Farpoint Test

Mit Aim-Controller ein gutes VR-Erlebnis

Benjamin Braun / 23. Mai 2017 - 12:31 — vor 2 Stunden aktualisiert
Steckbrief
PS4
Action
Egoshooter
ab 16 freigegeben
16
Impulse Gear
Impulse Gear
17.05.2017
Link
Amazon (€): 139,90 (PlayStation 4), 45,98 (PlayStation 4)
Viele der bisherigen VR-Titel sind eher Demos – mal gelungene, mal schwächere. Dieses PSVR-Ballerspiel ist anders: Umfangreich und dank seiner Plastikwumme unverzichtbar für Leute, die auch in der Achterbahn ein Buch lesen können.
Farpoint ab 45,98 € bei Amazon.de kaufen.
Alle Screenshots stammenvon GamersGlobal

Die bislang verfügbaren VR-Actionspiele lassen sich überwiegend auch mit den Standard-Eingabegeräten auf mehr oder weniger gleichem Niveau zu spezielleren Alternativen spielen. Auch der PSVR-exklusive Ego-Shooter Farpoint ist per Dual Shock 4 erlebbar. Zum einzigartigen Spielerlebnis wird das Weltraum-Abenteuer jedoch nur, wenn ihr Sonys Plastikgewehr namens Aim-Controller nutzt. Ob sich die Investition von stolzen 100 Euro für das Bundle aus Spiel und Aim-Controller lohnt, erfahrt ihr im Test.
 

Gut inszeniert, erzählerisch mau

In Farpoint schlüpft ihr in die Rolle eines namenlosen Astronauten, der ein zweiköpfiges Forscherteam begleitet. Er wird Zeuge einer Anomalie, die sowohl die Weltraumstation Pilgrim  als auch sein eigenes Shuttle zum Absturz auf einen fremden Planten bringt. Offenbar haben die beiden Wissenschaftler den Absturz irgendwie überlebt – wir folgen ihren Spuren. Natürlich schlüsselt ihr im Laufe der Kampagne Stück für Stück auf, was die Forscher erlebt haben.
In den Wachkamera-Aufnahmen erfahrt ihr mehr über die Storyereignisse.

Zum Teil erfahren wir diese Details, indem wir Datenpads und ähnliches in der Umgebung scannen und dann "Hologramme" direkt in der Spielwelt sehen und ihren Aktionen oder Gespräche folgen. An bestimmten Punkten erhalten wir zudem Zugriff auf Kameraaufnahmen. Die Überlegungen der Forscher, etwa wie sie den Absturzpunkt des Hauptteils der Raumstation aufspüren können, haben etwas von Ridley Scotts Roman-Verfilmung Der Marsianer.

Die hochwertige Inszenierung profitiert von den sehr guten deutschen Sprechern. Von der anfangs aufgebauten Spannung bleibt letztlich aber wenig übrig: Spätestens nach der Hälfte des Abenteuers kann auch Farpoint nicht verleugnen, dass die Geschichte nur Beiwerk ist und verstrickt sich zuletzt in konstruierte Wendungen. Aber weshalb soll das in einem VR-Shooter auch anders sein als in einem normalen?
 

Mittendrin statt nur dabei

Auf dem Planeten angekommen, greift ihr erstmals zur Waffe und legt auf die seltsamen Weltraum-Käfer an, die euch ans Leder wollen. Anlegen ist dabei wörtlich zu nehmen, denn wenn ihr die Gegner treffen wollt, musst ihr den Controller tatsächlich so vor den VR-Helm halten, als ob ihr durch das Visier einer echten Waffe zieltet. Dank des sehr präzisen Trackings funktioniert das tadellos, egal ob mit der Schrotflinte oder dem Scharfschützengewehr. Die Spielfigur bewegt ihr mit dem linken Analogstick durch die linear angelegten Levels. Auf Wunsch könnt ihr auch den zweiten Stick aktivieren und verschiedene Funktionen dafür festlegen – etwa Schritte zur Seite oder auch eine reguläre Drehung. Auch die Bewegungsgeschwindigkeit regelt ihr selbst. Allerdings ist auch die höchste Stufe eher langsam, was auch schwächeren Spielermägen zu Gute kommt.

Obwohl es sich empfiehlt, Farpoint zugunsten des Spielgefühls im Stehen zu spielen, ist es prinzipiell auch im Sitzen möglich. Allerdings müsst ihr dann bei der anfänglich Einrichtung und Kalibrierung des Aim-Controller womöglich mit Kamerawinkel und ähnlichem herumtricksen. Auch mit dem PS4-Gamepad funktioniert das Zielen durch das Tracken des Controllers. Ihr haltet also statt des Aim-Controller den Dual Shock 4 vor euren Kopf. Das funktioniert, sieht aber von außen noch dämlicher aus als mit der weißen Plastikwumme die eher an ein Klempner-Werkteil erinnert denn an eine Waffe.

