Test: Flammendes Inferno

Emergency 2012 Test

Per Drehleiter retten wir ein Opfer aus einem brennenden Wohnhaus. Das Dach wird dabei ausgeblendet

Künstliche Intelligenz: schwach

In den meisten Fahrzeugen befinden sich Einsatzkräfte, die ihr mit speziellen Gerätschaften ausrüsten und zu Fuß ins Einsatzgebiet schicken könnt. Die Steuerung ist dabei denkbar einfach: Meistens genügen ein bis zwei Mausklicks, und der Bergungsheli holt ein Opfer vom Dach eines brennenden Hauses oder der Polizist mit dem Megaphon führt eine Gruppe Zivilisten in sicheres Gebiet. Dabei kann es durchaus passieren, dass die Retter selbst mal gerettet werden müssen -- und nein, wir beziehen uns nicht auf das Problem mit der Einheitenwegfindung: Schickt ihr beispielsweise einen Notarzt zu einem Bewusstlosen, der zu nahe bei einem brennenden Haus liegt, verbrennt sich der Arzt womöglich an den lodernden Flammen und fällt selbst aus. Auch Fahrzeuge haben einen „Lebensbalken“, ihr könnt also nicht mal eben mit dem Krankenwagen quer durch die Flammenhölle fahren, um Verletzte auf der anderen Seite zu bergen. Wer bei den Rettungsaktionen nicht aufpasst, der hat schnell ein paar Opfer mehr zu versorgen.

Die KI der Einheiten scheint generell nicht der Hauptfokus der Programmierer gewesen zu sein, denn die Fahrzeuge neigen stets dazu, unmotiviert hin und her zu fahren und verhaken sich leicht an kleinen Unebenheiten im Gelände. Auch ein Klassiker der Wegfindungsbugs darf nicht fehlen: Zwei Einheiten stehen sich wie betäubt auf beiden Seiten einer schmalen Brücke gegenüber und keine wagt es, zuerst darüber zu fahren. Alte Fans von Command & Conquer müssen sich da ein Tränchen der Rührung aus den Augenwinkeln zwinkern. Dieser Bug wird in der Schweiz-Mission richtig ärgerlich, wo ständig Fahrzeuge zwischen beiden Seiten der Matter Vispa hin- und herwechseln müssen.

Ein paar Komfortfunktionen erleichtern die Arbeit dann aber doch: So genügt es etwa, wenn ihr einen Verletzten in den Rettungswagen bringt, um diesen automatisch abtransportieren zu lassen. Ebenso selbstständig kehrt der Wagen kurz darauf wieder zum Einsatzort zurück. Für Neueinsteiger stehen ein paar kurze Tutorials zur Auswahl, die in die Bedienung der Kamera und der wichtigsten Fahrzeuge einweisen. Für jeden Einsatzwagen steht aber auch später eine Bedienungshilfe per Fragezeichen-Button zur Verfügung. Während einer laufenden Mission werden neu hinzugekommene Missionsziele und Hilfetexte per Sprachausgabe vorgelesen, kurioserweise dem Anschein nach vom gleichen Sprecher, der auch den meisten Polizisten und Feuerwehrmännern seine Stimme leiht. Wenigstens kann er sich so seine eigenen Anweisungen gleich selbst bestätigen...

Der Eiffelturm sah auch schon mal besser aus. Vor was sollen sich nun all die Paris-Touristen ablichten lassen?

Die Technik: Patch 1.2 sorgt für Abhilfe

Bei Emergency 2012 steht nicht nur -- dem Untertitel gemäß -- die Welt am Abgrund. Auch das Programm selbst hatte nach Release mit zahlreichen technischen Problemen zu kämpfen. Auf unserem Testsystem kam es mit verschiedensten Auflösungen und Grafikeinstellungen immer wieder zu starken Rucklern, der Bildschirm schaltete sich ab oder wir wurden übergangslos zurück auf den Desktop katapultiert.

