Ich sehe tote Menschen

Haunted Test

Steckbrief
PC
Adventure
Point-and-Click-Adventure
ab 12 freigegeben
16
Deck13 interactive
dtp Entertainment
19.08.2011
Amazon (€): 0,77 (PC)
First15
Eigentlich sollte Haunted bereits im Herbst 2009 in den Handel kommen. Doch dann ging Publisher HMH pleite, und nach einigem Hin und Her landete das Spiel der Ankh-Entwickler Deck13 bei dtp. Der neue Hersteller bringt es nun rund zwei Jahre nach dem ursprünglichen Termin in den Markt. Hat sich das lange Warten gelohnt?
Benjamin Braun 12. August 2011 - 18:36 — vor 5 Jahren aktualisiert
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Alle Screenshots wurden von uns selbst erstellt.

Ende 2005 veröffentlichte das Entwicklerstudio Deck13 mit Ankh sein erstes Adventure. Ganz in der Tradition der alten LucasArts-Abenteuer setzten die Frankfurter vor allem auf schräge Charaktere und humorvolle Dialoge. Daran hat sich mit den beiden Fortsetzungen, Ankh 2- Herz des Osiris und Ankh 3 – Kampf der Götter (2006 und 2007) sowie dem Südseeabenteuer Jack Keane (2007) nichts Grundlegendes verändert. Deck13 lieferte stets unterhaltsame Abenteuerkost, die nicht an Referenzen auf populäre Spiele und Filme sparte, und auch nicht an bekannten Sprechern.

Das Geister-Adventure Haunted schlägt in eine ganz ähnliche Kerbe, kommt aber – zumindest optisch – deutlich düsterer daher als die meisten der bisherigen Deck13-Produktionen. Mit Straßenkind Mary begeben wir uns auf die Suche nach unserer totgeglaubten Schwester und machen Bekanntschaft mit sechs Geistern, die uns auf unserer Reise mit Rat und Tat zur Seite stehen. Im Folgenden wollen wir euch verraten, wie uns der „geistreiche“ Streifzug durch das England des 19. Jahrhunderts gefallen hat.

Fehlgeleitete Wissenschaft
Oscar ist der erste Geist, dem Mary begegnet. Er kann Objekte aufnehmen, die für Mary zu heiß oder zu kalt sind.
Wir sehen das Straßenkind Mary vor einem mächtigen Tor der Universität von London stehen. Ein Gewitter tobt. Die gleißenden Blitze erhellen die tiefschwarze Umgebung nur für einen Moment. Sofort darauf verschwindet der gepflasterte Weg wieder in der Nacht. Mary vernimmt die Stimme eines Kindes: „Hilf mir, sie tun mir weh!“, schallt es kläglich durch die nasskalte Dämmerung. Mary hat Angst. Das Kläffen und Knurren eines Hundes ist zu hören. Es wird lauter und rückt immer näher. Mary beginnt zu rennen, wähnt den Atem ihres Verfolgers im Nacken. Auf ihrem Gesicht zeichnet sich Panik ab, sie kommt zu Fall.

Einige Zeit später sehen wir unsere Heldin regungslos auf einem Untersuchungstisch liegen. Um Mary herum stehen eine bieder gekleidete Frau mit Monokel und ein hagerer Mann, dem das linke Auge fehlt. Es sind die Professorin Ashcroft und ihr einäugiger Helfer Ethan, der seiner Meisterin versichert, dass „das Objekt“ tot ist. Daraufhin greift die kränklich wirkende Wissenschaftlerin mit ihren langen, knochigen Fingern nach einem Skalpell und setzt zu einem Schnitt auf Marys Oberkörper an. Das dunkelhaarige Mädchen schreckt sogleich hoch und ringt um Fassung. Professor Ashcroft bittet Mary mit trügerischer Freundlichkeit um Verzeihung und bietet ihr eine Tasse Tee an. Gemeinsam mit Ethan verlässt sie den Raum und weist draußen ihren Untergebenen an, Mary zu töten. Irgendetwas scheint sie zudem über Marys verschollene Schwester Lily zu wissen, deren Medaillon sie auf dem Schreibtisch der Akademikerin findet.