Aber wen kümmert schon, wie er beim Spielen aussieht? Mit der Brille auf, fühlt sich der Aim Controller hinreichend realistisch an – zumindest, wenn man nicht den Vergleich zu ausgefeilteren VR-Schießprügeln hat, wie wir bei der diesjährigen Game Developers Conference (VR-Video). Mit dem PS4 Controller fehlt dieses Gefühl völlig, mit der Plastikkanone stellt sich die Mittendrin-Illusion problemlos ein.
Anzeige
Die Kämpfe fühlen sich mit dem Aim-Controller "echt" an. Mit dem Dual Shock 4 erreicht ihr kein gleichwertiges Ergebnis.
Benjamin Braun Redakteur - 301472 - 23. Mai 2017 - 12:31 #

Viel Spaß beim Lesen!

Green Yoshi 20 Gold-Gamer - 24376 - 23. Mai 2017 - 12:49 #

Sony hat bereits ein paar Spiele angekündigt, die den Aim-Controller unterstützen werden:
https://uploadvr.com/heres-every-game-supports-psvrs-new-aim-controller/

Ist natürlich die Frage wie der mittel- und langfristige Support aussehen wird.

Wenn der Preis des Bundles aus Spiel und Controller auf 60€ fällt, werde ich wohl zugreifen.

advfreak 14 Komm-Experte - P - 2288 - 23. Mai 2017 - 12:55 #

Was vermutlich noch einige Zeit dauern wird, ich hab es mir gerade noch zähneknirschend für 125,- geholt weil ich nicht mehr warten mag und neues VR-Futter brauche.

Leider sind seit Release die Preise eher gestiegen, ich hatte auf Amazon noch einen Vorbesteller für 99,- im Kopf.

Entweder herrscht hier wieder mal künstliche Verknappung, oder das Teil läuft tatsächlich noch wie geschnittenes Brot. Trotzdem Ärgerlich!

Christoph Vent Redakteur - P - 132098 - 23. Mai 2017 - 13:01 #

Ich hatte es gestern schon im MoMoCa erwähnt: Bei Amazon Spanien gibt es das Bundle aktuell für 87,03 Euro inklusive Versand nach Deutschland. Die Version soll multilingual sein, einzige Voraussetzung ist eine Kreditkarte für die Zahlung. Und es dauert natürlich ein paar Tage länger als bei einer Bestellung aus Deutschland.

Cohen 16 Übertalent - 4490 - 23. Mai 2017 - 13:50 #

Eigentlich wollte ich das Spiel + AIM Controller einfach für 'ne Woche bei Verleihshop.de ausleihen (15 €), aber jetzt habe ich doch noch die 87,03 € locker gemacht.

advfreak 14 Komm-Experte - P - 2288 - 23. Mai 2017 - 14:33 #

Danke für den Tipp! BTW: Z.B. Mario Kart 8 Deluxe für 39,90 in ES, bei uns 53,99 - aber wir habns ja auch! :(

Wenn wenigstens die Downloadversionen Einheitspreise hätten, aber das ist ja auch nicht zu schaffen. Ärgerlich allemal.

Naja, wenigstens hat mein Händler Vor-Ort wieder mal ein Geschäft machen können, vielleicht geh ich da jetzt wieder öfters hin, mal sehen.

Cohen 16 Übertalent - 4490 - 23. Mai 2017 - 14:16 #

In der Aim-Controller-Kompatibilitätsliste fehlt noch Arizona Sunshine:

https://blog.de.playstation.com/2017/05/11/berlebt-die-zombie-apokalypse-in-arizona-sunshine-ab-juni-fr-ps-vr-erhltlich/

Aladan 22 AAA-Gamer - - 33202 - 23. Mai 2017 - 13:19 #

Hab schon Probe gespielt und macht schon Spaß. Vor allem Tanzen und Schießen im Horde-Modus geht ganz gut ;-)

Golmo 16 Übertalent - 4213 - 23. Mai 2017 - 14:33 #

"Im Sitzen mag sich das Ganze für Empfindliche noch erträglich gestalten."

Also zumindest bei mir ist es genau andersrum! Im Sitzen geht gar nicht, da muss ich sofort in Kübel reiern...

Im stehen dagegen überhaupt kein Problem! Stundenlang hab ich es gezockt! Lediglich beim ersten (und einzigen....) Boss wurde mir etwas mulmig aber der Kampf lief auch alles andere als optimal.

advfreak 14 Komm-Experte - P - 2288 - 23. Mai 2017 - 15:11 #

Wir probieren es heute Abend und ich bin schon gespannt wie es ankommt. Mir wird manchmal schlecht, meinem Kumpel eigentlich sofort. Werde dann berichten wie es uns ergangen ist. :)

BTW: Games bei denen eigentlich nie wem schlecht geworden ist sind VR Worlds und Rush of Blood.

rammmses 18 Doppel-Voter - P - 12478 - 23. Mai 2017 - 14:36 #

Spiele es mit normalen Dualshock und finde das sehr präzise und spaßig. Tolles Spiel, aber mitunter überraschend herausfordernd.

Kommentar hinzufügen

Neuen Kommentar abgeben
(Antworten auf andere Comments bitte per "Antwort"-Knopf.)