Der mittlerweile erschienene Patch 1.2 behebt jedoch diese Probleme und soll auch (von uns mangels System nicht ausgetestet) auf Single-Core-System (also beispielsweise Pentium 4) nun besser laufen. Die rein technischen Kritikpunkte an Emergency 2012 sind damit beseitigt.

Fazit: Für Fans empfehlenswert

War für 2012 vom Katastrophen-Schwaben Roland Emmerich nicht ohnehin der Weltuntergang geplant? Nachdem wir Emergency gespielt haben, waren wir glatt versucht, der Maya-Legende noch ein Körnchen mehr Wahrheit zuzugestehen. Die Einsätze von Emergency 2012 bieten viel Abwechslung und erfordern oftmals ein Umkommandieren der Hilfskräfte während der laufenden Mission. Irgendwo explodiert ein Haus, ein neuer Brandherd entsteht oder ein paar Wanderer stürzen aus einer Seilbahngondel. Der Kniff, die Szenarien direkt vor bekannten Sehenswürdigkeiten spielen zu lassen, lässt sie noch eindringlicher und bedrohlicher wirken. So weit, so spannend. Aber: Emergency 2012 hat Bugs, viele Bugs! Seien es nun die Bedienungsmacken, die schlechte Wegfindung oder die oben beschriebenen Performance-Einbrüche. Dazu kommt eine krümelige Grafik, in der man seine Einheiten mitunter nur schlecht auseinanderhalten kann.

Auch als Fan der Serie wird man über diese Mängel nicht gutmütig hinwegsehen. Immerhin: Denjenigen von euch, die bereits Erfahrungen mit den Vorgängern gesammelt haben, können wir
Emergency 2012 dank der wieder einmal spannend inszenierten Einsätze empfehlen. Serienneulinge sollten aber einige Einarbeitungszeit einplanen und bereit sein, über den einen oder andere Frustmoment hinwegzusehen.

Autor: Florian Pfeffer / Redaktion: Carsten Justenhoven (GamersGlobal)
Einstieg/Bedienung
  • Tutorials
  • Ingame-Hilfsanzeigen
  • Fummelige Steuerung
  • Nutzlose Minimap
  • Einheiten reagieren nicht immer auf Kommando
Spieltiefe/Balance
  • Abwechslungsreiche Schauplätze
  • Unterschiedliche Missionsziele
  • Verschiedenste Rettungseinheiten
  • Gravierende Wegfindungsprobleme der KI
  • Eher wenig Missionen (12 bzw. 15 in der Deluxe-Fassung)
Grafik/Technik
  • Katastrophen sind gut in Szene gesetzt
  • Krümelige Einheiten, die teils schwer zu erkennen sind
Sound/Sprache
  • Missionsziele werden vorgelesen
  • Passender Soundtrack
  • Wenig Vielfalt bei den Sprechern
Multiplayer
  • Freies Spiel für bis zu vier Spieler...
  • ...ohne besondere Herausforderungen, die nicht auch alleine zu lösen wären
Hardware/Zubehör Mindestanforderungen: CPU mit 2,5 GHz, 1 GB RAM
 
Florian Pfeffer 10. November 2010 - 23:23 — vor 4 Jahren aktualisiert
Faxenmacher 16 Übertalent - 4033 - 10. November 2010 - 23:41 #

Ich hätte echt mal Lust gehabt was zu "retten" anstatt zu zerstören :(. Aber die Wegfindung und allgemeine Probs mit der KI machens mir doch kaputt. Schade...

Vidar 19 Megatalent - 13437 - 10. November 2010 - 23:46 #

war auch sehr enttäuscht von diesem Titel, die Wegfindung ist teilweis noch grausiger als im Vorgänger und dies muss man erstmal schaffen.

