Test: Mehr vom Guten

Gears of War 3: Raam's Shadow Test

In Gears of War 3 erzählte Epic Games zwar die Geschichte von Marcus Fenix zu Ende, aber dank DLC werden Fans der Reihe noch den einen oder anderen Nachschlag bekommen. Dazu zählt auch die Zusatzkampagne Raam’s Shadow, die einen neuen Charakter einführt und euch zudem in die Rolle des namensgebenden Locust-Generals schlüpfen lässt.
Benjamin Braun 9. Dezember 2011 - 23:08 — vor 4 Jahren aktualisiert
Alle Screenshots im Artikel stammen von uns.

Mit Gears of War 3 lieferte Epic den bislang wohl besten Teil der Actionserie ab, ohne das koop-freundliche Spielprinzip wesentlich zu verändern. Die Geschichte von Hauptfigur Marcus Fenix ist damit zu Ende erzählt, in Zukunft wollen sich Creative Director Cliff Bleszinski und sein Team anderen Projekten widmen. Eine Zeitlang werden sie ihrem womöglich letzten Gears of War aber noch treu bleiben, denn die Spielschmiede aus North Carolina werkelt noch an verschiedenen DLC-Erweiterung dafür. Neben Mehrspielerkarten und Waffenpaketen erweitert Epic Games Gears of War 3 auch um eine zusätzliche Kampagne, die ab dem 13. Dezember auf dem Xbox Live Marktplatz zur Verfügung steht.

In Raam’s Shadow schlüpft ihr in die Haut von Zeta-Squad-Teamleiter Michael Barrick. Mit Oberarmen so dick wie Elefantenbeine, einer fetten Havanna im Mundwinkel und der dicken Wumme im Anschlag ist er so etwas wie die steroidgeschwängerte Ausgabe von Lynch aus Kane & Lynch - Dead Men. Nebenbei erfüllt er damit das typische Gears-of-War-Klischee eines echten Kerls. Er und sein Team, darunter serienbekannte Figuren wie Minh Young Kim und Tai Kaliso, sollen Ilima City vor dem Einrücken der Locust evakuieren. Ihr steuert aber nicht nur ihn, sondern auch seinen Widersacher, den Locust-General Raam. Was euch in den fünf Kapiteln des 1200 Microsoft Points (rund 15 Euro) teuren Pakets erwartet, haben wir für euch herausgefunden.

Spieler als Locust-General
Den Kampagnen-DLC erlebt ihr aus der Perspektive der Menschen und aus der von Locust-General Raam.
General Raam plant im Auftrag der Locust-Königin, den Planeten Sera mit einem mächtigen Kryllsturm zu überziehen und damit in die Knie zu zwingen. Und ihr versucht, zumindest das Schlimmste zu verhindern und so viele Bewohner zu retten wie nur möglich. Serienkennern dürfte der Tag dieses Ereignisses als „Emergency Day“ bekannt sein, er fand noch vor der Handlung des ersten Gears of War statt.

Bei den Kryll handelt es sich um kleine, fliegende Schwarm-Kreaturen, die am ehesten mit Piranhas zu vergleichen sind. Jeder Mensch, der in eine „Wolke“ aus Kryll gerät, wird innerhalb von Sekunden aufgefressen. Noch scheint es nicht zu spät zu sein, um wenigstens ein paar der auf dem Planeten verbliebenen Menschen vor dem sicheren Tod zu bewahren. Doch ihr als Spieler wisst, dass nur Stunden dafür bleiben. Je länger ihr die Stadt nach Überlebenden durchkämmt, desto mehr schwindet die Hoffnung, noch irgendjemanden zu finden.

Während Barrick und seine Mitstreiter Schulen und Waisenhäuser durchsuchen, lernen wir parallel dazu die andere Seite des Konflikts kennen. Als General Raam bereiten wir den großen Kryllsturm vor und dürfen dabei erstmals innerhalb einer Gears-Kampagne die Rolle eines Locust übernehmen.

Im Spielabschnitt mit Raam lenkt ihr den Kryllschwarm in dieser Szene direkt in einen Schwebegleiter..
Verteidigung ist TrumpfAllzu viel Tiefgang solltet ihr von der Handlung nicht erwarten, Rollenwechsel hin, Rollenwechsel her. Im Mittelpunkt steht einmal mehr die Action, und an der Spielmechanik hat sich natürlich in Raam’s Shadow nichts geändert. Ihr bekommt immer klare Anweisungen, was als nächstes zu tun ist.

