Test: Actionfiguren-Actionspiel

G.I. Joe - Geheimauftrag Cobra Test

Seit 1964 existieren die G.I.-Joe-Actionfiguren als "Barbies für Jungs", nach Comics, einer TV-Serie und früheren Game-Umsetzungen erschien dieser Tage ein effektgewaltiger Popcorn-Film in USA. Dicht gefolgt vom neuen Computerspiel -- furchtlos haben wir uns in den Test gestürzt.
Tim Gross 11. August 2009 - 20:22 — vor 7 Jahren aktualisiert
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Spielt ihr gerne mit Puppen? Jetzt mal ehrlich! Nein? Das ist auch nicht weiter tragisch, hier geht es ja um ein Videospiel. Dass Puppen hier trotzdem Erwähnung finden, liegt an den Ursprüngen der Franchise G.I. Joe, die weiter zurück reicht, als man vermutet. Im Jahr 1959 startete die Barbie-Puppe durch, und zwar so erfolgreich, dass man den Jungs dieser Welt auch etwas in dieser Art bieten wollte. Und so kamen im Jahr 1964 die G.I. Joe-Actionfiguren auf den Markt. Hier wurden aber keine Spielchen mit Ken getrieben oder Klamotten gewechselt, sondern ernste Konflikte gelöst. Inspiriert wurden die Figuren nämlich vom Militär, das Setting war der Zweite Weltkrieg. Im Laufe der Jahre wurden die Themen immer mal wieder gewechselt, beispielsweise zum Vietnamkrieg, aber die Actionfiguren blieben erhalten; in Europa wurden die Puppen-Kameraden unter dem Namen Action Man bekannt. In erinnerungsverklärten C64-Tagen (der erfolgreichste Heimcomputer der Welt, bevor erst der Amiga und schließlich die PCs die Macht an sich rissen) spielten wir die Versoftung von Epyx: Mit einem von 16 Superhelden ging es in abwechselnden "Landschaften" (einem nicht-scrollenden Screen) gegen 8 Cobra-Superbösewichte. Ähnlich wie bei Archon waren die Helden unterschiedlich schnell und führten unterschiedliche Waffen ins Gefecht. Durchaus spaßig! Aber das war damals...

Kleine G.I. Joe-Kunde, von links: Eine Actionfigur, die C64-Umsetzung (wir haben sie gespielt!) aus 1985, der aktuelle Film.

Zurück in die Gegenwart und zu dem vorliegenden Videospiel. Wie schon in frühen Actionfigurzeiten müsst ihr der Geheimorganisation Cobra das Handwerk legen. Der aktuelle Kinofilm, und damit auch dieses Spiel, ist eine so genannte Origin Story: Die Cobras sind eine noch sehr junge Organisation, die im Verlauf der Story immer mächtiger werden. Ihr übernehmt die Rolle des guten Duke, auch bekannt als Conrad Hauser, und erlebt aus nächster Nähe, wie sich die Cobras zum Erzfeind der G.I. Joes erheben.

Typischerweise -- aber keinesfalls immer -- seht ihr euer Zweierteam (hier mit KI-Kamerad) aus dieser Perspektive.

Wirrer Einstieg

All diese Informationen gibt es freilich nicht im Spiel. Stattdessen werdet ihr einfach in das G.I.Joe-Universum geworfen und müsst dann sehen wo ihr bleibt. Die erste Zwischensequenz etwa wirft viele Fragen auf, anstatt eine Einleitung zu bieten: Irgendeine Baronin entkommt aus eurem Gefängnis. Im Menü wählt ihr auf einer Karte eine Mission aus; zu Beginn gibt es natürlich nur eine. Später dürft ihr aber auch optionale Aufträge erfüllen, die ihr vorher freigespielt habt. In den Levels seid ihr stets zu zweit unterwegs und dürft zu jedem Zeitpunkt zwischen den beiden anwesenden Charakteren hin und her schalten, ganz wie in den Lego-Videospielen. Hier hören die Ähnlichkeiten aber noch nicht auf, denn genau wie beispielsweise in Lego: Star Wars, haben die Charaktere unterschiedliche Fähigkeiten, die gelegentlich nötig sind, um im Spiel voran zu kommen. Außerdem kann jederzeit ein Mitspieler einsteigen und euch unter die Arme greifen.
 
