Test: Formel 1 trifft Mario Kart

F1 Race Stars Test

Steckbrief
PCPS3WiiU360
Sport
Fun Racer
3
Codemasters
16.11.2012
Amazon (€): 24,95 (PS3), 40,90 (360), 34,85 (PC-Spiel)
Ob nun Sonic & Sega All-Stars Racing, Little Big Planet Karting oder Modnation Racers: Klone von Mario Kart gibt es viele. Auch Codemasters schickt jetzt einen eigenen Vertreter ins Rennen, wofür die Engländer auf ihre Formel-1-Lizenz zurückgreifen. Streng reglementierte Königsklasse trifft spaßigen Arcade-Racer – ob das gut geht?
Christoph Vent 27. November 2012 - 20:23 — vor 4 Jahren aktualisiert
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Alle Screenshots stammen von GamersGlobal

Die Formel-1-Saison 2012 nahm vorgestern – zumindest aus deutscher Sicht – ihr glorreiches Ende: Sebastian Vettel wurde in einem dramatischen Rennen zum dritten Mal in Folge und mit nur drei Punkten Vorsprung Weltmeister. Mit F1 2012 (GG-Test: 8.5) könnt ihr es ihm virtuell gleich tun. Sollte euch jenes Rennspiel allerdings zu realistisch sein (liebe Simulations-Cracks, erspart euch bitte bei diesem Stichwort längere Protestbriefe...), schafft Codemasters jetzt Abhilfe: Mit F1 Race Stars hat derselbe Entwickler kürzlich einen reinrassigen Arcade-Raser mit Lizenz der Königsklasse an den Start gebracht. Spielerisch geht der Titel in eine völlig andere Richtung – bis auf das Obergenre „Rennspiel“ müsst ihr die Gemeinsamkeiten mit der Lupe suchen. Anstatt die reale Saison abzubilden, bedient sich der Titel am Prinzip der Mario Kart-Reihe. So werden aus den Formel-1-Boliden kleine Karts und aus den Strecken waghalsige und total abgedrehte Kurse. Und dann wären da noch zahlreiche Power-ups, die ihr gegen eure Kontrahenten einsetzt. Im Prinzip wurden Mario, Luigi und Co. also nur durch Sebastian Vettel, Mark Webber und die anderen F1-Fahrer ersetzt. Aber kommt auch ein ähnlicher Spaß wie beim Vorbild auf?

Wenige Strecken, viele SpielmodiMittelpunkt von F1 Race Stars ist die Karriere, in der ihr in zahlreichen Pokalen um ein Plätzchen auf dem Siegertreppchen kämpft. Jeder Pokal besteht aus mehreren Rennen, neue Wettbewerbe schaltet ihr durch Siege beziehungsweise das Erreichen von Podiumsplätzen frei. Die Abwechslung hält sich aber eher in Grenzen. Das liegt hauptsächlich an den immer gleichen Strecken, an denen ihr euch schnell satt gesehen habt. Obwohl die F1-Saison 2012 mit 20 Rennen so viele wie nie zuvor bot, finden sich nur elf von ihnen im Spiel wieder. Ein Schelm, wer böses dabei denkt, dass schon jetzt eine weitere als kostenpflichtiger DLC angeboten wird.

Auch die vielen Spielmodi können für die Streckenknausrigkeit nicht entschädigen. Neben gewöhnlichen Rennen bietet F1 Race Stars noch sieben weitere Varianten. Da hätten wir zum Beispiel den "Ausscheidungsmodus", in dem alle paar Sekunden der letzte Fahrer aus dem Rennen ausscheidet. Bei „Nachtanken“ verbraucht euer Auto Benzin, das sich durch auf der Strecke verteilte Treibstoffkanister wieder auffüllt. Doch wie in der echten Formel 1 gilt: Autos mit weniger Benzin sind schneller. In „Trophäenjäger“ sammelt ihr Pokale auf der Strecke ein – erreicht ihr die vorgegebene Anzahl, seid ihr der Sieger. Allerdings verliert ihr die Trophäen, wenn eure Gegner euch mit ihren Extras Schaden zufügen. Natürlich funktioniert das auch umgekehrt.

Bei „Pole-Position“ gilt es, so weit wie möglich vorne im Feld zu fahren. Denn je besser eure Position, desto mehr Punkte sammelt ihr auf eurer Fahrt. In „Slalom“ sammelt ihr Punkte, indem ihr durch Tore fahrt. Gleichfarbige bringen euch dabei einen Multiplikator ein. Zu guter Letzt gibt es noch „Schaukampf“ und „Sektor-Sause“. Bei Ersterem bringen euch Treffer mit Power-Ups oder Überholmanöver Punkte, bei Letzterem ist die Strecke in mehrere Sektoren eingeteilt. Der Fahrer, der in den meisten Abschnitten am schnellsten war, gewinnt.