Sowohl in den Abschnitten mit dem menschlichen Squad als auch in denen als Locust schlagt ihr vor allem Verteidigungsschlachten. Die sind relativ lang geraten, strecken die etwa dreieinhalbstündige Extra-Kampagne aber nicht ganz so auffällig wie andere Abschnitte. Manchmal lauft ihr beispielsweise mehrere Minuten lang durch karg ausstaffierte, labyrinthartig ausgebaute Unterrichtsräume und müsst höchstens mal hier und dort meinen Schalter umlegen – überwiegend ohne Feindkontakt, was diese Szenen langweilig macht. Aber keine Sorge: Bald wird dann wieder geballert. Ihr bekommt übrigens auch im Addon rasant geschnittene Cutscenes präsentiert, wenngleich nicht ganz so oft wie im Hauptprogramm.

Innerhalb der Kämpfe, die meist auf großen, offenen Plätzen stattfinden, ist es wie üblich von Vorteil oder besser gesagt unerlässlich, die zahlreichen Deckungsmöglichkeit zu nutzen. Da sich die Gegnerwellen meist aus allen Richtungen nähern, habt ihr aber auch schnell mal einen Feind im Rücken. Ihr müsst also gleichzeitig auch in Bewegung bleiben und von Deckung zu Deckung hechten.

Neue GegnertypenUnter den Locust befinden sich auch ein paar neue Gegnertypen, die jedoch oft den schon bekannten stark ähneln. So schickt Raam die sogenannten Beber zur Vorbereitung des Kryllsturm durch die Stadt. Diese Riesenkäfer spucken explosive Geschosse in eure Richtung und sind nicht direkt verwundbar. Sie können nur besiegt werden, wenn ihr sie unter den Trümmern eines Hochhauses begrabt.

Ein großes Biest, das euch in der Turnhalle einer Schule empfängt, erinnert von den Bewegungsabläufen her sehr stark an den Berseker, also den „leuchtenden“ Bossgegner aus der Hauptstory. Denn auch der im DLC stürmt auf euch zu und kann nicht einfach so verwundet werden. Ihr müsst ihn zwar nicht, wie den Berserker, an einer bestimmten Körperstelle treffen. Dafür müsst ihr ihn zunächst mit Feuer in Kotakt bringen, damit eure Kugeln etwas anrichten. Kein wirklich neuer Bossfight also, aber schon ausreichend variiert.

Deutlich frischer fühlen sich die (leider sehr kurzen) Spielabschnitte in der Rolle von General Raam an. Er füh
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rt keine Schießprügel bei sich, sondern hat lediglich ein Schwert dabei. Ach ja, und einen Schwarm Kryll, der ihn ständig umkreist. Die "Luftpiranhas" geben ihm Schutz vor feindlichen Projektilen, doch Vorsicht: Der Schwarm kann durch Feuer und Explosionen kurzzeitig aufgelöst werden. Ihr setzt den Kryll-Schwarm auch gezielt gegen Feinde ein, wenn ihr wollt; teilweise müsst ihr das sogar. Sehr nett finden wir, dass ihr die Kryll auch hinter Objekte bewegen dürft, die ein Gegner zur Deckung nutzt. Wer braucht da noch die berühmten GoW-Sling-Grenades? Ganz so spaßig, wie es im ersten Moment klingt, sind die Raam-Abschnitte dann aber doch nicht. Dafür steuert sich der Schwarm etwas zu träge, gleichzeitig ist er für unseren Geschmack viel zu mächtig.

Übrigens setzt ihr in der DLC-Kampagne nicht nur Handfeuerwaffen oder stationäre Geschütze ein. An zwei Stellen greift ihr auf einen Computer zu, über den ihr eure Feinde ähnlich wie in Modern Warfare 3 aus einer schwebenden Drohne heraus von oben mit Granaten bekämpft. Wie im Vorbild sind die Abschnitte spielerisch kein Erweckungserlebnis, sorgen aber doch für angenehme Abwechslung.
Zumeist müsst ihr euch mit großen Wellen von Standardgegnern anlegen. Wie auch im Hauptspiel trefft ihr aber immer wieder auch auf größere Zwischengegner oder Bosse, die etwas mehr taktisches Gespür im Kampf verlangen.
maddccat 18 Doppel-Voter - P - 11214 - 9. Dezember 2011 - 23:38 #

Habe den Test gerade nur überflogen. Steht nirgendwo wie groß der DLC ist? Da ich noch eine 60Gb Box habe, ist Platz bei mir ein Thema.^^

Barbarisater 16 Übertalent - P - 4586 - 9. Dezember 2011 - 23:43 #

Der DLC ist 2GB groß.
Zitat: "Mit dem zwei Gigabyte großen DLC hat Epic das im Hauptspiel gelegentlich auftretende Tearing auf ein Minimum reduziert."

maddccat 18 Doppel-Voter - P - 11214 - 10. Dezember 2011 - 3:09 #

Danke, habe ich wohl übersehen. 2GB ist leider 1GB zu groß.^^ Mal sehen, was dafür Platz machen muss.

