie Satire alles? Wo liegen die Grenzen des "guten Geschmacks", wo beginnt die Zensur und wer definiert den Unterschied? Jede Menge Diskussionsbaustellen, mit denen man ganze Server füllen könnte.

Meine persönliche Meinung lautet: ein Spiel ist ein Spiel ist ein Spiel ist ein Spiel. In allererster Linie dient es mir als Entspannung und Unterhaltung (Empfehlung auch hier: Wikipedia). Was jede(r) andere in Sachen Moral daraus macht, ist - abgesehen vom Jugendschutz - seine oder ihre eigene Sache. Ich schäme mich nicht für die Heerscharen von Toten, die ich in der virtuellen Welt zurück gelassen habe. Aber ebenso wenig geniere ich mich, zuzugeben, daß ich zur Entspannung zwischendurch auch mal Wimmelbildspiele zocke. Und für die zwei Tränen, die ich bei der Schlußsequenz von Cryostasis weggedrückt habe, erst recht nicht. So viel von mir als "oberflächlichem Gewaltfetischisten". Und meinen Testosteronüberschuß (soweit in meinem gesetzteren Alter noch vorhanden) arbeite ich lieber gemeinsam mit meiner Freundin ab.

Allen, die bis hierhin mit dem Lesen durchgehalten haben , noch einen schönen Sonntag!

Porter 05 Spieler - 2981 - 23. November 2009 - 12:26 #

so, Solo Kampagne hab ich jetzt mal durchgespielt und ich muss sagen das Spiel unerhält mich auch im SOLO nicht weniger als der erste Teil, obwohl mich die Rio Mission schwer generft hatte, überall spawnen da die Knilche auf, unter, neben in den Dächern, Türen, Fenster, Häuserecken, Autos...

Absolut großartiges Actionfeuerwark was da abgebrannt wird, alles mit Liebe inszeniert, modelliert und Hollywood reif gescriptet!

Aber letztendlich bleibt es nur ein kurzweiliger Shooter, und unzählige Pixelsoldaten wurden wie Vieh von mir zusammengeschossen, natürlich aus reiner Notwehr!

Amerika hat einen neuen Helden, MICH!

Sh4p3r 14 Komm-Experte - P - 2370 - 27. November 2009 - 23:33 #

Ich habe Heute MW2 auf der PS3 (an)gespielt, die ersten 4 Missionen. Ich hab in der Zeit nicht mal eine Minute i-wie das Gefühl gehabt das es mich motiviert. Nicht nur das es einfaches Schiessbuden-Action ist, nein, auf der PS3 sieht MW2 auch noch hässlich aus!

Wie kann man Ende 2009 einen grafisch so miesen Shooter rausbringen? Die Texturen/Umgebungen sind grob, kontrast-,farb- und leblos! Gleiche Engine, immer noch 600p native Auflösung, was man dem Spiel auch wirklich ansieht. Story ist da nicht vorhanden, dieses Charakter wechseln haben sie ebenfalls beibehalten. Super Leistung IW!

Das Leveldesign ist langweilig. Die Flughafenszene sowas von unnötig und langweilig.

Eine Athmo die mich mitreisst wie in Teil 4, kam bisher auch nicht auf. Mir ist ehrlich gesagt die Lust nach den 4 Missionen vollends vergangen!
Auch wenn ich vllt hier der einzige bin, aber MW2 ist das overhyped Spiel ever! Es wird wohl der erste Shooter sein den ich nicht durchspielen werde.

Für mich ist MW2 die grösste Enttäuschung des Jahres! Ich bin echt froh das ich warten konnte bzw mein Bauchgefühl mir gesagt hatte "warte bis es billiger ist", und ich es gebraucht gekauft habe.

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