Ab und zu geht die Kamera auf (unübersichtliche) Tuchfühlung.
Aber wie spielt sich G.I. Joe? Nun, es ist ein geradliniger Shooter, der die Figuren von außen zeigt, meist aus einiger Entfernung, teils auch sehr nah herangezoomt. Da die Kamera vom Spiel vorgegeben wird und euren Charakter auch mal von vorne zeigt, führt das häufig zu unübersichtlichen Situationen, in denen ihr beispielsweise gegen zehn Gegner gleichzeitig antretet, von denen die Hälfte aber gar nicht im Bild ist. Es wäre sehr hilfreich gewesen, dem Spieler das Einstellen der Kamera zu erlauben. In mancher Situation hätten wir dafür gerne unseren KI-Kumpan hergegeben...

Fingerdauerkrümmung

In G.I. Joe werdet ihr die meiste Zeit euren rechten Zeigefinger auf der RT-Taste haben, mit der ihr eure Waffe (mit unendlicher Munition) abfeuert. Manche Gegner haben allerdings einen Schutzschild, der von Kugeln oder Laserstrahlen nicht durchdrungen werden kann. In diesem Fall müsst ihr euch in den Nahkampf stürzen und euren Feind mit dem X-Button niederstrecken. Außerdem habt ihr auf B noch eine Spezialattacke, die je nach Charakter eine andere ist. Duke etwa greift auf einen äußerst hilfreichen Granatwerfer zurück, den ihr gut im Kampf gegen Geschütztürme gebrauchen könnt, Ripcord hingegen kann Selbstschussanlagen platzieren. Die Spezialangriffe dürft ihr aber nicht ständig einsetzen; Duke etwa kann maximal drei Granaten auf einmal tragen, Nachschub erhaltet ihr für getötete Feinde oder aufgesammelte Gegenstände. Es gibt aber noch eine Besonderheit, und zwar die so genannten Accelerator-Suits, sprich eure Kampfanzüge. Durch das Ausschalten von Gegnern laden die sich nämlich auf, bis ihr euch für kürze Zeit wesentlich schneller und stärker machen könnt.

G.I. Joe greift das "Auto-Heilung"-System der meisten aktuellen Shooter auf. Auch das spätestens seit Gears of War bekannte Prinzip "In Deckung gehen, schießen, zur nächsten Deckung rennen" ist eingebaut, allerdings nicht konsequent: Ihr müsst zwar schon hinter diverse Wände hechten, aber ein taktisches Element entspringt daraus eigentlich nicht. Schließlich ist im Spiel Dauerfeuer angesagt, und vor einem von unzähligen Kugeln zersiebten Gegner müsst ihr nicht in Deckung gehen...


Weil wir in diesem Schützenpanzer sitzen, zoomt die Kamera entsprechend weit zurück.
bam 15 Kenner - 2757 - 11. August 2009 - 22:16 #

Das Spiel passt also perfekt zum Film. ;)

Baran 12 Trollwächter - 826 - 11. August 2009 - 23:45 #

Wie wäre es mit Angaben im Wertungskasten über den Entwickler, vielleicht mit entsprechenden Links zur Homepage des Studios, einer Übersicht über ihre anderen Machwerke o.ä.?

Earl iGrey 16 Übertalent - 5042 - 12. August 2009 - 5:50 #

Die Sprecherrollen sind wechselhaft besetzt. Der deutsche männliche Sprecher klingt nicht überzeugend. Die deutsche weibliche Rolle hingegen sogar besser als die englische.

Janno 15 Kenner - 3450 - 13. August 2009 - 10:03 #

Ich hab damals GI Joe auch auf dem C64 gespielt. Zu zweit hat das damals echt Laune gemacht :)

peo 07 Dual-Talent - 128 - 13. August 2009 - 14:26 #

Schade das das man immer wieder Gute Filmvorlagen mit schlechten Spielen herausbringen muss. Das muss doch einer kapieren das die Spiele nur schlecht sind....das kauft doch keiner....!

Ridger 18 Doppel-Voter - P - 9163 - 12. November 2009 - 5:33 #

Kaufen nicht, aber beim GG Gewinnspiel geschenkt bekommen.

Oberpanda 07 Dual-Talent - 110 - 16. September 2009 - 7:43 #

Die Filmverwurstung einer Comicverwurstung. Muss nicht wirklich sein, Story belanglos, Spiel eintönig und damit nicht nötig. :) Immerhin der Testbericht ist gut. ;)

Ridger 18 Doppel-Voter - P - 9163 - 4. Dezember 2009 - 3:55 #

Leider ist das Spiel (jedenfalls meine Version) so verbugt, dass ich nicht einmal die zweite Mission beginnen kann. Sehr ärgerlich.

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