Dazu gibts auch noch (in meinen augen) verschlimmverbesserungen zb. das man keien freie Fahrzeugwahl mehr hat sondern nur noch vorgegebene oder man kann nichts falsches mehr machen/rumprobieren, da diverse aktionen generell gesperrt sind (Patienten kann man zb nicht mehr frühzeitig abtransportieren)

und das aller schlimmste es ist soviel mir bekannt ist KEIN Modding möglich, grade das was die vorgänger so gut gemacht hat.. futsch...

iwie wurde geschaut das es einsteigerfreundlicher wird was aber nie einer wollte und dies was man wollte wurde nicht verbessert, eher noch verschlimmert---> enttäuschung und schrott sry

Zaunpfahl 19 Megatalent - P - 15593 - 11. November 2010 - 4:13 #

Was im Test überhaupt nicht erwähnt wird ist der Endlos Modus, den man zusätzlich zu den Missionen noch hat.
Darin hat man 3 bzw 4 (Deluxe V.) Stadt Karten mit speziellen Themen wie Trockenheit, Sturm und das dritte ist mir grad entfallen, zur Auswahl und bekommt zufallsgeneriert dazu passende Einsätze zugeteilt. Auf der trockenen Karte brennt es relativ häufig, bei den anderen liegt der Fokus entsprechend ein bisschen anders. Da kommt dann auch das aus dem Vorgänger bekannte Spielprinzip zum tragen, für jeden erfolgreich gelösten Einsatz bekommt man Geld mit dem man sich neue Fahrzeuge kaufen kann und die Einsätze werden nicht nur immer mehr sondern zum Teil auch extremer. Anfangs reicht es häufig noch nur ein Löschfahrzeug oder einen Krankenwagen loszuschicken, später hat man dann an 3 Enden der Stadt Brände und mittendrin noch einen Verkehrsunfall.
War exakt so zwar auch im vierten Teil vorhanden, ist aber trotzdem nochmal eine nette Ergänzung zu den doch eher kurzen Missionen. Ich habe jeweils 30-45 Minuten gebraucht um die zu lösen, macht mal 12 und ein bisschen Puffer für die wo man im ersten Versuch fast zwangsläufig scheitert eine Länge von etwa 10 Stunden. Mit dem Endlosspiel kann man dann noch ein bisschen Zeit verbringen, nur zu schade das man da nicht speichern darf.

Den anderen Kritikpunkten aus dem Wertungskasten muss ich mich aber trotzdem großteils anschließen, die Minimap hilft nicht viel, die Wegfindung ist zum Teil nicht als solche existent und die Steuerung ist immer noch ähnlich chaotisch wie eh und je, obwohl sich da einiges getan hat.
Komischerweise lief es bei mir technisch aber einwandfrei in den Missionen, von kleinen Grafikfehlern abgesehen. Nur der Endlosmodus stürzte ohne Patch zufalls gesteuert nach einer bis 10 Minuten ab, nach dem Patch wurds ein wenig besser und ich konnte auch mal ne Stunde spielen.
Von daher schließe ich mich dem Fazit dann auch an: für Serienfans empfehlenswert, für Leute mit Interesse am Thema sicherlich auch, aber wer wenig RTS gespielt hat wird hiermit überfordert. Alle anderen sollten auf die Budget Version und den nächsten Patch warten.

thurius (unregistriert) 11. November 2010 - 12:02 #

* Fummelige Steuerung
* Nutzlose Minimap
* Einheiten reagieren nicht immer auf Kommando
* Gravierende Wegfindungsprobleme der KI
Emergency hat dieses schon von anfang der reihe und jedesmal wurde gesagt sie machen es beim nächsten mal besser

Crizzo 18 Doppel-Voter - P - 12232 - 11. November 2010 - 17:39 #

Schade, schade. Ich stelle mir diese "Kinderkrankheiten" wirklich nervig vor, dass hätte sonst ein schönes Spiel werden können. :(

anarchie999 08 Versteher - 191 - 21. November 2010 - 14:31 #

Die ganzen Negativpunkte hatten mich schon im Vorgänger extrem gestört. Schade das die nicht verbessert wurden. Damit konnte draus auch wieder nichts gutes werden.

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