Auf der FluchtAn diesem Punkt übernehmt ihr die Kontrolle über Mary und müsst versuchen, aus dem Universitätsgebäude zu entkommen. Als erstes schiebt ihr den Untersuchungstisch vor die Tür, hinter die sich Ashcroft und Ethan verzogen haben. Die Forscherin stochert mit ihrem Gehstock in einem Türspalt herum, um das Hindernis zu entfernen. Mary entreißt ihr die Gehhilfe und verwendet sie als Hebelersatz an einem Schaltpult, um eine Leiter hinab zu lassen. Kaum ist sie empor geklettert, bricht Ethan mit seiner Axt die versperrte Pforte entzwei und dringt in die Halle ein. Uns
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er Blick fällt auf die ganzen sonderbaren Apparaturen: Welche Art von Forschung findet hier eigentlich statt? Mit einem Besen blockiert Mary die hochgefahrene Leiter, was wie vieles in diesem ersten Spielabschnitt ohne unser Zutun passiert, und verschafft sich so ein weiteres, adventure-typisch unbegrenztes Zeitfenster, um der angespannten Lage zu entkommen.

Im oberen Stockwerk entdecken wir einen sonderbar leuchtenden Käfig. Da er fest zugeschraubt ist, sehen wir uns zunächst im hinteren Teil um. Dort finden wir ein Paar alte Handschuhe und stecken zudem die Kreide ein, die bei einer großen Tafel liegt. Benutzen wir sie auf dem Paneel, erklingt ein hoher Quietschton, der sogleich einige Erlenmeyerkolben zum Platzen bringt. Ein Kameraschwenk auf die Buntglasfenster der Raumkuppel verrät uns, dass eine noch höhere Tonfrequenz selbst diese Scheiben zerstören könnte. Also nutzen wir das sichelförmige Griffstück von Ashcrofts Gehstock und kratzen damit über das Kreidebrett. Und tatsächlich: Unter tosendem Lärm gehen die Scheiben zu Bruch. Noch ist der Weg aber nicht frei, denn eine Kluft verhindert unseren Ausbruch – zu groß, um sie zu überspringen.
Der schottische Freiheitskämpfer William Wallace ist der zweite von sechs Geistern. Er ist stark wie ein Stier und kann selbst schwerste Objekte heben. Anspielungen auf Braveheart ließ sich Entwickler Deck13 natürlich nicht nehmen.
Athavariel 21 Motivator - P - 27873 - 12. August 2011 - 19:31 #

Deck13? Waren das nicht die Verantwortlichen für das verbuggte Venetica?

fightermedic (unregistriert) 12. August 2011 - 20:39 #

ja für das absolut großartige ventica das zwar mit einigen technischen schwierigkeiten kämpfend, dennoch mir als ein spiel mit extrem gutem kampfsystem und ziemlich cooler atmosphäre in erinnerung geblieben ist

volcatius (unregistriert) 12. August 2011 - 22:08 #

Technische Schwierigkeiten gabs vor allem auf der schwächeren XBox.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 324529 - 12. August 2011 - 22:38 #

Nee, das war schon auch auf dem PC arg verbuggt und nicht fertig, als es rauskam. Aber: dtp ist drangeblieben, und ein halbes Jahr später war Venetica in einem wirklich spielbaren, guten Zustand (siehe auch unseren damaligen Nachtest).

Tassadar 17 Shapeshifter - 7747 - 12. August 2011 - 23:11 #

Wie Jörg schon sagt, nach dem letzten Patch sehr gut spielbar. Und so ein Venetica ist mir 100mal lieber als all die seelenlosen, immer gleichen Blockbuster-Massenprodukte der großen Publisher. Ich find's jedenfalls ein sehr schönes Spiel.

Sir.Vival (unregistriert) 12. August 2011 - 20:13 #

lieber Deck16 in UT....hach das waren noch Zeiten :>

Atomsk 16 Übertalent - 4878 - 12. August 2011 - 22:00 #

Genau daran musste ich auch denken, eine der besten Shooter-Maps ever :D

Tassadar 17 Shapeshifter - 7747 - 12. August 2011 - 23:09 #

Danke für den Test. Was mir nicht so ganz gefällt, ist, dass am Anfang erstmal ein Teil des Anfangs des Spiels komplett nacherzählt wird. Den Sinn davon sehe ich nicht so ganz und eigentlich ist mir das auch schon zu viel Spoiler. Stattdessen hätte man vielleicht noch ein paar Sätze zur Musik und den Soundeffekten sagen können, die so nur in der Pro- und Kontra-Liste auftauchen.