Unfaire KI-FahrerDoch selbst wenn F1 Race Stars über mehr Strecken verfügen würde, dürfte euch aufgrund der KI-Konkurrenz nach kurzer Zeit der Spaß an der Karriere vergehen: Erweist sich der Einführungspokal noch als einfach, steigt der Schwierigkeitsgrad anschließend enorm an. Und es liegt definitiv nicht am fehlenden Können, wenn ihr stets nur auf den mittleren oder gar hinteren Rängen landet. So wurden wir während des Tests nie das Gefühl los, dass die KI nicht mit fairen Mitteln kämpft: Schafft ihr es während eines Rennens tatsächlich mal auf die Pole Position, werdet ihr so sehr von euren Gegnern mit Power-ups attackiert, dass euch schon bald euer Hintermann wieder überholt – und mit ihm meist das ganze Verfolgerfeld.

Landet ihr doch mal auf dem Treppchen, bleibt das vermutlich eher die Ausnahme. Es spielt auch keine Rolle, ob ihr in der 1000-, der 2000- oder der 3000-Kubikzentimeter-Klasse fahrt – F1 Race Stars sorgt in der Karriere für jede Menge Frust, der sich auf einfache Art hätte vermeiden lassen. Natürlich gehört zu einem Funracer dieser Art immer ein wenig Glück – aber selbst das will wohldosiert sein. Bei Mario Kart etwa bekommt der Hinterste im Fahrerfeld tendenziell die besten Power-Ups. Codemasters Ausflug in dieses Genre ist weniger durchdacht und schlägt bei der Schwierigkeit klar über die Stränge.

Die Grundzutaten stimmen
Das Streckendesign ist gelungen. In den USA wurde ein Staudamm kurzerhand  zu einer Steilkurve umfunktioniert.
In anderen Bereichen wie dem Streckendesign trumpft F1 Race Stars richtig auf. Die elf Pisten orientieren sich an original F1-Kursen und greifen diese thematisch gekonnt, wenngleich nicht bierernst auf. In Deutschland fahrt ihr zum Beispiel zu Blasmusik durch Schlösser, in Brasilien stehen Dschungel und fetzige Samba-Töne auf dem Programm, in Abu Dhabi besteht ein Streckenteil aus einer Achterbahn und in Australien saust ihr durch einen gläsernen Unterwassertunnel, nachdem ihr in das Maul einer mechanischen Krake gesprungen seid. Jede Strecke wartet zudem mit zahlreichen Alternativrouten und Hindernissen auf: In den USA zum Beispiel fahren Traktoren über die Straße, während ihr in Großbritannien im Inneren eines Fabrikgebäudes auf seitwärts laufende Rollfelder aufpassen müsst.

Die grundlegende Spielmechanik lässt kaum zu wünschen übrig. Das Fahrverhalten ist simpel, die Steuerung einfach und sehr direkt. Nicht gänzlich ignorieren solltet ihr das virtuelle Bremspedal, da manche Kurven ziemlich scharf sind. Sogar das KERS (Kinetic Energy Recovery System) hat Codemasters in F1 Race Stars eingebaut. In vielen Kurven könnt ihr es in drei Stufen aufladen – anschließend verleiht es euch einen kurzzeitigen Geschwindigkeitsschub. Dies funktioniert allerdings nur, wenn ihr den Gasknopf nach dem Aufladen einer Stufe kurz loslasst. Wie in der echten Formel 1 spielt auch der Windschatten eine wichtige Rolle, um eure Gegner zu überholen. Im Gegensatz zu Mario Kart und anderen Genrevertretern verfügt das Spiel aber nicht über eine Drift-Funktion, obwohl unsere Boliden eher einem Go-Kart als einem Formel-1-Renner gleichen. Eine solche Funktion hätte die Spielmechanik um einen weiteren Aspekt aufwerten können – wirklich vermisst haben wir sie aber nicht.

Funracer mit SchadensmodellUngewöhnlich im Genre der Spaßraser: F1 Race Stars bietet ein rudimentäres Schadensmodell. Auf Crash-Orgien dürft ihr euch allerdings nicht freuen. Rammt ihr andere Fahrer, knallt gegen Hinde
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rnisse oder werdet von Power-ups getroffen, geht euer Gefährt nach und nach kaputt, wodurch ihr an Geschwindigkeit verliert. Beginnt das Auto zu qualmen und die Reifen zu schlingern, solltet ihr schnellstmöglich eine der Boxengassen aufsuchen, wo euer Gefährt im Handumdrehen repariert wird. Neben dem Einsatz von KERS schlägt der Raser damit eine weitere Brücke zum echten Formel-1-Sport. Auf das DRS (Drag Reduction System) wird allerdings verzichtet.