Athavariel 21 Motivator - P - 27872 - 9. Dezember 2011 - 23:41 #

Danke für den Test. Ich freu mich drauf.

joker0222 26 Spiele-Kenner - P - 70262 - 10. Dezember 2011 - 2:06 #

Schade, dass die Story mal wieder vernachlässigt wurde.
Nachdem ich die sehr guten GoW-Bücher von Karen Traviss gelesen habe sind die Spiele für mich aber ohnehin nur noch ein nettes Beiwerk dazu. Obwohl es von Epic natürlich genau andersrum gedacht ist.

Novachen 18 Doppel-Voter - 12747 - 10. Dezember 2011 - 2:30 #

Gears of War 3 war ein wirklich super Spiel. Der DLC war sowieso Pflicht. Scheint auch keine Geldverschwendung zu sein :-)

maddccat 18 Doppel-Voter - P - 11214 - 10. Dezember 2011 - 3:07 #

Wieso "war"? Ist!^^

Novachen 18 Doppel-Voter - 12747 - 10. Dezember 2011 - 19:56 #

Ja wenn du es gerade noch spielst ist es "Ist". Für mich "war" es, weil ich das schon kurz nach Veröffentlichung durchgespielt habe :D

maddccat 18 Doppel-Voter - P - 11214 - 11. Dezember 2011 - 14:23 #

Nee, habe es auch kurz nach Release durchgespielt. Das Spiel finde ich jedoch auch nach dem Durchspielen gut, weshalb ich für "ist" plädiere.^^

Wunderheiler 19 Megatalent - 18959 - 10. Dezember 2011 - 5:30 #

Bezieht sich der Minuspunkt beim Sound nur auf die seutsche Version oder ist das ein generelles Problem?

Benjamin Braun Redakteur - 280887 - 10. Dezember 2011 - 10:33 #

Ich habe es jetzt nur auf Deutsch gespielt. Ich denke aber, dass es ein generelles Problem ist, da es vor allem bei Musik und Soundeffekten auftritt.

kutschi201 11 Forenversteher - 605 - 10. Dezember 2011 - 13:11 #

Guter Test, mal schaun ob ichs mir zulegen werde...aber erstmal die Kampange auf Wahnsinnig überleben! :D
Kleine Anmerkung: Die leuchtende Berserkerin aus GoW3 ist bereits eine Variation der normalen Locust Berserkerin! Die kam bereits in den Vorgängern vor ;)

Retrofrank 11 Forenversteher - 750 - 10. Dezember 2011 - 14:19 #

Wundert mich immer noch,daß Gears 3 so hochgelobt wird.
Es ist sicher nicht schlecht,aber von der Inszenierung her finde ich ein Rückschritt nach dem zweiten Teil.
Sehr geärgert hat mich auch die Story.

*Achtung Spoiler*

Die Lösung des Konfliktes ist die Vernichtung der gesamten Locust-Rasse und Marcus Fenix exekutiert noch die unterlegene,unbewaffnete Locust-Queen.

Sieht so nach amerikanischen Vorstellungen ein Happy End aus ?

joker0222 26 Spiele-Kenner - P - 70262 - 16. Dezember 2011 - 7:31 #

Nachdem ich jetzt auch ein Stück gespielt habe ist mir völlig schleierhaft, wie man hier von einer guten deutschen Vertonung sprechen kann.
Die Synchro ist so ziemlich das Übelste, was ich in den letzten 2-3 Jahren gehört habe. Einzig die Frau geht einigermaßen.
Die Sprecher von Berrick (besonders er), Tai und Kim sind total fehlbesetzt und warten mit grauenhafter Betonung auf.
Kommt mir außerdem so vor, als wären Tai und Kim neubesetzt. Was aber prinzipiell kein Problem wäre, weil "die alten Bekannten" in GoW1 bzw. 2 doch nur ziemlich unbedeutende Nebenrollen gespielt haben und auch recht schnell weg vom Fenster waren.

Marcelkagi 10 Kommunikator - 457 - 16. Januar 2013 - 12:18 #

Ich sage nur kaufen

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