Schade, dass das Spiel wohl nur gut und zu kurz und einfach geworden ist. Ich befürchte sehr stark, dass es ziemlich untergehen wird, viel Marketing scheint ja auch nicht statt zu finden, ich habe bis jetzt jedenfalls nur sehr wenig gesehen.

Vidar 18 Doppel-Voter - 12279 - 13. August 2011 - 10:52 #

Jop dem muss man zustimmen, es wird etwas zuviel vorweggenommen...

Cloud 17 Shapeshifter - 7698 - 18. August 2011 - 8:35 #

Sehe ich auch so. Davon abgesehen fand ich diese Nacherzählung auch eher langweilig.

Sisko 22 AAA-Gamer - 31769 - 13. August 2011 - 8:56 #

Danke für den Test, solides Adventure, aber ich werde wohl warten bis es etwas billiger wird.

Vidar 18 Doppel-Voter - 12279 - 13. August 2011 - 10:49 #

Danke für den Teste, ich werde wohl etwas warten.
Zahle für ein 6 Stunden Spiel keine 30-35€.

Bei Black Sails (auch von Deck 13) hab ich noch zugeschlagen da es nur 20€ kostete und eine ähnliche Spielzeit hatte. allerdings hat BS auch ein wenig wiederspielwert da sich der Spielverlauf etwas ändern kann...
Warum liefern die mittlerweile so kurze Spiele ab?

Dazu muss sich Deck 13 fragen lassen wie in einem 2 Jahre fertigen Titel so etwas

"An einem Ort fehlten sämtliche Texturen, dies soll ein Day-1-Patch richten"

vorkommen kann...

AshEvilDead 02 Sammler - 8 - 13. August 2011 - 11:55 #

Hm... also ich habe für Black Sails auch nur 20 € bezahlt, war aber bereits innerhalb von 3 Stunden durch und das hat mich richtig gewurmt :/

Mittlerweile würde ich mir lieber einen guten Venetica-Nachfolger wünschen, aber ich denke das Szenario haben sie für sich bereits in Teil 1 ausgereizt. War trotzdem ein tolles Spiel, zumindest für die PS3.

Benjamin Braun Redakteur - 282396 - 13. August 2011 - 13:39 #

Deck13 wollte das Spiel für den Goldmaster fit machen und hat die Version dafür nochmal gepatcht. Und genau dabei ist dieser Fehler ins Spiel gekommen. Die Texturen sind vorhanden, der Fehler tritt an dieser Stelle nur auf, wenn die Texturqualität auf "hoch" eingestellt ist. So etwas ist natürlich ärgerlich, aber das passiert immer wieder. Auf ähnliche Weise war vor einigen Jahren zum Beispiel der Leichenbug in die Gothic-2-Erweiterung Die Nacht des Raben reingeflutscht.

Vidar 18 Doppel-Voter - 12279 - 20. August 2011 - 16:27 #

Dann muss man sie nochmal testen wenn man sie schon Patched!
Das geht absolut nicht Bonus Kapitel spiel ich vorerst nicht mehr da es ohne TExtur unmöglich ist es anständig zu spielen (ausser ich lauf wie ein Depp mit der Hotspot anzeige rum)

Abraxas (unregistriert) 13. August 2011 - 20:02 #

Angefangen zu lesen und gerade noch vor rechtzeitig die Kurve gekriegt. Der "Test" ist ein einziger Spoiler. Muss dass denn sein? Ich will hier keine Rätsellösungen haben sondern einen Test. :-(

Jörg Langer Chefredakteur - P - 324529 - 14. August 2011 - 14:39 #

Dann hast du zu früh aufgehört zu lesen: Es geht nur um den Anfang, danach werden noch ein oder zwei Rätsel (aber ohne Lösung) geschildert.

Labrador Nelson 27 Spiele-Experte - - 86567 - 14. August 2011 - 19:34 #

Venetica hat mir sehr gefallen. Ich habs noch installiert und spiele es sogar noch ab und zu. Wenn Deck13 nun wieder zu point&click zurückkehrt, wird es sicher wieder sehr unterhaltsam! Freu mich drauf.

Ganon 22 AAA-Gamer - P - 33861 - 17. August 2011 - 21:19 #

Ich hab eben die Demo gespielt (genau der Abschnitt, der hier auf der ersten Seite fast komplett nacherzählt wird...) und mein Eindruck deckt sich ziemlich mit dem Test und der Wertung. Macht einen soliden Eindruck, zum Budget-Preis wär das was. Mehr aber nicht unbedingt.

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