Weitere Authentizität bekommt F1 Race Stars durch die originalen Teams und Fahrer: Ob Sebastian Vettel, Fernando Alonso oder Lewis Hamilton, sie alle sind, wenn auch zeichentrickisiert, vertreten. Zudem dürft ihr euch aus zwei Phantasieteams für Fahrerinnen entscheiden. Die Wahl des Rennstalls hat spielerische Auswirkung: Zwar bestehen zwischen den Wagen keine Unterschiede, die Teams haben aber jeweils ihren eigenen Spezialbonus. Als Red-Bull-Fahrer beispielsweise erhaltet ihr durch den Windschatten einen Geschwindigkeitsschub, den ihr jederzeit einsetzen könnt. Die McLaren-Piloten Lewis Hamilton und Jenson Button dürfen hingegen eingesammelte Power-ups umtauschen.
Durch Kollisionen und erlittene Power-up-Treffer nimmt euer Kart Schaden, was durch Rauch, defekte Reifen und Blitze signalisiert wird und euch verlangsamt. In diesem Fall hilft nur noch ein Boxenstopp.
memphis 12 Trollwächter - 969 - 27. November 2012 - 20:35 #

Das runterladen der Demo hat länger gedauert als das durchspielen und wieder löschen.

Zudem hätte man auf der Xbox als Option ruhig mal seinen Avatar nutzen können

Fallout-Junge 16 Übertalent - 4593 - 27. November 2012 - 20:54 #

Edit: Hatte Jens versehentlich für Christoph Vendt gehalten, und ihm für die langen Haare gratuliert...

Green Yoshi 21 Motivator - 25182 - 27. November 2012 - 20:55 #

In meinen Augen ist das Spiel Softwaremüll. Ich mag die Formel 1, ich mag Funracer, aber dieses Spiel ist total undynamisch und die Extras sind auch langweilig. Zockt mal im Vergleich die Sonic & All Stars Racing Transformed Demo, da liegen Welten zwischen.

Novachen 19 Megatalent - 13109 - 27. November 2012 - 22:15 #

Originales Fahrerfeld? Habe eben extra noch geguckt, 2012 sind doch nur 12 Teams mitgefahren. Laut Bild gibt es aber 14?!

Naja, klang ja ganz lustig, aber ich weiß nicht, wäre ich in der Formel 1 tätig wäre mir so ein Produkt mit meinem Namen drin echt peinlich. Da wird man mit Riesenköpfen dargestellt und hat irgendwie überhaupt keinen F1 Bezug ^^.

Christoph Vent Redakteur - P - 139538 - 27. November 2012 - 22:50 #

Aus dem Test: "Zudem dürft ihr euch aus zwei Phantasieteams für Fahrerinnen entscheiden." ;-)

Novachen 19 Megatalent - 13109 - 27. November 2012 - 23:01 #

So eine Art Satz hab ich irgendwie im Test gesucht aber nicht gefunden :D.

LittlePolak 13 Koop-Gamer - 1583 - 27. November 2012 - 23:41 #

Danke für den Test :)

Nixname (unregistriert) 28. November 2012 - 0:50 #

leider is das spiel schlechter als das 20 jahre alte super mario kart fürs snes.
es gibt keine möglichkeit den geschossen wie in super mario kart durch z.b hüpfen auszuweichen, wenn man anvisiert wird, ist man völlig macht los, driften is auch nicht möglich, zudem is die balance echt fürn %&(/(. ob man gewinnt oder nicht is eher glückssache.
hätte nen gutes spiel werden können.

Namenloser (unregistriert) 28. November 2012 - 0:59 #

Das ist ja auch ein Meilenstein der Videospielgeschichte und spielerisch auch besser als spätere Mario Kart Spiele.

albion74 13 Koop-Gamer - 1769 - 28. November 2012 - 7:07 #

Fand die Demo ganz nett und sicher mal lustig. Vielleicht irgendwann mal für kleines Geld um mit Sohnemann ne Runde zu drehen.

oojope 15 Kenner - 3031 - 20. April 2013 - 19:56 #

Habe das Spiel dank PS+ umsonst erhalten und fand es ganz nett. Aber dabei bleibt es auch, das Spiel ist "ganz nett". Es kopiert sehr von Mario Kart (oder ähnlichen Fun Racern) und spielt sich teilweise sehr wirr, macht zu zweit aber dennoch für 2-3 Stunden ganz gut Laune und ist nicht kompletter Mist. Mehr als 10€ würde ich persönlich dafür aber nicht ausgeben.

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